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Inversion – Test/Review

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Veröffentlicht 4. August 2012 | 16:35 Uhr von Ricky

Inversion Logo

Hier ist er nun, der schwach leuchtende, aber vorhandene Hoffnungsschimmer am Third-Person-Shooter Firmament, welcher vor allem bei Playstation 3 Spielern für ein bisschen Gears of War Feeling sorgen soll. Doch was steckt wirklich dahinter, und kann Inversion den Genre-Primus auf der Xbox 360 das Wasser reichen?

Wie sollte es anders sein: unsere Protagonisten mit Namen Davis Russell und Leo Delgado, von Beruf Polizist, haben keine Freizeit – zu sehr nimmt sie der Job in Anspruch. Dabei wollten sie doch nur ein Geschenk für Davis Tochter besorgen. Aber wie immer: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Heimatstadt der Cops, Vanguard City, wird von angeblichen Außerirdischen überrannt, welche mehr als übel gelaunt alle Menschen niederstrecken, die ihnen vor die Flinte rennen und dabei machen sie auch vor der Familie von Davis nicht halt. Grund und  Zeit Rache zu schwören! Die Suche beginnt und wer oder was zum Teufel sind die angeblichen Außerirdischen mit Namen Lutadore? Was wollen die Säcke hier, die nur am rum stressen sind … und eine noch viel wichtigere Frage für Davis: Wo um alles in der Welt ist seine Tochter? Ergo ist für euch klar, was zu tun ist: Ihr sucht eure Tochter, kämpft euch schießend, schwebend und Gegner eliminierend durch die Level.

Die Welt steht kopf
35057Gravitas_debug 2011-08-03 16-41-15-18 Ja, wir geben es gleich zu Anfang zu: Die Inversion-Story ist so alt wie der Mann mit der roten Mütze und dem Rauschebart. Aber was solls, solange die gebotene Action gut ist, sehen wir einmal großzügig darüber hinweg. Im nächsten Moment jedoch wartet (leider) schon die nächste Missetat, denn nicht nur die 08/15-Geschichte wirkt mehr als bekannt, auch alles andere, das uns im Spiel begegnet erscheint – vor allem Shooter-Fans – irgendwie mächtig vertraut. Nehmen wir doch einmal ganz banal eine der Hauptattraktionen der Lutadore, eine Kraft, welche die Gravitation der Erde auf den Kopf stellt. Hmm, woher kennen wir das nur? Alle, die es wissen dürfen sich schon mal‘nen Keks nehmen, den Unwissenden unter euch verraten wir es jetzt: Man nehme ein wenig Grav-Gun aus Half-Life 2, kombiniere es mit einer Portion Kraftfeldern aus Prey, die es uns ermöglichen buchstäblich an die Decke zu gehen, und schon haben wir eine maßgebliche Hauptfähigkeit in Inversion entschlüsselt. Wer denkt, dass dies die einzigen Dinge, die einem in Inversion bekannt vorkommen könnten, sollte schleunigst weiterlesen, denn das gesamte Spiel wurde durch zahlreiche andere Spiele inspiriert. Getreu dem Motto „von hier ein bisschen“, „von dort ein wenig“, „davon auch noch etwas“ und fertig war Inversion. Zugegeben, das Rad in der heutigen Zeit neu erfinden ist keine leichte Aufgabe, aber Saber Interactive, ihres Zeichens Entwickler des Spiels, müssten wissen, dass man gerade im hart umkämpften Shooter-Segment definitiv neue Ideen einfließen lassen sollte, um bestehen zu können. So ganz nebenbei sei erwähnt, dass Saber Interactive 2007 ein Feature in ihrem Shooter Timeshift unter gebracht hatten, mit dem man die Zeit manipulieren konnte. Zugegeben, eine nette und sauber praktikable Idee. Bei Inversion jedoch haben sie in Sachen vorzugsweise frischer Ideen etwas geschwächelt. Aber, genug mit dem Drumherum-Gerede, widmen wir uns lieber dem Spielgeschehen in Inversion.

Aliens aus dem Boden … mein Gott, wie aufregend!
39722Inversion_04 copy Nach dem ganzen Release-Debakel, von wegen kommt, kommt nicht, verschoben, kommt und wieder doch usw., wundert es schon, angesichts der fertigen Version, die wir in Händen halten konnten, dass Inversion trotzdem etwas unfertig wirkt. Die US-Version des Spiels wurde zwar  relativ pünktlich veröffentlicht, doch der Europa-Release rutschte drastisch nach hinten. Grund genug zu denken, dass vielleicht noch einige Verbesserungen vorgenommen werden könnten. Tja, falsch gedacht! Grundlegend kann es euch als Spieler völlig egal sein, ob ihr euch eine US-Version (ohne Regionalcode) holt, oder die später erschienene europäische Fassung. Beide sind de Facto inhaltsgleich! Jetzt aber mal Butter bei die Fische:

Grundlegend macht Inversion wirklich Spaß, wenngleich bei der Technik doch etwas arg geschlampt wurde. Klar, dass das an der einen oder anderen Stelle den Spielspaß zu trüben vermag. So verfügen weder die Lutadore noch unser ständiger Begleiter über Intelligenz, von der sich nicht nur gern wüssten, sondern diese auch einsetzen würden – wenn sie diese denn eben hätten. Unsere Gegner stehen sehr oft planlos in der Gegend und schauen uns direkt in die Flinte, ohne die geringsten Anstalten zu machen zu flüchten. Das kann in der heutigen Zeit definitiv besser gelöst werden. Auch unser Mitstreiter ist nicht gerade die hellste Birne am Leuchter, was er ganz besonders in den zahlreichen Boss-Kämpfen unter traurigen Beweis stellt. Unser Kompagnon glänzt zeitweise mit völliger Abwesenheit und vollkommenem Desinteresse, anstatt sich der anrückenden Gegner anzunehmen. Gott sei Dank wurde jedoch ein Online Koop-Modus integriert, der sehr viele Ähnlichkeiten mit Army of Two aufweist (noch ein Titel, bei dem Saber Interactive gespickt hat). Dieser Modus macht um einiges mehr Laune, als sich im Singleplayer allein durch die Abschnitte zu pflügen. Diese sind im Übrigen gesamt leider auch nicht wirklich lang, so dass sich eine eher geringe Spielzeit ergibt. Diese wird eher krampfhaft verlängert, wenn ihr wirklich alle Erfolg oder Trophäen holen möchtet. Das jedoch dürfte sich besonders im angeschlossenen Multiplayer als Problem heraus stellen. Hier machen euch nicht nur die umfangreichen Aufgaben zu schaffen, die Grundlage für die Erfolge/Trophäen sind, sondern auch das langweilige Design der Maps und die mit grandioser Abwesenheit glänzenden realen Spieler.  Als wir unseren Gamerscore- bzw. Trophäen-Leitfaden schrieben und auch das Review Stück für Stück verfasst haben, sind wir immer wieder in die Weiten der Online-Welt von Inversion aufgebrochen. Doch wir entdeckten nur Stille … fanden Menschenleere Server und alles wirkt einfach wie ausgestorben. Schade! Tja, und konnte man dank einiger Freunde doch mal ein Match starten, wurden wir schnell auf den harten  Boden der Tatsachen geschmissen, an deren Ende nur eine Aussage stehen kann: Saber Interactive, ihr hättet gut daran getan den Multiplayer einzustampfen und die somit zur Verfügung stehenden Ressourcen in den Singleplayer investiert.

Hin- und hergerissen
33526INV_06_o Mal so grundlegend betrachtet, kann sich die Technik von Inversion schon sehen lassen. Flimmrige Kanten oder auch ab und zu matschige Texturen lassen sich so gut wie in jedem Spiel finden, so dass diese beiden Aspekte nicht wirklich einen Kritikpunkt darstellen – das ist eher sowas wie Ingame-Normalität in Sachen Optik. Fest steht: Wer sich auf Inversion einlässt, wird damit seinen Spaß haben können – Shooter-Affinität vorausgesetzt. Die Animationen gehen größtenteils ebenfalls in Ordnung, auch wenn sie etwas smoother hätten sein dürfen – wobei, sagen wir das nicht immer, selbst wenn sie schon extreme Lenor-weichgespülte-Weichheit zeigen? Genau, selbst dann wollen wir es in der Regel noch weicher, noch agiler, noch smoother! Irgendwie ticken wir Spieler manches Mal nicht so richtig, oder?! Aber so sind wir eben … Davon abgesehen, die gebotenen Abschnitte sind definitiv abwechslungsreich und es machte uns Spaß diese zu spielen. Sauer aufgestoßen ist uns dafür, dass die Areale so verdammt kurz ausgefallen sind. Sozusagen rein gekommen ins Level, nen Boss-Gegner um die Ecke gebracht und schon waren wir wieder draußen. Ein bisserl mehr hätt’s denn schon sein dürfen. Na ja, immerhin geht die Steuerung im Großen und Ganzen in Ordnung, auch wenn das Deckungssystem etwas widerborstig ist und nicht immer locker von der Hand ging. Die Kollisionsabfrage, ein durchaus wesentliches Element, dass bei einem Shooter über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, birgt keinen größeren Grund zur Klage, und funktionierte fast immer anstandslos. Auch der Sound bzw. die FX-Sounds können sich hören lassen und bietet ebenfalls in der Europäischen Fassung nur englische Sprecher, welche sich redlich bemüht und gute Arbeit abgeliefert haben. Die Dialoge werden begleitet von u.a. kräftigen Explosionen und so gut wie zu jederzeit stimmigen Hintergrundgeräuschen. So viel Spaß es auch bereitet mit einem Freund den Online-Koop Modus zu bestreiten, dieser ist wahrlich nicht fehlerfrei und birgt ungewollt den einen oder anderen Lacher. Oder wie würdet ihr reagieren, wenn ihr mit einem Kumpel spielt, der nimmt eine wichtige Waffe auf, ihr euch aber in Folge dessen nicht mehr vom Fleck rühren könnt? Bzw. was tun, wenn Boss-Gegner sich weigern, auch nach zig Ladevorgängen aufzutauchen? Anfänglich noch lustig, kann das aber auch schnell frustig werden.

Unser Fazit

70 %

Unser erster spontaner Gedanke nach erfolgreichem Durchspielen war: Mein Gott, viel zu viel verschenktes Potential! Inversion hätte ein wirklich gutes Spiel werden können, aber leider wirkt der Titel unfertig, nicht ganz ausgegoren und zu Ende gedacht. Einige Story-Elemente bleiben auch nach Ende des Spiels ungeklärt. Auch in Sachen Technik wäre noch einiges an Feinarbeit nötig gewesen: Angefangen bei der recht dürftigen KI bis hin zum Deckungssystem, welches uns das ein oder andere Mal tödlich im Stich gelassen hat. Auch der Multiplayer hätte nicht sein müssen, da er nur Oberflächlich ins Spiel verfrachtet wurde. Das Geld hätten sich die Entwickler sparen können, und lieber noch ein paar Abschnitte in den Singleplayer gepackt oder die vorhandenen Levels besser konstruiert. Der Einzelspieler ist mit einer Spielzeit von unter ca. zehn Stunden wahrlich extrem kurz geraten. Wünschenswert wäre gewesen: Ein bisschen Feintuning mehr, etwas größere Abschnitte mit einer längeren Gesamtspielzeit, und aus Inversion hätte ein gutes Spiel werden können. So geht Inversion leider in der Mittelmäßigkeit, vor allem aber angesichts deutlich stärkeren Genre-Kollegen unter. Tja, und last not least - sorry liebe Playstation 3 Gemeinde – war leider wieder nix, euch einen Gears of War ebenbürtigen Kollegen zu servieren.

Pro

  • stimmige Atmosphäre
  • Online Koop-Modus
  • Schwerkraft Manipulationen
  • gute Sprecher (englisch)
  • fordernde aber nicht unfaire Endgegner
  • stimmige Soundeffekte

Kontra

  • Deckungssystem nicht ganz fehlerfrei
  • Soundtrack belanglos
  • Boss-Gegner wiederholen sich
  • aufgesetzter Multiplayer
  • teils unausgereifte Animationen
  • sehr kurze Einzelspieler-Spielzeit
  • Mehrspieler durch unsinnige Aufgaben extrem in die Länge gezogen

Unsere Bewertung

Grafik
 
73 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
71 %
Multiplayer
 
45 %
Spielspaß
 
75 %

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