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Kirby und der Regenbogen-Pinsel – Test / Review

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Veröffentlicht 7. Mai 2015 | 9:03 Uhr von Alexander Winkel

Kirby-und-der-Regenbogen-Pinsel-Artwork

Regelmäßig gewährt Nintendo ihren Maskottchen einen Ausflug in die virtuelle Welt und neuerdings darf auch der knuddelige rosa Flauschknäuel Kirby wieder durch kunterbunte Abenteuer kullern. Dem eigentlichen Vielfraß hat man in Kirby und der Regenbogen-Pinsel  aber seiner ursprünglichen Komponente beraubt und ein völlig passives Spielprinzip degradiert den Spieler eher zum Zuschauer. Das Experiment ist nicht völlig in die Hose gegangen, aber leider auch kein Meisterwerk geworden.

Dabei hat HAL Laboratory sich alle Mühe gegeben, dem rosa Knuddelkissen auch optisch einen neuen Anstrich zu geben und somit den neuen Wii U Streich von der Masse abzuheben. Alles wirkt wie aus Knetmasse erbaut und je nach Spieleinsatz verformt sich so manches auch entsprechend. Wenn der unter Kirby Fans bekannte Waldbewohner Whispy Woods mit voller Wucht eine rosa Kugel auf die Nase bekommt, entsteht durchaus auch mal eine ordentliche Mulde im Gesicht des Baumes. Aber nicht nur die kunterbunten Welten, die klassisch durch Wälder, Unterwasserabschnitte und durch vulkanische Gegenden führen, erinnern ganz stark an das weich zu formende Material, auch die Menüs und sämtliche Objekte sind entsprechend erstellt. Die Gesamtoptik ist grandios, auch wenn ein wenig die plastische Tiefe fehlt und man leider nur sehr wenig von der gehobenen HD Pracht auf dem großen Heimkinofernseher zu Gesicht bekommt.

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Heimspiel auf tragbarem Bildschirm

Denn die Krux dabei ist das Spielprinzip. Ähnlich dem DS-Spiel Kirby Power-Malpinsel wird die rosa Knetkugel alias Kirby nicht direkt gesteuert. Dieser verharrt auf der Stelle und tippelt mit seinen Füßen, solange man ihm nicht mit dem Pinsel einen Klaps gibt. Vom jähzornigen Spieler aufgeweckt, kullert der Protagonist in eine Richtung davon und muss fortan mittels gezeichneter Regenbogenlinien durch die langatmigen Welten geführt werden. Die gezeichneten Linien verhalten sich wie Vorderbänder, an denen Kirby kleben bleibt und mit denen Saltos und alles andere gemacht werden. Sobald die putzig gekneteten und animierten Feinde auftauchen, nimmt Kirby ein wenig Schwung und überrollt die Schergen kurzerhand. Auch hier ist der Spieler gefragt, der den rosa Knäuel einfach nochmals anstupsen muss. Erzwungenermaßen blickt man dabei nur auf das Wii U Gamepad, welches mit relativ geringer grafischer Auflösung die Qualitäten der Knet-Optik leider nicht wirklich so berauschend herüber bringt. So einfallsreich die verformbare Masse ist, es versetzt uns leider auch nur selten wirklich ins Staunen.

Der Einsatz des magischen Pinsels alias Stylus auf dem Gamepad birgt auch spielerisch Schwächen. Kirby kann nie direkt gesteuert werden. Dieser kugelt oder fährt automatisch oder durch antippen auf dem Bildschirm durch die Welten und falls sich der kleine Kerl mal in die falsche Richtung orientiert, wird mit der Farbe eine Mauer zur Umkehr geschaffen. Ansonsten formt man Wege und Möglichkeiten, damit der Kerl den Ausgang kullernd erreichen kann. Gerade der Einstieg in das Abenteuer ist alles andere als motivierend, da man die rosarote Kugel mit sanften Schwingen und ohne viel Herausforderung locker durch die kunterbunten Welten manövriert. Einzig die bis zu fünf versteckten goldenen Kisten sorgen für Kopfzerbrechen, sofern alle Schätze geborgen werden sollen. Diese schalten Musikstücke in der Jukebox sowie Knetfiguren in der Sammlung frei – nichts Weltbewegendes also. Erst spätere Abschnitte sorgen hin und wieder für kniffligere Aufgaben. Dort müssen unter anderem weitere Kugeln auf Schalter gelenkt werden, damit Kirby durch Türen kann oder mit dem Pinsel wird Wasser, Lava und Laser abgehalten und somit die rosa Kugel vor Gefahren geschützt.

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Kirby und seine Verwandlungen 

Abwechslung versprechen die Verwandlungen von Kirby in ein U-Boot, eine Rakete oder einen Panzer. Hier variiert das Spielprinzip ein klein wenig. Der Panzer fährt zum Beispiel recht zielstrebig durch die Abschnitte. Es ist an dem Spieler, korrekte Linien zu zeichnen und das schwere Geschütz auf den richtigen Weg zu bringen. Die Rakete düst dagegen im hohen Tempo durch die Labyrinthe und mit den Regenbogen-Förderbändern kann diese ihre Richtung ändern. Das Unterwasser-Boot ist mitunter die witzigste Verwandlung. Kirby hämmert kontinuierlich Torpedos raus, die mit den Linien auf Gegner gesteuert werden, während durch antippen auf dem Bildschirm das U-Boot an entsprechende Position schippert. Leider sind dies keine typischen Verwandlungen durch fressen der Gegner, denn Kirby hat seinen unersättlichen Appetit auf Feinde leider irgendwie verloren.

Während manch andere Idee wie eine Fahrt mit einer Gondel durchaus von der Kreativität der Entwickler zeugen, wirkt das Boss-Design bereits nach der dritten Welt ermüdend. Klar freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit  Whispy Woods und auch die beiden weiteren Schergen sorgen dafür, dass man zunächst einmal mit dem Überleben beschäftigt ist. Hat man den Kniff raus, sind die Obermuftis dann auch kein Thema mehr. Schade, dass diese später dann nochmals recycelt auftauchen – mehr wie drei stärkere Bosse hätte man sich durchaus ausdenken können. Auch der Mehrspielermodus ist eher nur ein nettes Beiwerk. Während der Spieler mit dem Tablet sich hauptsächlich um Kirby kümmert, laufen die Freunde mit den Waddle Dees, die allseits bekannte Knuddelfeinde mit ihren Speeren, der rosa Kugel hinterher. Wehe dem, der den Anschluss verliert und abstürzt. Denn am Tablet kann man sich nur kaum um die weiteren Mitspieler kümmern und ist mit der teils stark begrenzt zur Verfügung stehenden Farbe und Kirby beschäftigt.

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Unser Fazit

70 %

Kirby ist so niedlich wie eh und je und die Knet-Optik ist zauberhaft intoniert. Nur leider bekommt der Spieler davon nur einen Bruchteil auf dem Tablet zu sehen, da die volle Pracht zwar auf dem HD-Screen dargestellt, er aber aufgrund des Spielprinzips auf dem Wii U Gamepad festgenagelt ist. Dabei fühlt man sich eher als passiver Spieler, denn der rosa Knäuel kann nicht direkt manövriert werden. Wir zeichnen Bahnen und Wege, damit Kirby letztendlich den Ausgang einer jeden Welt unversehrt erreicht. Das ist vor allem zu Beginn nicht wirklich zufriedenstellend und erst mit der Abwechslung Kirby mal als Panzer, U-Boot oder Rakete zu steuern oder die etwas kniffligeren Aufgaben im späteren Verlauf sorgen für eine passende Herausforderung. Nicht falsch verstehen, Kirby und der Regenbogen-Pinsel macht durchaus Laune und ist ein kurzweiliges, kunterbuntes und kindgerechtes Abenteuer mit außergewöhnlicher Optik, aber halt nicht wirklich überzeugend.

Pro

  • + Eine kreative und sehr schön umgesetzte Knet-Optik.
  • + Abwechslungsreiche Welten mit unterschiedlichen Eigenschaften.
  • + Die Handhabe mit dem Stylus ist tadellos umgesetzt. Keinerlei Frustmomente.

Kontra

  • - Sichteinschränkung auf das grafisch äußerst niedrig aufgelöste Gamepad.
  • - Teils langatmige Level. Es hätten ruhig kürzere, dafür aber mehr Abschnitte sein dürfen.
  • - Wiederholung der Bossgegner.
  • - Spielprinzip degradiert den Spieler eher zum passiven Teilhaber.
  • - Kurzer Ausflug der recht schnell durchgespielt ist.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
70 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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