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Halo 5: Guardians – Test / Review Der Master Chief ist zurück

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Veröffentlicht 26. Oktober 2015 | 8:01 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 1. Dezember 2015

Halo-5-Kampagne-Screenshot

Mit dem Release der Master Chief Collection haben 343 Industries bei der Community viel von ihrem Goodwill verspielt. Es dauerte eine viel zu lange Zeit bis die Halo-Reihe online zumindest einigermaßen spielbar war.

Nichtsdestotrotz gehört Halo 5: Guardians zu einem der meist erwarteten Spiele in diesem Herbst. Microsoft hat keine Kosten und Mühen gescheut um voll in die Offensive zu gehen. Controller und Konsole in passenden Designs, ein aufwendig produziertes Hörspiel und eine schier endlose Flut an Trailern. Die letzte verbleibende Frage: taugt das Spiel überhaupt etwas?

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Hunt the Truth

Nach dem finalen Showdown mit dem Didaktiker in Halo 4, ist der Master Chief ohne Cortana unterwegs. Statt dessen kämpft er an der Seite von Team Blau, das aus drei weiteren Spartan II’s besteht. Wer sich mit dem erweiterten Halo Universum auskennt, wird das Team und seine Mitglieder auch kennen. Für alle die keine der Bücher gelesen haben, sind es nur drei weitere gesichtslose Spartaner. Eine wirkliche Einführung erhalten diese „neuen“ Charaktere nicht. Als der Master Chief eine mysteriöse Nachricht erhält die scheinbar von Cortana stammt, muss er einfach versuchen sie zu finden. Dafür lässt er alles stehen und liegen. Zusammen mit seinem Team ignoriert er die Befehle des UNSC und macht sich auf die Suche nach Cortana.

Das ruft Spartan Locke (schon bekannt aus dem Halo 2 Remake und der Serie Nightfall) und sein Team Osiris auf den Plan. Sie sind Spartaner der vierten Generation und das Team besteht aus dem ehemaligen ODST Buck der aus Halo 3: ODST bekannt ist und den Neuzugängen Holly Tanaka sowie Olympia Vale. Erneut sind die Leser der ergänzenden Bücher und Comics besser bedient. Wer sich nicht damit auseinander gesetzt hat, wird sich möglicherweise fragen wieso Buck plötzlich ein Spartaner ist.

Wer jetzt eine Geschichte rund um den Master Chief erwartet, könnte enttäuscht werden. Er und seine Suche nach Cortana stehen zwar im Mittelpunkt, sie wird jedoch hauptsächlich aus der Sicht von Locke und Feuerteam Osiris erzählt. Der Geschichte selber tut das aber wirklich gut. Sie ist spannend, gut erzählt und funktioniert im Gegensatz zur Kampagne von Halo 4 auch als eigenständige Story. Fans des alles umfassenden Halo Kosmos werden mehr davon haben, dass ist klar. Die Einführung von Osiris ist jedoch ein gelungener Schachzug, um die Story den weniger begeisterten Fans näher zu bringen.

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Aus alt wird neu

Wer, wie wir es selbst anfangs getan haben, Guardians so spielt, wie die älteren Teile, wird einiges verpassen.

Im Kern handelt es sich immer noch um das gleiche, gute Halo Gameplay. Grunts mit gezielten Kopfschüssen den Garaus zu machen, fühlt sich auch im siebten Anlauf einfach gut an. In einen Scorpion Panzer einsteigen und Verwüstung in die Reihen der Allianz und der Prometheaner zu bringen, macht auch noch mächtig viel Spaß. Das satte und schnelle Gameplay ist und bleibt so gut wie es bisher gewesen ist.

Dieser Teil nimmt diese altbekannte und funktionierende Formel, die wohl die meisten auch so schon zufrieden gestellt hätte und fügt Neuerungen hinzu die sie noch besser machen. Die offensichtlichste ist, dass jetzt mit allen Waffen gezielt werden kann. Das klingt jedoch einschneidender als es effektiv ist. Wie gewohnt werden Waffen nicht präziser wenn man zielt. Sie können, gezielt oder nicht, gleich genau abgefeuert werden. Es fühlt sich gleichzeitig moderner und zeitgemäßer an, ohne dass es aus Halo ein anderes Spiel macht. Die Balance macht es aus und wer, besonders im Mehrspielermodus, immer zielt, der wird nicht so viel Erfolg haben wie jemand, der in der richtigen Situation, richtig reagiert.

Halo 4 entfernte sich oft leider ein wenig von den offenen Schauplätzen der vorherigen Teilen. Statt dessen wurde alles deutlich linearer. 343 Industries hat sich diese Kritik offenbar sehr zu Herzen genommen, denn die Kämpfe in Guardians sind noch offener und noch weniger linear als bisher. Es lässt sich problemlos genauso spielen, wie man Halo 5 bisher gespielt hat. Genau so haben wir es in unserem ersten Durchgang gemacht. Wer sich aber mehr Zeit nimmt, entdeckt überall zusätzliche Fahrzeuge oder Flankierungsmöglichkeiten. Wände können zerstört werden, damit man seine Gegner in die Zange nehmen kann oder erhöhte Positionen geben einem die Möglichkeit die feindlichen Linien mit Fernkampfwaffen zu zerstören. Jedes Level und so gut wie jeder Kampf bietet mehr Möglichkeiten als man auf den ersten Blick sehen kann, was die Kämpfe viel interessanter und taktischer macht als bisher.

Was für Einzelspieler bestimmt interessant ist, ist dass man zu jederzeit mit drei weiteren Figuren unterwegs ist. Mit dem Steuerkreuz kann man diesen einfache Befehle geben. Steht man einem starken Gegner wie einem Jäger gegenüber, kann man veranlassen, dass das ganze Squad sein Feuer auf diesen konzentriert. Auf Befehl hin übernehmen sie auch stationäre Geschütze oder flankieren die Gegner. Gibt man ihnen keine Befehle sind sie eine gern gesehene Unterstützung in Gefechten. Wer ihnen jedoch immer wieder neue Aufgaben erteilt, wird merken, dass sie einen echten Unterschied machen können. Zudem ist durch den Squad Aspekt ein Tod nicht das Ende des Spiels. Zuerst geht man noch zu Boden, wo man von seinem Team, von der KI gesteuert oder nicht, wieder zurück ins Gefecht geholt werden kann. Vorbei sind die Zeiten in denen man im kooperativen Spiel einfach ein wenig weiter hinten warten konnte, bis der Kamerad wieder einsteigen konnte. Es fördert gleichzeitig das taktische Vorgehen und macht das Spiel einfacher und unterhaltsamer für Solospieler.

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Inspiriert von Feuergefechten

Der Online-Mehrspielermodus ist aufgeteilt in zwei verschiedene Bereiche: Arena und Kriegsgebiet.

Arena ist dabei die klassisches Halo Variante. In ihr treten in der Regel zwei Teams aus je vier Spielern gegeneinander an. Die Spielmodi orientieren sich dabei auch an der Vergangenheit der Serie. Im Showdown geht es einfach nur darum wer zuerst 50 Kills erreicht, im Kampf um die Flagge muss die feindliche Flagge erobert werden und in SWAT sind der Radar und die Schilde deaktiviert und das Ziel ist es, mit Präzisionswaffen Kopfschüsse zu machen. Neue Fähigkeiten wie der Sprint, der Schulterstoss oder der Ground Pound haben dabei kaum Einfluss auf das altbekannte Gefühl das sich in diesem Modus einstellt. Im Kern ist es immer noch Halo. Trotz der neuen Funktionen zum Zielen oder dem Sprint, ist es nicht einfach nur ein Call of Duty Klon. Wer ständig umhersprintet, die ganze Zeit nachlädt oder immer nur über Kimme & Korn zielt, der wird wenig Erfolg haben. Es erweitert die Möglichkeiten die man hat, ohne dabei das was Halo ausgemacht hat zu beeinflussen.

Deutlich ausgefallener geht es im Kriegsgebiet zu. Hier duellieren sich bis 32 Spieler in zwei Teams. Die Maps sind grösser, Fahrzeuge können benutzt werden und sogar von der KI gesteuerte Einheiten können sich in die Kämpfe einmischen. Es gibt auch hier verschiedene Modi. Teilweise muss ein Team einfach Positionen auf der Map verteidigen, während das andere Team versucht diese einzunehmen. Das macht extrem viel Spaß, da es konstant Action bietet und einem keine Verschnaufpause lässt.

Noch spannender wird es aber, wenn eine dritte, nicht von den Spielern gesteuerte Partei, ins Geschehen einsteigt. Noch immer können gewisse Punkte auf der Karte eingenommen werden, was auch durchaus seine Vorteile hat. Erledigt man gegnerische Spartaner, gibt das aber kaum Punkte um das Spiel zu gewinnen. Statt dessen müssen Bosse die periodisch auf der Karte erscheinen, erledigt werden um viele Punkte zu machen. Wer dabei an MOBAs erinnert wird, liegt damit sicher nicht falsch.

Ein weiteres Element im Kriegsgebiet sind die so genannten Requirierungen. Jeder Spieler startet das Spiel mit einem Sturmgewehr und einer Pistole. Im Laufe des Spiels, wenn Ziele erfüllt und Gegner erledigt werden, erhöht sich das eigene Requirierungslevel. Dadurch kann die permanente Startbewaffnung verändert werden. Je länger sich das Spiel hinzieht, desto stärker werden die Startwaffen. Statt Sturmgewehr rüstet man die MP aus, statt der Pistole ein DMR. Diese Waffen kosten auch keine Requirierungspunkte. Diese können aber für noch stärkere Waffen, Fahrzeuge oder andere Boni wie Überschilde ausgegeben werden.

Das bedeutet das jedes Match im Spielverlauf immer weiter und weiter eskaliert. Anfangs beschränken sich die Kämpfe noch auf die simplen Startwaffen. Dauert ein Kampf jedoch an, dann laufen Spartaner mit Bazookas und Scharfschützengewehren herum, während um sie ein Kampf zwischen Banshees, Warthogs und Wraiths tobt. Es ist anfangs ein ziemlich kompliziertes System, was für diese Art von Spiel überraschend ist. Es ist komplex und erfordert Eingewöhnungszeit. Es macht jedoch jedes Match sehr speziell. Kein Spiel ist gleich wie das vorherige, jede Seite antwortet auf die Aggression des Gegners auf eine ganz eigene Weise.

Damit diese Waffen und Fahrzeuge jedoch genutzt werden können, müssen Requirierungen gekauft werden. Egal ob man in der Arena oder im Kriegsgebiet spielt, man verdient dabei die namensgebende Währung RP. Mit ihr können im Ingame Shop Packs gekauft werden, die die Requirierungen enthalten, die man im Kriegsgebiet braucht. Dazu gehören normale Waffen und Fahrzeuge aber auch seltenere Gegenstände, die weitere Vorteile bieten. Zudem können diese Packs Embleme und Rüstungsteile enthalten, um den eigenen Charakter zu personalisieren. Wer einfach drauf los spielt, hat in der Regel genug Geld um sich regelmäßig neue Packs zu kaufen, damit man nie auf dem Trockenen sitzen muss. Zudem erhält man für das Erfüllen von bestimmten Zielen oder dem Aufleveln des Charakterlevels auch immer Packs. In meiner Erfahrung hatte und habe ich mehr als genug normale Ausrüstung, um für ein Dutzend Partien Kriegsgebiet gut gerüstet zu sein. Wer jetzt aber unbedingt eine bestimmte Rüstung will, der könnte lange darauf warten, bis er sie in einem Pack erhält. Das System macht Spieler die mehr Zeit investieren zwar nicht besser, sie haben aber schlussendlich mehr Möglichkeiten als solche die weniger Zeit haben. Und wenn der Zufall nicht auf der eigenen Seite ist, dann kann es auch gerne mal für Frustration sorgen.

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Krach, Boom, Peng!

Grafisch hat 343 Industries eine fantastische Arbeit abgeliefert. Das Spiel läuft butterweich ohne Einbrüche der Framerate und sieht dabei auch sehr gut aus. Die Szenarien sind abwechslungsreich, oft in den verschiedensten Farben gehalten und beweisen ein großes Mass an Details. Es ist nur ein kleiner Touch, aber jedes Mal wenn man mit dem Scorpion schießt und er nachlädt, wird eine leere Hülse ausgeworfen. Und jedes Mal haben wir auch jetzt noch Freude daran.

Sehr beeindruckend sind auch die Zwischensequenzen, welche die Story voran treiben. Es ist eine wahre Freude wenn diese über den Bildschirm laufen und das Intro wird wohl vielen für eine lange Zeit in Erinnerung bleiben, so gut ist es.

Fast noch besser ist aber der Sound. Die deutsche Sprachausgabe ist exzellent und lässt keine Wünsche offen. Der Soundtrack, eine Mischung aus älteren Melodien und Stücken aus Halo 4, ist einer der Besten der Serie.

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Unser Fazit

90 %

Halo 5: Guardians bietet wohl allen alten und neuen Fans genau das was sie wohlen. Genial orchestrierte Action in abwechslungsreichen und offenen Levels, gegen unberechenbare Gegner mit einem vielseitig einsetzbaren Arsenal an Waffen und Fahrzeugen. Die Story an sich macht Spaß, wobei sie leider trotzdem besonders hartgesottenen Fans mehr bieten wird als den Leuten, die einfach nur die Spiele zocken. Was wir bisher vom Mehrspielermodus gespielt haben, ist vielversprechend. In der Arena wird das geboten, was die Serie bisher geboten hat, nur mit noch mehr Möglichkeiten. Im Kriegsgebiet bietet die immer weiter eskalierende Action noch viel mehr. Wie gut das alles aber spielbar ist, wird sich erst in den kommenden Wochen noch zeigen.

Pro

  • + Spannende Geschichte
  • + Abwechslungsreiche Kampagne
  • + Offener Levelaufbau
  • + Cleveres Design in vielen Bereichen
  • + Modern und gleichzeitig altbewährt
  • + Schneller Spielspaß in der Arena
  • + Immer weiter eskalierende Action im Kriegsgebiet
  • + Durchwegs starke Technik

Kontra

  • - Story eher für eingefleischte Fans
  • - Nicht alle Neuerungen gleich praktikabel
  • - REQ Packs bieten nur zufällige Belohnungen
  • - Kriegsgebiet braucht einiges an Eingewöhnung

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
92 %
Steuerung
 
88 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
89 %

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