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Inside – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 25. Juli 2016 | 13:52 Uhr von Alexander Winkel

Inside-Screen

Nach dem Überraschungshit Limbo hat Playdead mit Inside nachgelegt und erntet zurecht Lorbeeren am laufenden Band. Mit einfachen Stilmitteln, aber extrem ausgefeilten Szenen, umfängt diese extrem düstere Dystopie den Spieler und geht emotional unter die Haut. Ein wahres Meisterwerk. Ein Kunstobjekt, welches seinesgleichen sucht!

Um ehrlich zu sein, Inside kann man nur schwer zu Papier bringen. Alles beginnt mit einem kleinen Jungen, der durch das Laub des Waldes stolpert und kurz darauf von gnadenlosen Häschern und ihren blutrünstigen Kötern gejagt wird. Warum flieht der Junge? Weshalb betreiben diese Männer eine solch gnadenlose Jagd, um mit allen Mitteln den Kleinen aufzuhalten? Fragen, die man sich von Beginn an stellt, die alsbald aber mit noch größerem Entsetzen gefüllt werden. Eine Zukunftsvision, die zugleich verstörend, als auch abstoßend wirkt und unsere Mithilfe und Liebe zu dem kleinen Jungen nur umso mehr stärkt.

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Inside ist ein klassischer Sidescroller. Der Jungen rennt, krabbelt und springt um sein Leben und taucht dabei in eine wirre Zukunftsvision ein. Anfangs wähnt man sich noch in einem Kriegsgebiet. Alsbald muss man diese Ansicht aber überdenken und wundert sich über menschenähnliche Hüllen, die willenlos gesteuert werden können – auch von dem kleinen Jungen. Labore, unterirdische Städte und futuristische Konstruktionen prägen das Bild wie auch die dunklen, düsteren Farben. Wie Limbo besinnt sich Playdead auch in Inside hauptsächlich auf schwarze und weiße Töne, wobei das Dunkle überwiegt. Doch auch auch Farbe wird dezent eingebunden, wie der rote Pullover des Jungen.

Trotz dieser schlichten Elementen erschafft Playdead eine Stimmung, die dank der grandiosen Sounduntermalung unter die Haut geht. Es wird zu keinem Zeitpunkt gesprochen. Das Spiel erzählt mit schlichten Bildern die Geschichte des Jungen, wobei ein jeder Spieler mit seiner Fantasy seinen eigenen Teil dazu beiträgt. Inside wirkt aber trotz der einfachen Art extrem detailliert und aufwendig produziert. Auch wenn es sich um einen einfachen Sidescroller handelt, bei dem man rennt, krabbelt, klettert und springt, sorgt der Blick in die Tiefe für viele kleine Details, die abseits des Hauptgeschehen stattfinden. Man sieht im Hintergrund die Arbeiter monoton den Platz passieren, die Tiefen des Waldes und vieles mehr. Es steckt unglaublich viel Liebe einfach im Detail.

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Jede Szene wurde meisterhaft ausgearbeitet. Man schleicht an den Häschern vorbei, überwindet die Intelligenz der Köter und muss alsbald auch zahlreiche, aber immer logische und gekonnt in den Ablauf eingebettete Rätsel lösen. Es sind einfache Schalter, die Fahrstühle bewegen, oder die Hatz eines Feindes, dem man in irgend einer Form ein Schnippchen schlagen muss. Nicht selten ereilt uns der bittere virtuelle Tod und eins ums andere Mal schmerzt dies unglaublich. Wenn einer der Häscher den kleinen, zappelnden Jungen erstickt, dieser von den Hunden zerfetzt wird und ähnliches, merkt man, wie brutal diese Dystopie ist und wie gnadenlos Playdead mit ihrem Protagonisten umgeht. Alles in einer butterweichen Animation präsentiert, die jede Bewegung lebensecht nachahmt. Das zerreißt einem das Herz.

Der Spielfluss ist grandios. Immer wieder wird man gehetzt, um kurz darauf innehalten und über die Ereignisse nachdenken zu können. Lange hält diese Ruhe aber nicht an, denn nach wie vor ist der Junge auf der Flucht. Eine Flucht vor einem unbekannten Feind, der viele Fragen aufwirft, aber oft nur mit verstörenden Szenen aufwartet. Alles wird mit vielen kleinen, aber auch manch größerer Rätselkost aufgelockert. In späteren Szenen werden diese zwar ein wenig abstrakt und Inside verlangt auch ein wenig Umdenken, was die Physik und ähnliches betrifft, aber letztendlich wirkt der Titel von Anfang bis zum bitteren Ende komplett durchdacht. Grandios auch ein Finale, in dem man Teile bereits besuchter Areale nochmals aus andere Perspektive erleben darf. Leider ist der Titel bereits nach einigen wenigen Stunden beendet. Stunden, die aber äußerst intensiv sind und zu den ereignisreichsten des Jahres mutieren werden.

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Unser Fazit

93 %

Inside ist ein (Alb-)Traum. Grandios erzählt Playdead mit bildgewaltigen und detailreichen Szenen die Flucht des kleinen Jungen. Wir wissen nichts über ihn und dennoch schließt man ihn sofort ins Herz. Umso mehr schmerzt es, wie qualvoll dieser immer und immer wieder von uns geht, weil ihn die Häscher fassen, die Hunde reißen oder die Maschinen umbringen. Inside ist ein äußerst intensives, emotionales Erlebnis, was vor allem von einer grandiosen Atmosphäre profitiert. Hier sprechen die Bilder, gekonnt untermauert mit Geräuschen und passenden Klängen. Sie sprechen aber eine äußerst intensive, verstörende Sprache, die unter die Haut geht. Inside ist ein wahres Kunstwerk, ein grandioses, wenn auch bedrückendes Erlebnis und mit Sicherheit einer der besten Download-Titel, welche in diesem Jahr erscheinen. Ein muss für alle Limbo Fans und Spieler, die gerne in emotionalen Geschichten aufgehen.

Pro

  • + Playdead schafft eine grandioses, unter die Haut gehende Atmosphäre
  • + Dazu trägt die unglaublich dichte Soundkulisse bei
  • + Spielerische Abwechslung ist geboten mit immer wieder neuen Aufgaben
  • + Einfache, aber fulminant umgesetzte Spielmechaniken
  • + Großartiges Kunstwerk, welches aber durchaus zum Albtraum wird

Kontra

  • - Die Geschichte des Jungen wirft viele Fragen auf
  • - Recht kurze Spielzeit, aber diese ist äußerst intensiv

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
100 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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