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Knights Contract Review – Die Hexenjagd ist eröffent!

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Veröffentlicht 18. März 2011 | 19:31 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 3. Mai 2015

Knights Contract Screenshot - 004

Ein ergrauter unsterblicher Held, eine fragile Teenager-Hexe und Aristokrat Faust als Oberbösewicht? Knights Contract verfügt über eine ganz eigene Interpretation von Goethes Faust, wirft noch dabei deutsche Märchen wild durcheinander und würzt die Suppe mit ein paar deftigen Endgegner-Hexen ab. Reicht das ungewöhnliche Konzept für die starke Konkurrenz der derzeit amtierenden Action-Adventures? Knights Contract wurde schon vor dem Europa-Release von der englischsprachigen Presse gesteinigt; die Reviews lasen sich verheerend und mir schwarnte Übles. Das Knights Contract nicht mit Genregiganten wie God of War, Bayonetta und Co. auf gleicher Augenhöhe lag, war mir bewusst, aber das verrückte Setting aus deutscher Literatur, den unsterblichen Heinrich und pompösen Bosskämpfen aus diversen Trailern machten mir Mut und Lust auf ein actionreiches Adventure. Ist Knights Contract wirklich ein so schlechtes Spiel? Ehrliche Antwort? Nein! Denn es gibt während der gut zehn bis zwölf Stunden langen Action-Orgie, die stark an Dante’s Inferno meets Devil May Cry erinnert, einiges an guten Elementen, die besonders Genre-Fans an den Controller fesseln dürften.

Die düstere Geschichte

Europa, wir schreiben das 17. Jahrhundert. Eine düstere Welt voller Unmut, Zweifel und Hass. Die einst schillernde Zeit der Aristokraten, Denker und Dichter ist getrübt; Machtgier und eine dämonische Kraft vergiftet die Welt mit einer Welle aus Tod und Unheil. Auch der rechtschaffene Henker und Hexenjäger Heinrich wird geblendet von der Machtgier des Aristokraten Faust. Bei seiner letzten Hexenhinrichtung wird er verflucht von der jungen Hexe Gretchen mit Unsterblichkeit. Gezwungen in einer Welt zu leben, die von dämonischen Mächten regiert wird, streift er einsam durch die Ruinen einst großer Städte. Einhundert Jahre später erwacht Gretchen erneut zu Leben durch die Macht der Alchemie und trifft ein weiteres Mal auf Heinrich den Hexenjäger. Dieser fleht Gretchen an den Fluch von ihm zunehmen damit er endlich seinen Seelenfrieden finden kann. Doch Gretchen verlangt einen Pakt mit dem Hexenjäger, gemeinsam sollen sie das böse Übel aus der Welt verbannen und die Seelen der abtrünnigen Hexen, die unter Fausts Einfluss dem Bösen dienen, erlösen. Heinrich willigt dem Pakt ein und so entsteht ein Bündnis, welches so mächtig ist, dass es selbst der machtgierige Aristokrat Faust sich nicht hätte vorstellen können.

Der Henker und die Hexe vereint

Anders als die Story wurde das Kampfsystem von Knights Contract sehr konventionell gehalten. Heinrich, als das kämpfende Element des Spiels, verfügt über schwache und starke Angriffe. Während er bei dem normalen Angriff schnelle und saubere Schnitte verteilt und den Gegnern somit das Kontern erschwert, kommen bei starken Angriffen harte Schläge zum Einsatz. Beide Angriffsvarianten können von Hexe Gretchen mittels Magie aufgepeppt werden und verleihen dem ganzen so eine leicht taktische Note. Bestimmte Angriffskombi mit der richtigen Magie verursachen besonders viel Schaden an unterschiedlichen Gegnern an. Knights Contract verfügt über ein Koop-Element ähnlich wie zu Letzt bei “Majin: The Frosaken Kingdom”: Ihr habt zwei Charaktere, die sich durch ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen ergänzen sollen. Leider weißt das Konzept bei Knights Contract einige starke Schwächen auf. Während Heinrich mit seiner Robustheit und Unsterblichkeit nahezu unverwüstlich wirkt, hat Gretchen deutlich die schlechteren Karten. Immer wenn unsere Frontfigur Heinrich von Gegnern dem Erdboden gleich gemacht oder zerteilt wird, kann er durch eine Button-Mashing-Funktion wieder zusammen geflickt werden. Das Problem ist jedoch, dass Gretchen in diesem Moment absolut ungeschützt den Gegnern ausgeliefert ist und das Spiel verloren ist, falls Gretchen das Zeitliche segnet. Auch die KI von Gretchen sorgt für frustreiche Momente. Anstelle sich zurück zu halten und Heinrich die Gegnermassen abblocken zulassen, läuft sie blindlings in die Angriffe der Gegner rein. Besonders bei den anspruchsvollen Bossfights ist häufig Gretchens Dummheit die Ursache einer Niederlage. Aber neben ihrer fragilen Erscheinung verfügt Gretchen auch über mächtige Angriffszauber, die Heinrich in haarigen Momenten den Rücken frei halten. Ist so zum Beispiel unser Henker nur so von Feinden umringt, werden diese mit aus dem Boden schießenden Klingen aufgespießt. Mit dem Speer lassen sich fliegende Gegner auf den Boden befördern und die dornigen Würgeranken umwickeln die Gegner und pressen den letzten Tropfen Blut aus deren Leib. Geschwächte Feinde werden farbig rot angezeigt und können mit einem eindrucksvollen Finishing hingerichtet werden. Hier zeigt sich Knights Contract sehr kreativ und weißt einzelne Angriffe eigene Animationen zu. Der Gewaltgrad des Spiels ist zum Vergleich zu Bayonetta oder Dante’s Inferno um einiges höher, wirkt aber dennoch nie überzogen oder fehl am Platz. Auf den ersten Blick wirken die actionreichen Schlachten in Knights Contract sehr chaotisch, die Kamera versucht zwar die Kämpfe optimal einzufangen, hat aber doch stellenweise sichtlich Mühe damit. Im gesamten Spielverlauf schlägt sich die Kameraführung nach etwas Eingewöhnung aber dennoch wacker.

Epische Endgegner

Typisch für Titel des Genres hat auch Knights Contract seinen Höhepunkt in den oft sehr gelungenen Bossfights. Besonders hier kann das Spiel sein Konzept des kooperativen Zusammenspiels zwischen Gretchen und Heinrich zeigen. Insgesamt acht mächtige Bossgegner erwarten euch, Verderinde, Holda, Trendula und Trude sind nur einige der Hexen, die sich dem Bösen verschrieben haben. Mit mächtigen Zaubern, todbringenden Waffen und angsteinflößenden Schlachtrössern ziehen die verbitterten Hexen oftmals stark optisch deformiert in die Schlacht. Da hilft euch Gretchens Bitten und Betteln an die einstmaligen guten Schwestern nicht mehr weiter. So wird also zur Sense gegriffen und der Kampf beginnt, spätestens hier bekommt Knights Contract selbst auf einem einfachen Schwierigkeitsgrad taktischen Anspruch. Auch einige anspruchsvolle Rätsel erwarten den Spieler während dem Kampf. Reines Button-Mashen bringt euch nicht weiter, oft werdet ihr von den Bossen in die Defensive gezwängt und könnt nur im richtigen Moment ein paar entscheidende Schläge landen. Wie schon gesagt wird genau hier Gretchen euer Handicap. Oft steht sie zu nah am Abgrund, rennt mitten in den Angriff hinein oder verpennt einen Befehl. Glücklicherweise wurden die Checkpoints in Knights Contract sehr fair verteilt und dämpfen den Frust ein wenig. Dass man bei den finalen Momenten eines Bosses auf Reaktionstests setzt, ist spätestens seit God of War in Mode. Knights Contract schafft es aber leider nicht dieses Konzept sinnvoll einzubauen, das Zeitfenster für die Tastenkombinationen ist zu kurz gehalten und bei einem Versagen erhält der Boss gut ein Viertel seiner Lebensenergie zurück. Das stellt sich besonders auf einem höheren Schwierigkeitsgrad zu einer echten Herausforderung dar. Das Balancing fällt deutlich zu Gunsten des Bosses aus, Heinrich und Gretchen erleiden zwar keinen Schaden bekommen aber in der Reaktionsphase auch keine Energie dazu. Kleiner Trost: Die Tastenkombinationen weichen nicht ab und man kann aus seinen Fehlern wenigstens lernen.

Kein Licht am Ende des Tunnels…

Trotz der skurrilen Geschichte und den ungewöhnlichen Spielfiguren weist das Leveldesign wenig innovatives und abwechslungsreiches auf. Die schlauchförmigen Level sind nicht nur stellenweise sehr unübersichtlich und verwirrend, sondern weisen auch eine Armut an Details und Ideen auf. Grafisch liegt Knights Contract weit hinter der Konkurrenz und kann selbst ein drei Jahre altes Devil May Cry nicht die Stirn bieten. Kleine Highlights gibt es zwar von Zeit zu Zeit, wie z.B. Rapunzels von Haaren überzogenen Turm oder die düsteren Gassen der Innenstadt. Hier können die Kulissen zur Atmosphäre beitragen und Knights Contract zeigt auf das es möglich gewesen wäre ein dichtes und abwechslungsreiches Leveldesign vorzuzeigen. Besonders kreativ zeigt sich das Spiel mit seinem Gegnerdesign. Nicht nur die teils bildschirmfüllenden Hexen sorgen für Staunen, auch die Zwischengegner wie Skelete, Golems, Dämonen und reanimierte Untote in Rüstung können sich sehen lassen. Wünschenswert wäre nur etwas mehr Abwechslung und frischer Wind im Line Up. Die Zaubereffekte von Gretchen runden das Action-Feuerwerk farbenfroh ab und zeigen sich besonders bei den Finishing-Moves von ihrer besten Seite.

Unser Fazit

70 %

Knights Contract ist ein sehr klassischer Vertreter des Action-Adventures Genre. Trotz seiner doch ungewöhnlichen und skurrilen Story, die aus einem wilden Mix aus deutscher Literatur und Märchen besteht. Die Steuerung ist sehr eingängig und selbst Genre-Frischlinge sollten in kürzester Zeit die wichtigsten Kampfkombinationen erlernt haben. Das Kampfgeschehen weißt oft eine chaotische Note auf und die Kamera schafft es nicht immer optimal das Geschehen einzufangen. Besonders bei Abgründen kann die stellenweise schlechte Übersicht für Frust sorgen. Nach einer Eingewöhnungszeit lässt sie sich jedoch verschmerzen und auch die sehr gut platzierten Checkpoints mindern den Frust. Das Gegnerensemble hat zwar nur wenig an frischen Monstern zu bieten, diese wurde dafür aber kreativ in Szene gesetzt. Besonders die gigantischen Bosskämpfe sind die Highlights von Knights Contract und verleihen den Kämpfen ein taktisches Spielgefühl. Grafisch gehört der Titel sicher nicht zu den Überfliegen, die schlauchförmigen Level und die geringe Abwechslung im Leveldesign sorgen für Langweile. Knights Contract bietet für Fans des Genres trotz seiner Schwächen einige Stunden an Spielspaß, besonders durch seine fünf verschieden Schwierigkeitsgrade und das Aufleveln der Zauber und Fähigkeiten lohnt es sich Knights Contract mehrmals durchzuspielen. Knights Contract kann definitiv nicht mit Genre-Ikonen wie God of War, Devil May Cry oder Bayonetta mithalten. So müsst ihr euch selbst die Fragen stellen ob ihr mit diesem ungewöhnlichen Duo in die skurrile zerrissene Welt der deutschen Literatur eintauchen wollt.

Pro

  • eingängiges Kampfsystem
  • stylische Finishing-Moves
  • Kombination aus Magie und Kampf
  • durchdachtes Upgradesystem
  • sympathisches Duo
  • gelungener Soundtrack
  • gute englische Sprachausgabe
  • abwechslungsreiches Gegnerdesign
  • epische Bossfights
  • skurrile Story
  • deutsche Literaturvorlagen
  • tolle Rendervideos
  • fünf Schwierigkeitsstufen

Kontra

  • stellenweise schlechte Kamera
  • veraltete Grafik
  • keine deutsche Sprachausgabe
  • lange Ladezeiten
  • langweiliges Leveldesign
  • schlecht KI von Gretchen
  • unfaires Zeitfenster bei Boss- Quicktime- Events

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
0 %
Spielspaß
 
70 %

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Kommentare

  • Dante sagt:

    Top Spiel tolle grafik gut Quick times tolle gegner und Endgegner ich wurde mal sagen das spiel würde von mir ne gute 3 geben

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