Hitman: Absolution - Test / Review - insidegames

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Hitman: Absolution – Test / Review

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Veröffentlicht 29. November 2012 | 9:07 Uhr von Philipp Fanchini

Hitman Absolution_IO Interactive_Square Enix_Agent 47_Screen

Seit kurzem haben wir endlich wieder die Möglichkeit, in die Haut des Auftragskillers zu schlüpfen, der wohl als Erster in der Videogame-Geschichte Berühmtheit erlangt hat. Nein, die Rede ist nicht von Ezio und nicht von Altair. Schon Jahre bevor Letzterer im Heiligen Land Templer dahin meuchelte, brachte „Agent 47“ seine Zielpersonen auf vielfältige und originelle Weise um die Ecke. Über sechs Jahre nach seinem letzten Abenteuer „Hitman: Blood Money“ kehrt der kultige Glatzkopf wieder zurück. Einen Anzug zu tragen, ist in diesem Fall also Pflicht (Barney Stinson sieht das übrigens auch so). Die blutrote Krawatte bindet man für das anstehende Abenteuer vorzugsweise mit einem doppelten Windsor: Der hält einfach am besten, wenn man ein strampelndes Opfer mit der Klaviersaite erdrosselt.

Hitman: Absolution-01

Das Intro ist zwar visuell äusserst gelungen, bietet für diejenigen, die sich zum ersten Mal in den schwarzen Killer-Anzug zwängen aber reichlich wenig Hintergrund-Infos. Die Vergangenheit von „Agent 47“ wird nicht wieder aufgerollt. Man weiss nur: Der erste Auftrag besteht darin, gerade die Person zu eliminieren, die bis anhin den Hitman mit Missionen betraut hat. Dieser Auftrag ist dann auch das Tutorial, welches auch Neulinge auf gekonnte Weise mit der Steuerung des Auftragskillers vertraut macht. Die Buttonbelegung ist sinnvoll und „Agent 47“ reagiert präzise auf eure Kommandos – gerade wenn der eigentliche Sinn eines Spiels darin besteht, unentdeckt zu bleiben und mit Vorsicht zu agieren, ist eine genaue Steuerung eine grundlegende Voraussetzung für ein spassiges Abenteuer. Nach der ersten Mission, in welcher Agent 47 seine Zielperson ohne Zögern niederstreckt, wird der Killer allerdings zum Beschützer: Die eben Dahingeschiedene äussert als letzten Wunsch nämlich, dass sich 47 um Victoria, scheinbar ein normales kleines Mädchen, kümmern soll. Damit beginnt das neueste Abenteuer des Glatzkopfs. Die Handlung ist übrigens spannend und verknüpft die 20 Missionen auf gekonnte Weise. Vielmehr sei an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel: Ihr begegnet einer Vielzahl von schrägen und kranken Charakteren. Ob alternder Waffenproduzent mit Cowboyhut oder Killer-Nonnen im Fetisch Outfit – alles ist dabei und erinnert teils an Quentin Tarantino… und das ist ja auch nicht gerade schlecht.

Kreatives Töten – lineares Flüchten

Die Missionen gliedern sich in zwei Kategorien: Zum einen die üblichen Auftragsmorde, zum anderen durch Fluchtmissionen, die meist nach dem Erledigen von Morden auf dem Plan stehen. Letztere sind sehr linear inszeniert und bestehen vor allem aus dem Ziel, Agent 47 in Sicherheit zu bringen. So schleicht man sich an unzähligen Polizisten oder üblen Schergen vorbei – oder ballert Selbige einfach über den Haufen. Am Ende einer jeden Mission wird euer Vorgehen bewertet und es ist wohl nicht nötig zu sagen, dass es für eine hohe Bewertung von Vorteil ist, möglichst unentdeckt seine Zielpersonen um die Ecke zu bringen. Ballern kann man zwar auch, dafür gibt’s aber weitaus bessere Titel. Für Hitman braucht man keinen reaktionsschnellen Zeigefinger, sondern ein gut funktionierendes Oberstübchen. Eine spielerische Neuerung gibt es im Gegensatz zu den Vorgängern: Der Instinkt-Modus erlaubt es euch, per Knopfdruck die Zeit zu verlangsamen. Ausserdem werden euch die Gegner so auch durch Wände und Hindernisse hindurch angezeigt. Zusätzlich könnt ihr in diesem Modus mehrere Gegner mit einer Knarre markieren und dann auf einen Schlag etliche üble Schläger auf einmal niederstrecken. Wem dies jetzt zu viel des Guten ist, der kann diesen Modus ausschalten und auf einen höheren Schwierigkeitsgrad wechseln. Aber Vorsicht, das wird dann relativ schnell knüppelhart. Auf der Stufe Purist beispielsweise, sind die Gegner nicht nur aufmerksamer, sondern auch in höherer Zahl vertreten. Ausserdem steckt 47 nur wenige Treffer ein… ach und übrigens: Ein Interface gibt’s dann auch keines! Also weder Minimap, noch eine Anzeige, welche Waffe ihr gerade gezückt habt. Wirklich was für Profikiller.

Weg mit der Zielperson – aber wie?

Nun aber zum Herzstück des Titels, den Auftragsmorden. Hier habt ihr scheinbar unbegrenzte Handlungsfreiheit. Nur ein Beispiel sei erwähnt, um von der Story nicht zu viel zu erzählen. Also: Spoiler-Alert! In einer Mission müsst ihr den Betreiber einer Nachtclubs über den Jordan blasen. Dies ist auf vielerlei Arten möglich, erwähnt seien hier drei: Ihr lauft in den Club, geht an die Bar, hinter welcher sich Dom (Der Nachtclub-Besitzer) gerade mit einem Security-Angestellten unterhält, und jagt ihm eine Kugel in den Kopf. Die Folgen sind Tumult und Panik im ganzen Club. Ausserdem müsst ihr dann so ziemlich jeden Security umnieten. Also alles andere als subtil. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, zu warten, bis sich Dom einen privaten Lapdance geben lässt. Ihr spaziert einfach zum entsprechenden Teil des Clubs und bringt dann Dom und seine Gespielen um. Die dritte und weitaus eleganteste Methode ist aber diese: Ihr wartet bis Dom unter einer maroden Discokugel abfeiert und beschleunigt diese vom Nebenraum aus. Das alte Teil kracht dann mit Getöse herunter und Dom segnet durch einen „Unfall“ das Zeitliche. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn gerade das Entdecken neuer Mord-Möglichkeiten macht den Reiz von Hitman: Absolution aus.

Die Essenz der Hitman-Reihe

Mit dem neuesten Ableger der Hitman-Serie, hat man es geschafft, die Essenz der Hitman-Abenteuer in ein technisch modernes Gewand zu verpacken. Schon nach kurzer Zeit stellt es sich wieder ein: Das Gefühl, noch nicht alles entdeckt zu haben. Wie fast kein anderes Spiel schafft es Hitman, dass man sich wieder und wieder das selbe Level antut, nur um am Ende eine noch bessere Wertung zu erlangen. Der Wiederspielwert ist in dieser Hinsicht konkurrenzlos. Auch zum technischen „Anzug“ von Hitman kann man fast nur Positives berichten: Die neue Glacier 2 Engine liefert faszinierende Bilder und man taucht vom ersten Moment an in die düstere Welt von Agent 47 ein. Vor allem wenn es darum geht, sich durch Massen von Passanten zu drängen, wie auf einem übervollen Bahnsteig oder einem chinesischen Markt, klappt einem fast die Kinnlade runter: Unzählige, detaillierte NPC’s drängen sich dicht aneinander. Dies alles ohne Ruckler, Tearing oder Einbrüche der Framerate – beeindruckend! Einzig die Lichteffekte sind teils etwas zu viel des Guten und mit den Lensflare-Effekten hätte man auch etwas sparsamer umgehen können. Dies ist aber Kritik auf hohem Niveau. Besser geht’s wohl kaum mehr – zumindest nicht auf der jetzigen Konsolengeneration. Auch in Sachen Musik und Soundeffekte überzeugt Hitman: Absolution. Die Musik ist passend bedrohlich und die ganzen Würge-, Stich und Schuss-Sounds kommen authentisch rüber.

Langzeitspass garantiert

Hat man sich durch den Storymode gekämpft, kann man sich im neuen Contract-Mode austoben. Hier erschafft ihr eigene Missionen. Ihr wählt einen Level, eure Bewaffnung und euer Outfit (beides in unzähligen Variationen freischaltbar) und spielt. Das Grundprinzip des Contract-Mode besteht darin, dass ihr einen Level absolviert und eure Spielweise erschafft dann eine Mission, die ihr online automatisch anderen zur Verfügung stellt. Während des Spiels könnt ihr auswählen, welche im Level vorhandenen Personen als Ziel definiert werden sollen. Mittlerweile sind bereits über 50’000 solcher Missionen von Gamern erschaffen worden. Für das Meistern solcher Missionen bekommt ihr Zaster, den ihr für neue Waffen und Outfits wieder ausgebt.

Unser Fazit

91 %

Agent 47 ist zurück! Das Genre der Stealth-Games hat sich zwar seit seinem ersten Auftritt zu einer festen Grösse gemausert, die Atmosphäre der Welt von Hitman ist aber noch immer konkurrenzlos. Auch der neueste Ableger begeistert mit dem altbekannten Spielprinzip und es gibt wohl kaum eine andere Spiele-Reihe, bei welcher das Wiederholen von bereits absolvierten Leveln ein derart spassiges Unterfangen ist. Erweitert wird dies mit dem gelungenen Contract-Mode. Beim neuesten Abenteuer des Hitman kommt auch noch eine umwerfende visuelle Umsetzung hinzu, die mit passenden Sounds garniert wird. Die Wandlung vom Auftragskiller zum Beschützer nimmt man dem Agenten zwar nicht so leicht ab, der weitere Verlauf der Story ist aber so packend, dass man diese anfängliche Schwachstelle gerne vergisst. Wer also Bock drauf hat, wieder einmal sein Hirn einzuschalten, ist mit Hitman: Absolution an der richtigen Adresse.

Pro

  • + Agent 47 ist zurück
  • + Überwältigende Grafik
  • + Düstere Welt
  • + Richtig fiese Charaktere
  • + Contract-Mode

Kontra

  • - Zu starke Lichteffekte

Unsere Bewertung

Grafik
 
92 %
Sound
 
89 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
95 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
93 %

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Kommentare

  • donjeva sagt:

    Geiler bericht ich freu mich schon wenn ich meinen meinen auf unserer seite veröffentlichen kann

  • Quinshin sagt:

    Als absoluter Stealth Fan werde ich mir das Spiel auf jeden Fall zu Weihnachten holen ;)

  • Soulwounds sagt:

    Da weiß ich schon mal ganz genau was unter meinem Weihnachtsbaum dieses Jahr liegen soll :D

  • Alkonaut sagt:

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Spam IP]
    Das Spiel steht auch auf meiner Wunschliste! Wird sicher super!

  • Testave sagt:

    Ist definitiv auch ein Wunschtitel, Blood Money war ja auch schon ganz cool – aber so wie DAS aussieht, scheint es wohl echt ein Leckerbissen zu sein. Ich freu mich drauf.

  • Hankinho sagt:

    Also so richtig sagt es mir ncoh nicht zu. hab gute und schlechte testergebnisse gelesen, und mein erste eindruck durch trailern und so ist eher langweilig. vllt hab ich ja glück und kanns mal iwo anzocken…

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