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Jump, Step, Step – Test / Review

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Veröffentlicht 25. September 2017 | 16:35 Uhr von Alexander Winkel

Jump-Step-Step-artwork

Bonsai-Bäume und ein mental debiler Roboter liefern einen witzigen Hintergrund zum Puzzler Jump, Step, Step. Hinter dieser grünen Oase steckt ein klassisches Rätselspiel, welches aus isometrischer Perspektive heraus Denkaufgaben im Stil der Big Trak Spielzeuge liefert. Wie gelungen ist diese Adaption und kann auch jedermann wirklich in die Idylle und Ruhe dieses Abenteuers abtauchen?

Ein böses Erwachen für den kleinen Bob, als er völlig ramponiert sein Bewusstsein auf einem fremden Planeten wiedererlangt. Einige Teile fehlen dem kleinen Roboter, sowohl an sich selbst, als auch dem Raumschiff, mit welchem er wohl eine Bruchlandung hingelegt hat. Zu allem Übel geht ihm auch noch die Energie aus, so dass die Suche nach entsprechenden Batterien den Schlamassel vergrößert. Kein guter Tag für Bob, doch immerhin bekommt der kleine Kerl tatkräftige Unterstützung des Spielers.

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Präsentiert aus einer klassischen sowie isometrischen Ansicht gibt sich das fremde Szenario recht farbenfroh mit vielen Grüntönen und einer kuriosen Vegetation. Optisch ist der Titel nett, wenn auch auf Dauer doch ein wenig zu monoton. Die verschiedenen Plattformen wirken wie ein Labyrinth und fordern die Orientierungsfähigkeiten des Spielers geradezu heraus. Nach den ersten Schritten wird der Alltag für Bob ganz schön gefährlich, sorgen doch Fallen, Abgründe, sich bewegende Plattformen und zahlreiche weitere Gefahren für reichlich Möglichkeiten, dem Tod ins Auge zu sehen. Vor allem die späteren Abschnitte fallen extrem knifflig aus, sorgen gar dafür, dass manch einer schneller das Handtuch wirft, als Bob um Hilfe flehen könnte.

Die Aufgabe ist es nun, Bob an die Hand zu nehmen und ihm genaue Kommandos zu geben, was er tun muss. Ihr steuert den kleinen Roboter dabei keineswegs direkt durch die isometrische Welt, sondern formuliert eine Befehlskette, die er Schritt für Schritt bis zum nächsten Checkpoint oder Gegenstand ausführen wird. Dies erinnert frappierend an das elektronische Spielzeug Big Trak, welches in den 80ern des letzten Jahrhunderts sehr beliebt war. Anfänglich bestimmt man die Anzahl an Vorwärtsschritte und Drehungen um 90 Grad um seine Achse, um Bob durch das Labyrinth zu navigieren. Recht schnell wird der Ablauf mit Sprüngen, Schlägen und weiteren Kommandos garniert.

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Kurz darauf kommen weitere Fähigkeiten hinzu, welche nun eindeutig aus der moderneren Welt der Computer-Programmiersprachen entnommen wurden, auch wenn Jump, Step, Step dies mit eigenen Symbolen und Variationen ein wenig zu vertuschen versucht. Legt in der Befehlskette eine Markierung und setzt später eine Rücksprungmarke zurück zu dieser Position. Der Effekt ist, dass die dazwischen gelegten Befehle in einer Loop solange wiederholt werden, bis Bob das Ziel erreicht. Auch Abzweigungen der Befehlsketten sind möglich, wenn entweder oder Entscheidungen gefällt werden müssen. Wer programmiertechnische Vorkenntnisse besitzt, ist ganz klar im Vorteil.

Die Befehle werden aus einer Liste entnommen und können beliebig kombiniert werden. Dies macht anfänglich auch durchaus Spaß und solange die Befehlsketten nicht zu lange werden, ist der Puzzler durchaus zu überschauen. Jedoch mangelt es gewaltig bezüglich passender Unterstützung vom Spiel, wenn neue Elemente hinzukommen. Wie ein Loop gebaut wird oder eine if-Bedingung zu schreiben ist, muss jeder für sich selbst heraus finden. Spätestens bei den etwas komplexeren Abschnitten beginnt der Titel dann doch recht frustrierend zu werden. Herumprobieren führt evtl. früher oder später dann zur Lösung, Spielspaß wird jedoch etwas anders definiert.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

64 %

Prinzipiell ist Jump, Step, Step ein durchdachtes Puzzlespiel, bei dem die Hirnwindungen mal wieder ordentlich Arbeit bekommen. Es ist nicht einfach, sämtliche Schritte im Voraus zu planen und dabei alle Fallen gekonnt zu umgehen. Studieren der Umgebung und dennoch ein wenig Probieren und Testen wird an der Tagesordnung sein, um die richtige Befehlskette zu programmieren. Ja, programmieren, denn prinzipiell erinnert die Eingabe der Befehle an das klassische Elektronikspielzeug Big Trak von MB, welches Ende der 70er Jahre auf den Markt kam. Jedoch werden bei Jump, Step, Step wesentlich komplexere Züge abverlangt. Dies kann durchaus ein recht hohes Frustpotenzial mit sich bringen. Letztendlich ist es ein nettes Spiel, aber kein herausragendes Abenteuer.

Pro

  • + Ein niedlicher kleiner Charakter mit einigen mentalen Probleme.
  • + Prinzipiell ein durchdachtes Puzzlespiel mit kniffligen Rätseln.
  • + Eine ordentliche und schicke Optik und zumindest passender Sound.

Kontra

  • - Fehlende Anleitung bezüglich der Befehle. Vor allem spätere sind recht komplex und müssen erst durchschaut werden.
  • - Die Welt ist zwar nett gestaltet, letztendlich jedoch recht monoton.
  • - Die Aufgaben werden im späteren Verlauf ziemlich knackig, wenn nicht gar frustrierend.

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
65 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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