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The Lego Movie Videogame – Test / Review

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Veröffentlicht 11. April 2014 | 17:40 Uhr von Sandra

The-LEGO-Movie-Videogame-Screenshot

Man gestalte einen Film und liefere auch gleich das passende Spiel dazu. Ja, das ist durchaus gängige Praxis, schaut aber etwas anders aus, wenn man sich den aktuell betreffenden Film vor Augen führt: The Lego Movie Videogame. Bisher bediente sich Entwickler TT zusammen mit Lego und Warner an großen Produktionen, wie beispielsweise Herr der Ringe oder auch Fluch der Karibik und Harry Potter, die dann gekonnt in Klötzchen-Gewand präsentiert wurden. Der neuste Streich allerdings verkehrt die Dinge etwas, denn man schuf dieses Mal nicht nur das eigene Leinwandspektakel selbst, man versoftete es auch gleich mit dazu. Stellt sich die Frage, ob die Lego-Manschkerl mit ganz eigener Geschichte und nur partiell prominenter Unterstützung überzeugen können.

Presslufthammer-Bernhard

Bauarbeiter Emmet Brickowski führt ein einfaches Leben. Zufrieden mit sich und der Welt erledigt er Tag für Tag seinen Job auf der Baustelle. Alles scheint wie immer, bis der nichtsahnende Emmet nach vollbrachter Arbeit in den Feierabend starten möchte und stattdessen in ein tiefes Loch stürzt. Emmet macht Bekanntschaft mit dem „Stück des Widerstandes“. Logisch, dass dieses Teil nicht nur Freunde, sondern vor allem auch Feinde beschert. Allen voran Lord Business, der mithilfe der Superwaffe „Kragle“ die Welt zum Stillstand bringen will. Gott sei Dank sind die Herrschaften und Superbauer Wyldstyle und ihr Mentor Vitruvius schneller zur Stelle und helfen Emmet seiner offenkundigen Bestimmung zu folgen. Emmet muss – na klar – die Welt retten und als augenscheinlich Auserwählter hat er damit mehr als nur eine Handvoll zu tun.

Am Anfang sieht es auch schwer danach aus, dass Emmet alles ist nur nicht der Auserwählte. Er kann zwar super mit dem Schraubenschlüssel als auch mit dem Presslufthammer umgehen, und das ist an einigen Stellen im Spiel ein gefragtes Feature. Aber die Superbauten bekommt er einfach nicht hin. Sich eben mal hinstellen, an vorgegebenen Stellen versteht sich, und aus scheinbar nicht zusammenpassenden Gegenständen (die gern auch mal riesig sein dürfen) ein neues, meistens hilfreiches Monstrum zu basteln, das klappt bei Emmet nicht. Jedenfalls nicht ohne Baupläne und die muss die Erde-Rettungstruppe zu allem Überfluss auch erst einmal zusammen suchen. Wer die Abrissbirne schleudern will, muss eben erst einmal den Kran dafür bauen. Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten, aber Emmet wird, nicht zuletzt nach einem Besuch in der menschlichen Welt, durchaus in der Lage sein Superbaukräfte zu verwenden. Der Weg dahin ist allerdings mit zahlreichen Abenteuern, Aufgaben und Gegnern gespickt. An der Stelle sei noch angemerkt, dass das Bauen nach Plan recht simpel ausgefallen ist und sich als eine vereinfachte Form von „such und find“ darstellt. Aus einem Ring-Menü, linke Bildschirmhälfte, muss ein bestimmtes Teil ausgesucht werden, dass dann, rechte Bildschirmhälfte, zu dem sich selbst zusammenbauenden Objekt passt. Hilfe garantiert, denn eine Rahmenschablone zeigt stets an, welches Teil das Gesuchte ist. Dann heißt es nur noch schnell sein. Immerhin gibt es meistens eine ordentliche Anzahl an Bonus-Studs abzugreifen.

the-lego-movie-videogame-screenshot-01

Candy-Land ist abgebrannt

The Lego Movie Videogame, wenn auch eigens erdacht, macht auf den ersten Blick nicht viel anders als die zahlreichen Vorgänger. Emmet und sein Abenteuer folgen auf den Spuren der bisherigen Lego-Spiele. Allerdings müssen wir festhalten, dass die Schuhe verdammt groß sind und das Bauarbeiterle diese nicht auszufüllen vermag. Zwar wirkt das Spielprinzip gewohnt vertraut, ist aber ungleich chaotischer, weniger stimmig und hat im Ganzen nicht den Humor und Flair, den Lego-Spiele normalerweise mit sich gebracht haben.

Die Oberwelt, bzw. in dem Fall Welten, sind kleiner geraten. Vier Hubs, die verschiedenen Themengebieten zugeordnet sind, und sich auf gesamt 15 Level aufteilen, gilt es zu erkunden. Der Spielverlauf orientiert sich großzügig am Film und bietet dabei einen Wechsel aus typischen Lego-Umgebungen, die sich mit Film-Einspielern abwechseln und bei bestimmten Effekten, wie beispielsweise Explosionen oder ähnlichem, einen Ausflug in die Cel-Shading-Abteilung unternehmen. Und zum Ende hin gibt es sogar einen Ausflug in die reale Welt. Dazu kommen eigens für das Spiel gesprochene Dialoge, welche das Geschehen mal mehr, mal weniger erfrischend ergänzen.

Optisch erweist sich Emmets Reise als schwankendes Schiff auf stürmischer See. Während Innenareale zumeist detailreich in gewohnter Klötzchen-Optik daher kommen, fehlt es den Außenbereichen an Weitsicht und Klarheit. Selbst die Bewegungsmuster der Lego-Männchen und Weibchen weichen von den sonst eher – wenn man davon sprechen möchte – smoothen Aktionen ab. Sie wirken gerne mal hölzern und einfach unrund.

Vortrefflich streiten kann man darüber, dass die Trennung, was welche Figur kann, deutlicher ausgefallen ist. Eine Art Allrounder ist nicht mehr mit von der Partie. Vielmehr schreibt das Spiel vor, dass die Regenbogenkatze auch nur Regenbogenteile zerdeppern sowie aufbauen kann, die Ladies im Spiel fürs hohe/weite Springen gemacht sind, während Vitruvius fürs übers Feuer laufen und balancieren auserkoren ist,  Benny gut Hacken kann und Emmet eben der Kerl mit dem Presslufthammer ist.

Apropos, so weit ganz nett sind die Neuerungen hinsichtlich der Minispielchen ausgefallen. Waren in vorigen Teilen Tanzeinladen eher Nebensache, hat man diese jetzt sogar mit Erfolgen / Trophäen versehen. Wohl an demjenigen, der gutes Rhythmusgefühl hat. Wobei, besser ist zweifelsfrei ein sehr gutes Reaktionsvermögen. Alternativ muss hin und wieder auch ein System gehackt werden, wenn auch auf denkbar einfachste Art und Weise. Das ist dann jedes Mal Bennys Auftritt und mit ihm gilt es eine Art Pac Man-Spielchen zu absolvieren.

the-lego-movie-videogame-screenshot-03

 

Westworld trifft Futureworld

Spielerisch fühlt sich The Lego Movie Videogame trotz der kleineren Neuerungen als auch Veränderungen durchaus vertraut an. Linear, direkt und einfach lässt sich die Story erledigen. Gewohnt mit von der Partie sind die Optionen des freien Spieles, um Sammelitems und Co. zu vervollständigen, und das Bonus-Level. Gleichwohl die Geschichte rund um Nobody Emmet neu erdacht wurde, finden sich viele bekannte Figuren, allen voran die Helden der DC Comics (Superman, Green Lantern, Wonder Woman, etc.), wieder. Und man nehme auch nur Lord Business Schergen, die an Figuren aus West- oder Futureworld erinnern. Andere Gegner wiederum scheinen Brüder und Schwestern der AT-ST Walker aus Star Wars zu sein. Und das hin und wieder uns freundlich gesinnte Helfershelfer augenscheinlich zu viel Transformers geschaut haben, liegt offensichtlich auf der Hand. Definitiv lustig geraten ist Legos und TTs Interpretation einer schrillen „Hello Kitty“-Katze, Unikitty, die in einen Moment noch niedlich Regenbogenobjekte erbaut und im nächsten Moment Feuerbälle spuckt. Welche Rolle Abraham Lincoln oder auch Mr. Shakespeare spielen, findet ihr am besten selbst heraus.

In Sachen Sound- und Sprachausgabe gibt sich auch The Lego Movie Videogame keine Blöße,  auch wenn der Song, den es u.a. für die Tanzspielchen auf die Ohren gibt, eine Mischung aus Tamagotchi-Klängen mit Justin Bieber-Rhythmus ist, und die zweifelsfrei Nervpotential aufweist.  Gleiches gilt auch für die Kamera, die hin und wieder nicht das einfängt und zeigt, was wichtig ist. Nachjustieren ist aber Gott sei Dank möglich. Last not least sei die Steuerung erwähnt, die ohne Beanstandungen daher kommt. Allenfalls die Kollisionsabfrage müssen wir bemängeln, denn gelegentlich erweisen sich gewisse Handlungen als störrische Angelegenheit. Im Übrigen gilt wieder: Wer kann, sollte Emmet und Co. in Englischen Originalton genießen, weil diese erneut im direkten Vergleich intensiver und authentischer klingt.

Unser Fazit

78 %

The Lego Movie Videogame ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gibt es viel Vertrautes, bzw. wir gehen einen Schritt weiter und sagen Gewohntes. Und das ist gut so, denn so wünschen wir uns ein Lego-Spiel. Auf der anderen Seite stehen das Chaotische, das Wirrwarr und das abgehakte Erzählen der Geschichte. Was im Film noch flüssig und weitestgehend logisch erscheint, passt im Spiel nicht mehr so ganz zusammen. Auch der Mix aus spielbaren Bereichen und Sequenzen hat eine Art Unwucht und lässt das Gesamtkonzept nicht stimmig erscheinen und es wirkt ein bisschen wie Stückwerk. Optisch schneidet The Lego Movie Videogame im direkten Vergleich mit seinen Vorgängern nicht so gut ab. Zu schwankend ist die Qualität. Und ja, das ist ein Stück weit jammern auf hohem Niveau. Das meiste, dass uns jedoch während des Story-Durchgangs, für den man etwa 7-8 Stunden benötigt, abgegangen ist, waren das sonst einnehmende Flair und der für Lego-Spiele typische Humor. Zusammen genommen ist das sogar der größte Schwachpunkt von The Lego Movie Videogame, denn augenscheinlich hat man mit dem eigenen Film sowie dem Spiel dazu zu viel gewollt. Lässt man diesen Aspekt etwas außer Acht, bleibt trotzdem noch ein grundsoldies Lego-Spiel übrig, dass allerdings nicht das Zeug hat in der Liga von Star Wars, Harry Potter oder Herr der Ringe mitzuspielen.

Pro

  • + erstes Lego-Spiel mit eigener Geschichte
  • + erweiterte und neue Mini-Spielchen
  • + gut funktionierende Steuerung
  • + viele prominente Gastauftritte
  • + wenn auch weniger, aber trotzdem solider Umfang
  • + Charakterwechsel / Spiel erweitert
  • + sympathische Hauptfigur (Emmet)
  • + funktioniert auch ohne Film
  • + Koop-Modus wieder mit von der Partie

Kontra

  • - lange Ladezeiten
  • - Kantenflimmern und Texturschwächen
  • - partiell chaotische, hektische Abschnitte
  • - gestückelte Erzählweise
  • - Kollisionsabfrage mit Schwächen
  • - Kamerawinkel nicht immer optimal
  • - weniger Rätsel, mehr Button mashen

Unsere Bewertung

Grafik
 
77 %
Sound
 
78 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
78 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
77 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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