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LEGO Harry Potter Collection – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 16. Januar 2019 | 21:56 Uhr von Sandra

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„Die Welt ist ein Klötzchen“ scheint die durchaus erfolgreiche Devise des Entwicklers Traveller’s Tales zu sein, die euch und uns inzwischen gefühlt schon ewig mit verschiedenen LEGO-Spielen versorgen. Jede Menge große Franchisen sind in den vergangenen Jahren verklotzt worden, egal ob Star Wars, Indiana Jones, Batman, diverse Marvel-Helden oder eben auch J.K. Rowlings sympathischer Zauberlehrling Harry Potter. Der Gute hat uns alle seinerzeit zweimal in den Bann gezogen: 2010 und 2011, da wir erst die Jahre 1-4 und ein Jahr später dann auch die Jahre 5-7 jeweils für unter anderem Playstation 3 und Xbox 360 erleben konnten – natürlich hübsch in ein vielfältiges LEGO-Outfit verpackt.

Bereits im Jahr 2016 tauchte der Potter’sche Clan erneut auf, dieses Mal als Einheit, da die komplette Saga grafisch aufpoliert für Playstation 4 als Collection veröffentlicht wurde. Und nochmals zwei Jahre später, Ende vergangenen Jahres, folgte auch endlich der Harry Potter Collection-Ableger für Xbox One-Konsolen.

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Vom Zauberlehrling, der auszog Voldemort das Fürchten zu lehren

Wir gehen an dieser Stelle einfach mal grundlegend davon aus, dass die Mehrheit von euch den Werdegang des Mister Potters kennt und ihr, wenigstens im Groben, mit seiner Geschichte vertraut seid. Ihr wisst schon, der kleine Junge mit der Narbe auf der Stirn, der erst bei der ach so liebenswürdig buckeligen Verwandtschaft in einem Londoner Vorort unterkommen muss, ehe er nach Hogwarts aufbrechen und ein mächtiger Zauberer werden kann, der wiederum demjenigen, dessen Namen man eigentlich nicht nennen darf, der aber dann doch immer wieder und dann recht häufig Voldemort genannt wird, gehörig in den Allerwertesten treten will. Weil Voldemort hat Potters Eltern auf dem Gewissen – oups, das wusstet ihr tatsächlich noch nicht? Na ja, sorry… aber jedenfalls darum geht es, ganz, ganz grob zusammengefasst. Quasi vom Harry-Potter-Kind zum Manne zaubert, hüpft, sammelt und kämpft ihr euch durch sieben Jahre Pottersches Leben zwischen Hogwarts, Zauberministerium, Winkelgasse, London oder dem Weasly Fuchsbau.

Die LEGO Harry Potter Collection bestehend aus den Spielen LEGO Harry Potter Jahre 1-4 sowie LEGO Harry Potter Jahre 5-7 folgen vom Grundsatz her den J.K. Rowling-Büchern bzw. den ebenfalls darauf basierenden Filmen. Jedoch ist die Erzählweise straffer, kommt schneller auf den Punkt. Mit Nebensächlichkeiten wurde sich nicht aufgehalten, da sich auf das Wesentliche konzentriert wird. Der Einstieg ins Spiel und auch dessen Verlauf ist selbst für Potter-Welt-Fremdlinge einfach zu handhaben, Vorkenntnisse oder generelles Wissen sind nicht nötig. Traveller’s Tales nimmt euch an die Hand ohne zu zerren und lotst euch mit Humor sowie moderatem bis eher einfachem Schwierigkeitsgrad durch zumeist recht kurze Levels, welche die verschiedenen Kapitel der Grundgeschichte wiederspiegeln. Dazu gibt es während des Story-Level-Durchgangs immer wieder Hogwarts-Intermezzi, da ihr die essentiellen Zauber wie Wingardium Leviose oder auch Lumos sowie Reducto lernt und ebenfalls komprimiertes Hintergrundwissen zum Geschehen erhaltet.

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Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!

Das Schöne an LEGO Harry Potter: Die Spiele gehören noch zu der Riege, die wunderbar ohne langgezogene Dialoge auskommen. Ein nach wie vor herrlich überzeugender Umstand! Harry, Hermine, Ron, Professor Dumbledore, Cedric Diggory, Draco Malfoy oder auch Remus Lupin brauchen keine Worte um sich zu verständigen noch sich verständlich zu machen. Die wunderbar gewählte, wenn auch minimalistische Mimik gepaart mit sehr witzigen Ideen, die Traveller’s Tales zu dieser Zeit noch an den Tag gelegt haben, reichen vollkommen aus. Dazu dezente FX-Sounds, welche diese begleiten – mehr braucht es nicht. Weniger ist mehr trifft in diesem Fall zu Einhundert Prozent zu! Und das nonverbale Reden fällt umso mehr positiv auf, wenn man die Harry Potter-Spiele mit jüngeren bzw. aktuellen LEGO-Spiele-Auskopplungen vergleicht, in denen mitunter einfach viel zu viel und unnötig gequatscht wird.

Diese Mischung ist es auch, die LEGO-Spiele insbesondere Mister Potter und Gefolgschaft sympathisch machen: Einfache Handhabung, leicht zu verfolgende Geschichte, die es zweifelsohne auch verzeiht, wenn man sie gar nicht wirklich verinnerlicht und sich rein auf die spielerischen Aktionen konzentriert. Zaubern, LEGO-Objekte zerdeppern und Neues aufbauen, Charaktere und rote extra Steine finden und selbige kaufen oder Hogwarts auf den Kopf stellen, um auch den letzten Winkel erfolgreich zu erforschen. Am Ende muss man kein Harry Potter-Fan sein, um LEGO Harry Potter gut zu finden. Die Abfolge, der Mix aus Levels sowie freiem Spiel als auch das Rumstromern in der Zauberschule ist nicht zuletzt auch für Erfolge-/Trophäen-Jäger – erneute 2000 Gamersore-Punkte bzw. zwei Platin-Trophies sind sicher zu holen, ein zwar nicht ganz so kurzweiliges Vergnügen, denn die 100% brauchen schon ein bisschen Zeit, aber in dieser werdet ihr zweifelsfrei gut unterhalten.

Bleibt noch die Frage, was die LEGO Harry Potter Collection anders als die beiden gesonderten Veröffentlichungen von 2010 und 2011 macht? Am Ende, welch Überraschung, nicht wirklich viel, außer dass ihr beide Spiele in einem Paket erhaltet und das Ganze etwas aufgehübscht wurde. Spielerisch hat sich natürlich nichts verändert und in Sachen Optik wurden Hogwarts, das Zauberministerium, die Straßen von London oder auch der Fuchsbau einer Art Verjüngungskur unterzogen, Kantenglättung, Textur- und Lichteffekt-Verbesserung inklusive. Weiterhin ohne Beanstandung sind Musik und FX-Sounds, die sowohl damals auch heute überzeugen und – ganz wichtig – die Steuerung funktioniert einmal mehr fast tadellos. Die Einschränkung deshalb, da LEGO-Spiele immer wieder dazu neigen, dass es Stellen, Momente und Abschnitte zu finden gibt, in denen Eingabeaufforderungen nicht einwandfrei von der Hand gehen, es dann aber trotzdem irgendwie doch funktioniert. Da es sich dabei fast schon um ein liebgewonnenes Hass-Liebe-Feature handelt, wenn man so will, wollen wir das der LEGO Harry Potter Collection auch nicht unbedingt negativ anlasten und es ist lediglich der Vollständigkeit halber erwähnt – auch wenn es an manchen Stellen im Spiel nerven kann. Auffälliger und sehr angenehm ist, dass die Ladezeiten deutlich kürzer ausfallen. Das war, wer sich erinnern mag, seinerzeit zum PS3- und Xbox 360-Release noch nicht der Fall und Level-Wechsel oder das Starten des Spiels per se hat ordentlich gedauert.

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Getestete Version: Xbox One

 

Unser Fazit

85 %

LEGO Harry Potter zu spielen ist eine Freude –Punktum! Nach wie vor überzeugt der junge Zauberer mit Witz und ohne viel Gelaber zusammen mit seinen Freunden – und Feinden. Traveller’s Tales hat mit den Ablegern der „Jahre 1-4“ sowie „Jahre 5-7“ eine wundervoll zauberhafte Welt im Klötzchen-Stil geschaffen, für die man nie zu alt ist und die vor allem auch in Würde gealtert ist. Nach wie überzeugt die gestraffte Erzählweise, die sich auf das Wesentliche konzentriert und trotzdem gibt es viel zu tun, zu entdecken, zu kombinieren – dank auch der noch vorhandenen kleineren (wenn auch sehr einfachen) Rätseleinlagen. Aber das i-Tüpfelchen sind nach wie vor die herrlich mitunter subtilen nonverbalen Dialoge, die insbesondere durch die jeweils zugesetzte Priese Humor, gern dargestellt mit Hilfe simpler Mimik sowie FX-Sounds, das Salz in der Suppe sind. Wer also LEGO Harry Potter noch nicht gespielt hat – oder nochmals spielen möchte, ist mit der LEGO Harry Potter Collection zweifelsfrei sehr gut bedient, dieser Kauf, wahlweise digital oder im Handel als Disc-Version, lohnt sich auf jeden Fall. LEGO Harry Potter ist damit aus unserer Sicht schlicht und ergreifend ein gekonntes Stückchen Rundum-Sorglos-Software-Paket, mit dem ihr nichts falsch machen könnt!

Pro

  • + grafische Verbesserungen gut erkennbar, u.a. Katenglättung, bessere/schönere Lichteffekte, etc.
  • + kürzere Ladezeiten
  • + Harry Potter-Geschichte straff mit viel Witz erzählt
  • + Nonverbale Dialoge gewürzt mit viel zum Teil subtilem Humor
  • + gutes Preis-/Leistungsverhältnis
  • + ordentlicher Umfang, es gibt viel zu entdecken und zu erspielen
  • + Couch-Koop
  • + kein Multiplayer bzw. Online-Zwang & Modus
  • + Rätsel- und Kombinationsaufgaben (auch wenn diese sehr einfach gestrickt sind)

Kontra

  • - Steuerung nach wie vor an manchen Stellen widerborstig
  • - manchen Hintergründen sieht man (bei genauer Betrachtung) doch etwas den Zahn der Zeit an

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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