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Gravity Rush 2 – Test / Review

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Veröffentlicht 8. Februar 2017 | 21:23 Uhr von Sven Huber

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Mit Gravity Rush 2 erschien der erste große Exklusivtitel für Sonys Playstation 4. Moment. Teil 2? Wer den Erstling nicht kennt muss sich nicht schämen. Abgesehen von einem kürzlich veröffentlichten Remake debütierte die Serie nämlich auf der stiefmütterlich behandelten PS Vita. Ob die Fortsetzung überzeugen kann oder nicht verrät unser Test.

Die Welt steht Kopf. Was oftmals nur eine Phrase ist, entspricht in der Welt von Gravity Rush 2 der Wahrheit. Die Welt liegt in Trümmern und die Menschen leben auf schwebenden Inseln oder Hausbooten, die durch die Luft schweben. Mitten in dieser Welt leben Kat, die sogenannte Gravity Princess, und ihre Freunde. Kat ist eine Shifterin, das bedeutet nichts weiter, als das sie die Schwerkraft für sich selbst und ihre nähere Umgebung manipulieren kann. Damit ist auch schon das zentrale Gameplay-Element der Reihe dran. Dazu aber später mehr.

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Zu Beginn des Spiels verfügt Kat nämlich noch über keinerlei Kräfte, genauer gesagt hat sie diese verloren, als sie von einem schweren Gavitationssturm aus ihrer Heimat Hekseville gerissen und nach Banga geschleudert wird. Dort herrscht ein strenges Regiment und wer sich seinen Lebensunterhalt nicht in den Gravi-Minen verdient, bleibt auf der Strecke. Dementsprechend schuftet auch Kat im Tagebau bis sie, Tutorial sei Dank, wieder auf ihre Katze Dusty trifft. Diese verleiht Kat nämlich ihre Fähigkeit. Da Kat sich nun buchstäblich von der Masse abhebt, entschuldigt bitte das schlechte Wortspiel, sollte klar sein, dass sie fortan nicht mehr im Tagebau malocht, sondern sich schnell zu höheren Aufgaben berufen fühlt. Der Hauptkontinent, auf dem ein Großteil der Story spielt, nennt sich Jirga Para Lhao und dort ist etwas gehörig faul. Eine kleine und dekadente Minderheit unterdrückt mittels Militärgewalt die darbende Bevölkerung. Standesgemäß thronen die Wohninseln der Reichen dann auch über dem Ghetto. Im Verlauf der wendungsreichen Haupthandlung versucht Kat nun den Spieß umzudrehen und setzt sich quasi als Robin Hood für die Rechte der breiten verarmten Masse ein. Mehr wollen wir euch an dieser Stelle aber nicht verraten.

Im Verlauf des Abenteuers eignet sich Kat noch zwei weitere Spezialkräfte an. Mit dem Luna-Stil wird sie noch leichter und schneller, kann weiter springen. Aktiviert ihr den Jupiter-Stil, erhöht sich Kats Dichte. Ihre Angriffe werden wuchtiger und haben mehr Durchschlag. Auf diese Weise kommt Abwechslung ins den Heldenalltag. So abwechslungsreich die Story und die Fähigkeiten von Kat sind, so langweilig und repetitiv ist leider das Design der Hauptmissionen. In deren Rahmen müsst ihr immer wieder mal Gegenstände mittels Stasisblase von A nach B fliegen, und dann noch einmal, und noch einmal, und noch einmal. Dadurch werden Missionen unnötig in die Länge gezogen. Dass es auch anders geht, zeigen die abwechslungsreichen und oft skurrilen Nebenquests. Ein Beispiel gefällig? Na ja, wann musstet ihr zuletzt vor einem Crepe-Stand in der Warteschlange stehen oder Kundschaft vor eine Imbissbude locken durch Gesten? Wo Licht ist, gibt es aber auch Schatten und der nennt sich hier: Stealth-Missionen. Warum die Entwickler bei einem Spiel, dessen Grundmechanik die freie Bewegung im Raum ist, unbedingt Steal-Mhmissionen einbauen mussten, bleibt wohl deren Geheimnis. Uns haben sie jedenfalls regelmäßig zur Weißglut getrieben. Nicht nur, dass Kat über keine Stealthmoves, wie zum Beispiel schlichtes Ducken, verfügt, es gibt auch keinerlei Anzeigen für Gegnerblickrichtung oder ähnliches. So kam es immer wieder zum Neustart, weil wir entdeckt wurden und den Gegner nicht rechtzeitig ausschalten konnten.

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Ebenfalls negativ fielen uns die Kämpfe auf. Am Boden funktioniert das simple Kombosystem noch einigermaßen aber spätestens in der Luft vermisst ihr eine Lockon-Funktion. Zwar verfügt Gravity Rush 2 über einen großzügig arbeitenden Auto-Aim, es kommt aber immer wieder vor, dass ihr im letzten Moment doch am Gegner vorbeirauscht. Bei dem doch hohen Tempo und dem fehlenden Autoheal ist so mancher Bildschirmtod vorprogrammiert. Unterstützt wird dieser Negativeindruck durch extrem späten Figurenaufbau. Ihr könnt zwar fast nahtlos durch die Welt fliegen, oder besser gesagt fallen, aber NPCs und Gegner tauchen erst kurz vor euch auf. Bei normalen NPCs stört dies nicht weiter, bei Gegner… na ja könnt ihr euch ja selbst denken.

Gesondert erwähnen möchten wir an dieser Stelle aber den Look und den Sound. Zwar ist Gravitiy Rush 2 keine Grafikreferenz wie ein Uncharted 4 aber bietet einen wunderschönen Zeichentrick-Look und kann getrost als „Manga zum Spielen“ bezeichnet werden. Überhaupt ist die ganze Welt von Kat extrem detailverliebt und liebevoll designt. Ein besonderes Lob möchten wir den Sounddesignern machen. Je nach Welt wechselt der Score zwischen Panflötenmelodien, Easy Jazz mit Latin-Elementen und Orchestersound. Wobei jede Welt ihr eigenes Soundschema hat. Zwar wiederholen sich manche Samples, gerade wenn man länger in einem Areal unterwegs ist, aber im Gegensatz zu anderen Titeln fällt dies bei Gravity Rush 2 nicht negativ auf. Wenngleich euch die Handlung großteils in Comicstrips präsentiert wird, verfügt das Spiel auch über eine Sprachausgabe. Diese wird euch aber kaum weiterhelfen, da die Phantasiesprache von Kat, Raven und Co. eine Mischung aus portugiesisch, französisch und Esperanto zu sein scheint.

Online dürft ihr unter anderem eure Fotos bewerten lassen oder selbst Fotos bewerten und auf Schatzsuche gehen. Einen direkten Multiplayer oder Koop-Modus gibt es nicht.

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Unser Fazit

75 %

„Mei is die süß“, das war mein erster Gedanke zu Kat. Die Shifterin ist herrlich naiv und gutherzig, dass man sie am liebsten knuddeln möchte. Generell erinnert Gravity Rush 2 an den sprichwörtlichen „spielbaren Anime“, unterstützt wird dieser Eindruck durch die traumhaft schöne Optik. Getragen wird diese durch den unaufdringlichen aber abwechslungsreichen Soundtrack. Leider langweilt der Titel mit künstlich gestreckten Hauptmissionen, nervigen Stealth-Missionen und einer Steuerung, die dem Gameplay teilweise nicht folgen kann. Wer auf typisch japanische Titel steht, kann bedenkenlos zugreifen, allen anderen sei die im PSN verfügbare Demo empfohlen.

Pro

  • + Design und Look
  • + Soundtrack
  • + Nebenmissionen
  • + Kat
  • + die quasi offene Welt

Kontra

  • - Missionsdesign der Hauptquests
  • - fehlende Lockon-Funktion in Kämpfen
  • - Stealthmissionen

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
65 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
75 %

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Gamer aus Leidenschaft. Seine ersten Worte waren angeblich nicht "Mama" und "Papa" sondern "LOAD"Name",8,1". Wenn er nicht zockt oder hauptberuflich Atome spaltet, schreibt er, schaut Filme/Serien oder bastelt an youtube-Videos für seinen Channel...was ein Vollblut-Nerd eben so im Kellerloch macht ;)

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