Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 - Der Test - insidegames

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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 – Der Test

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Veröffentlicht 4. August 2011 | 22:10 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 27. April 2015

Harry Potter Heiligtümer 2 Titel

In diesem Sommer geht die Ära vom Zauberer Harry Potter nach vielen Jahren auf ihr Ende zu. Nachdem das letzte Buch bereits seit mehreren Jahren erhältlich ist und Fans schon lange wissen wie die Geschichte von Harry, Ron und Hermine zu Ende geht, findet jetzt auch die Film-Reihe ihr eigenes Ende. Als Zuschauer konnte man mitverfolgen wie Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma Watson zu erwachsenen Stars wurden.

Das bedeutet das die Besitzer der Lizenz noch eine letzte Möglichkeit haben um Kapital aus dem Rummel um den Film zu schlagen. Alle Konsolen werden mit Lizenzspielen beehrt doch die Vergangenheit hat bewiesen das den Videospielen zu Harry Potter kein magischer Erfolg beschert ist. Hat die Zeit seit dem Vorgänger gereicht um die Qualität deutlich zu verbessern oder hat der Fliegende Besen einen letzten Fehlstart?

Die letzte Schlacht

Der zweite Teil von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes fängt logischerweise da an wo der erste Teil aufgehört hat. Harry, Ron und Hermine sind noch immer auf der Suche nach den verbliebenen Horkruxen um den bösen Lord Voldemort endgültig in seine Schranken zu verweisen. Dabei steht ein Besuch in Gringotts auf dem Plan, Hogsmeade muss durchquert werden um dann den Platz der entscheidenden Schlacht zu erreichen: Hogwarts! Dabei trifft das magische Trio auf viele bekannte Figuren der Harry Potter Saga. Ob das nun die weise Professor McGonnagal oder die zwielichtige Beatrix LeStrange ist, schlussendlich trifft man fast auf das ganze Ensemble von Harry Potter.

Das Spiel hat gerade im Bereich der Geschichte extreme Mängel. Wer weder Buch noch Film kennt, wird den Ausgang der Geschichte nur durch das Spiel kaum nachvollziehen können. Die Schauplätze wechseln zu schnell, viele wichtige Teile der Geschichte werden sowieso ausgelassen und nach Details dürfen Fans erst recht nicht suchen. Viel verschenktes Potential, wäre die Geschichte doch eigentlich interessant und einnehmend.

Möchtegern Gears of War

Dieser Übertitel mag vielleicht ein wenig reisserisch klingen. Ein Spiel rund um den Zauberer Harry Potter mit der Kettensägen-Schlachterei von Gears of War vergleichen? Der Vergleich liegt jedoch nahe, versuchte man aus Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 doch einen Deckungs-Shooter im Stile des Epic Games 3rd-Person Shooters zu machen. Auf Tastendruck schmiegt sich die Spielfigur an mögliche Deckungsmöglichkeiten und die Gegner von dort gezielt oder ungezielt über den Haufen zu zaubern. Dazu schaltet man im Spielverlauf unterschiedliche Zauber frei die alle ihren eigenen Zweck erfüllen. Zaubert man sich anfangs noch mit dem schwachen Stupor durch die feindlichen Zauberer und Todesser, hat man bald Zugriff auf Sprüch wie den Schnellfeuer-Zauber Expulso, den Lähmungszauber Petrificus Totalus oder den Flächenschadenzauber Confringo. Um die Zauber auszuwählen muss man die verschiedenen Buttons des Controllers entweder einmal oder zweimal drücken. In den exzessiven Gefechten, vor Allem auf höheren Schwierigkeitsstufen, kann das zu ziemlicher Verwirrung führen bis man endlich den richtigen Zauber erwischt. Und besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden zeigen sich auch massive Schwäche im Deckungssystem. So gibt es viele Objekte hinter denen die Spielfigur gar nicht in Deckung gehen kann. Im Gegensatz dazu bringt die Deckung den Gegner meist gar nichts. In der Regel sind immernoch ihre Köpfe oder andere Körperteile deutlich zu sehen wodurch man sie auch hinter der Deckung locker erledigen kann.

Doch die eben genannten Probleme sind nicht die einzigen Mängel die sich in den Kämpfen zeigen. Die Gegner verhalten sich nicht intelligent und wiederholen immer und immer wieder die gleichen Angriffsmuster. Bei diesem Spiel zählt anscheinend Quantität und nicht Qualität. Stolpert man nämlich in eine der ausufernden Kampfsituationen, erscheinen in der Regel mehrere Dutzend Gegner hintereinander. Während der ganzen Zeit hockt man selbst hinter der selben Deckung und rotzt einfach alles weg was auf einen zustürmt. Das mag für die ersten Levels noch einigermassen unterhaltend sein, leider wird es jedoch sehr schnell langweilig. Das Leveldesign trägt zudem stark zu der allgemeinen Langeweile hinzu. Betritt man ein neues Gebiet ist schnell ersichtlich ob man es mit Gegnern zu tun bekommt oder nicht. Befinden sich, ganz zufälligerweise natürlich, mehrere offensichtliche Deckungsmöglichkeiten in einem ansonsten offenen Bereich kann man sicher sein das einige Gegner vor oder hinter einem erscheinen werden.  Eine nette Idee ist die Tatsache das man unterschiedliche Spielfiguren spielt. So übernimmt man nicht nur die Rolle von Harry, sondern auch von Neville, Ginny oder anderen bekannten Figuren. In der Regel bringt ein solcher Figurenwechsel auch einen neuen Zauberspruch mit sich. Völlig unlogisch und lahm ist die Tatsache das im Anschluss jede Spielfigur diesen neuen Zauberspruch genauso kann. Dadurch spielt sich jede Figur exakt genau gleich, einzig das Aussehen unterscheidet sich.

Und obwohl die Spielzeit mit 4-6 Stunden relativ gering ist, fühlt es sich dennoch an als würde das Spiel viel zu sehr in die Länge gezogen. Im Vorgänger gab es zur Abwechslung einige Schleichmissionen die man aus der Ego-Perspektive spielte. Diese waren ein echter Graus und glücklicherweise wurde diese Abschnitte auch komplett entfernt. Statt dessen gibt es Rail-Shooter artige Passagen in denen man auf der Flucht vor einem Feuer, Voldemort oder einem sonstigen Übel ist. Doch auch in diesen Passagen kommt kaum Spass auf.  Um doch ein wenig Abwechslung in das Spiel zu bringen haben sich die Entwickler dazu entschieden einen Herausforderungs-Modus zu integrieren. In bestimmten Levels gilt es eine möglichst niedrige Zeit zu erreichen die auch online in den Bestenlisten eingetragen wird. Wer genau zielt oder viele unterschiedliche Zauber braucht, dem wird konsequenterweise am Ende des Levels auch Zeit vom Konto abgezogen. Unverständlicherweise spielt man in diesem Modus noch einmal die genau gleichen Level wie in der Kampagne. Es sind nicht nur die gleichen Umgebungen, selbst jegliche Dialoge und Zwischensequenzen wurden einfach kopiert. Somit sind die Herausforderung genauso öde wie die eigentliche Geschichte selbst.

Der kleine Bruder der Filmvorlage

Technisch ist das neueste Harry Potter Spiel eigentlich gar nicht schlecht ausgefallen. Man erkennt alle Schauspieler aus den Filmen problemlos, auch wenn manche im Gegensatz zu den Filmen noch 3-4 Jahre jünger erscheinen als sie eigentlich sein sollten, was aber nicht allzu störend auffällt. Auch sonst ist die besonders die Grafik ganz ordentlich ausgefallen. Es ist schön durch die verwüsteten Hallen von Hogwarts zu jagen, durch die Verliese von Gringotts zu pirschen oder den Verwunschenen Wald zu betreten. Auch die Effekte der Zauber können sich sehen lassen, auch wenn sie jetzt nicht bahnbrechend ausgefallen sind. Für ein Lizenzspiel ist das Ergebnis jedoch ganz ordentlich. Ebenso kann die musikalische Untermalung überzeugen, setzt sie doch auf die Originalstücke aus dem Film. Leider ist die deutsche Sprachausgabe nicht durchs Band genauso gut gelungen. Zwar konnten einige der originalen, deutschen Sprecher verpflichtet werden, einige der wichtigen Personen wurden jedoch nur von ähnlich klingenden Sprechern vertont wodurch doch einiges an Film-Flair verloren geht.

Unser Fazit

50 %

Obwohl sich seit dem Vorgänger spielerisch einiges getan hat, kann Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 kaum überzeugen. Das Gameplay unterhält maximal für 1-2 Stunden, das Spiel fühlt sich jedoch trotz einer kurzen Spielzeit viel zu lang an. Das liegt vor Allem an den viel zu extremen Kämpfen gegen unglaublich viele Zauberer und Todesser die sich jedoch alle verhalten wie ein Stück Brot das zu lange in der Sonne gelegen hat. Dazu kommt ein Herausforderungsmodus der eigentlich einfach erneut die Kampagne ist und eine kaum nachvollziehbare Hintergrundgeschichte. Immerhin macht das Spiel technisch einen soliden Eindruck und gerade grafisch ist es schon fast eine Überraschung, denn die Optik macht für ein Lizenzspiel das sonst höchstens durchschnittlich ist einiges her.

Pro

  • Gute Grafik
  • Original Filmmusik
  • Zum Teil die Original-Synchronsprecher
  • Prinzipiell kein allzu mieses Shooting-Gameplay

Kontra

  • Wirkt in die Länge gezogen trotz kurzer Spielzeit
  • Repetitives Gameplay
  • Dämlicher Herausforderungs-Modus
  • Kaum nachvollziehbare Geschichte
  • Fehlende Gegner-Ki
  • Masse statt Klasse

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
40 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
50 %

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Kommentare

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