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Just Dance 2016 – Test / Review

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Veröffentlicht 12. November 2015 | 15:53 Uhr von Alexander Winkel

Just-Dance-2016-Artwork

Konkurrenz kennt Ubisoft keine, wenn sie mit Just Dance wieder kurz vor Weihnachten in die Händlerregale kommen. Dennoch ruht man sich nicht auf den Lorbeeren aus, auch wenn Just Dance 2016 zurecht am Grundprinzip kaum etwas verändert. Warum auch, es ist bereits recht gelungen. Abseits der Tanzfläche hat sich aber einiges getan und das wollen wir nun aufdecken. 

Die Grundzüge sind, wie auch kaum anders zu erwarten, relativ schnell zusammengefasst, denn Just Dance 2016 bietet all das, was die Serie bis heute ausmacht und weshalb Ubisoft auch so erfolgreich ist. Ein kunterbunter Mix von über 40 Songs mit aktuellen Chart-Stürmern und klassischen Hits sorgt für ordentlich Partylaune und deckt damit auch alle Epochen der Tanzmusik gekonnt ab. Martin Garrix schmettert sein Animals, Großmeister David Guetta zusammen mit Nicki Minaj bieten Hey Mama und die Black Eyed Peas geben I Gotta Feeling zu ihrem Besten. Allesamt Ohrwürmer zu denen auch sofort die Hüfte mitschwingt. Neben dem Radioprogramm werden aber auch die Kids wieder beglückt, denn Disney-Songs begeistert. Die Auswahl ist sehr abwechslungsreich, auch wenn einige Songs wieder ziemlich anspruchsvoll in den Choreographien umgesetzt sind. Der Trend von Just Dance, immer mehr den original Musikvideos zu entsprechen, hält nach wie vor an. Dadurch werden die einzelnen Moves teilweise recht knifflig, wenn auch kunstvoll und grandios inszeniert. Wer das alles in Perfektion kann, sollte auf die Showbühne gehen.

Frust kommt aber wenig auf, dazu ist Just Dance 2016 – wie auch seine bisherigen Vorgänger – einfach viel zu sehr auf unterhaltsame Party ausgelegt. Die typische Farbenpracht mit bunten, knalligen und schrillen Farben ist ein Markenzeichen und auch der Jingle zum Start des Spieles ist wohlbekannt. An der Technik hat man kaum etwas gemacht und nur in Nuancen alles perfektioniert. Bis zu sechs Spieler dürfen auf der Xbox One gleichzeitig und teilweise wieder speziell auf mehrere Tänzer ausgelegte vor dem TV tanzen, dabei entweder Kinect nutzen, oder aber die neue Smartphone-App. Mittels derer werden ähnlich wie mit der Wii-Remote die Bewegungen mittels des Handys erkannt, gewertet und an die Konsole geschickt. Leider hat dieses Feature in unserem Netzwerk nicht funktioniert, so dass wir gar nicht weiter darauf eingehen können. Aber mal ganz ehrlich gesagt, kann man darauf als Xbox-Spieler auch getrost verzichten. Kinect macht wie immer eine sehr gute Figur. Die Auswertung funktioniert super, zwingt uns aber immer wieder zu präziseren Bewegungen, um den Highscore auch in die Höhe treiben zu können.

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… und doch alles etwas anders!

Oberflächlich betrachtet ist Just Dance 2016 einfach ein Update der Vorgängerversion mit über 40 neuen Songs. Unter dem optischen und in vielerlei Hinsicht auch akustisch ähnlich anmutenden Korsett verbirgt sich aber ein völlig abgewandeltes Spiel. Wer ganz traditionell seine Lieblingssongs aussuchen möchte, wühlt sich durch den Sweat- und Playlists-Modus. Hier stehen alle freigeschalteten Songs zur Verfügung oder man schwitzt zu einer ganzen Setliste an Songs. Diese kann wie immer personalisiert werden, um seinen persönlichen Geschmack mit einzubringen und an den Kalorien zu arbeiten. Just Dance TV ist ebenfalls allen bekannt und liefert uns wieder witzige Community-Videos, sofern diese geteilt werden. Kinect ist natürlich ein großer Vorteil, um die Tänzer hier ins rechte Licht zu rücken. Einen World-Dancefloor wird man aber vergebens suchen, denn der einzige bisher richtige Onlinemodus ist quasi gestrichen worden.

Im völlig neuen Dance Party-Modus können Spieler nun erstmals mit Freunden kooperativ an den Highscores arbeiten und müssen nicht mehr nur gegeneinander antreten. Der Dance Quests-Modus dagegen richtet sich vor allen an Solisten, die etwas schaffen möchten. Auf drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden müssen virtuelle Gegner geschlagen werden, wobei eine Reihe an Herausforderungen gestellt werden. Das Niveau wird hauptsächlich anhand der zu ergatternden Sterne gemessen. Auf leicht schaffen die CPU-Gegner meist nur 1-2 Sterne, auf Schwer geht es in Richtung fünf und das Mittelmaß liegt genau dazwischen. Dank eines Turniersystems mit Punktetabellen sind leichte Fehltritte aber durchaus möglich und dennoch kann das Treppchen erweicht werden.

Ganz ohne das weltweite Netz kommt Just Dance 2016 aber dann doch nicht aus. Nicht nur aufgrund der Vergleiche mit Freunden, sondern auch dem Just Dance TV und dem neuen Showtime-Modus. Hier werden kleine Musikvideos gedreht – witzig für zwischendurch, aber kein Dauerbrenner. Was mich persönlich aber wirklich motiviert, ist die neue World Video Challenge. Spieler aus aller Welt erspielen neue Rekorde und teilen diese mitsamt den Videos über die Server. In diesem Modus kann man nun die Challenge annehmen und versuchen, diese Rekorde zu brechen. Der Gegner wird als geschlagen markiert und bekommt die Info, dass jemand besser war. Ein sehr spannendes System, da man auch parallel ein wenig sieht, wie die Spieler tanzen und was diejenigen gut machen. Ein wenig Ausbaufähig ist der Modus dennoch. Zum Beispiel fehlen vor Antritt der Herausforderung Informationen, wie hoch der Rekord ist und was es zu schlagen gilt.

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Unbegrenzter Tanzspaß

Immer wieder stellt sich die Frage, was aus bereits gekauften Download-Songs oder Titel aus den Vorgängerspielen wird, in die man ja durchaus schon den einen oder anderen Schein investiert hat. Leider bietet auch die 2016er Ausgabe keinerlei Möglichkeit des Importes. Ubisoft offenbart mit Dance Unlimited stattdessen den ersten Abo-Streaming-Service in der Geschichte von Just Dance. Bereits jetzt in der Anfangszeit stehen schon über 150 Musiktitel aus sämtlichen vorherigen Ablegern der Serie zur Verfügung mit der Tendenz, dass weitere nach und nach hinzugefügt werden. Der Segen ist in ferner Zukunft auch der Fluch des Programms: Sämtliche Titel werden über das Internet gestreamt und nicht direkt auf die Konsole herunter geladen. Einerseits vorteilhaft, spart man sich jede Menge Platz auf der Festplatte. Andererseits aber ist der Zugriff verschwunden, sobald die Server von Ubisoft irgendwann mal abgeschaltet werden. Ganz kostenlos ist der Service zudem ebenfalls nicht. Ein Probemonat liegt dem Spiel bei und damit kann man genüsslich in die Geschichte von Just Dance eintauchen – und mich als Fan der Serie hat es gleich begeistert, so manche Titel aus den ganz alten Ablegern auch mal wieder zu spielen. Anschließend muss die Nutzung aber bezahlt werden, in einem monatlichen oder jährlichen Rhythmus und ist nicht ganz so billig. Die Preispolitik ist aber wesentlich fairer noch als die Jukebox-Variante, welche uns bei Guitar Hero Live aufgetischt wird. Darüber hinaus ist Dance Unlimited eher als Bonus zu sehen. Das Spiel kommt mit über 40 Titeln auf der Scheibe daher, die immer gespielt werden könne und offeriert damit bereits eine ordentliche Auswahl.

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Unser Fazit

83 %

Mit dem neuesten Ableger hat Ubisoft zwar das Grundprinzip der traditionsreichen Tanzspiel-Serie nicht großartig verändert, bietet aber ein völlig neues Spielerlebnis dank zahlreicher neuer Modi. Hervorzuheben ist die Fokussierung auf die Jagd nach Highscores, die zusammen in der Familie und unter Freuden erreicht, oder aber durch die äußerst motivierende World Video Challenge weltweit angegangen werden. Stundenlang kann man sich mit den Herausforderern beschäftigen und wird beständig motiviert, die Choreographie besser zu schaffen. Diese sind übrigens wieder sehr gelungen, aber bisweilen auch extrem anspruchsvoll – vor allem da Just Dance seit jeher keinen Trainingsmodus bietet. Eine wesentliche Neuerung ist letztendlich Dance Unlimited. Der Probemonat ist ein gefährliches Tor zum Spielspaß. Hat man einmal die riesige Auswahl an Songs miterlebt, möchte man am liebsten auch weiterhin mehr als nur die durchaus gelungene Mischung aus über 40 Songs weiternutzen. Ganz billig ist der Abo-Service aber nicht und man sollte sich überlegen, ob sich das lohnt. Vor allem dann, wenn sämtliche Titel der Reihe eh bereits das Regal zieren.

Pro

  • + Kinect erkennt wunderbar die Schritte
  • + auch Just Dance wird immer anspruchsvoller und bietet reelle Choreographien
  • + extrem farbenfrohes Treiben passt super zu Partystimmung
  • + zahlreiche neue original Interpreten & Songs bieten eine ordentliche Musikauswahl
  • + viele neue und unterschiedliche Spielmodi
  • + technisch einwandfrei umgesetzt
  • + Dance Unlimited kann man mit einem Probemonat testen

Kontra

  • - nach wie vor gibt es kein Trainingsmodus
  • - was kontraproduktiv gegenüber den immer schwierigeren Choreographien ist, die teilweise komplett den Musikvideos entsprechen oder den Bühnenshows
  • - wie immer werden bereits gekaufte Titel nicht integriert
  • - Abo-Service ist recht kostspielig

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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