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Halo Wars 2 – Test / Review

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Veröffentlicht 16. März 2017 | 16:12 Uhr von Fabrice

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“Echtzeitstrategie mit Controller geht einfach nicht!”

Es ist ein Vorurteil, welches durchaus eine Grundlage hat. Wenn man bedenkt wieviele Ableger aus dem RTS Genre es auf die Konsolen schaffen, wird das Vorurteil weiter bestätigt.

Eine der wenigen Ausnahmen erschien auf der Xbox 360 in Form von Halo Wars. Die im Halo-Universum angesiedelte Echtzeitstrategie war konsolenexklusiv und konnte nur mit dem Controller gespielt werden. Aus genau diesem Grund hat es auch überraschend gut funktioniert. Halo Wars 2 hat mit Creative Assembly einen neuen Entwickler und erschien neben der Xbox One auch auf dem PC. Wir haben uns ans Xbox One Pad gesetzt, um genau heraus zu finden ob Strategie auf der Konsole funktionieren kann.

Am Ende des Erstlings wurde die ganze Crew der UNSC Spirit of Fire in den Kryoschlaf versetzt. Für Jahre trieb das Schiff ohne Slipspace Antrieb durch die Weiten des Alls. Nur die künstliche Intelligenz blieb auf ihrer Wache, bereit die Crew zu wecken, sollte es nötig sein. Diese Situation tritt ein, als das Schiff in die Nähe der Arche, wo die Halo Ringe erschaffen wurden, kommt. Die KI der Spirit of Fire empfängt ein menschliches Notsignal und versetzt alle in Alarmbereitschaft. Captain Cutter schickt einen Trupp seiner Leute, inkl. einem Spartan-Team, auf die Arche. Dort lernen die menschlichen Truppen das der Krieg gegen die Allianz vorbei ist und die UNSC Forschungstruppen auf der Arche stationiert hat. Er lernt jedoch mehr als nur diese gute Nachricht. Die Menschen auf der Arche wurde von einem Brute und seiner Armee komplett überrannt. Der Brute mit dem Namen Atriox hatte sich schon während des Krieges von der Allianz abgespalten und einen Aufstand angezettelt. Atriox ist brutal, strategisch gewieft und verfolgt auf der Arche einen ganz bestimmten Plan. Wie dieser aussieht wissen die UNSC Truppen zwar nicht, es ist klar das er mit allen Mitteln gestoppt werden muss.

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Dank der fantastischen CGI-Zwischensequenzen der Blur Studios (welche u.A. schon für die Cutscenes in Halo Wars verantwortlich waren) wir die Geschichte visuell fantastisch erzählt. Viele Dialoge, in und außerhalb von Missionen, sowie optional auffindbare Hintergrundinfos bringe noch mehr Leben in die Story. Mit vielen glaubwürdigen Figuren und einer liebevoll gestalteten Spielwelt, kann die Geschichte für viel Motivation in der Kampagne sorgen. Leider wirkt Halo Wars 2 im Bezug auf die ganze Halo Sage hauptsächlich belanglos. Es reiht sich in eine lange Reihe von Comics oder Büchern ein, die zwar sehr unterhaltsam sein können aber bedeutungslos sind. Atriox wird als großer Bösewicht präsentiert, der sich schon seit langer Zeit mit der Allianz ein Kräftemesse liefert. Vor Halo Wars 2 schien er nicht zu existieren. Es ist ein kleiner Mikrokosmos im Halo Gewand, statt einem Teil des großen Ganzen.

Spielerisch wird das Rad gegenüber dem Vorgänger nicht neu erfunden. Basen können nicht frei platziert werden. Sie haben an festgelegten Orten ihre Plätze und jede weitere Infrastruktur wird in der Form eines Moduls am Hauptgebäude angebracht. Diese Plätze sind limitiert, weshalb der Basenbau gut durchdacht werden muss

Für jeden Bau werden zwei Ressourcen gebraucht, Geld und Energie. Der Grossteil davon wird von eigenen Gebäuden produziert. Die meisten Level haben jedoch zusätzliche Ressourcen auf der Karte verteilt, welche für den Spielverlauf entscheidend sein können. Die meisten Gebäude einer Basis dienen zur Produktion von Infanterie-, Boden- und Lufteinheiten. Die Kämpfe folgen einem einfachen Schere-Stein-Papier-Schema. Infanterie schläft Lufteinheiten. Lufteinheiten schlagen Fahrzeuge. Fahrzeuge schlagen Infanterie. Es gibt einige Einheiten auf beiden Seiten, die nicht dieser Regel folgen. Ein Beispiel sind die Jäger der Allianz die als Infanterie gelten, jedoch besonders gegen Fahrzeuge effektiv sind.

Der Basenbau und die Zusammenstellung der Armeen zeichnen schon ein deutliches Bild was die Echtzeitstrategie angeht. Wie schon beim Vorgänger wird bei Halo Wars 2 ein vereinfachtes Echtzeitstrategieerlebnis geboten. Jede Einheit greift automatisch die Gegner an, gegen die sie besonders stark ist. Einen Befehl an einen Ort zu gehen und anzugreifen falls ein Gegner auftaucht gibt es nicht. Es passiert automatisch. Wahlweise kann einer Armee oder selbst erstellten Gruppen auch ein konkreter Feuerbefehl gegeben werden, um einen Gegner zu fokussieren. Wer Strategiespiele vom PC gewohnt ist, wo das Mikromanagement einzelner Einheiten sehr wichtig ist, wird hier wohl eher enttäuscht. Alles läuft einer vereinfachten Ebene ab. Oft läuft eine Schlacht darauf hinaus, eine große, gut durchmischte Armee zusammenzustellen und dem Spiel selbst den Großteil des Gefechts selber ausführen zu lassen. Das Spiel macht einen guten Job die richtigen Ziele und die richtigen Gegner auszuwählen.

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Noch mehr überzeugen kann die Menge des Inhalts, welche gigantisch wirkt. Einerseits gibt es die bereits erwähnte Kampagne, welche im Einzelspieler- wie im Koop-Modus gespielt werden kann. Wer sich an die höchste Schwierigkeit wagt und alle Nebenziele erledigen will, wird locker mehr als zehn Stunden damit beschäftigt sein. Dazu gibt es natürlich die Möglichkeit gegen andere Spieler oder die KI Matches auszutragen. Zur Auswahl stehen pro Seite mehrere Anführer, alle mit ihren eigenen Fähigkeiten und Spezialeinheiten. Diese Modi sind wie zu erwarten gut, unterhaltsam und mit einer anständigen Anzahl an ausbalancierten Karten ausgestattet.

Das Sahnestück ist der Blitz Modus. Dieser kombiniert das Gameplay mit einem Kartenspiel. In Blitz gibt es keine Basen und keine normalen Ressourcen. Statt dessen stellt man sich ein Deck aus den unterschiedlichsten Einheiten und Fähigkeiten in Kartenform zusammen. In jedem Level gibt es drei Kontrollpunkt, die man mit seinen Einheiten kontrollieren muss. Wer zwei oder mehr hält, bekommt Punkte auf sein Konto. Jede Karte hat bestimmte Kosten, welche mit einer Währung bezahlt werden, die man automatisch erhält. Stärkere Einheiten kosten mehr als einfache Units. Deshalb muss ein Deck aus Karten mit einer guten Stärkemischung zusammengestellt werden. Die Art von Gameplay die in Blitz verlangt wird, passt perfekt zum Spiel. Es ist schnell, es erfordert eine schnelle Auffassungsgabe und kann taktisch sehr anspruchsvoll sein.

Problematisch sind dabei leider die vorhandenen Mikrotransaktionen. Neue Karten für seine Decks erhält man durch Packs die man öffnen muss. Einerseits ist das Spiel sehr großzügig einen mit neuen Karten zu versorgen. Missionen abzuschließen, im Level aufzusteigen und einfach nur zu spielen, versorgt einen mit einem stetigen Vorrat an Karten. Je mehr Kopien einer einzelnen Karte man besitzt, desto stärker wird die entsprechende Einheit. Kartenpacks können leider auch mit echtem Geld gekauft werden. Das ist problematisch, denn wer Geld investiert, kann bessere Einheiten einsetzten. Den Grundstock von jeder Einheit hat ein normaler Spieler schnell zusammen. Diese fortlaufend zu verbessern, erfordert viel Zeit oder eben Cash. Besonders für neue Spieler, welche kein Geld investieren wollen, könnte das schnell frustrierend und abschreckend werden.

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Unser Fazit

74 %

Es gibt eine tolle und spannende Kampagne. Der Mehrspielermodus funktioniert gut und kann unterhalten. Blitz ist ein fantastisches Konzept, welches zum grössten Teil auch jede Menge Spaß macht. Die Steuerung ist für ein RTS auf einer Konsole, dass mit einem Controller gespielt wird, sehr überzeugend. Trotzdem gibt es viele kleinere und grössere Probleme, die man einfach nicht ignorieren kann. Die Geschichte ist bedeutungslos. Mikrotransaktionen die einen effektiven Vorteil bringen können, sind und bleiben Bullshit. Hardcorestrategen wird das ganze einfach zu simpel sein. Halo Wars 2 wurde für ein ganz bestimmtes Publikum konzipiert, welche auch überglücklich sein werden. Für alle anderen, gibt es jedoch durchaus bessere Alternativen.

Pro

  • + Sehr gute Controllersteuerung
  • + Perfekter Einstieg in das Genre
  • + Fantastischer Blitz-Modus
  • + Halo-Flair perfekt getroffen
  • + Sehr viel, spannender Inhalt

Kontra

  • - Bedeungslose Geschichte
  • - Miktrotransaktionen völlig Fehl am Platz
  • - Strategisch ist alles sehr simpel gehalten
  • - Mikromanagement nicht allzu wichtig

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
74 %
Steuerung
 
84 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
79 %
Spielspaß
 
69 %

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