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Journey – PS4 Test / Review

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Veröffentlicht 31. Juli 2015 | 15:52 Uhr von T_Knightingale

Journey-PS4-Screenshot

Einst als Meilenstein des Playstation 3-Katalogs gefeiert, erscheint Journey jetzt auch für Playstation 4. Ragt es auch im Jahre 2015 noch als ein solcher hervor?

Nicht nur ein Spiel, sondern wahrlich eine Reise

Journey, mit diesem Titel gelingt es thatgamecompany nicht nur, einen wohlklingenden Namen für ihr Spiel zu finden, sondern es ist wahrscheinlich auch die präziseste Beschreibung des dazugehörigen Spiels, die man je in einem Spieletitel gefunden hat. Denn durch den Verzicht auf viele der üblichen Gameplay- und Präsentationsschemata, die einen Großteil der Spiele heutzutage mehr denn je auszeichnen, fühlt sich Journey tatsächlich viel mehr nach einer wundersamen Reise an, denn nach einem klassischen Spiel.

Dies beginnt schon damit, dass Journey den Spieler nach einer kurzen Ladezeit mit den simplen Worten “Neue Reise” vor einem stimmungsvollen Hintergrund begrüßt. Von diesen beiden Worten abgesehen ist das Hauptmenü schlicht und einfach leer. Es gibt keine dutzenden Menü-Einträge, keine Werbung für Season Pässe, keine Aufforderung, sich bei optionalen Online-Diensten anzumelden, sondern einfach nur diese eine, einfache Option: Eine neue Reise starten.

journey-ps4-screenshot-01

 

Minimalismus

Sämtliche Störfaktoren, die verhindern, dass der Spieler voll und ganz in die Welt von Journey eintauchen kann, sollen vermieden werden. Der einzige Kompromiss, die einzige Annäherung an modernes Spieldesign, das oftmals auf mehr Tutorials setzt als den Spielen gut tut, sind die ersten paar Minuten des Spiels, in denen klar und einfach gehaltene Symbole dem Spieler kurz signalisieren, welche Eingaben notwendig sind, um das Spiel zu steuern. Und auch dies sind nicht besonders viele. Danach gehört der Bildschirm einzig und allein der Spielwelt und der Spielfigur. Der vollständige Verzicht auf ein HUD, Missionsanzeigen oder die kontextsensitive Anzeige der Button-Belegung trägt enorm dazu bei, dass man sich als Spiel vollständig und stressfrei in der Spielwelt fallen lassen kann. Selbst die Tatsache, dass es ein Optionsmenü gibt, das z.B. die Invertierung der Y-Achse ermöglicht, wird nicht transparent kommuniziert.

Diese Einfachheit und Klarheit ist es, die die Journey-Spielerfahrung dominiert. Journey ist kein sonderlich schwieriges Spiel und auch keines mit einem besonders komplizierten Eingabeschema. Grade deshalb wird es dem Spieler enorm erleichtert, sich einfach dem Fluss der Ereignisse im Spiel hinzugeben. Journey ist nicht das grafisch aufwändigste Spiel, aber es zieht seine Identität aus klar definierten Formen und Farben, welche Journey mehr Identität geben als es bei vielen anderen Spielen der Fall ist, und die in 1080p beeindruckender denn je rüberkommt. Selbst die Kommunikation von Missionszielen – um mal einen klassischen Spielebegriff zu verwenden – erfolgt nicht durch Begleittext oder Questmarker, sondern über simple, aber enorm wirkungsvolle Kamerafahrten.

journey-ps4-screenshot-02

 

Momente und Geheimnisse

Thatgamecompany gelingt es durch diese Einfachheit, dem Spieler den Eindruck zu geben, dass jede auch noch so kleinste Tat von Bedeutung ist und sowohl optisch als auch akustisch gefeiert werden muss. Und erreicht man als Spieler einen jener Meilensteine auf seiner Reise, an denen er im Gesamtkontext betrachtet etwas wahrlich Großes vollbringt oder einen großen Fortschritt schafft, so werden diese Momente mit echter Bildgewalt zelebriert.

Es mag vielleicht auffallen, dass bis zu diesem Punkt kein einziges Mal erwähnt wird, was für ein Spiel Journey eigentlich ist, welche Geschichte es erzählt und wie es sich genau spielt. Und genau hier wird ein Problem offenbar, mit dem jeder konfrontiert wird, wenn er jemand anderem, der Journey noch nicht gespielt wird, etwas über das Spiel erzählen möchte: Journey erlebt man besten, indem man vor seinem ersten Spieldurchgang so wenig wie möglich über das Spiel weiß. Weder über die Geschichte noch über die Spielmechaniken noch über die großen Momente des Spiels.

journey-ps4-screenshot-03

 

Eine ganz persönliche Reise

Am passendsten lässt sich Journey vielleicht als eine audiovisuelle Pilgerreise durch die Überreste einer geheimnisvollen Zivilisation beschreiben. Eine Pilgerreise, auf der man viele, kleine wundersame Dinge erleben wird. Eine Reise, die dazu einlädt, über sich und die Welt zu sinnieren. Eine Reise, die die Neugierigen belohnt, die gerne auf eine Faust losziehen, anstatt sich immer alles von anderen vorkauen zu lassen. Und eine Reise, die Platz schafft für ganz eigene, persönliche Interpretationen.

Und wenn man Glück hat und während des Spiels mit dem PSN verbunden ist, trifft man auf seiner Reise andere Reisende, die das gleiche Ziel haben. Da das Spiel nur sehr, sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Kommunikation bietet, können hier zusammen mit anderen wahrlich magische Momente entstehen wie man sie in noch keinem anderen Spiel erlebt hat.

Wer Journey wirklich in seiner ganzen Pracht erleben möchte, sollte sich gut 2 Stunden ungestörte Zeit frei räumen, Kopfhörer aufsetzen und sich ganz und gar dem Fluss der Dinge hingeben.

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Unser Fazit

95 %

Journey ist wirklich ein ganz besonderes Spiel. Es hält sich nicht an klassische Spiele-Regeln. Es ist nicht sonderlich schwer, und es ist ziemlich kurz. Der einzige Fokus von Journey ist es, den Spieler ganz in seine Welt abtauchen zu lassen und ihn sich selbst ein ganz persönliches Erlebnis zu schaffen. Und genau das macht Journey so einzigartig und spielenswert. Es gibt nichts vor Journey und es gibt nichts nach Journey, das sich so anfühlt wie Journey. Und genau aus diesem Grund ist Journey auch im Jahre 2015 ein Meilenstein, den jeder Playstation-Besitzer einmal erlebt haben sollte.

Pro

  • + Stimmungsvolle Grafik
  • + Atmosphärischer Sound
  • + Nimmt den Spieler nicht an die Hand
  • + Belohnt Neugier
  • + Bietet viele einzigartige Momente

Kontra

  • - Ist ziemlich kurz

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
95 %
Steuerung
 
95 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
95 %

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Thommysoft ist auf Xbox-Senioren.com sowie im Schwestern-Forum PSN-Senioren.com ein Moderator und hilft mit viel Engagement den Usern bei PlayStation-Problemen weiter. Ab und an verfasst er für insidegames einen Test.

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