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Killzone: Shadow Fall – Review / Test

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Veröffentlicht 13. Januar 2014 | 19:06 Uhr von Sandra

Killzone-Shadow-Fall

Seit dem 29. November 2013 ist Sonys Next-Gen-Konsole Playstation 4 offiziell im Handel käuflich zu erwerben … oftmals und sehr zum Leidwesen vieler Fans und interessierter Spieler mehr schlecht als recht. Aber wer in den Genuss der PS4 im heimischen Wohnzimmer kommt, tut dies mit ziemlicher Sicherheit u.a. auch mit Guerrilla Games Ego-Shooter Killzone: Shadow Fall, der Spielern nicht nur eine wahre Achterbahnfahrt – in spielerischer Hinsicht – präsentiert, sondern, und das ohne Zweifel aufkommen zu lassen, ein würdiger Botschafter dessen ist, auf was wir uns in der noch frischen Next-Gen-Playstation-Ära werden freuen dürfen. Und wir resümieren nun für euch, basierend auf unserem Langzeittest (Single- und Multiplayer), warum wir zu diesem Schluss gekommen sind.

Im Weltall ist noch immer die Hölle los

Helghast sind immer noch mies gelaunte Zeitgenossen, die im Zweifel nichts Besseres zu tun haben als Menschen über die Klinge springen zu lassen. Der Krieg ist bereits seit Jahren beendet, Killzone: Shadow Fall spielt 30 Jahre nach den Ereignissen von Killzone 3. Haben die Helghast, deren Imperium zerstört wurde, das akzeptiert? Mitnichten und so versuchen die Überlebenden alles, nicht nur den Menschen, sondern inzwischen auch den Vektanern, doch noch gehörig vors Schienbein zu treten.

Ihr werdet Zeuge, wie ein kleiner Junge miterleben muss, wie sein Vater von eben jenen übellaunigen Gesellen seines Lebens beraubt wird. Gottlob wird der Junge gerettet und kaum 15 Jahre später findet ihr euch als Spieler in der virtuellen Haut dieses Knaben, nun zum Manne gereift und als Mitglied des Geheimdienstes, wider. Ebenfalls, sollte man sagen, wieder und immer noch an eurer Seite euer Boss, seinerzeit Lebensretter und in all den Jahren auch euer Ersatzvater Sinclair. An der Stelle fügen wir an, dass ihr euch auf euer Gefühl verlassen solltet und wenn sich so etwas wie „was hat der Typ bloß vor“ regen sollte, behaltet das einfach mal im Hinterkopf.

Gestatten, euer Name ist ab sofort Lucas Kellan. Macht euch damit vertraut als Shadow Marshal, eine Mischung aus Soldat trifft Geheimagent, diverseste Aufträge zu erfüllen. Reisebereitschaft solltet ihr mitbringen und am besten auch vor nichts und niemanden, am allerwenigsten aber vor den Helghast, Angst haben. Ein gewisser Umgang mit Waffen wird vorausgesetzt und Teamfähigkeit schadet sicher nicht. Solltet ihr noch über eine gewisse Form des Entdeckerdrang-Gens verfügen, ist zwar keine Bedingungen, aber garantiert von Vorteil.

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Vorwärts Kammeraden, mir nach – ich folge euch!

Nachdem ihr bis zu diesem Punkt einige wahrlich schon fast „Mindblower“-Sequenzen vorgesetzt bekommen habt, wird es Zeit aktiv in das Geschehen einzugreifen. „Nehmt euer Zeug“ – und los geht es. Wobei das Missions-Design, eigentlich wie fast immer, Standardware ist. Rettet, bergt, findet oder infiltriert etwas, dieses und jenes. Natürlich werden immer – mal mehr, mal weniger – Gegner eure Wege kreuzen, Pläne vereiteln und es euch auch natürlich nicht leicht machen. Aber ihr habt konstante elektronische Hilfe in Form einer Drohne, OWL genannt, an eurer Seite. Während die KI-Kameraden euch gerne mal alleine los ziehen lassen, ist OWL immer dabei. Das fliegende Helferlein leisten, wenn es drauf ankommt, wertvolle Dienste, kann im Übrigen nicht zerstört werden und zieht sich, wenn es zu brenzlig wird, auch mal eigenständig zurück. Werdet ihr beispielsweise angeschossen und habt genügend Adrenalin vorrätig, holt euch OWL wieder auf die Beine. Ein Terminal verweigert den Zugriff? Kein Problem, erteilt OWL den Auftrag und zeigt dem widerspenstigen Computer, was ne Harke ist. Ebenfalls kann die Drohne Schilde aufrichten und damit bei euch für Schutz sorgen oder Seile spannen, um scheinbar nicht erreichbare Orte doch erreichbar zu machen. Natürlich kann OWL auch Gegner angreifen und so wie sie für euch Schilde aufbauen kann, die von Gegnern ausschalten. Um die Drohne zu befehligen, wird das neu in den DualShock 4 Controller integrierte Touchpad verwendet. Ressentiments diesbezüglich sind an dieser Stelle nicht angebracht – das Gegenteil ist der Fall, denn die Drohne zu dirigieren funktioniert einfach und intuitiv.

Gebt eurem Entdecker-Drang nach und folgt nicht dem manches Mal etwas stur anmutenden Story-Verlauf. Gleichwohl auch Killzone: Shadow Fall eher den konventionellen, linearen Weg beschreitet – es fühlt sich nicht so an. Die Level- und Missionsabschnitte sind ansprechend groß und vielschichtig gestaltet und sorgen dafür, dass der grundlegend schlauchartige Charakter nicht wirklich zum Tragen kann. Die schöne Welt des Schein und des Seins – Killzone: Shadow Fall beweist, wie man das wahrlich gut kombinieren kann. Es ist nicht mehr offensichtlich, dass man durch geschleust wird, sondern es bleiben Wege nach links und rechts abseits des Hauptpfades übrig. Sehr gut gemacht! Und diese Ausflüge solltet ihr auch unternehmen und euch generell richtig umschauen, damit ihr beispielsweise die ganzen Audiologs auf die Ohren bekommt. Diese schallmeien euch aus den ebenfalls neu in den DualShock 4 Controller integrierten Lautsprechern entgegen, und ja, das klingt gut. Abgesehen davon, sind die Audiologs wichtige Komponenten für den Story-Verlauf. Sie füllen Lücken, sorgen für Hintergrundwissen und nicht selten für einen „aha, so ist das also“-Effekt.

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Wenn der Gegner denkt, dass er denkt …

… dann habt ihr als Spieler viel zu tun. Die Helghast machen es euch beileibe nicht einfach und sie wissen, wie sie gegenhalten müssen. Nicht nur dass sich die Wiedersacher optisch unterscheiden, dieses Aussehen ist auch ausschlaggeben dafür, wie sie sich zur Wehr setzen und wie ihr wiederum angreifen müsst, damit diese ins virtuelle Gras beißen. Stellt euch auf dick gepanzerte Kerle ebenso ein wie auf aus dem Hinterhalt heraus agierende Scharfschützen oder auch unsichtbare Vertreter, die auf einmal da sein können. Auch agieren die Opponenten ein Stück weit danach, wie ihr spielt. Werdet ihr entdeckt, wird Alarm ausgelöst und natürlich versuchen die Anhänger der Helghast euch nicht selten ins Kreuzfeuer zu nehmen. Angriffe können gleichermaßen aus der Distanz als auch aus direkter Nähe erfolgen. Seid auf alles gefasst und passt eure Spielweise darauf an.

Apropos … es gibt fast immer eine „entweder – oder“-Möglichkeit. Entweder ihr tut es Rambo gleich und ballert mit schwerem Geschütz aus allen Rohren, was durchaus häufiger mit eurem Ableben quittiert wird. Oder ihr geht bedächtig vor, sondiert die Lage, schlagt aus dem Hinterhalt zu – vielleicht oder idealerweise etwas abseits des „vorgegebenen Weges“ und, nicht zu vergessen, nutzt das nette Tiefensonar-Feature. Was für eine Hilfe das sein kann, wisst ihr spätestens dann zu schätzen, wenn ihr mithilfe dieser Option ein Dutzend Gegner in die Wüste geschickt habt ohne nur einen Kratzer abbekommen zu haben. Setzt das Sonar jedoch mit Bedacht ein, im Übrigen durch simples Drücken des Steuerkreuzes nach rechts zu aktivieren, und haltet es nur so lange Aufrecht, wie nötig. Auf diese Weise könnt ihr Gegner in eurem Umfeld ausmachen und „Step by Step“ ausschalten. Drückt aber nicht zu lange, denn dann überlastet das gute Teil und sorgt dafür, dass ihr leichte Beute für eure Widersacher seid.

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Klaustrophobie trifft auf Unendliche Weiten

Optisch als auch akustisch trägt Killzone: Shadow Fall dick auf, und – wir sagen „zum Glück“ – ist das meiste davon nicht nur Fassade. Ja, der neuerliche Ausflug hat auch seine Schattenseite, bricht zur Mitte hin insbesondere fürs Auge etwas ein, fängt sich jedoch wieder und gipfelt in einem fulminanten Finale. Bis es so weit ist, werdet ihr eine visuelle Achterbahnfahrt hinter euch bringen. Guerrilla Games Shooter hat es drauf, so viel steht einfach mal fest. Tragisch, möchte man meinen, ist nur, dass es keinen roten Faden gibt. Während die anfänglichen Level und Missionen ihre Opulenz förmlich hinaus speien, mit Texturen, Details, Partikel-Effekten, Weitsichten und Animationen wahrlich protzen, bekommt der satte Anstrich einen fast schon im wahrsten Sinn des Wortes Grauschleier. Wenn es in die Innenareale geht, greift Zweierlei: Fürs Spielgefühl definitiv gut ist, dass z.B. die dunklen Gänge der Raumstation Beklemmung auslösen. Auf der anderen Seite wiederum ist diese Enge fürs Auge nicht schön, der letzte Pfiff fehlt einfach. Und erschwerend kommt hinzu, dass dem Ganzen eine – trotz astreinem Texturpaket und keine wirklich erkennbaren Ladefehler, Nachsetzer, etc. – gewisse Abwechslung fehlt. Warum im Speziellen Innenareale immer noch an dieser Tristes-Krücke humpeln müssen, wissen wohl nur die Entwickler allein. Glücklicherweise entgraut sich dieser Umstand wieder total und Killzone: Shadow Fall zeigt was es zusammen mit der Playstation 4 drauf – und das ist fürs inzwischen doch sehr verwöhnte Zocker-Auge ein absoluter Hochgenuss. Dazu gehören auch die brachialen Explosionen, die nicht nur optisch, sondern auch akustisch eine sprichwörtliche Bombe sind. Ebenfalls stimmig und überzeugend die Animationen und die Tatsache, dass die Helghast so etwas wie ein Gesicht bekommen haben, dass zwar noch ein bisschen starr in die Landschaft blickt, aber  ist nichts desto weniger eine gute Sache. Der Weg stimmt, die Richtung auch – weiter so, davon wollen wir definitiv mehr haben!

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Killzone: Shadow Fall Online

Natürlich wollen wir nicht versäumen auch ein paar Worte zum Multiplayer zu verlieren. Grundlegend einmal kann dem Shooter bescheinigt werden, dass die Online-Funktionalität tadellos über die Bühne geht. Na ja, nicht immer, aber immer öfter. Guerrilla Games ist das Problem bekannt und es wird stetig daran gearbeitet, das vor allem auch Online-Vergnügen eben zu diesem zu machen.

Wir haben mehrere Partien zu unterschiedlichen Tages- und Wochenzeiten gespielt. Wir haben fast immer Mitspieler gefunden – also tote Hose, wie gerne bescheinigt wird, können wir nicht bestätigen. Dafür haben wir leider häufiger Bekanntschaft mit Cheatern machen müssen. Diese Wichte, die sich dank Manipulation unsterblich machen, sich Superkräfte verpassen und weiß der Teufel nicht noch alles. Das kann den Spielspaß dann schon gewaltig trüben. Trifft man, z.B. als Team auf ein ebenfalls anständig spielendes Widersacher-Team, geht die Sache vollkommen in Ordnung.

Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass wir meistens sehr schnell zum Server verbunden haben und die Spiele fix aufgebaut waren. Trotzdem gab es einzelne Spieler, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen aus der Party als auch dem Spiel geflogen sind und erst mit einem Konsolen-Neustart wieder dazu stoßen konnten. Wenn Guerrilla dieses Problem noch in den Griff bekommt, brauchen wir auch nicht mehr auf hohem Niveau zu meckern.

Unser Fazit

85 %

Oh mein Gott … wenn das der Anfang ist, möchten wir nicht wissen, was da noch auf uns zukommt. Ach Quark, natürlich wollen wir das wissen – mehr noch: Wir wollen das sehen und spielen. Guerrilla Games, das habt ihr echt gut gemacht (die etwas grauen Innenareale seien euch verziehen) und mit Killzone: Shadow Fall schlichtweg einen geilen Shooter abgeliefert. Anders kann man es nicht sagen. Dass ihr bereits zu Beginn der Next-Gen-Ära technisch auf derart hohem Niveau abliefert, zeigt was ihr drauf habt. Dickes Lob an euch, vor allem weil ihr nicht nur auf Bombast-Optik gesetzt habt, sondern auch noch eine Story serviert, die bei Laune hält, da man mehr erfahren will. Das Gesamtpaket stimmt, der Umfang ist auch schwer in Ordnung, die Handhabung klappt super – auch unter Berücksichtigung der neuen Möglichkeiten (Stichwort DualShock 4 Controller) und euer Support (Updates, Verbesserungen, etc.) passen ebenfalls. Killzone: Shadow Fall ist aus unserer Sicht und nach vielen, vielen Spielstunden definitiv eine Empfehlung wert und vor allem für Playstation 4-Besitzer und die, die es werden wollen, Pflichtprogramm!

Pro

  • + gute Storyline
  • + fantastische Optik
  • + stimmige FX-Sounds
  • + ordentlicher Umfang
  • + sehr gute Steuerung
  • + neue Controller-Features gut integriert
  • + Überraschung nach dem Abspann
  • + sehr gute Kollisionsabfrage
  • + Synchronisation (Deutsch/Englisch)

Kontra

  • - Innen-Areale wirken immer noch sehr trist
  • - partiell arge Story-Wirrungen
  • - Online tummeln sich partiell viele Cheater

Unsere Bewertung

Grafik
 
87 %
Sound
 
88 %
Steuerung
 
88 %
Gameplay
 
84 %
Multiplayer
 
78 %
Spielspaß
 
85 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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