GRiD 2 - Ausführliches Review / Test - insidegames

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GRiD 2 – Ausführliches Review / Test

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Veröffentlicht 26. Juni 2013 | 14:26 Uhr von Sandra

Race Driver GRID

Braucht ein gutes Rennspiel eine Story, eine Rahmenhandlung? Darüber lässt sich vortrefflich streiten, soll aber bei GRiD 2, welches sozusagen eine Art Geschichte bietet, nicht unser Bestreben sein. Wir erwähnen an dieser Stelle der Vollständigkeit halber, dass ihr in GRiD 2 Teilnehmer einer fiktiven Renn-Liga seid, getauft an den Namen WSR, die mittels möglichst spektakulärer Rennauftritte zu Ruhm und Ehre geführt werden soll. Also hübsch den Rennanzug übergestreift, den Helm aufgesetzt und los geht es mit der Jagd nach den besten Rundenzeiten und Drifts.

Rennspiel-Simulationen – ein Genre am Aussterben?

Wem der Sinn nach Geschwindigkeit und verbranntem Gummi auf Asphalt steht, wird dieser Tage in Sachen Software eher unzureichend bedient. Speziell das Segment der Rennspiele, Unterkategorie Simulation, ist dünn besiedelt. DTM- oder auch Race Driver-Zeiten liegen schon etwas zurück. Man möchte fast sagen „gottlob hat sich Codemasters besonnen und ihre Bestimmung wieder entdeckt“.  Dies birgt allerdings auch das Risiko, dass damit verbundene Erwartungen, die zwangsläufig entstehen, enttäuscht werden könnten, ist Codemasters durchaus in der Lage sehr gute Rennspiel-Simulationskost zu liefern.

Wie eingangs erwähnt, über eine Rahmenhandlung – oder ein entsprechender Versuch selbige zu bieten – darf gerne gestritten werden, ob es das beim Gas geben braucht oder nicht. Hübsch inszeniert ist es alle Mal, gleichwohl die Videos und Dialogszenen durchschnittlich sind und wenig Tiefe besitzen. Aber sie sind nichts desto weniger als Plus in Sachen Atmosphäre zu verbuchen.

Ein kleines bisschen wie GRiD 1

Versetzt euch zu Beginn in die Rolle eines aufgehenden Rennstars, welcher für den erdachten Geschäftsmann Patrick Callaghan an die Spitze der Rennelite fahren soll. Aufgeteilt in Saisons und je mehr Erfolge  es zu verbuchen gilt, desto mehr Fans werden gewonnen, so dass sich ein Serienfinale ergibt.

Wer seinerzeit GRiD 1 gespielt hat, hat einen gewissen Vorteil, denn es gilt auch jetzt in jeder Saison bestimmte Miniziele zu erfüllen: Fahrt eine Runde lang konstant an erster Stelle, beendet ein Rennen ohne Unfall, erreicht eine vorgegebene Höchstpunktzahl, usw. Keine dieser kleinen Extraaufgaben ist unlösbar und mit mal mehr, mal weniger Übung gut umzusetzen. Je besser ist ihr seid, desto besser für eure Flotte, da beispielsweise auf diese Weise neue Sponsoren gewonnen werden können. Euren Fortschritt könnt ihr u.a. an der sich stetig vergrößernden Werkstatt ausmachen, aufgrund der Sequenzen, die es immer wieder gibt und in den über euren aufsteigenden Stern berichtet und man hält euch auch auf dem Laufenden, wie die Fans auf euch reagieren.

Grid 2

 

Euer fahrerisches Können dürft ihr in unterschiedlichen Wettbewerben unter Beweis stellen: klassische „Standard“-Rennen, Zeit- und Checkpoint- und Ausscheidungs-Rennen, Ausdauerfahren sowie die „Touge“, eine Art Kopf-an-Kopf-Duell auf z.B. engen Bergstrecken. Besonders gefallen hat uns die Option „Live-Routen“ fahren zu können. Dabei verändert sich der Kurs von Runde zu Runde und stellt damit ein hohes Maß an Anforderung an euch: Auswendig lernen war gestern, die Live-Kurse verlangen von euch schnelles Umdenken, dazu Reaktion und ständig das Unvorhersehbare erwarten. Spannend ist dieser Rennmodus auch deshalb, weil es keine Minikarte im Bild zu sehen gibt, welche den Streckenverlauf verrät.

Habt ihr ein Rennen, ein Event, eine Aufgabe erfolgreich absolviert, meldet sich – glücklicherweise eher dezent – euer WSR-Chef zu Wort und rückt den erlangten Fortschritt ins rechte Licht. Auch wenn es nicht unbedingt nötig gewesen wäre, auf diese Weise zu verfahren, es hat einen gewissen Charme und lockert das Rennspektakel angenehm auf.

Ungleichgewicht am Start und auf der Strecke

Aber nun einmal „Butter bei die Fische“ – wie fahren sich denn die Vehikel? Nun, das zu beantworten fällt nicht so ganz leicht, denn auf der einen Seite bietet GRiD 2 eine durchaus intuitive und gut funktionierende Steuerung, die allerdings am eher weniger gelungenen Balancing im Spiel scheitert. Generell einmal können wir festhalten, dass GRiD 2 sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Controller-Rennprofis gemacht ist. Die Fahrzeuge reagieren per se einmal recht direkt, präzise und fühlen sich damit kontrollierbar an. Dem gegenüber steht wiederum, dass man die vorhandene Flashback-Funktion – Rückspulfunktion – sehr oft verwenden muss. Eingeführt in GRiD und für GRiD 2 überarbeitet, ist der Sprung zurück oftmals die letzte Rettung, wenn man eine Kurve falsch eingeschätzt oder die KI einen zu aggressiv angegangen ist und man aus der Spur fliegt. Wer ohne Rückspulfunktion spielen möchte, kann dies auch tun, denn sie ist je nach Vorliebe zu- bzw. abschaltbar. Damit wird das Fahren nicht leichter oder anders, aber es ist immerhin eine Option, die geboten wird. Es liegt also an euch, ob ihr Rückspuler seid oder knallharte Rennprofis, die sich auch von einer aufdringlichen KI nicht von ihrer Route vertreiben lassen. Abgesehen davon, begegnet euch auch wieder das fast schon Codemasters typische „hinten fühlt es sich schwerer an“ Gefühl. Dies mag vor allem für Einsteiger ein wenig ungewohnt sein. Hat man sich aber einmal daran gewöhnt, kann man dies ideal zum eigenen Vorteil ausnutzen, vor allem wenn einem die KI mal wieder zu nahe kommt. Spätestens dann sollte man austesten, ob man den Dreh für einen gepflegten Lack-Austausch, bei dem ihr dann möglichst als Sieger davon fahren solltet, raus hat.

Grid 2

 

Bekannte Territorien

GRiD 2 setzt auch in Sachen Optik auf aufpoliert Bewährtes, und das ist gut so, denn dieser Auftritt kann sich zweifelsfrei sehen lassen. Die Abwechslung bei den Strecken stimmt, angefangen bei Brands Hatch über Yas Marina und Circuit de la Seine bis hin zu Indianapolis. Stadtkurse sind ebenfalls mit von der Partie und entführen euch in Metropolen Dubai, Paris oder Chicago. Für alle Strecken gilt, dass sie wiederum in verschiedene Routen unterteilt sind.

Schade finden wir, dass man an gewissen durchaus Spiele vertiefenden Elementen gespart hat, als da wären Motorentuning, optisch betrachtet der Wetterwechsel von beispielsweise Regen auf Sonne oder umgekehrt und Reifenwechsel finden auch nicht statt. Dem gegenüber steht allerdings wieder, dass die meisten Rennen aus zwei bis drei Runden bestehen, womit der Austausch der Pneus eher lästig den nützlich gewesen wäre. Dafür wissen die zahlreichen Boliden zu gefallen, die wahrlich sehr schön modelliert sind. Ärgerlich allerdings, dass es die durchaus als essentiell zu bezeichnende Cockpit-Ansicht leider nicht gibt. Aber vielleicht muntert ab und an auf, dass die Zuschauer stets zu frenetischem Jubel bereit sind oder ihr erfreut euch an den immer wieder auftauchenden grafischen Komplexität, welche sich beispielsweise in Echtzeitspiegelungen auf dem Fahrzeuglack zeigt. Im Übrigen kann sich das Schadensmodell mehr als sehen lassen.

RaceNet, Mehrspieler und Splitscreen

Wir möchten fast sagen „dass wir das noch erleben dürfen“ … ein Splitscreen-Modus. Diese Darbietung eines Mehrspielers hat schon fast was Antikes und gleichzeitig Erfrischendes. Online tut sich auch eine Menge, immerhin bis zu zwölf Mitspieler können mit allen Fahrzeugen und in allen enthaltenen Wettbewerben zeigen was sie drauf haben. Kern des Ganzen ist das sogenannte RaceNet, welches vorzugsweise alle erfahrenen Statistiken sammelt und ausspuckt. Das RaceNet versteht sich als eine Art eigenes Netzwerk für alle GRiD 2 Spieler und hilft dabei u.a. gespeicherte Wiederholungen, sofern gewünscht, auf Youtube hochzuladen oder erreichte Erfolge auf Facebook und/oder Twitter zu posten. Wichtiger dürfte jedoch sein, dass das RaceNet auch dabei hilft Mitspieler auf vergleichbarem Leistungsniveau zu finden.

 

Unser Fazit

80 %

GRiD 2 ist ein grundsolides Rennspiel geworden, das jedoch im Gesamten mehr Arcade-Racer denn Simulation geworden ist. Technisch gibt es wenig auszusetzen, gleichwohl elementare Stücke, beispielsweise die Cockpit-Ansicht für eingefleischte Simulationsasse, schlichtweg fehlt. Auch andere Komponenten wurden weggelassen und durch eher Arcade lastige Einheiten ersetzt, siehe das recht ausgeprägte Schadensmodell. Hübsch anzusehen, aber eher in der Kategorie Effekthascherei zu verbuchen als sinniges Gimmick. GRiD 2 hat seine Spezialisierung ein Stück weit verloren und versucht sich als Breitband-Rennspiel anzupreisen, dass allen Geschmäckern hüben wie drüben gerecht werden möchte. Berücksichtigt man diese Attitüde, bietet GRiD 2 ohne jede Frage nicht nur eine tolle Spiele-Ausstattung und jede Menge genialer Rennwagen, sondern auch für eine recht lange Zeit ordentlichen Spielspaß, der sich dank RaceNet und der Möglichkeit immer stärkere Gegner auszusuchen gescheit verlängern lässt.

Pro

  • + gutes Handling / Steuerung
  • + ordentliche Fahrzeugauswahl
  • + abwechslungsreiche Strecken und Routen
  • + RaceNet – interessant für Statistik-Fans und für Spieler-Suche
  • + ansehnliches Schadensmodell
  • + Splitscreen-Modus
  • + atmosphärische Sound-Kulisse
  • + ordentliches Angebot an Spiel-Modi
  • + durchaus gelungener Mix aus Arcade- und Simulation
  • + Versuch eine Rahmenhandlung um ein Rennspiel zu stricken

Kontra

  • - fehlende Cockpit-Ansicht
  • - für Sim-Fans vermutlich zu Arcade lastig
  • - partiell sehr aggressive KI
  • - kein Wetterwechsel
  • - keine Option für Motorentuning
  • - ohne Reifenwechsel oder sonstige Aktionen während der Rennen

Unsere Bewertung

Grafik
 
79 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
79 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
80 %

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