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Horizon Zero Dawn – Test / Review

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Veröffentlicht 20. Februar 2017 | 9:01 Uhr von Ricky

Letzte Änderung 28. Februar 2017

Horizon-Zero-Dawn-Stormbringer-Artwork

Guerrilla Games, die Entwickler von Horizon Zero Dawn, sind hauptsächlich für ihre First-Person-Shooter-Reihe Killzone bekannt und geschätzt. Mit Horizon Zero Dawn  widmet sich das Studio einem neuen und sehr ambitionierten Projekt, und verfrachtet den Spieler von der Ego- in die Third-Person-Ansicht. Mit einer Entwicklungszeit von fünf Jahren kann man Horizon Zero Dawn auch nicht wirklich als Schnellschuss bezeichnen, was umso mehr nach der Beantwortung der Frage verlangt: Kann das Action-Adventure am Ende überzeugen?

Angesiedelt in einer Postapokalyptischen Zukunft hat die Menschheit nicht mehr die Oberhand auf dem Planeten.  Beherrscht wird die Welt von mysteriösen Maschinen-Wesen, welche alles andere als friedlich sind. Die verbliebenen Menschen haben sich in verschiedene Stämme aufgeteilt und versuchen wieder die stärkste Spezies zu werden, doch wer hat tatsächlich die Fäden in der Hand?

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Ihr erlebt in Horizon Zero Dawn die Geschichte der  jungen Aloy, welche als ausgestoßenes kleines Mädchen ohne Mutter aufwachsen muss. Bereits kurz nach ihrer Geburt wurde Aloy auf Anordnung der Stammesmütter dem ebenfalls ausgestoßenen Rost anvertraut. Rost kümmert sich hingebungsvoll um Aloy und bringt ihr alles bei, was zum Überleben in der Wildnis nötig ist. Doch Aloy hat ein großes Ziel vor Augen. Sie möchte an der Erprobungs-Zeremonie teilnehmen und diese Herausforderung natürlich auch gewinnen, um zukünftig nicht mehr als Ausgestoßene zu gelten. Doch wie das Leben eben so spielt, es kommt immer anders als man denkt.

Wir reißen die Story von Horizon Zero Dawn mit Absicht nur grob an, da diese das tragende Element des Spiels darstellt. Gleich zum Start werdet ihr mit einem kurzen aber emotionalen Bombast-Intro in Horizon Zero Dawn eingeführt und dürft anschließend mit der zu dieser Zeit noch kleinen Aloy die ersten Schritte unternehmen. Mit zahlreichen weiteren Filmsequenzen, welche nicht nur sehr sehenswert ausgefallen sind, sondern auch das eine oder andere Mal einen Klos im Hals zurück lassen, werdet ihr weiter in die immer wieder wendungsreichen Ereignisse hineingezogen. An dieser Stelle gilt es auch den Guerrilla Games Script-Schreibern Lob zu zollen, denn sie erzählen die Horizon Zero Dawn-Geschichte nicht nur auffallend gut, sondern sorgen dafür, dass sie mit wohl platzierten Info-Happen Fragen in euch aufwerfen die ihr auf jeden Fall beantwortet haben wollt.

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Horizon Zero Dawn wurde als Open-World Action-Adventure konzipiert und wird dieser Bezeichnung auch wirklich gerecht. Neben den obligatorischen Hauptaufgaben im Spiel, mit welchen ihr mindestens 30 Stunden zubringen werdet, könnt ihr noch eine Vielzahl an anderen Aufgaben erledigen. Sprecht mit den unterschiedlichsten Charakteren, um beispielsweise Nebenquests zu erhalten, nehmt an Jagdprüfungen teil oder widmet euch dem Finden von verschiedenen Sammelobjekten. Erledigt riesige Maschinen-Wesen, um wichtige Materialien zu erhalten, welche nicht nur bei verschiedenen Händlern verkauft werden können, sondern auch helfen eure Ausrüstung ständig zu verbessern. Zur Seite steht euch dabei insbesondere auch eine Hinterlassenschaft aus der Hochzeit der Menschen, der sogenannte Fokus. Mit diesem kleinen elektronischen Spielzeug könnt ihr zum einen eure Umgebung scannen, um wichtige Informationen zu erhalten. Zum anderen lässt sich der Fokus auch zum effektiven Bekämpfen der Maschinen verwenden. Scannt einen Gegner und erhaltet Hinweise auf die Schwachstellen des Monsters, um dieses wahlweise mit Nahkampfangriffen, eurem Bogen und diversen anderen Waffen zu erledigen. Und ihr könnt vollkommen frei entscheiden, wie ihr dabei vorgehen wollt. Es spielt keine Rolle, ob ihr euch heimlich an Gegner heranschleichen möchtet, als weiblicher Rambo die direkte Konfrontation sucht, lieber die Umgebung mit einbezieht oder doch eine Mixtur aus alle Möglichkeiten nutzt.

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Das Erkunden der Horizon Zero Dawn-Welt macht vom ersten Moment an Spaß! Sie ist groß, vielfältig, überwiegend farbenfroh mit vielen gelungenen Lichteffekten, so gut wie niemals leer und alles in allem sehr einladend. Dafür sorgt auch, dass immer wieder kleinere oder größere Wesen, ergänzend zu den Maschinen, auftauchen. Oder NPCs, die dann und wann Aufgaben für euch in petto haben, kreuzen euren Weg. Auch die Umgebungen wechseln sich häufig ab. Durchquert Wälder, klettert auf Berge, stapft durch Schneelandschaften oder erkundet alte Ruinen, um nur einige Beispiele zu nennen. Blätter der Bäume, Büsche und Gräser bewegen sich im Wind und werden von Tag- und Nacht-Wechseln als auch unterschiedlichen Wetterbedingungen optisch unterstützt. Gerade noch im Sonnenschein unterwegs, schon wird es dunkel und es zieht ein Regenschauer auf. Grafisch weiß Horizon Zero Dawn absolut zu begeistern, auch wenn es nicht ausbleibt und hier und da mal kleinere Schwächen zu entdecken sind. So kann es hin und wieder zu kleineren Pop-Ups oder dezenten Clipping-Fehlern kommen. Auch bei den verschiedenen Charakteren können sich in den Dialog-Sequenzen kleinere Grafikpatzer einschleichen. Diese einfach der Ordnung halber  erwähnten Schwächen soll und darf man dem Spiel aber nicht als Negativpunkt ankreiden. Dafür steht im Gegenzug einfach viel zu viel, das richtig und gut gemacht wurde. Auch die Animationen beweisen den hohen Qualitätsstandard, den Guerrilla Games für sich beansprucht und dem sie wieder einmal gerecht wurden. Gleichwohl die virtuellen Zeitgenossen manches Mal beweisen, dass sie ein klein wenig mehr Feintuning hätten vertragen können. Aber das darf gerne als das berühmt-berüchtigte „jammern auf extrem hohem Niveau“ verbucht werden. Und in Aloys Welt passiert an diversen Stellen wirklich viel auf dem Bildschirm, und es kümmert Horizon Zero Dawn nicht, denn das Action-Adventure geht nicht in die Knie, läuft absolut flüssig und verfügt über eine sehr stabile Bildrate.

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Aber nicht nur die Grafik von Horizon Zero Dawn ist ausgesprochen gut gelungen, auch die Vertonung des Spiels überzeugt verwöhnte Zockerohren. Stimmungsvolle und hörenswerte Melodien werden von vielen Nebengeräuschen, beispielsweise zwitschernden Vögeln oder das Echo von Wassertropfen, die in Höhlen in Pfützen fallen, und satten Kampfgeräuschen unterstützt. Allein das letzte Aufbäumen, Röcheln und finale Zerbersten erlegter Maschinen bringt die Surround-Anlage gehörig in Schwingung. Auch die deutsche Sprachausgabe kann sich durchaus hören lassen, ist diese recht gut ausgefallen. Trotzdem haben uns einmal mehr die englischen Sprecher besser gefallen, da schlicht professioneller, emotionaler, engagierter und folglich der Atmosphäre, die vom ersten Moment an einnehmend ist, zuträglicher sind. Schlussendlich müsst ihr euch auch nicht wirklich festlegen ob Deutsch oder Englisch. Nutzt die englische Tonspur mit deutschen Texten und Untertiteln, und holt auf diese Weise das bestmögliche akustische Ergebnis für euch heraus.

Steuerungstechnisch gibt Horizon Zero Dawn ebenfalls keinen wirklichen Grund zu Klage. Aloy reagiert brav auf die Eingaben am Controller und setzt diese auch konsequent als auch schnell um. So agil wie Aloy beim Klettern ist und sich in die Kämpfe stürzt, ist es eine wahre Freunde und Grund genug für andere Spiele-Vertreter sich davon explizit eine dicke Scheibe abzuschneiden.

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Damit die Kämpfe nicht auf banales Button-mashen hinauslaufen, wurde Horizon Zero Dawn auch ein wohl schmeckender Hauch Rollenspiel hinzugefügt. Mit jedem erlegten Gegner, jeder erledigten Aufgabe erhaltet ihr Erfahrungspunkte, welche wiederum bei einem Level-Aufstieg Fähigkeitspunkte ausspucken. Diese könnt ihr nicht nur dafür nutzen, um neue Angriffstechniken zu erlernen, sondern auch um das Sammeln von Ressourcen oder das generelle Überleben etwas einfacher zu gestalten. Baut eure Ausrüstung auf, um mehr Waffen, Munition oder Rohstoffe sammeln zu können. Modifiziert eure Waffen und Kleidung oder baut euch eure Munition einfach selbst. Es wurde dabei, trotz aller Möglichkeiten, viel Wert auf eine einfache Handhabung und vor allem auch auf eine sehr gute Spielbarkeit gelegt. Entscheidet selbst, ob ihr lieber die Sucherin seid oder mehr die Jägerin oder ein Mix aus beidem. Vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden stehen schon zu Beginn des Spiels zur Verfügung, welcher sich aber auch im laufenden Spiel jederzeit verändern lässt. Außerdem könnt ihr an den zahlreich vorhandenen Lagerfeuern nicht nur Schnellspeichern, sondern auch manuelle Spielstände anlegen, was das Erkunden der riesigen Spielwelt sehr angenehm gestaltet. Ganz außer Acht solltet ihr auch das Dialogsystem nicht lassen. Denn mit jeder Entscheidung die ihr trefft, werdet ihr im späteren Spielverlauf nochmals konfrontiert, wählt also weise!

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Unser Fazit

92 %

Ja, Guerrilla Games zeigt mal wieder was sie drauf haben! Mit Horizon Zero Dawn haben die Damen und Herren aus Amsterdam erneut alles richtig gemacht und wieder überaus ordentlich abgeliefert. Der Mix aus Action-Adventure Open-World und Rollenspiel lässt sich schlicht sehr gut spielen und wurde mit schönen, atmosphärischen und emotionalen Zwischensequenzen, einer guten Story als auch einer einnehmenden Titelfigur sowie überzeugender Optik garniert. Die Spielwelt ist groß, sehr groß! Es gibt viele Möglichkeiten, auch abseits der Story, und in Sachen Grafik bekommt ihr ein mehr als ordentliches Brett geliefert. Und das Ganze läuft als als stimmiges Gesamtkunstwerk rund sowie technisch einwandfrei. Sehr positiv ist auch, dass im Spiel praktisch keine Ladezeiten vorhanden sind, was dem Spielfluss deutlich zugutekommt. Abgerundet durch ein gutes Balancing und fairen Speichermöglichkeiten steht der Spielspaß in Horizon Zero Dawn an erster Stelle. Und spätestens dann, wenn ihr das erste laufende „Enterprise-Schiff-Gedächtnis-Monstrum“ (Langhälse heißen diese Zeitgenossen) erklommen, überbrückt und damit neue wichtige Punkte auf der Karte aufgedeckt habt, wollt ihr nur noch ein bisschen weiter machen … und noch ein bisschen und dann seid ihr schon so weit mit Horizon Zero Dawn verschmolzen, dass ihr Aloy nicht von der Seite weichen und den Controller nicht mehr aus der Hand legen wollt.

Pro

  • + abwechslungsreiche, lebendige Umgebungen
  • + flüssige Animation
  • + Grafik ohne gravierende Fehler/Mängel
  • + stimmiger Soundtrack und füllige FX Sounds
  • + überzeugende Sprachausgabe
  • + Story wird gut erzählt und ist spannend
  • + intuitive Steuerung
  • + übersichtliches und leicht zu handhabendes Charakter- und Waffen-Menü
  • + ordentlicher, großer Spielumfang
  • + kreatives Monster-Design
  • + schöne, stimmige Lichteffektive

Kontra

  • - Gewässer (Bäche, Seen) halten mit der Gesamtoptik leider nicht mit

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
95 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
95 %

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Kommentare

  • Marcel sagt:

    Durch und durch ein absolut lesenswerter Test Ricky! Hätte man kaum besser machen können.

    Ich für meinen Teil freue mich schon wahnsinnig auf das Spiel und hab mir direkt die CE mit Aloy geordert. Wenn mich schon einmal ein exklusiver PS4 Titel packt, dann gleich richtig. Insofern fiebere ich wohlwollen dem Tag entgegen, wo ich den Titel in der Hand halten darf.

  • Arosafahrer sagt:

    überlege echt mir ne PS4 auszuleihen oder zu kaufen…der Test lässt ein das Wasser im Mund zusammen laufen…schade das dieses Exclusiv immer sein muss…und nicht jede Plattform in den Genuss von solchen Spielperlen kommt.

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