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Life is Strange – Noch ein episodisches Abenteuer?

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Veröffentlicht 3. März 2015 | 14:05 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 16. April 2015

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Das Leben ist wirklich komisch, nicht wahr? Als wäre es das nicht sowieso schon, wird Max Caulfield, in eine Situation versetzt die es noch absurder macht. Welcher Teenager hätte nicht gerne die Möglichkeit gehabt, die Zeit zurück zu drehen? Genau diese Fähigkeit erhält Max auch.

Sie ist die Protagonistin in Dontnod Entertainments (Remember Me) episodischem Drama, Life is Strange. Es vereint Themen wie Erwachsen werden und schwere Entscheidungen treffen, mit Zeitreisen. Wir haben die erste Episode Chrysalis gespielt und warten jetzt schon sehnsüchtig auf die nächste Episode! Wieso wir es kaum erwarten können, könnt ihr in unserem Test zur ersten Episode von Life is Strange lesen.

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Was wäre wenn?

Max hat eine Passion für die Photographie. Sie ist eine Studentin der Blackwell Academy in Arcadia, Oregon. Sie ist eigentlich eine ganz normale Teenagerin. Sie hat ihren engen Freundeskreis, es gibt Drama mit den Mädels aus einer anderen Clique und findet ihren Lehrer sehr faszinierend. Eines Tages, bekommt sie auf der Toilette der Schule mit, wie ein anderes Mädchen von einem Mitschüler erschossen wird. Dies ist der Moment, in dem sie entdeckt das sie die Zeit zurück drehen kann. Denn auf einmal, befindet sie sich wieder in ihrem Klassenzimmer und die Ereignisse dort, spielen sich noch einmal genauso ab. Nur das sie dieses Mal den Vorteil hat, das sie weiß was passieren wird und darauf reagieren kann. Jetzt hat sie die Möglichkeit das Mädchen auf der Toilette vor dem fatalen Zusammentreffen zu retten. Es stellt sich heraus, das dieses Mädchen mit dem Namen Chloe, ihre beste Freundin aus Kindheitstagen ist. Zusammen mit ihr versucht sie das Geheimnis hinter dem Verschwinden eines Mädchens aus Arcadia zu lösen und die Stadt vor einem drohenden Disaster zu retten.

Die Prämisse mit der Zeitreise ist wirklich gut gelungen. Es handelt sich für einmal nicht um einen Supersoldaten der die Zeit manipulieren kann, sondern um ein unsicheres Mädchen das auf dem Weg in das Erwachsen werden ist. Das bringt wirklich interessante Themen mit sich. Max macht sich gar keine große Gedanken, das Weltgeschehen zu ihren Gunsten zu verändern. Vielmehr sind es die eher kleinen Sachen, auf welche sie Einfluss nimmt. Wie, als sie beispielsweise eine Schneekugel von Chloe aus Versehen zerstört. Schwupps ist die Zeit zurück gedreht, die Schneekugel wieder heil und eine unangenehme Situation aus dem Weg geschafft. Es macht Max menschlich. Das ist eine der Stärken von Life is Strange. Die Figuren sind menschlich und interessant, können Gefühle in einem auslösen. Manchmal ist das ganze Verhalten dieser Teenager vielleicht ein wenig zu klischeehaft. Es hält sich aber in Grenzen und schafft es wohl kaum, einen wirklich aus dem Spiel zu reissen.

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Und täglich grüsst das Murmeltier

Die grundlegende Idee hinter dem Gameplay ist inzwischen nicht mehr neu. Life is Strange geht den Weg der Telltale Spiele, wie The Walking Dead, The Wolf Among Us und Game of Thrones zuvor. Die erste Episode, Chrysalis, hat eine Spielzeit von zwei bis drei Stunden und bietet an gewissen Punkten, die Möglichkeit die Handlung zu beeinflussen.

In Gesprächen können meist mehrere Antwortmöglichkeiten ausgewählt werden. Zudem gibt es immer wieder grössere Entscheidungen die getroffen werden müssen. An diesem Punkt kommt die Zeitreisemechanik mit ins Spiel. Hat man eine Entscheidung getroffen, kann diese noch geändert werden indem die Zeit einfach zurück gespult wird. Dies kann den Entscheidungsprozess nur noch schwieriger machen. Hat man wirklich die richtige Wahl getroffen? Wäre Option B vielleicht nicht doch besser? Oder doch wieder zu Option A wechseln? Es ist sehr interessant, wie die Mechanik in diesem Zusammenhang benutzt wird. Zumindest diese erste Episode scheint was die Entscheidungen angeht, noch eher als Setup zu dienen. Ob und in welchem Masse sich die jetzt getroffenen Entscheidungen auf den weiteren Spielverlauf auswirken, bleibt abzuwarten. Obwohl es aber eher nur als Setup dient, macht es auf jeden Fall schon einmal Spaß gewisse Entscheidungen zu treffen und Max nach seinem bzw. ihrem moralischen Kompass zu formen.

Die Möglichkeit die Zeit zurück zu spulen, hat nicht nur Einfluss auf die Entscheidungen die man treffen kann. Sie wird auch im Spiel selber benutzt. Beispielsweise wird man vor die Aufgabe gestellt, ein paar böse Mädels von einer Treppe zu vertreiben. Dazu kann man nach und nach, dank den Zeitmanipulationsfähigkeiten von Max, eine Taktik erarbeiten um sie von dort zu verscheuchen, ohne das man selber als Übeltäter gestellt wird. Es bietet auch neben diesen, für die Story wichtigen Ereignissen, immer wieder die Möglichkeit, Dinge in der Welt zu verändern. Will man das eine Mitschülerin von einem Football getroffen wird oder sorgt man dafür das zu verhindern? Es sind die Kleinigkeiten, die für wirklich viel Freude sorgen können.

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Versteckspiel im Wasserfall

Ein grosses Lob verdient auf jeden Fall die komplette Soundkulisse. Dazu zählen sicher auch die hervorragenden, englischen Synchronsprecher der beiden Hauptfiguren Chloe und Max. Sehr gelungen ist auch der Score des Spiels. Die für Life is Strange komponierten Musikstücke sind melancholisch ohne traurig zu sein. Sie passen ideal in die Spielwelt und zu den Figuren. Darüber hinaus gibt es auch eine sehr gute Auswahl an lizenzierten Songs von Künstlern wie Breton, Mogwai und Syd Matters (welcher auch für den Score verantwortlich ist).

Das Design der Welt gefällt. Nur selten ist uns in einem Spiel ein so diversifizierter Cast an Figuren aufgefallen. Cool daran ist, das dieser nicht wirklich den typischen Mustern folgt. Der Dicke ist nicht zwangsläufig der Typ der immer von allen gehänselt wird. Er ist ganz einfach ein Typ, mit ein paar Kilos zu viel auf den Rippen. Die Blackwell Academy selbst und die Stadt Arcadia, inklusive der umliegenden Natur, kann ebenfalls überzeugen. Sie wirkt irgendwie real und doch so weit entfernt.

Unser Fazit

83 %

Life is Strange ist auf jeden Fall ein ambitioniertes Werk, für einen noch nicht allzu etablierten Entwickler. Es ist schön zu sehen, das sich Publisher Square Enix dazu entschieden hat, das französische Studio bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Es fällt auch auf, das Dontnod mit viel Herzblut bei der Arbeit ist. Das diese erste Episode noch nicht so viel zu bieten hat, wie man sich vielleicht von einem Telltale Spiel erhofft, war fast zu erwarten. Charaktere müssen eingeführt, die Spielwelt aufgebaut und die Mechaniken erklärt werden. Wenn die Mitte März erscheinende zweite Episode von Life is Strange genau dort ansetzt, wo Chrysalis aufgehört hat, dann kann man ein richtig spannendes und gut gemachtes, episodisches Abenteuer mit Max Caulfield erwarten.

Pro

  • + Interessante Prämisse
  • + Charmante und menschliche Haupt- und Nebenfiguren
  • + Genialer Score und Soundtrack
  • + Gute Synchronsprecher
  • + Toll gestaltete Spielwelt
  • + Spannender Einsatz der Zeitreisemechanik

Kontra

  • - Viel Setup in der ersten Episode
  • - Teilweise doch zu klischeehaft
  • - Jugendslang wirkt selten zu künstlich

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
75 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
78 %

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Kommentare

  • Melissa sagt:

    Ein sehr schöner Test zum Spiel. Es hat mir grosse Freude bereitet, diesen zu lesen und kann mich da nur deiner Meinen anschliessen Fabrice.

    Weiss man schon, wann die zweite Episode erscheint?

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