Homefront - Der XBox 360 Test - insidegames
- ANZEIGE -

insidegames

Homefront – Der XBox 360 Test

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 14. März 2011 | 3:42 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 3. Mai 2015

homefronttitel

Ego-Shooter gibt es auf den Konsolen wie Sand am Meer. Beherrscht wird der Markt von grossen Namen wie Call of Duty oder Battlefield. Vor wenigen Jahren lag der Fokus noch auf authentischen 2. Weltkriegs Shootern, bis die Spieler genug davon hatten. Dadurch begann das Zeitalter der modernen Ego-Shooter die in der Gegenwart handeln. Doch langsam hat auch diese Shooter-Generation ihren Zenit erreicht. Was kommt dann? Die Kaos Studios (bekannt durch Frontlines: Fuel of War) veröffentlichen mit Homefront einen etwas anderen Shooter. In der Story wird starker Tabak präsentiert, kann Homefront aber auch spielerisch überzeugen? Wir haben uns dem amerikanischen Widerstand angeschlossen um euch diesen Test direkt von der Heimatfront abzuliefern.

Was wäre wenn…

Die fiktive Geschichte von Homefront spielt im Jahr 2027. Die Welt wie wir sie kennen existiert nicht mehr und ganz so abwegig ist die erfundene Geschichte auch gar nicht. Gerade in Asien hat sich viel getan und alles hat seinen Ursprung in Nordkorea gehabt. Der Sohn und Nachfolger  von Herrscher Kim Jong-il, Kim Jong-un hat es geschafft Nord- und Südkorea wieder zu vereinen. Nicht nur das, er hat das Vereinigte Korea zu einer ernsten, militärischen Supermacht ausgebaut, Atomwaffen inklusive. Das erste Land das dies zu spüren bekam war Japan, das auf Grund eines massiven Angriffes kapitulieren musste und von Korea einverleibt wurde. Die Japaner sind nicht die einzigen die sich dem Machthunger von Korea ergeben musste denn Thailand, Vietnam und andere Staaten wurden innert wenigen Jahren annektiert. Asien ist aber nicht der einzige Kontinent der eine grosse Veränderung durchgemacht hat, denn die Vereinigten Staaten von Amerika standen am Abgrund. Es fehlte an Benzin, Nahrung und medizinischen Vorräten. Dies wiederum hat zu massiven Unruhen im Land geführt. Während es mit Korea aufwärts und mit Amerika abwärts ging, haben die Koreaner die Situation knallhart ausgenutzt. In den dunkelsten Stunden der USA wurden diese von einem schweren EMP-Angriff hart getroffen, wodurch sämtliche elektronischen Geräte und Komponente ausser Kraft gesetzt wurden. Genau das war der Startschuss für die wohl grösste Invasion in der Geschichte der Menschheit. Die übermächtige und bestens ausgerüstete KVA (Koreanische Volksarmee) fiel in Amerika ein, als es eigentlich schon verwundet am Boden lag. Unzählige Soldaten Regimenter, Spezialeinheiten und Kampfverbände kamen, sahen und siegten. Ohne elektronische Hilfsmittel und ohne Kommandostruktur hatte das US-Militär von Anfang an nicht den Hauch einer Chance auf eine effektive Verteidigung.

Inzwischen hat die KVA die Kontrolle über Amerika erlangt und das einzige das sie noch von der totalen Kontrolle trennt, sind aufsässige Widerstandskämpfer und die verstreuten Reste des US-Militärs. Die Geschichte von Homefront dreht sich um eine Widerstandszelle in der kleinen Stadt Montrose, Colorado. Als Spieler übernimmt man die Kontrolle über Jacobs, einen ehemaligen Piloten mit Kampferfahrung. Mehr erfährt man über die Hauptfigur im ganzen Spielverlauf nicht. Jacobs gehört nämlich zu der Art der Spielfiguren die kein Wort von sich geben. Gleich zu Beginn des Spiels wird man von den Koreanern gefangen genommen und in einen Gefangenentransporter verfrachtet. Auf dem Weg in ein Gefangenenlager sieht man das ganze Ausmass der Besetzung. Menschen werden wie Vieh abtransportiert, Bürger werden auf offener Strasse brutal zusammengeschlagen oder gar exekutiert. Glücklicherweise wird der Transporter abgefangen und Jacobs von ein paar Widerstandskämpfern befreit. Ab diesem Moment beginnt ein ständiger Kampf im typisch amerikanischen Vorort Montrose.

Die Geschichte von Homefront kann in den ersten vier Kapiteln extrem überzeugen. Man kämpft zusammen mit den anderen Widerstandskämpfern gegen die Besatzer. Man führt einen Guerillakrieg gegen die Norks (Abkürzung im Spiel für die Nordkoreaner), attackiert deren Lager und versucht sie so stark zu schwächen wie es geht. Doch gerade die normalen Bürger sehen in den Widerstandszellen nicht unbedingt viel Gutes, denn sie denken dass sich ein solches negatives Verhalten auch auf sie auswirken kann. Und so falsch liegen sie damit gar nicht, denn all die Aktionen des Widerstands haben oft negative Auswirkungen. Zivilisten oder andere Mitstreiter sterben grausame Tode, die Nordkoreaner zeigen keine Gnade. Im Spielverlauf trifft man unter anderem auch noch auf eine amerikanische Milizarmee, die sich in einem verlassenen Dorf niedergelassen haben. Leider nimmt die Qualität gegen Ende immer mehr ab. Da man den Standort wechselt, verliert man den frischen Kampfplatz in einer Vorstadt. Besonders die letzte Mission ist schlussendlich sogar ziemlich enttäuschend, unter anderem weil man das abrupte Ende schon in knapp 6 Stunden sehen kann. Selbst auf der höchsten Schwierigkeit und wenn man sich sehr viel Zeit lässt, wird man wohl nicht über eine Spielzeit von 7 Stunden kommen.

Was ist eigentlich Heimat?

Neben dem sehr interessanten geschichtlichen Ansatz bietet Homefront die typischen Ego-Shooter Elemente. Mit einem breiten Arsenal an verschiedenen Sturmgewehren, Scharfschützengewehren und Maschinenpistolen kämpft man gegen die koreanischen Besatzer. Die unterschiedlichen Waffengattungen spielen sich dezent unterschiedlich, wodurch wohl jeder Spieler seine Favoriten finden kann. Die Feuergefechte sind gut umgesetzt, wer ohne Deckung in den Kampf stürmt wird schnell niedergeschossen. Die Gegner verhalten sich nämlich gar nicht so dämlich, nutzen ebenfalls geschickt Deckung und werfen gerne einmal Granaten wenn man sich zu lange verschanzt. Neben den normalen Shooterabschnitten, übernimmt man immer wieder mal die Kontrolle über verschiedene schwere Geschütze. Dazu gehört der Goliath, eine halbautomatische Drohne die mit einem montierten Geschütz und dicken Raketenwerfern viel Zerstörung über die Feinde bringt. Ansonsten setzt man sich auch mal an das MG eines Humvees oder übernimmt die Steuerung über einen Kampfheli. Obligatorische Schleich- und Scharfschützenmissionen gehören ebenso zum Programm. Und hier haben wir auch ein Problem von Homefront, denn es bietet keine grandiosen Höhepunkte oder unvergessliche Momente. Man ballert sich vom Anfang bis zum Schluss, geniesst die frischen Kriegsschauplätze und die tollen Feuergefechte aber das war es auch schon. Nichts desto trotz ist man für die 5-7 Stunden die die Kampagne in Anspruch nimmt relativ gut unterhalten. Geschmackssache ist wohl das Bewegungstempo der eigenen Figur. Diese ist relativ träge unterwegs, was sich jedoch nicht negativ auf die Feuergefechte auswirkt.

Gemeinsam sind wir stark

Deutlich interessanter als der Einzelspielermodus ist der Online Multiplayer für bis zu 32 Spieler. Wie von den aktuellen Onlineshootern gewohnt, wird auch hier eine Onlinekarriere geboten, bei deren Aufstieg man sich neue Waffen, Abschussbelohnungen, Fähigkeiten und Waffen freispielen kann. Wer sich jetzt denkt: „Ach das kennen wir doch alles schon lange“, liegt aber nicht richtig. Homefront setzt in den meisten Punkten auf frische und unverbrauchte Ideen. Wie bei beispielsweise Call of Duty kann man bei seinen verschiedenen Klassen nicht nur seine Waffen einstellen, sondern auch unterschiedliche Fähigkeiten. Bei Homefront ist man aber nicht auf eine bestimmte Anzahl beschränkt, sondern kann selbst entscheiden was man lieber mitnimmt. Man besitzt nämlich eine bestimmte Anzahl an Fähigkeitspunkten die man auf verschiedene Fähigkeiten aufteilen kann. Die Fähigkeiten sind in Kategorien eingeteilt und kosten entweder 1, 2 oder 3 Fähigkeitspunkte. Wer will kann also 5 verschiedene Fähigkeiten einpacken die nur einen Punkt kosten. Wer jedoch eine Fähigkeit will die 3 Punkte kostet, muss demnach auf mehrere billigere Fähigkeiten verzichten. Logischerweise bringen die teureren Fähigkeiten meist besser Vorteile mit sich, doch schlussendlich ist es jedem selbst überlassen. Wie viele andere Shooter bietet auch Homefront hochwertige Belohnungen, wenn sich ein Spieler im Kampf auszeichnet. Wenn man einen Gegner erledigt, einen Missionspunkt einnimmt oder ein Fahrzeug zerstört, bekommt man dafür Punkte, für welche man sich seine Belohnungen kaufen kann. Zu den Belohnungen gehören Raketenwerfer, Überwachungsdrohnen, Raketen- oder Phosphorangriffe und vieles mehr. Wer also viel macht, ob man nun Gegner ausschaltet oder Missionsziele erledigt, bekommt dafür auch mehr Punkte für die teureren Belohnungen. Die Punkte können aber nicht nur dafür verwendet werden, sondern damit kann man sich auch Fahrzeuge kaufen. Dazu gehören ein Jeep mit montiertem Geschütz, ein leichter und ein schwerer Panzer, sowie zwei verschiedene Hubschrauber. Nur wer sich die Fahrzeuge verdient, darf diese auch lenken und so Tod und Zerstörung über seine Gegner bringen. Die verdienten Punkte zählen jedoch immer nur für die aktuelle Runde und können also nicht gespart werden. Eine weitere Besonderheit ist der so genannte Battle Commander, der in speziellen Spielmodi verfügbar ist. Wenn sich ein Spieler in einer Lobby mit Battle Commander durch mehrere Abschüsse in Folge hervorhebt, wird das vom virtuellen Commander wahrgenommen. Wenn man drei Abschüsse am Stück erreicht, erhält man einen Stern und der feindliche Commander stuft einen als 1-Stern Bedrohung ein. Zwar gibt es als Belohnung einen Bonus wie z.B. eine Schutzweste oder erhöhte Feuerkraft, aber je höher die eigene Bedrohung steigt, desto gefährdeter wird man. Je mehr Sterne man sammelt, desto mehr Feinde werden vom Commander auf einen angesetzt. Erledigt man eine Bedrohung erhält man eine zusätzliche Belohnung in Form von Erfahrungspunkten. Markiert der eigene Commander einen Feind als Bedrohung, werden je nach Sterneanzahl mehrere Spieler auf diese Bedrohung angesetzt. Eine Texteinblendung informiert über die Art der Bedrohung und die Belohnung für das Ausschalten. Der Clou dabei: Je mehr Sterne ein Spieler sammelt, desto mehr Feinde werden auf einen aufmerksam. Der Commander markiert nämlich das Gebiet, in welchem sich die Bedrohung aufhält. Sind anfangs nur 2 Spieler auf einen angesetzt, ist es bei 5-Sternen (dem Maximum) das komplette gegnerische Team. Das macht die Gefechte äusserst dynamisch und spannend. Zwar gibt es nur zwei Spielmodi (jeder Modi gibt es zusätzlich in einer Variante mit Battle Commander), Team Deathmatch und Bodenkontrolle, dennoch heisst das nicht das es dem Mehrspielermodus an Abwechslung. Die Gefechte finden auf grossen, weitläufigen Karten statt und die Missionsziele wechseln in jeder Runde mehrmals den Standort. Dadurch ergeben sich äusserst dynamische und abwechslungsreiche Spielrunden.

Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass auch THQ bei Homefront auf einen Online-Pass setzt. Wer das Spiel neu kauft, hat in seiner Spielhülle einen Code zum Freischalten des Onlineparts. Wer diesen Code nicht hat kann sich online einen neuen erwerben. Wer ohne spielen will, kommt nicht über Level 5 hinaus, was innert ein bis zwei Spielen erreicht ist.

Für Amerika!

Grafisch ist Homefront keine Granate, muss sich jedoch auch nicht unbedingt vor der Konkurrenz verstecken. Heftige Explosionen, gut gestaltete Umgebungen, eine flüssige Framerate und gut designte Waffen zählen zu den grossen Pluspunkten. Nicht so gut sind die Charaktermodelle von Freund und Feind. Besonders im Bereich der Gesichtsanimationen wäre durchaus noch viel mehr drin gelegen. Bombastisch ausgefallen ist der Soundtrack. Dieser passt wie das Magazin in die Waffe und unterstreicht die Handlung der Kampagne in perfekter Form. Tragische Momente werden dezent durch Streicharrangements untermalt, während in den heftigen Kämpfen epische Orchesterstücke zu hören sind. Die deutsche Synchronisation ist durchschnittlich. Je nach Sprecher schwankt das Niveau zwischen ganz anständig und unter aller Sau.

Unser Fazit

80 %

Homefront ist zweifelsfrei ein guter Ego-Shooter. Die Kampagne bietet einen frischen Ansatz in Sachen Umgebungen und Handlung. Der Storymodus krankt jedoch an schwankendem Niveau und fehlenden Höhepunkten. Die Feuergefechte sind spannend, die Fahrzeugpassagen ganz unterhaltend und vor Allem der Einstieg ist atmosphärisch extrem gelungen. Leider flacht der Einzelspielermodus gegen Ende hin stark ab. Der Mehrspielermodus hat jedoch extrem viel Potential. Die Gefechte sind taktisch, dynamisch und äusserst spassig. Wenn die Spielerschaft das Spiel gut genug aufnimmt, hat Homefront das Potential zu einem echten Dauerbrenner.

Pro

  • Frische Geschichte
  • Neue und unverbrauchte Schauplätze
  • Spannende Feuergefechte
  • Motivierender und abwechslungsreicher Mehrspielermodus

Kontra

  • Fehlende unvergessliche Momente
  • Gegen Ende hin schwächer werdende Kampagne
  • Durchschnittliche deutsche Synchronisation
  • Relativ billige Charaktermodelle und Gesichtsanimationen

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
90 %
Spielspaß
 
80 %

- ANZEIGE -


Kategorien:
Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Im Forum als MrNice oder auf Google+ unterwegs.

Kommentare

  • TheLivingVirus sagt:

    Unglaubliches Review! Echt super.

    Bekomme Homefront auch die nächsten Tage. Kann nicht mehr warten :)

  • Kevin sagt:

    Homefront rockt online sowie offline.
    Allgemein richtig gutes Review verstehe nur nicht, warum es so gänzlich keine unvergessenen Momente geben soll?

    Ich meine, Homefront schockt richtig mit einigen Momenten, gleich zu Beginn geht der Punk ab oder als man sich vor Helikoptern in einem Massengrab voller Leichen verstecken muss, dies sind Szenen die mir unter die Haut gehen und nicht so schnell vergessen werden, in diesem Sinne ;-)

    Ansonsten, kauft euch Homefront wenn ihr kein Bock mehr auf COD und alles Andere habt, wenn nciht, kaufts euch trotzdem ;)

  • MrNice sagt:

    Ich finde gerade online rockt Homefront gewaltig die Hütte, beim Singleplayermodus wäre jedoch meiner Meinung nach mehr drin gelegen.

    Hmm wie soll ich die unvergesslichen Momente beschreiben… Hast du Call of Duty 4 gespielt? Die Snipermission in Pripyat/Tschernobyl ist bisher kaum übertroffen an gut gemachtem Missionsdesign. Oder die Mission bei Halo: Combat Evolved in der man am Anfang den Strand hinaufstürmt und gegen die Allianz kämpft. So etwas fehlt einfach bei Homefront.

    Nun, wie du sagst am Anfang geht gewaltig die Post ab. Die Story entwickelt sich zwar langsam, ist aber nicht unbedingt schlecht. Die Missionen im Vorort sind toll, keine Frage. Aber dann… Ich meine, man bricht aus der Stadt aus und legt alle in Schutt und Asche. Ja, man schafft es sogar endlich die Mauer zu durchqueren… Aber hey, es schaffen es genau drei Leute aus dem Ort hinaus :O Finde es irgendwie lächerlich das man so lange so hart kämpft, nur damit die drei Hauptfiguren weitermachen können während Montrose im Hintergrund KOMPLETT niedergebrannt wird. Und dann die Mission bei der Miliz… Die Story dümpelt nur noch vor sich hin. Auch die Hubschraubermission… Die macht zwar Spass, fügt sich aber einfach nicht wirklich ins Spiel ein. Ich habe das Gefühl man wollte einfach ums verrecken noch eine Flugmission einbauen.

    Aber ja, Homefront kriegt alleine schon wegem dem tollen Mehrspielermodus ne absolute Kaufempfehlung für alle die genug vom ewig gleiche CoD und BF haben :)

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • homefront-wie viele level?
  • xbox homefront test
  • wieviel level hat homefront kampagne
  • wieviel level hat homefront
  • wie viele missionen hat homefront
  • wie viele level hat homefront
  • <>homefront xbox 360 test
  • wie viele level hat der multiplayer von homefront ?

- ANZEIGE -


*