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Kirby: Planet Robobot – Test / Review

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Veröffentlicht 27. Mai 2016 | 17:30 Uhr von Andreas Keser

Kirby-Planet-Robobot-Artwork

Kirby steht für knuffige Gegner, für Harmonie und Happyness und für alles, was irgendwie bunt, zuckersüß und liebenswert ist. Mech-Roboter stehen für kalten Stahl, brutale Waffengewalt, Härte, eintönige Farben und alles Mögliche, aber ganz sicher nicht für irgendetwas, das auch nur ansatzweise in Kirbys Welt passen könnte. Im neusten Kirby-Abenteuer prallen nun aber genau diese beiden Welten aufeinander. Nintendo hat das irgendwie unter einen Hut gebracht und Kirby erst mal ans Steuer eines Kampfroboters gelassen. Ob das wohl so eine gute Idee war? 

Tiefgründigkeit, höchster Anspruch und Spannung – die Story 

Wie seit jeher ist die Story eines Kirby-Spiels auch dieses Mal schnell erzählt. Tiefgründigkeit, einen enormen Anspruch und Spannung bis die Nerven blank liegen… all das gab es bei Kirby noch nie und man will ja nicht mit alten Traditionen brechen.

Dieses Mal fallen außerirdische Roboter auf Planet Pop ein und bedrohen das einheimische Volk. Sie sind ganz begeistert vom Klima und wollen die frische Luft und das klare Wasser für ihr eigenes Völkchen nutzen, sodass kein Platz mehr für die ursprünglichen Bewohner bleibt und diese kurzerhand vertrieben werden. Kirby kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und macht sich sogleich auf den Weg, um den mechanischen Fieslingen den Garaus zu machen und den Planeten zu retten.

Erzählt wird das Ganze in hübschen, kurzen Videosequenzen, die man sich später allesamt nochmals im Menü anschauen darf.

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Klassisches Gameplay?

Auch wenn Planet Pop nun plötzlich von düsteren Robotern heimgesucht wird und diese einen zentralen Punkt des Spiels darstellen, so baut man natürlich nach wie vor auf das altbewährte Gameplay. Kirbys stärkste Waffe ist und bleibt seine Fähigkeit, Gegner einzusaugen und deren Fähigkeiten zu kopieren. Neben den Klassikern wie Feuer, Eis oder Elektro, gibt es auch ein paar sehr spezielle Eigenschaften, die sich unser rosa Klopps zu Eigen machen kann. Wenn er beispielsweise einen Zirkusartisten einsaugt, dann kann er plötzlich Ballons in Hundeform aufpusten, auf einer Kugel balancieren, mit feurigen Bällen jonglieren oder wie ein Weltmeister Trampolinspringen. Obwohl sich das nicht sonderlich gefährlich anhört, kann er mit seinen neuen Talenten durchaus Schaden anrichten. Auch das Einsaugen eines Waldgegners lohnt sich, denn danach kann Kirby mit Laub um sich schmeißen und aus Blättern einen Schutzpanzer erschaffen. Neben diesen Fähigkeiten, kann sich Kirby auch in einen Indiana Jones verwandeln und mit der Peitsche knallen, Pfeil und Bogen verwenden, als Psycho mit Telekinese experimentieren, als Kämpfer Hadokens abfeuern und martialische Kicks austeilen oder als Ninja mit Wurfsternen um sich schießen. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten. Manchmal müssen sogar kleine Tastenkombinationen eingegeben werden, um eine Attacke auszuführen (z.B. unten, oben, B), was dafür sorgt, dass man nicht nur einen Standardangriff hat, sondern oft gleich mehrere verschiedene. Je nach Situation eignet sich die eine Fähigkeit natürlich besser als die andere. Hier bleibt somit alles beim Alten, denn genau das erwartet man von einem Kirby-Abenteuer.

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Spielereien mit den Ebenen

Was nun aber neu hinzu kommt, sind die Spielereien mit den Ebenen. Meist läuft das Geschehen ganz klassisch von links nach rechts ab. Das kennt man so und das ist auch völlig ok. Bei Kirby: Planet Robobot ist das aber ein wenig anders. Häufig sieht man im Hintergrund eine zweite Ebene und diese kann man mittels Warpstern erreichen. Es kann sein, dass man also auf die hintere Ebene wechseln muss, um beispielsweise einen Schalter zu betätigen, der im Vordergrund ein Hindernis aus dem Weg schafft oder um einen Gegenstand zu holen, den man auf der vorderen Ebene benötigt. Oftmals befinden sich aber auf beiden Ebenen Gegner und es kann durchaus sein, dass man aus der Ebene angegriffen und beschossen wird, auf der man sich selbst gerade gar nicht befindet. Man muss also stets wachsam sein und die Augen auf beide Ebenen richten. Es lohnt sich aber generell, die Augen offen zu halten, denn Kirby: Planet Robobot sieht toll aus und punktet mit hübschem Leveldesign. Auch die Effekte der einzelnen Fähigkeiten können sich sehen lassen. Dass mit Farbe und Zuckerwatte nicht gegeizt wird, versteht sich von selbst. Wer darauf allergisch reagiert, der wird auch mit dem neusten Kirby-Abenteuer nicht warm und dem wird auch der Sound zu fröhlich sein. Mal davon abgesehen ist die Optik aber gut gelungen und kann auf allen Ebenen punkten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Spiel mit den Ebenen perfekt ins Gameplay integriert, denn es bringt ein wenig Abwechslung ins Spielgeschehen und sorgt für frischen Wind.

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Mechs in einem Kirby-Spiel?!

Was sich zunächst wie ein merkwürdiger Scherz anhört, wurde tatsächlich in die Tat umgesetzt: Es gibt Mechs in einem Kirby-Spiel! Um den Wind aber direkt wieder ein wenig aus den Segeln zu nehmen, muss dazu gesagt werden, dass es keine Mechs sind, wie man sie vielleicht aus einschlägigen Spielen kennt. Es geht hier weder um irgendwelche bombastischen Raketenwerfer, noch um überdimensionierte Maschinengewehre oder sonstige militärische Aufgebote, denn die Mechs wurden ebenfalls sehr kirbygerecht gestaltet. Sie haben zwei Beine, zwei Arme und auch ihre Größe ist äußerst überschaubar. Bedrohlich oder brutal wirken sie zwar nicht, aber im ersten Moment hat man trotzdem den Eindruck, sie passen irgendwie nicht so richtig in das quietschbunte Kirby-Universum. Doch dann begegnet man dem ersten Gegner und was macht Kirbys Mech? Er saugt ihn auf! Plötzlich wird der Roboter bunt (z.B. rosa), bekommt ein ganz neues Aussehen und aus seinen Händen werden Schwerter oder andere Waffen, je nachdem, welchen Gegner man eingesaugt hat. Und hier macht es spätestens Click und man versteht, warum diese Mechs eben doch hervorragend ins Gameplay passen.

Je nach Level kann es aber auch vorkommen, dass man beim Einsaugen eines bestimmten Gegners direkt ein komplett neues Gefährt erhält und der Mech beispielsweise zu einem Flugzeug umfunktioniert wird. Es folgt eine Passage, in der ihr durch die Lüfte gleitet und Gegner vom Himmel ballert. Das macht richtig Spaß. Solche Passagen wurden gekonnt in den Spielfluss eingestreut. Sie kommen nicht allzu häufig vor, aber immer mal wieder, was das Gameplay definitiv bereichert. Mechs werden auch für Rätsel benötigt, denn nur wenn Kirby am Steuer eines solchen Roboters sitzt, kann er schwere Kisten heben, bestimmte Schalter betätigen oder an großen Schrauben und Kurbeln drehen. Es war also durchaus eine sinnvolle, wenn auch zunächst etwas seltsam anmutende Entscheidung, die Mechs ins Spiel einzubauen.

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1, 2, 3 … du kriegst mich nicht!

Passend zum Roboter-Thema, sind auch einige Endgegner deutlich metallischer als man sie bislang kannte. So stoßen wir schon nach kurzer Zeit auf den alten Whispy, den wir jetzt aber als Cyber Whispy duellieren müssen. Als eine Mischung aus Holz und Metall, stellt er sich uns in den Weg und greift mit allem an, was er zu bieten hat. Neu bei den Bosskämpfen ist nun, dass diese gestaffelt ablaufen. Hat man Whispy einen gewissen Schaden zugefügt, dann fällt er zunächst in den Abgrund, taucht aber sogleich wieder auf und verändert danach die gesamte Arena. Während man ihm zu Beginn unmittelbar gegenübersteht und seinen Geschossen ausweichen muss, wird die Umgebung im zweiten Schritt plötzlich zu einem großen Ring umgeformt und man hat mehr Bewegungsfreiheit. Hier muss man ihm nun ab und an davonlaufen und erneut seinen Raketen ausweichen. Im letzten Schritt schränkt er das Szenario dann wieder enorm ein und man bekämpft ihn auf engstem Raum. Anstelle seiner Äpfel setzt er als Cyber-Baum nun aber eher auf Raketen.

Diese tolle Inszenierung und der Wechsel zwischen den Phasen macht den Kampf nicht nur deutlich dynamischer und bringt mehr Leben ins Geschehen, er fordert einen auch mehr, da man seine Strategie immer wieder anpassen muss. Ebenso muss man sich vor dem Kampf für eine von drei möglichen Fertigkeiten entscheiden. Meist zeigt es sich erst im Eifer des Gefechts, ob es nun schlauer gewesen wäre ihn beispielsweise mit Elektroschocks zu bekämpfen oder als Doktor ein paar Pillen um die Ohren zu schleudern.

Trotz allem sind die Bossfights aber dennoch ein bisschen zu leicht ausgefallen. Das gilt jedoch auch für den Rest des Spiels. Lediglich am Ende werden die Levels noch ein wenig fordernder, aber im Grunde gibt es kaum eine Welt, in der man einen Abschnitt immer und immer wieder spielen muss, weil er so schwierig ist. Das ist sehr schade, denn gekoppelt mit dem geringen Umfang, sorgt das für ein äußerst überschaubares Spielerlebnis. Natürlich gibt es hier und da noch ein paar Goodies zu entdecken und einige Geheimnisse zu lüften, aber alles in allem ist Kirby: Planet Robobot zu kurz und zu einfach. Wer ein Kirby-Spiel kauft, der erwartet vermutlich auch nichts anderes, aber warum kann man diese Schwäche, die schon seit Jahrzehnten besteht, nicht einfach mal angehen?

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Und was jetzt?

Nachdem das Spiel schon nach wenigen Stunden durchgespielt ist, stellt sich natürlich die Frage: Was jetzt? Zum Glück gibt es noch den Arena-Modus, indem ihr Gegner in einer 3D-Arena durch möglichst hohe Combos besiegen sollt. Das Ganze auch möglichst schnell und nebenbei noch ein paar wertvolle Gegenstände einsammeln. Obwohl einen das sicherlich nicht besonders lange fesseln wird, kann es für den Moment ganz spaßig sein.

In der Teamjagd dürft ihr mit Kirby ein bisschen RPG-Feeling schnuppern. Ihr bekommt einen CPU-Mitspieler an die Seite gestellt (oder einen Freund, der seinen 3DS mit euch connectet) und wählt zwischen vier verschiedenen Charakteren aus: Schwertkämpfer, Hammerbruder, Heiler oder eine Art Magier. Dann müsst ihr euch jeweils einem Gegner stellen. Wenn ihr nonstop auf ihn einschlagt, dann wird irgendwann eine spektakuläre Spezialattacke freigeschaltet, bei der ihr zur richtigen Zeit den A-Knopf drücken müsst, damit euer Gegner von einem riesigen Kristall geplättet wird. Später dürft ihr sogar zu viert in den Kampf gehen. Es gibt insgesamt 5 Gegner und eine Zusatzmission. Für jeden Sieg erhaltet ihr Erfahrungspunkte und steigt im Level auf, was sich positiv auf eure Werte auswirkt (Stärke, …). Dieser Modus ist wirklich lustig und hätte auch ruhig noch ein paar mehr Feinde vertragen können.

Wer aber auch jetzt noch nicht genug hat, der darf im Story-Modus noch alle fehlenden Robowürfel einsammeln oder nach Stickern suchen, die dann auf den Mech geklebt werden können.

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Unser Fazit

85 %

Was sich zunächst völlig absurd anhört, geht am Ende des Tages perfekt auf: Kirby mit Mechs! Die Kombination aus den zuckersüßen und zauberhaften Welten, den bunten und knuffigen Gegnern und den eher kühlen Stahlboliden funktioniert, weil sich die Kampfroboter anpassen und kirbygerecht gestaltet wurden. Saugt man mit seinem Roboter einen Gegner auf, so ändert er sein Aussehen und nimmt die entsprechenden Fähigkeiten an. Auf diese Weise wird der Spagat aus klassischen Spielelementen und neuen Ideen perfekt umgesetzt. In einigen Passagen wird der Mech dann sogar noch zum Rennauto oder Flugzeug transformiert und man bekommt genug Abwechslung geboten. Auch für Rätsel lassen sich die klobigen Roboter einsetzen. Neben dieser Neuerung, ist auch der Wechsel zwischen den Ebenen eine echte Bereicherung. Immer wieder muss man auch die Ebenen im Hintergrund erforschen und Objekte einsammeln, Schalter aktivieren oder Schätze suchen. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Obwohl es so viel Positives zu berichten gibt, kränkelt Kirby an alten Schwächen. Noch immer ist das Spiel viel zu kurz und der Schwierigkeitsgrad ist für geübte Spieler kaum fordernd. Lediglich am Ende wird es ein wenig anspruchsvoller. Die zusätzlichen Modi und Goodies können das auch nicht so richtig auffangen. Aber so kurz das Abenteuer auch ist, es macht unheimlich viel Spaß und sollte von jedem Kirby- oder Jump’n’Run-Fan definitiv genauer ins Visier genommen werden.

Pro

  • + Mechs fügen sich gut ins Gameplay ein
  • + Transformationen der Mechs sorgen für frischen Wind (z.B. Flugzeug...)
  • + Spiel mit den Ebenen sehr gut gelungen
  • + klassisches Gameplay geht dennoch nicht verloren
  • + viele alte und auch lustige, neue Fertigkeiten (Zirkusartist)
  • + Endgegner gut inszeniert und in drei Schritten zu besiegen
  • + Steuerung nahezu perfekt
  • + nette Zusatzmodi
  • + hübsche Grafik
  • + tolles Leveldesign

Kontra

  • - Relativ kurz
  • - Schwierigkeitsgrad wiedermal recht niedrig

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
85 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Andreas Keser eigentlich auf allen Plattformen heimisch.

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