insidegames

Lara Croft und der Tempel des Osiris – Xbox One Review / Test

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 4. April 2016 | 11:36 Uhr von Alexander Winkel

Letzte Änderung 7. April 2016

Lara-Croft-Tempel-Osiris

Nach dem grandiosen Überraschungserfolg von Lara Croft and the Guardian of Light war es absehbar, dass SquareEnix neben dem wahrlich gelungenen Reboot der Tomb Raider Serie auch diesen kleinen Sidekick weiter verfolgen würde. Für Freunde der heimischen Multiplayer-Kultur ist der neue Ableger Lara Croft and the Temple of Osiri ein richtig gelungenes Abenteuer geworden, sofern kein Egomane den Spaß verdirbt.

Mal wieder ist die adrette Lara unterwegs auf der Suche nach sagenumwobenen Schätzen und klettert dabei durch die Gänge und Höhlen des Temple of Osiri, die letzte Ruhestätte einer ägyptischen Gottheit. Doch sie ist nicht alleine, denn Carter Bell ist im Wettlauf dabei, ihr die schmucken Stücke vor der Nase wegzuschnappen. Es kommt, wie es in einem solchen Tempel kommen muss: Unvorsichtig und von dem Wettstreit gehetzt erwecken sie Set, einen machtgierigen Gott, der die Welt unterjochen möchte. Nur mit Hilfe von den Göttern Horus und dessen Mutter Isis können die beiden Abenteurer das Geschehene ungeschehen machen und den bösen Gott an seinen Machenschaften hindern.

lara-croft-und-der-tempel-des-osiris-screenshot-01

Damit stehen dem ungleichen Duo Lara Corft und Carter Bell nun auch zwei Götter zur Seite, die komplett anders an die Aufgabe herangehen und mit göttlicher Kraft zum Gelingen beitragen können. Neuerdings dürfen bis zu vier Spieler das Abenteuer anpacken und dabei versuchen, Set zu besiegen. Alle Teilnehmer teilen sich je einen der Charaktere und kämpfen gemeinsam gegen die zahlreichen Untoten und Gegner in diesem verfluchten Tempel. Die Story um Set gerät dabei recht schnell in den Hintergrund, die Entdeckertouren durch die mit Fallen gespickten Abschnitte aber deutlich in den Vordergrund. Wichtig ist auch, dass sich die Charaktere ihre Aufgaben aufteilen müssen. Während Lara und Carter eher durch bleihaltige Argumente mit Pistolen, Shotgun und Maschinengewehren auffallen, können die Götter mit ihrer Macht Schutzwälle errichten oder die Mitstreiter über gefährliche Abgründe hieven.

The Temple of Osiri ist einmal mehr stark auf das kooperative Gameplay ausgelegt. Wer alleine durch den riesigen Tempel wandert, wird alle Aufgaben dank veränderter Architektur und leichten Änderungen im Gameplay und der Steuerung durchaus ebenfalls meistern können, wundert sich aber über Gespräche mit zum Beispiel den Göttern, die man aber nur in den Zwischensequenzen wirklich zu Gesicht bekommt. Außerdem macht das Lösen der Aufgaben alleine eher weniger Spaß, man ist schließlich auch komplett verlassen und auf sich alleine gestellt, wenn sich Horden untoter Skelette auf Lara stürzen.

lara-croft-und-der-tempel-des-osiris-screenshot-02

Dieses Abenteuer, präsentiert aus der Vogelperspektive, zieht all seine Kraft aus dem kooperativen Teil, der entweder im heimischen Wohnzimmer oder aber auch über das Internet angegangen werden kann. Dabei kommt auch der Konkurrenzkampf nicht zu kurz, denn zum Abschluss eines jeden Abschnittes wird jeder Teilnehmer bewertet und da möchte man natürlich die höhere Punktzahl als seine Freunde im Team haben. Daher wird man sich auf Schätze und Objekte egoistisch stürzten und den Kollegen möglichst nichts übrig lassen. Dies führt unter anderen auch zu einem kleinen Machtkampf auf dem Bildschirm und macht The Temple of Osiri ein wenig chaotisch. Wenn dann manch Egoisten auch noch das Seil kappen oder Bomben in unmittelbarer Nähe seiner Mitstreiter hochgehen lässt, bekommt die Freundschaft durchaus einen Knacks, was sich letztendlich auch negativ auf den gemeinsamen Spielspaß auswirken kann.

lara-croft-und-der-tempel-des-osiris-screenshot-03

Online funktioniert dies meist nur, wenn alle Mitstreiter aus dem Freundeskreis stammen. Aber auch dann ist man vor der technischen Willkür des Spiels nach wie vor nicht gefeilt. Wenn der Host aus dem Spiel fliegt, landen alle anderen ebenfalls im Menü und verlieren ihren Spielfortschritt – das Spiel ist schlicht und einfach beendet. Wenn nicht alle Plätze besetzt sind und der Host das Spiel öffentlich hat, kann jederzeit auch jemand hinzukommen und auch dann wird das aktuelle Spiel erst einmal unterbrochen. Das kann schon recht ärgerlich sein, wenn die Fluktuationsrate mal recht hoch ausfällt. Daher trifft man sich lieber zu einem gemütlichen Couch-Zock als online!

lara-croft-und-der-tempel-des-osiris-screenshot-04

Da The Temple of Osiri alleine zwar unterhaltsam ist, aber eben doch nicht wirklich vollständig überzeugend ausfällt, sollte eine Multiplayer-Partie immer im Vordergrund stehen. Ein gewisser Wille zur kooperativen Bewältigung sollte aber gegeben sein, um den Spaß nicht durch einen Egomanen zunicht ezu machen. Dann aber offenbart sich eine gelungene Mischung aus Geschicklichkeitspassagen, Herausforderungen, Baller-Action und kleinen Rätseleinlagen und sorgt für reichlich Abwechslung, während die Optik mit schicken Effekten und detaillierten Umgebungen das Auge verwöhnt. Doch wenn zu viele Feinde sich auf dem Bildschirm tummeln, dabei vier Spieler mit Schusswaffen und Magie agieren, da kann es durchaus mal ins Ruckeln kommen. Irgendwann sind die Ressourcen der Konsole halt aufgebraucht.

Dennoch ist The Temple of Osiri schick anzusehen mit seinen verspielten Effekten wie einen Wasserfall, aber auch mächtigen Gegnern, die gerne mal parallel zu den Abenteurern her rennen und mit ihren Attacken den halben Tempel zu Bruch bringen. Bis man da mal einen sicheren Ort für eine Verschnaufpause erreicht und das Inventar sortieren kann, vergeht einiges an Zeit. Bisweilen arten die einzelnen Level aber auch aus, so dass diese einem zeitlich gesehen dann doch zu lange vorkommen können. Wer aber auch dann noch nicht genug davon bekommen kann, wird dank zusätzlicher Herausforderungen für jeden Abschnitt belohnt, die wirklich knackig ausfallen und letztendlich für Jäger und Sammler an entsprechende Erfolge geknüpft wurden.

lara-croft-und-der-tempel-des-osiris-screenshot-05

 

Unser Fazit

84 %

Der zweiter Streich ist ein gutes kooperatives Abenteuer geworden, was unter Freunden und auf dem heimischen Sofa wirklich Laune macht. Die Fähigkeiten wurden dabei zwischen Lara und Carter sowie dem Team der Götter geschickt aufgeteilt und so müssen sich die kooperativen Partner auch gegenseitig immer wieder unterstützen, um einen Weg durch den mächtigen und von Fallen strotzenden Tempel zu finden. Einmal mehr beweist Crystal Dynamics, dass das Konzept von Tomb Raider auch derart umgesetzt werden kann. The Temple of Osiri kommt dennoch nicht an ein richtiges Tomb Raider Spiel wie Rise of the Tomb Raider ran, ist aber für zwischendurch und mit Freunden zusammen sehr unterhaltend und wirklich schön inszeniert. Nur vom Onlinepart möchte man abraten, da dieser mehr Frust anstatt Freude bereitet und auch Solisten werden sich eher gelangweilt den untoten Kriegern und Fallen stellen.

Pro

  • + Vier Charaktere und vor allem die Götter bringen einen frischen Wind mit sich.
  • + Kooperatives Gameplay für 4 Spieler, was vor allem gemeinsam auf dem Sofa Spaß macht.
  • + Sehr guter Spielumfang mit langen Leveln und extrem vielen Dingen zu entdecken.
  • + Äußerst ansprechend und mit schicken Effekten präsentiert.

Kontra

  • - Manche Abschnitte fühlen sich viel zu lang an, ggf. kürzere aber mehr Level wäre ansprechender gewesen.
  • - Der Koop macht Spaß, wenn keine absoluten Egomanen dabei sind. Vor allem online kann man da nie sicher sein.
  • - Online sorgt das Matchmaking mit zahlreichen ungünstig implementierten Dingen für Frust und Ärger.
  • - Sobald zu viel auf dem Bildschirm los ist, gerät das Abenteuer ins ruckeln.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
85 %
Spielspaß
 
80 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


Es ist noch kein Keyword vorhanden

- ANZEIGE -


*