Journey - Review/Test - insidegames

insidegames

Journey – Review/Test

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 1. März 2012 | 17:00 Uhr von Lucardis

Journey-ps3-150x150

Auch nachdem ich mir etliche Trailer zu Journey angesehen hatte, wusste ich noch immer nicht wirklich, was mich erwarten würde, wenn ich auf die Start-Taste drücke und die Reise endlich beginnt. Tatsächlich lässt sich das Spielgefühl von Journey nur schwer in Worte fassen, da die Entwickler viel Wert auf eigene Interpretation und Atmosphäre gelegt haben. Ob Journey aber einen Blick wert ist, oder ob man sich das Abenteuer getrost sparen kann, lest ihr hier in unserem Test!

In Journey begibt man sich wortwörtlich auf eine Reise, bei der man auf die Spuren einer versunkenen Kultur geht. Man erkundet Ruinen, verlassene Gegenden und erfährt nach jedem Abschnitt, den man hinter sich lässt etwas mehr über das Gesehene. Das Ziel ist ein mysteriöser Berg, auf welchem ein gleißender Lichtstrahl zu sehen ist, doch der Weg dorthin ist beschwerlich, führt durch die Wüste, Schnee und Unterwasser-Artige Gebiete, die nicht immer sicher zu bereisen sind.

Man schlüpft als Spieler in die Haut einer eher anonymen, märchenhaften Figur, von der man nichts erfährt, weder Name noch Herkunft sind bekannt, auch die Beweggründe bleiben uns verborgen. Doch im Laufe des Spiels kann man sich immer besser in die Lage unseres Protagonisten hineinversetzen, da man ja sozusagen im selben Boot sitzt, die Reise schweißt einen regelrecht zusammen, was nicht zuletzt an der wunderbaren Atmosphäre des Spiels liegt, auf die ich später selbstverständlich nochmal genauer eingehen werde.

Unsere Reise geht natürlich nicht immer ohne Probleme vonstatten, so gibt es eingestürzte Brücken, die überwunden werden müssen, oder hohe Türme, welche unerklimmbar scheinen. Hier heißt es meist durch aktivieren von alten Fahnen und anderen Stoff-Schnipseln durch einen Energie-Impuls neue Wege zu entdecken. Oft lösen sich diese auf und bilden an anderer Stelle einen Pfad, oder man kann an ihnen entlang schweben, um auf hoch gelegene Plateaus zu gelangen. Des Weiteren kann unser Protagonist auch von sich aus eine Zeit lang durch die Luft gleiten, insofern wir vorher etwas „Energie“ an den Stoffen gesammelt haben. Doch diese Stoffschnipsel sind nicht einfach nur irgendwelche Schnipsel, ihnen scheint etwas auf mysteriöse Weise Leben eingehaucht zu haben. So gibt es Quallen-Artige Formen oder auch andere herumschwirrende Arten, die uns aber stets freundlich gesinnt sind.

Die größte Besonderheit an Journey jedoch ist, dass es eigentlich ein Online-Multiplayer ist, bei dem der große Reiz darin liegt, das Abenteuer zusammen zu erleben. Man soll sich zufällig treffen können und die einsamen Gegenden gemeinsam erkunden. Mir ist allerdings auf meiner Reise leider niemand begegnet, ich war stets allein auf weiter Flur unterwegs. Hoffentlich ändert sich das zum Release noch, denn so einsam kann es zugegebenermaßen auf Dauer etwas langweilig und eintönig werden, wenn man so durch die Wüste streift.
Neben der Mehrspieler-Erfahrung hat man aber auch auf die einzigartige Atmosphäre des Titels enorm viel Wert gelegt, was auch außerordentlich gut gelungen ist.
Zwar ist die Grafik doch eher minimalistisch gehalten, aber dennoch durchaus passend. Ganz und gar nicht minimalistisch verhält es sich hingegen mit der musikalischen Untermalung. Man wird stets von einem imposanten Orchester begleitet, welches die Stimmung der einsamen Reise zu jedem Zeitpunkt wunderbar wiedergibt. Generell herrscht in Journey eine doch eher melancholisch, fast bedrückende, Grundstimmung, die durch die eben erwähnte grandiose Musikuntermalung und die Landschaften, welche öde und einsam sind, soweit das Auge reicht noch unterstrichen wird. Wer also eh schon etwas schwermütig ist, sollte überlegen, ob Journey das richtige Spiel wäre.

Weiterhin wird in Journey kein einziges Wort gewechselt, geschweige denn geschrieben. Die Geschichte wird in Form von Bildern erzählt, was ganz nebenbei gesagt unglaublich viel Platz für eigene Interpretationen lässt. Meiner Meinung nach hätte das ein oder andere Wort nicht geschadet, denn gerade am Anfang fühlt man sich doch schon sehr verloren, wenn man einfach so mitten in der Wüste „abgestellt“ wird, ohne einen Hinweis, was man jetzt eigentlich machen soll. Und auch die Geschichte erschließt sich einem nicht sofort.
Eine Weitere Eigenheit des Titels ist die Tatsache, dass man auf dem ganzen Weg, kaum eine Actionsequenz zu Gesicht bekommt. Man ist de facto wirklich nur zu Fuß unterwegs oder schwebt durch die Gegend, wer nach Kämpfen sucht, ist hier fehl am Platz.

Nach ca. 2-3 Stunden werden wohl die meisten ihr Ziel erreicht haben, was ja zugegebenermaßen eine recht übersichtliche Spielzeit ist. Laut den Entwicklern soll man öfter auf die Reise gehen, dennoch halte ich 3 Stunden für etwas kurz. Außerdem bietet die Reise nur beim ersten mal die besonderen Momente, die versprochen werden, da man beim zweiten Mal bereits weiß, worauf man sich einstellen muss, was auch einiges an Einbußen in Sachen Atmosphäre bringt, wovon Journey ja schließlich lebt.

Unser Fazit

75 %

Journey trägt seinen Namen zu Recht. Man begibt sich auf eine Reise mit einer geradezu magischen Atmosphäre, die zum einen durch die grandiose orchestrale Musikuntermalung und zum anderen den menschenleeren und bedrückend einsamen Gegenden entsteht. Auch die Möglichkeit „Stoffschnipsel“ mit Energie zum Leben zu erwecken ist toll umgesetzt und kredenzt des Öfteren eine fast märchenhafte Stimmung. Die Spielerfahrung von Journey in Worte zu fassen ist wirklich schwierig, man probiert es am besten selbst mal aus. Zu Anfang muss man dem Titel eine Chance geben, denn das Prinzip eine Art „Stumm-Spiel“ zu erschaffen erscheint einem zunächst fremd, zumal die Geschichte auch auf vielerlei Art Interpretiert werden kann. Wer jedoch Actionsequenzen und kurzweilige Unterhaltung sucht, kann getrost die Finger von diesem melancholischen PSN Titel lassen. Der Mehrspieler-Modus könnte sicher großartig sein, jedoch ist mir auf meiner Reise niemand begegnet, sodass ich unglücklicherweise nichts darüber berichten kann, hoffentlich ändert sich das zum Release noch, ansonsten kann schonmal etwas Langeweile aufkommen, da man teilweise wirklich lange Laufwege hat, die sehr einsam sein können. Mit einer Spielzeit von 2-3 Stunden ist Journey recht kurz geraten, was auch durch die Möglichkeit des „Nochmal-Spielens“ nicht wett gemacht wird, da beim zweiten Durchgang an den meisten Stellen logischerweise die „Überraschung“ über die neue Spielerfahrung ausbleibt, sprich es ist ja nicht mehr neu, dass ich an den Stoffen hochschweben kann etc. Im Großen und Ganzen ist Journey ein gelungenes Spiel, welches schon fast einen, ich sag mal, meditativen Charakter hat. Wer Lust auf was Neues hat und sich von der Atmosphäre in den Bann ziehen lässt, sollte sich den Titel mal genauer ansehen, ansonsten am besten erstmals “Probe spielen“, denn dieser Titel ist ganz sicher nicht jedermanns Sache.

Pro

  • orchestrale Musikuntermalung
  • melancholische Stimmung
  • tolle, dichte, märchenhafte Atmosphäre
  • Mehrspieler-Idee

Kontra

  • kurze Spielzeit
  • wird zwischenzeitlich etwas eintönig
  • Keine Gespräche/Texte

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
75 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
75 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • the journey multiplayer
  • journey game review
  • journey game
  • journey mehrspieler
  • <>journey multiplayer
  • journey game multiplayer
  • the journey kritik
  • journey game kritik

- ANZEIGE -


*