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Ico & Shadow of the Colossus HD Collection – Der Test

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Veröffentlicht 14. September 2011 | 2:54 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 16. Januar 2013

Ico Fazit

Die PlayStation 2 hat in ihrer langjährigen Laufzeit unzählige Spiele hervorgebracht. Obwohl viel Mist darunter war gab es auch einige Perlen die noch heute vielen Spielern Tränen in die Augen treiben können. Sony hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht grossartige Serien auch auf der PS3 herauszubringen. Die Prince of Persia HD Trilogie oder die Sammlung des diebischen Sly Raccoons konnten in diesem Jahr schon viele Spieler wieder in die alte Zeit zurückversetzten und konnten beweisen das eine Grafikpracht nicht nötig ist um Spielspass zu garantieren.

Der nächste ganz grosse Wurf von Sony ist die Neuauflage von Ico und Shadow of Colossus. Noch heute schwärmen viele Zocker in den höchsten Tönen von diesen beiden Spielen und nennen sie nur zu gerne um zu zeigen das Videospiele auch als Kunst angesehen werden können. Aus diesem Grund ist es auch nicht weiter verwunderlich das die beiden Spiele optisch aufgefrischt, mit einem 3D Modus versehen und zum kleinen Preis verkauft werden.

Ico

Das erste der beiden Spiele der neuesten HD-Collection für die PlayStation 3 hört auf den kurzen und prägnanten Namen Ico. Und eines vorneweg: obwohl Ico nicht ganz so würdevoll gealtert ist wie Shadow of the Colossus, so macht es selbst heute noch viel Spass und bietet eine ganz spezielle Atmosphäre. Doch fangen wir am besten ganz am Anfang an:

Im Mittelpunkt von Ico steht der titelgebende Held Ico der in einem grossen Schloss eingesperrt wurde. Das wurde auch aus einem bestimmten Grund gemacht, denn der Held ist kein gewöhnlicher Junge. Er wurde mit zwei Hörnern auf seinem Kopf geboren, was in seiner Gemeinde als schlechtes Omen gilt. Aus diesem Grund wird er, wie schon viele gehörnte Kinder vor ihm, in ein nahegelegenes Schloss gebracht um dort geopfert zu werden. Eingesperrt in einen Sarkophag scheint alle Hoffnung verloren, bis ein Beben in der Erde dazu führt das Ico aus seinem Gefängnis entkommen kann. Schon früh auf seiner Flucht begegnet er einem hilflosen Mädchen mit dem Namen Yorda. Zusammen machen sie sich auf aus dem Schloss zu bekommen, was sich jedoch sehr schnell als grosse Herausforderung darstellt.

Ico ist im Kern ein Platformer weshalb die Hauptaufgabe des Spiels daraus besteht verschiedene Rätsel zu lösen um aus einem Raum zu entkommen um im Schloss weiter zu kommen. Problematisch wird die Angelegenheit jedoch durch die Anwesenheit von Yorda. Ico selbst ist in der Lage zu springen, zu kämpfen und schwere Gegenstände zu verschieben. Yorda kann nichts davon. Deshalb ist es die Aufgabe den Weg für Yorda zu ebnen damit man gemeinsam weiter ziehen kann. Die Rätsel selbst sind dabei fordernd aber niemals unfair. Selbst eher ungeübte Spieler sollte an keinem der Probleme längere Zeit festhängen. Gerade sehr geübten Spielern ist das jedoch vielleicht ein Dorn im Auge, weil das Spiel relativ einfach ist und keine allzu lange Spielzeit vorweisen kann. Ein weiteres Problem das durch die Anwesenheit von Yorda entsteht, sind ständige Attacken von dunklen, geisterhaften Wesen. Diese können Ico, also dem Spieler selbst, keinen Schaden zu fügen. Sie versuchen aber unablässig Yorda zu entführen was man natürlich verhindern muss. Ist Yorda nämlich weg, ist auch das Spiel vorbei und der letzte Spielstand muss geladen werden. Wirklich töten kann man die dunklen Geister jedoch nicht, zumindest nicht am Anfang des Spiels. Ico kann nämlich ohne Yorda an vielen Stellen nicht weiterkommen, denn nur sie hat die Fähigkeit bestimmte Türen innerhalb des Schlosses zu öffnen. So entsteht eine interessante Partnerdynamik, denn keine der beiden Figuren kann ohne die andere Person entkommen.

In Sachen Gameplay gibt es in Ico keine bahnbrechenden Elemente zu finden. Die Platforming-Einlagen sind standesgemäss und das man auf eine zierliche Partnerin aufpassen muss ist auch schon ein alter Hut. Und gerade dieser Punkt ist manchmal doch ein wenig störend, da die künstliche Intelligenz von Yorda nicht immer ganz ausgereift ist. Sie rennt den Gegnern gerne mal direkt in die Arme oder hört einfach nicht auf die gerufenen Befehle des Spielers die sie dazu auffordern stehen zu bleiben oder zu ihm zu kommen.

Was das erste Spiel dieser Spielesammlung aber besonders auszeichnet ist die Atmosphäre die es schafft zu erzeugen. Das Schloss das als gigantisches Gefängnis dient verströmt eine unglaubliche Form von Einsamkeit die fast greifbar ist. Das liegt sicher an der Gestaltung der Level selbst, genau so viel Einfluss haben jedoch auch die fantastische Beleuchtung und ein absolut unvergesslicher Soundtrack. Auf Sprachausgabe wird grösstenteils verzichtet, geredet wird nur wenn es wirklich unumgänglich ist, was dem Spiel seinen ganz eigenen Charme verleiht. Zudem gibt es keine Bildschirminformationen die einen davon abhalten könnten das Spiel wirklich zu geniessen. Dank der grafischen Politur sieht das Spiel jetzt deutlich besser aus als noch im Original. Es gibt kein hässliches Kantenflimmern und auch an der Weitsicht wurde gearbeitet. Schlussendlich ist Ico ein gelungenes Spiel das heute aber nicht mehr einen ganz so guten Eindruck wie vor einigen Jahren machen kann. Die vergangene Zeit ging nicht spurlos an Ico vorbei, wer das Spiel jedoch noch nicht kennt muss es fast schon zwangsläufig nachholen.

Shadow of the Colossus

Obwohl Ico ein Spiel ist das eigentlich jeder richtige Zocker einmal durchgespielt haben sollte, ich Shadow of the Colossus das echte Highlight der beiden Spiele. Shadow of the Colossus ist bestimmt kein Spiel für den typischen Zocker der sich abends vor seine Konsole setzten will um ein abzuschalten und seinen Alltag zu vergessen. Vielmehr ist Shadow of the Colossus ein episches Abenteuer das einen Spieler dazu anregen soll darüber nachzudenken was er gerade macht und wieso er es gerade macht.

In Shadow of the Colossus übernimmt man die Kontrolle über Wanda. Er ist auf der Suche nach einer Möglichkeit um ein totes Mädchen wieder zurück ins Leben zu holen welches offensichtlich bei einer Opferung ihr Leben ausgehaucht hat. Dazu geht er in ein verbotenes Land um dort eine alte, körperlose Macht namens Dormin aufzusuchen da diese angeblich die Macht Seelen wieder in ihre alten Körper zu bringen. Ein solcher Service hat jedoch seinen Preis, denn bevor Dormin Wanda seinen Wunsch erfüllt, muss dieser 16 Kolosse niederstrecken die durch die Welt streifen.

Durch diese kurze Zusammenfassung ist eigentlich schon fast der ganze Spielablauf des Spiels erklärt und vorgegeben. Als Wanda streift man durch das verbotene Land um alle Kolosse zu suchen um sie danach zu töten. Das verbotene Land ist eine Einöde die ausser einer weitläufigen Landschaft und den 16 Kolossen mehr oder weniger leer ist. Auf dem Rücken des Pferdes Agro sucht man als Wanda also einen Koloss nach dem anderen. Schon die Reise zu jedem der Kolosse ist schon ein Abenteuer für sich, denn man durchstreift eine leblose Umgebung welche aber eine schon fast erdrückende Atmosphäre erschaffen kann. Sie kann einen durchaus dazu bringen über das Spiel selbst nachzudenken, wieso man denn überhaupt diese Kolosse erledigt obwohl die ganze offensichtlich keine wirklich feindlichen Absichten haben und nur ihres Weges gehen wollen.

Die Kolosse selbst sind absolut phänomenal. Zum einen ist ihr Aussehen sehr unterschiedlich. Es gibt Kolosse die humanoide Züge haben, andere hingegen sehen aus wie unterschiedliche Tiere. Sie alle haben jedoch einiges gemein: sie sind wirklich kolossal. Deshalb braucht man auch für jeden der Kolosse eine ganz eigene Taktik die man zuerst herausfinden muss. Durch ihre schiere Grösse muss man zuerst einen oder mehrere Schwachpunkte finden die man attackieren muss. Je nach dem springt man einem Koloss hinten an sein Bein, klettert durch sein dichtes Haar nach oben bis man einen leuchtenden Schwachpunkt findet den man attackieren kann. Durch diesen Treffer passiert es das der Koloss nach vorne fällt, wodurch man noch weiter nach oben klettern kann bis man schlussendlich den Kopf des Kollos erreicht um ihm dort den Gnadenstoss zu verpassen. Als das macht man jedoch ohne wirklich vom Koloss direkt attackiert zu werden, viel eher scheint es das das lethargische Monster einfach nur versucht den Winzling los zu werden, genauso wie wir es auch mit einer Fliege machen die uns nervt. Jeder Koloss ist immer wieder ein Rätsel für sich, jeder braucht eine neue Herangehensweise um besiegt zu werden, denn Wanda ist nur mit einem (magischen) Schwert und einem Bogen ausgerüstet. Wildes drauflos stürmen nützt also gegen diese Gegner nicht. Wie es aber eben mit einem Puzzle-Spiel dieser Art ist, verliert der ganze Mythos schnell an Spannung sobald man einmal weiss wie es funktioniert. Deshalb ist jeder zweite Spielverlauf von Shadow of the Colossus niemals so imposant wie es der erste gewesen ist. Dennoch bietet das Spiel eine Erfahrung die eigentlich jeder Spieler erleben sollte, ob es ihm nun gefällt oder nicht. Aber hier handelt es sich um einen Titel den man nicht einfach an einem Trailer oder einem Gameplay-Video beurteilen kann, es ist ein Erlebnis und sollte nicht einfach so angegangen werden weil man grad eine Viertelstunde Zeit hat bevor man auf den Zug muss. Erst wenn man sich auf das Spiel einlässt kann es einen auch wirklich einnehmen und genau das kann Shadow of the Colossus so gut wie wenig andere Spiele.

Im Gegensatz zu Ico macht sich hier der technische Fortschritt viel deutlicher bemerkbar. Das Original wurde geplagt von extremem Kantenflimmern und vielen Einbrüchen der Framerate. Diese Probleme sind in der Neuauflage passé. Die Optik ist sauber, flüssig und deshalb ist die Atmosphäre noch erdrückender als im Original. Dazu kommt ein Soundtrack der wohl zu den allerbesten Soundtracks gehört die jemals für ein Videospiel produziert wurden. Die Stimmung die in Shadow of the Colossus erschaffen wurde sucht bis heute seinesgleichen und ist definitiv ein Erlebnis das man nicht verpassen darf. Und dank einer HD-Neuauflage inklusive 3D-Modus können das auch noch mehr Leute machen die bisher keine Möglichkeit dazu hatten oder einfach noch zu jung sind. Schlussendlich gibt es aber auch hier Negativpunkte. Zum einen verursacht die automatische Kamera regelmässig Probleme mit der Übersicht, da sie sich nicht immer optimal platziert. Ein anderes Problem zeigt sich in der Verwendung des Bogens. Das Zielsystem ist ungenau, hakelig und sorgt für wiederkehrenden Frust.

Unser Fazit

90 %

Sowohl Ico als auch Shadow of the Colossus sind keine einfachen Spiele wenn es darum geht ihre Qualität in Zahlen auszudrücken. Wenn dann beide Spiele zusammen auf eine Disc gepresst und technisch aufpoliert werden wird das ganze natürlich noch schwerer. Schlussendlich sind jedoch Ico und Shadow of the Colossus beides Spiele die man als passionierte Zocker unbedingt gespielt haben muss. Wir wollen hier gar nicht auf die Frage eingehen ob die Spiele Kunst sind oder nicht, denn das ist ein Thema das im Internet schon oft genug behandelt wurde. Deshalb bleibt nur zu sagen dass die Spiele wohl noch mehr Geschmackssache sind als viele aktuelle Titel und das keines der Spiele fehlerfrei ist, bei weitem nicht. Doch beide Titel schaffen es eine Atmosphäre zu kreieren die wenige Spiele der aktuellen Konsolengeneration aufzubauen vermögen.

Pro

  • Zwei meisterhafte Spiele zum günstigen Preis
  • Atmosphäre pur
  • Spiele die zum nachdenken anregen können
  • Einwandfreie Spielbarkeit
  • Geniale Soundtracks

Kontra

  • Beide Spiele sind eher nicht für den Otto-Normal Zocker
  • Kamera- und Steuerungsprobleme (Shadow of the Colossus)
  • Defizitie in der künstlichen Intelligenz (Ico)
  • Für Profis und Kenner zu einfach

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
100 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
100 %

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