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Guacamelee! – Test / Review

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Veröffentlicht 6. Mai 2013 | 11:11 Uhr von Nicolas

Guacamelee-Review

Ein Mexikaner, der Skelette verprügelt, mit Ziegen spricht und sich in ein Huhn verwandelt? Ja, das ist Guacamelee. Drinkbox Studios präsentiert uns einen 2D-Metroidvania-Platformer, der sowohl grafisch als auch humoristisch an die heutige Spielgemeinde appelliert. Wie ein Spiel gleichzeitig fesselnd und frustrierend sein kann, zeigt uns Guacamelee.

Irgendwo in Mexiko lebt Juan. In Pueblucho, einem Dorf nahe seines Hauses, ist ein grosses Fest in Planung. Noch bevor das Fest beginnen kann, taucht der böse Calaca auf, schnappt sich die Tochter des El Presidente und tötet Juan. Doch der flotte Mexikaner ist nicht so leicht unterzukriegen. In der Welt der Toten, in der er sich nun befindet, erhält er eine Maske und wird zu einem mächtigen Luchador (dt. Ringer, Wrestler). Nun macht er sich auf die Jagd nach Calaca, der vorhat, die Welt der Lebenden und die Welt der Toten miteinander zu vereinen und so die totale Macht zu geniessen. Um an den Bösewichten heranzukommen, muss Juan neue Fähigkeiten erlernen, tiefe Schluchten überspringen und hunderte von Gegner plattmachen. Wird der Luchador seine grosse Liebe zurückerobern?

Platforming vom Feinsten
Nach gut zehn Stunden läuft der Abspann über die Vita, die Mehrheit der Collectibles ist gesammelt und ich bin glücklich. Guacamelee! ist ein typischer Metroidvania-Platformer. Der Spieler erkundet eine Welt, die er noch nicht vollständig begehen kann. Im Verlauf des Spiels erlernt er Fähigkeiten, die ihm neue Wege und Areale öffnen. In Guacamelee! gibt es sieben dieser Fähigkeiten, welche nach und nach erlernt und ins Spiel eingearbeitet werden. Das Spielprinzip ist so simpel wie genial. Doch wer denkt, von Plattform zu Plattform zu springen und Gegner zu verprüglen sei einfach, der hat sich geschnitten, und zwar gewaltig. Während das Spiel zu Beginn noch recht einfach ist, zieht der Schwierigkeitsgrad drastisch an. Es wird nie unfair, dennoch kann Guacamelee! für den einen oder anderen wütenden Aufschrei sorgen. Wem der normale Schwierigkeitsgrad nicht ausreicht, kann nach dem Durchspielen einen schweren Durchgang starten, bei dem jeder Gegner weniger Schaden nimmt, aber umso mehr austeilt. Das Schwierigste ist nicht einmal die Hauptstory selbst, sondern das Finden der sechs Orbs. Diese Orbs sind optional, eröffnen dem Spieler am Schluss aber ein alternatives Ende. Um diese farbigen Kugeln zu erhalten, müssen diverse richtig schwierige Platforming- oder Prügelabschnitte bestanden werden. Aber auch hier wird es nie ungerecht, vielmehr beleidigt man sich selbst für die eigene Unfähigkeit. Ein Grund dafür ist die beinahe perfekte Steuerung. Lediglich bei den unterschiedlichen Spezialattacken, die mit der Kreis-Taste ausgeführt werden, kann es bei den Richtungsangaben zu Komplikationen kommen.

Ein weiteres Kernelement des Gameplays ist das Switchen der Dimensionen. Nach dem Erlernen der Fähigkeit kann mit einem Knopfdruck zwischen den beiden Welten gewechselt werden. So kann es vorkommen, dass einem Abschnitt zwei Gegner bekämpft werden müssen, die sich in unterschiedlichen Welten befinden. Also müsst ihr zuerst den einen besiegen, in die andere Dimension wechseln und dann den anderen besiegen. Dies funktioniert perfekt und sorgt für eine angenehme Dynamik, sowohl in den Kämpfen als auch dem Platforming. Eine etwas weniger wichtige, jedoch um einiges witzigere Mechanik ist das Verwandeln in ein Huhn – ja, ein Huhn. Dadurch erhält man Zugang zu Arealen, die ein Mensch nicht erreichen kann, da ein Huhn nun mal durch kleinere Gänge passt.

Dutzende Anspielungen
Die Story von Guacamelee! kann als pures Klischee interpretiert werden, ist aber ganz offensichtlich eine einzige grosse Anspielung an vergangene Spieleklassiker wie zum Beispiel Super Mario. Juan muss seine Geliebte aus den Klauen des bösen Carlos Calaca befreien und stellt sich mehreren seiner Komplizen. Sowohl diese als auch die mehr oder weniger wichtigen Nebencharaktere haben immer einen Spruch auf den Lippen. Allgemein bringt Guacamelee! den Spieler immer wieder zum Schmunzeln. Wenn X’tabay, eine von Calacas Schergen, vorschlägt, Juan in die “Cojones” zu treten, bis er eine Frau ist, wird das den einen oder anderen zum Grinsen bringen. Zudem befinden sich überall in der Welt des Spiels dutzende von Anspielungen auf alte Spiele, neue Spiele und sogenannte Internetmemes. Alle sind ganz klein am Rande eingebaut, beispielsweise auf Plakaten im Hintergrund. Dort findet man beispielsweise einen mysteriösen Wrestler mit grüner, spitzer Maske, der sich El Linko nennt. Auf einem anderen Plakat sieht man eine Bande von vier Rittern names Los Casa Crashers. Dies sind nur einige der vielen kleinen Scherze, die sich das Spiel erlaubt.

Grafisch und akustisch top
Grafisch gilt dasselbe wie für das Spielprinzip: so simpel wie genial. Die auf einem Vektorstil basierende Grafik sieht richtig schön aus. Die Figuren und Objekte im Vordergrund sind eher eckig gehalten, während im Hintergrund ein schöner Kontrast hergestellt wird. Ausserdem unterscheidet sich die Welt der Lebenden und die Welt der Toten optisch ganz klar voneinander. Die Totenwelt ist düster und kahl, die Lebendenwelt hingegen ist leuchtend hell und farbig. Das Gegnerdesign ist ideal gelöst, so kämpft man nicht nur gegen Skelette mit Poncho und Sombrero, sondern auch gegen knochige Drachen, explodierende Kugelfische oder stachelige Rhinozerosse. Alle haben unterschiedliche Fähigkeiten, auch untereinander. Um die verschiedenenen Stärken auseinander zu halten, sind die Gegner unterschiedlich farbig. So sind die normalen Sombrero-Skelette grün, die flinkeren sind gelb und die Knochenwerfer-Skelette sind rot. Dennoch haben alle nur eine Schwäche: Juans Fäuste. Die schicke Präsentation wird durch einen mindestens genauso guten Soundtrack unterstützt. Dieser ist nur so mit mexikanischen Klischees bepflastert, vor allem mit Mariachi-Klängen. Diese passen zum südamerikanischen Ambiente wie die Faust aufs Auge. Die Dialoge sind leider nicht gesprochen, sondern sind nur in Sprechblasen lesbar. Teilweise sind Lacher oder sonstige Gefühlsausdrücke jedoch hörbar.

Crossplay funktioniert perfekt
Wer nicht allein spielen möchte, kann vom lokalen Koop-Modus Gebrauch machen. Der zweite Spieler kann ohne Probleme sofort ins Spiel einsteigen und genauso schnell wieder verschwinden, das Spielgeschehen wird nicht unterbrochen. Im Koop-Modus spielt euer Partner den weiblichen Luchador Tostada, die sich spielerisch genau gleich anfühlt wie Juan, allerdings angepasste Animationen besitzt. Zudem ist Tostada stets auf demselben Stand wie der erste Spieler, auch wenn sie erst gegen Ende des Spiels erstmals einsteigt. Stirbt ein Spieler, muss dieser eine bestimmte Zeit warten, um wieder zu spawnen. Ihr spawnt dann aber nicht als Mensch, sondern als Blase. Diese muss der noch lebende Spieler zerplatzen, damit der zweite wieder mitspielen kann. Solltet ihr keinen zweiten PS3-Controller zur Hand haben, tuts auch eine PS Vita, denn Guacamelee! ist ein sogenannter Crossplay-Titel. Das bedeutet, wenn ihr das Spiel für die Playstation 3 kauft, erhaltet ihr es zusätzlich kostenlos für die Playstation Vita – und umgekehrt. Weiter ist es möglich, den Spielstand der einen Version in eine Cloud laden und auf der anderen Version wieder herunterladen. Dafür wird keine Anmeldung oder Ähnliches benötigt und funktioniert einwandfrei. Solltet ihr also mitten im Spiel auf der PS3 unterbrochen werden, könnt ihr den Spielstand in die Cloud speichern, eure PS Vita mitnehmen und ab dem letzten Speicherpunkt weitermachen, und selbstverständlich umgekehrt. Abgesehen von einigen Unterschieden in der Steuerung ist das Spiel dasselbe. Beispielsweise wird man bei der PS3 mit L2, bei der PS Vita durch Streichen über den Bildschirm zum Huhn.

Unser Fazit

91 %

Guacamelee! hat einen Charme, der seinesgleichen sucht. Dutzende von Anspielungen auf aktuelle und alte Spiele oder Memes, liebevoll gestaltete Levels und sauberes, aber zwischenzeitlich bockschweres Platforming. In diesem Spiel findet ihr alles, was von einem Metroidvania-Platformer erwartet wird. Wer mit dem teilweise wutausbrucherregenden Schwierigkeitsgrad zurecht kommt, wird mit Guacamelee! eine wunderbare Zeit verbringen. Metroidvania-Veteranen werden mit dem Spiel aber herzlich weniger Probleme bekunden. Das Crossplay-Feature funktioniert ohne Probleme und im Koop-Modus kann das Spiel auch zu zweit genossen werden. Zudem kann man sich in ein Huhn verwandeln.

Pro

  • + schicke Grafik
  • + dutzende Anspielungen auf Altes und Neues
  • + passender Soundtrack
  • + humorvolle Präsentation
  • + einwandfreies Crossplay
  • + "Drop In/Drop Out"-Koop-Modus
  • + knackiger Schwierigkeitsgrad
  • + angenehme Spieldauer
  • + sinnvolle Collectibles

Kontra

  • - Mitunter frustrierende Abschnitte
  • - wenig Wiederspielwert, ausser Hard Mode

Unsere Bewertung

Grafik
 
94 %
Sound
 
92 %
Steuerung
 
86 %
Gameplay
 
91 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
95 %

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Kommentare

  • Max sagt:

    Super Spiel doch teils abschnitte sind wirklich verdammt schwer!!!!

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