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Life is Strange: Before the Storm – Episode 2 “Schöne neue Welt” Test / Review

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Veröffentlicht 8. November 2017 | 12:53 Uhr von Alexander Winkel

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Mit einer Gänsehaut und ziemlich gebeutelt hat uns Deck Nine nach der ersten Episode des neuen Life is Strange: Before the Storm zurückgelassen. Dank Cliffhanger saß man seinerzeit doch recht geschockt vor dem Flimmerkasten. Die Wartezeit auf „Schöne neue Welt“ war zum Glück recht kurz und wir können endlich wieder in der Rolle von Chloe Price die Blackwell Akademie und den idyllischen Ort Arcadia Bay unsicher machen. Kann der weitere Verlauf den Spannungsbogen des epischen Finales und die hohen Erwartungen halten?

Das Prequel „Before the Storm“ kehrt zwei Jahre vor dem ursprünglichen Werkt von Dontnot zurück nach Arcadia Bay und erzählt uns die Vorgeschichte der rebellischen Chloe Price, die mit dem Weggang ihrer besten Freundin Max Caulfield und dem Verlust ihres Vaters emotional zu kämpfen hat, und Rachel Amber, der absolut perfekten Musterschülerin der Blackwell Akademie  aus gutem Hause. Beide prallen bereits in der ersten Episode aufeinander und sorgen mit ihren alltäglichen Problemen für eine einzigartige Atmosphäre. Protagonisten im Teenager-Alter, die vor allen mit dem Erwachsenwerden kämpfen und in der Phase der Selbstfindung doch so einige Höhen und Tiefen mitmachen. Nahtlos geht es in der Episode 2 „Schöne neue Welt“ weiter. Der herrliche Ausflug der beiden Ausreißer findet sein Ende mit der mehr als ungemütlichen Anhörung im Rektorat und dem schulischen Verweis von Chloe. Episode 2 rückt damit die Umstände ein Stück näher an das heran, was wir aus dem ursprünglichen Werk von Life is Strange kennen.

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Dies ist mitunter sicherlich auch einer der größten Probleme des Prequel. Egal welche Situation aufkommt und welche Streitgespräche emotional auf die Gemüter schlagen – Kenner sind bereits durch Max Caulfield’s Abenteuer vorbelastet und wissen, wie die Mitschüler in der Zukunft ticken und in welche Kerbe der unliebsame Lebensgefährte von Chloe’s Mom schlägt. Unvoreingenommen können die Gespräche kaum geführt werden und selbst die neuen Streitgespräche, in denen Chloe mit passenden Kontern in gegebener Zeit versucht die Oberhand zu gewinnen, wirken letztendlich aufgesetzt. „Schöne neue Welt“ liefert letztendlich genau dieses Versprechen nicht: Wir haben es mit einer eher altbekannten Welt zu tun, wohl bekannten Antagonisten und einer Hintergrundgeschichte, die unweigerlich auf das hinaus laufen wird, was Max letztendlich entdeckt.

Deck Nine hat sich dabei auch zu sehr auf das verlassen, was sie mit der ersten Episode geschaffen und gekonnt von Dontnot übernommen haben, jedoch wird dabei zu wenig Neues geliefert. Auch die Bedrohung des Feuers kann das beklemmende Gefühl des Sturms nicht aufgreifen, da der Brand zwar in gewisse Weise die Hintergrundkulisse liefert jedoch niemals Gefahr läuft, sich in den Weg von Chloe Price zu drängen. Die Rebellin muss eher mit der neuen Situation zurechtkommen. Da ist der zukünftige Stiefvater David, der alles kontrollieren muss und sich zwischen ihr und ihrer Mutter stellt. Neben Zigaretten riecht sie jedoch auch den frischen Wind der Freiheit, der durch den Verweis von der Schule aufkommt. Parallel wahrt Rachel Amber das Gesicht, doch immer mehr kommt durch, dass beide Protagonisten doch mit ein und demselben Herzen schlagen und ein gemeinsames Ziel verfolgen.

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Die teilweise einzigartige Atmosphäre von Life is Strange kommt immer wieder auf. Hier auf einer Parkbank den Tag Revue passieren lassen, dort mal bewundernd dem Feuer zuschauen. Zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack und den superb in Englisch gesprochenen Dialogen gelingt es Deck Nine abermals eine herrliche Idylle zu schaffen, in der man als Spieler auch gerne mal einige Minuten gedankenverloren verweilen möchte. Jedoch schränkt uns die zweite Episode spielerisch noch weiter ein, als es beim Auftakt bereits der Fall gewesen ist. Der Tag spielt sich wesentlich linearer, mit kaum Interaktionen zwischen Chloe und der breiten Wiese des Campus und dessen Studenten. Auch die Aufgaben gestalten sich extrem linear. Rätsel gibt es so gut wie keine mehr und auch das soziale Umfeld wird bis auf den engsten Personenkreis stark eingeschränkt. Etwas, was Max Caulfield noch in vollen Zügen genießen konnte: Soziale Medien, Tratsch zwischen den Mitschülern und reichlich zusätzliche Leute und Bewohner von Arcadia Bay, die sich ihr in den Weg stellten, all dies kümmert Chloe Price eher weniger.

Die Protagonistin bleibt, bis auf die Freundschaft mit Rachel Amber halt doch eine Einzelkämpferin. Letztendlich leidet damit jedoch der Spannungsbogen. Die Dialoge sind gelungen, die bevorstehende Bühnenshow ein durchaus sehenswertes Highlight und das Finale ist wieder recht gelungen, vor allem wenn Chloe in die verbale Offensive geht. Doch letztendlich fühlt sich „Schöne neue Welt“ ein wenig enttäuschend an. Doch was soll Deck Nine auch wirklich Neues und Spannendes liefern? Life is Strange – das Original – ist das Ziel dieser kleinen Miniseries und damit ist der rote Faden bzw. zumindest Ende bereits vorgegeben.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

73 %

Während mich die erste Episode von „Before the Storm“ irgendwann noch gepackt hat und spätestens in der zweiten Hälfte zu überzeugen wusste, plätscherte die Fortsetzung nun einfach vor sich hin, ohne wirklich Akzente zu setzen. Weder fühlte ich mich emotional wirklich ergriffen, noch konnte „Schöne neue Welt“ den Spannungsbogen aufrecht halten. Das, was durch den Cliffhanger der ersten Episode gekonnt in den Vordergrund rückte, geht in der linearen zweiten Episode ohne viel Interaktion wieder flöten. Belanglose Aufgaben sorgen nicht gerade für eine Bindung zwischen Spieler und Protagonistin. Mitunter dürfte auch die Hinführung zum vorgegebenen Ende aufgrund dem Abenteuer von Max Caulfield ein wesentlicher Faktor sein. Kenner wissen, was die Zukunft bringen wird und Deck Nine hat es nicht geschafft, wirklich überraschende eigene Ideen in den Verlauf zu integrieren. Immerhin sorgt das Finale für ein spannendes, für viele sicherlich unerwartetes Ende und strapaziert somit die Ungeduld der Spieler einmal mehr, bis die finale Episode in den virtuellen Läden steht.

Pro

  • + Die „Life is Strange“ Atmosphäre konnte abermals eingefangen werden.
  • + Charaktere wurden glaubhaft in Szene gesetzt dank grandioser Dialoge und nachvollziehbarer Empfindungen.
  • + Wieder einmal gelungener Soundtrack, der mitsamt idyllischer Szenen zum Entspannen einlädt.

Kontra

  • - Keinerlei Rätseleinlagen mehr vorhanden, verschuldet auch der fehlenden Zeitmanipulation.
  • - Fokus weiterhin hauptsächlich auf Chloe und Rachel, ohne weitere Charaktere wirklich zu durchleuchten.
  • - Der Verlauf wirkt extrem linear ohne Rätsel oder Interaktionsmöglichkeiten abseits der Haupthandlung.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
95 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
70 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

  • Marcel sagt:

    In etwa das gleiche Gefühl hatte ich bereits beim ersten Life is Strange. Sehr stark angefangen und aber sehr schnell wieder abgeflacht. Das machen die TT Spiele gefühlt besser. :D

  • Perfect007 sagt:

    Naja auch die TT Spiele haben da ihre Probleme. Wenn ich da allein an das GoT Spiel denke. Manche Episoden waren da auch so langweilig.

    • Marcel sagt:

      Klar, da hast du natürlich schon recht. Insgesamt sind die meisten TT Spiele meiner Meinung nach stimmiger im Gesamtpaket. Wenn ich nur schon an The Wolf Among Us oder die erste Staffel von Walking Dead denke, sind das zwei absolute Knaller. GoT ist ganz nett, mehr aber auch nicht.

    • Perfect007 sagt:

      Das Original Life is Strange habe ich jedoch sehr gern nochmals durchgespielt. Keines der TT Games hat mich beim zweiten Mal gepackt. Die waren dann eher totale Qual.

      Finde Life is Strange, hatte ich damals auch in einem Test erwähnt, in vielerlei Hinsicht besser als TT Games. Das trifft jedoch nicht auf Befor the Storm zu.

    • Marcel sagt:

      Die erste Staffel von Walking Dead war doch so herzergreifend! :) Habe ich viermal gespielt. *g*

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