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Just Sing – Test / Review

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Veröffentlicht 15. Oktober 2016 | 23:14 Uhr von Alexander Winkel

Just-Sing-Artwork

In diesem Jahr wird ordentlich für das Weihnachtskonzert geprobt, denn neben We Sing und Let’s Sing 2017 mischt nun auch Ubisoft mit einer neuen Marke im Karaoke-Business mit. Just Sing ist zumindest namentlich ein Ableger von Just Dance, doch kann es auch die Qualität des Tanzspiels wahren? Wir haben uns quer durch das Songrepertoire geackert und waren leider dann doch ein wenig enttäuscht.

Das eigentliche Grundkonzept von Just Sing ist prinzipiell ordentlich umgesetzt. Zu den über 45 Songs, die bereits auf der Disc vorhanden sind, wird mittels vorhandener USB-Mikrofone, aber auch völlig unkompliziert mit Smartphone bzw. Tablet geträllert. Die Anbindung der zusätzlichen Screens ist simpel: Im jeweiligen Store der Android- oder iOS-Geräte findet sich die passende Just Sing App kostenfrei und einmal heruntergeladen und gestartet, sucht diese automatisch im heimischen WLAN nach laufenden Just Sing Spielen. Ist nur eines vorhanden, verbindet sich das Smartphone/Tablet normalerweise direkt und man kann bereits loslegen. Damit dürften genügend Eingabegeräte vorhanden sein, um bis zu vier Spieler gleichzeitig vor den TV zu locken.

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Zur Auswahl stehen zwei recht simpel aufgebaute Spielmodi. Je nach Lust und Laune sucht man sich einen Song aus und zeigt anschließend seine Performance. Schade nur, dass die Wertung nur temporär ist, da diese nicht gespeichert wird. Es ist kein Vergleich mit Freunden möglich und auch kein Hinweis vorhanden, wie man früher abgeschnitten hat. Ebenso ärgerlich, dass man immer zum ersten Titel der Auswahl zurückkehrt und die Songliste erneut durchackern muss. Alternativ kann man eine Liste anlegen, deren Songs hintereinander abgespielt werden. Witzig dabei, dass die Smartphones/Tabletts optimal als Controller-Ersatz fungieren und uns viele Einstellungen bereits über den Touchscreen ermöglichen. So kann man unkompliziert durch die Songs stöbern und gleichzeitig die Favoritenliste verwalten.

Erstaunlich auch, dass die Aufnahmequalität der herkömmlichen Mikrofone eher bescheiden ist und hier die Smartphones/Tablets wesentlich besser abschneiden. Wir haben so einige USB-Geräte ausprobiert, waren aber selten mit dem Ergebnis nach dem Song glücklich. Denn ähnlich der alten Singstar Spiele wird das Duschengejammer automatisch aufgezeichnet und dank der Konsolenkameras wie Kinect sowie denen der Smartphones/Tablets kann Just Sing hinterher ein aberwitziges Musikvideo erstellen. Vorab bestimmt man die Effekte und ähnliches, hinterher lässt sich die Performance auf der Festplatte verewigen oder gar für die Just Sing Online-Community hochladen. Ein Ausflug in die weltweit veröffentlichten Videos liefert witzige, oft aber auch ganz erstaunliche Beiträge anderer Spieler und gehört mitsamt der eigenen Mitschnitte zu den Highlights von Just Sing.

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Soweit wurden nur geringe Mängel gelistet, doch leider gibt es auch gravierende Probleme. Egal ob mit einem Mikrofon oder mit Smartphone beziehungsweise Tablet gesungen wird, die Performance lässt sich simpel durch einen Ventilator manipulieren und man erhält dadurch gar traumhafte Ergebnisse. Zwar scheint der Titel durchaus auch in der Lage zu sein, die Tonlage zu erkennen, sofern man zu singen versucht, die Rückmeldung mittels einer Text-Einblendung fällt aber eher bescheiden aus. Dank fehlender Anzeige der Tonhöhe und Melodie fehlt zudem jegliches Gefühl zur Gesangsspur und man muss den Song schlussendlich auswendig kennen. Darüber hinaus treten je nach Hardware (TV / Soundanlage) durchaus Verzögerungen bei der Wiedergabe der USB-Mikrofone auf, was zu einem störenden Hall führen kann. Das Mikro lässt sich zwar stumm schalten, dann wertet Just Sing sinnloserweise aber auch den Gesang nicht mehr aus. Smartphone/Tablet Spieler haben das Problem nicht, da deren Originalgesang erst nach Abschluss des Songs in der Performance und auf den Song synchronisiert zu hören ist.

Sobald man die ausladende Songliste durchgeht und sich jeden Titel einmal anhört, stellen sich einem teilweise die Nackenhaare auf. Es stehen anfänglich breites über 45 Titel zur Verfügung und mit dem Spielfortschritt werden Avatare, Effekte und auch so manch anderer Titel noch freigeschaltet. Für weiteren Nachschub sorgt zudem der Online-Store. Auf der Disc selber sind letztendlich aber nur zehn Originalsongs vorhanden. Die restlichen Titel sind Cover, die stellenweise mehr schlecht als recht umgesetzt wurden. Viel lieber würden wir dem Graf lauschen, als dem Ersatzsänger für Geboren zum Leben. Derer gibt es zahlreiche weitere Beispiele an eher schlechteren Umsetzungen. Der Vorteil für Ubisoft liegt auf der Hand, denn bei den Covern kann man einfacher die Gesangsspur abschalten und einen richtigen Karaokemodus anbieten. Etwas, was Singstar zu keinem Zeitpunkt offerierte und auch andere Hersteller eher weniger bieten können. Leider aber ein schlechter Kompromiss und schade, dass man das Potenzial der Just Dance Reihe nun Just Sing nicht ganz zu spüren bekommt.

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Unser Fazit

60 %

Von einem Just Dance Ableger als Karaokespiel hätte ich mir durchaus mehr erwartet. Der Einstieg in die Talentshow ist immerhin einfach gehalten und dankt der unkomplizierten Anbindung von Smartphones und Tablets finden sich genügend Eingabegeräte, um auf einer Party wirklich seinen Spaß zu haben. Größter Pluspunkt sind die aufgezeichneten Videos der eigenen Performance oder aber das, was man in der Online-Community zu sehen bekommt. Trotz allem ist Just Sing leider nicht zu empfehlen. Das Gameplay ist zu simpel umgesetzt und gekrönt wird die Talfahrt mit den eher schlechten Coversongs. An die Sorgfalt und Qualität der Just Dance Titel kommt der Karaokespaß leider nicht heran. Wer eine wirklich gute Software haben möchte und auf all die Videomitschnitte der eigenen Person verzichten kann, sollte sich lieber Let's Sing 2017 anschauen.

Pro

  • + Über 45 Songs aller Epochen ...
  • + Schneller, unkomplizierter Einstieg.
  • + Gute Smartphone/Tablet Unterstützung als Controller und Mikrofon.
  • + Grandiose Videomitschnitte stellen das Highlight dar (sowohl eigene, als auch Online-Community)

Kontra

  • - ... wobei aber fast nur Cover vorhanden sind, die oft nicht gut sind.
  • - Die eigene Stimme kann nicht stumm geschaltet werden, da das Spiel sonst nicht mehr wertet.
  • - Schlechte Stimmerkennung, es reicht für die meisten Songs ein Ventilator.
  • - Suboptimales Spielinterface ohne Anzeige der Tonhöhe oder Melodie.

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
40 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
75 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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