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Lifeless Planet – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 4. Juni 2015 | 18:31 Uhr von Alexander Winkel

Lifeless-Planet-Screen

Die Menschheit ist schon seit Jahrzehnten auf der Suche nach einem lebenswerten Planeten in den Fernen der Galaxie. Ein Thema, dass sich durch alle Unterhaltungsmedien zieht und immer wieder gerne angerissen wird. Wie unwirtlich und gar gefährlich die Kolonisierung eines fremden Planeten sein kann, zeigt uns Entwickler Stage 2 Studios mit ihrem Indie-Titel Lifeless Planet Premier Edition für die Xbox One. Das bereits für den PC veröffentlicht Spiel erschien vor kurzem auf dem Xbox Marktplatz und kostet 20 Euro, doch lohnt sich das Geld auch?

Irgendwo im All, nach einem katastrophalen Flug, strandet ein amerikanischer Astronaut auf einem fremden und augenscheinlich ziemlich kargen Planeten. Dieser scheint aber nicht ganz so einsam und verlassen, wie uns die wüstenhafte Landschaft und die kargen Gebirge noch weiß machen wollen. Es dauert nicht lange bis man auf heruntergekommene Überreste einer wohl menschlichen Zivilisation trifft. Primäres Ziel ist aber Überleben und irgendwie wieder vom Planeten zu verschwinden. Dabei zusätzlich Crew-Mitglieder suchen und den Tod der Ehefrau überwinden. Ein Ereignis, welches sich tief in die Seele des Amerikaners verwurzelt hat und ihm bis heute noch zu schaffen macht.

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Die Kolonie

Die wenigen Funksprüche und daraus resultierenden Informationen zum Leben des Astronauten stehen aber eher im Hintergrund der eigentlichen Handlung, denn Lifeless Planet möchte uns die Geschichte einer Kolonie und vor allem deren menschlichen Fehler näher bringen. Da in dieser unwirtlichen Gegend, von Wüsten, Sand und kargen Gebirgen geprägt und mit giftigen Pflanzen durchsetzt, kaum Leben mehr existiert, werden die Hintergründe durch zahlreiche Dokumente wieder gegeben. Berichte des Direktors, Unterlagen von Wissenschaftlern und ihren Experimenten sowie einige Briefe und Schriftstücke, die sich in den Wohnungen, dem Forschungskomplex und auch verstreut in den letzten Nischen finden lassen. Darüber hinaus führt der Astronaut einen Log, in dem er alles relevante wie auch Proben dokumentiert. Manche Berichte werden mit Sprachausgabe wieder gegeben, aber leider nur russisch – denn die Kolonie stammt aus Russland. Wer daher ungern lange Texte liest, wird nicht viel von den Hintergründen mitbekommen, was ungemein an der Atmosphäre des Spiels nagt.

Denn wirklich Spannung kommt bei diesem Abenteuer nur selten auf. Der Weg ist recht linear gestaltet, wenn auch vor allem in Gebirgszügen nicht immer ganz offensichtlich erkennbar. Viel zu erkunden gibt es nicht, obwohl zahlreiche Sammlerobjekte die Forschernaturen locken. Die Spielmechanik ist simpel. In voller Astronautenmontur inklusive Jetpack erkundet man die Gegend, läuft überall hin, wo die Steigung nicht zu stark ist und kann mittels Schub durch das Jetpack auch kleinere Abgründe überwinden. Später findet sich ein Boost für das Jetpack, welcher aber immer nur eine bestimmte Zeit anhält. Damit kann der Amerikaner aber auch höher gelegene Plateaus oder größere Abgründe überwinden. Vor allem zu Beginn nimmt die Lauferei die meiste Zeit in Anspruch, nach und nach streut der Entwickler aber auch kleinere Denkaufgaben ein. Stellt den Strom wieder her, um ein Tor auf zu bekommen. Löst kleine Schalterrätsel. Transportiert Gegenstände von Punkt A nach Punkt B. Nichts was den Kopf zum Rauchen bringen wird! Kniffliger dagegen die Sprungpassagen, da vor allem dank des Jetpack die Steuerung etwas schwammig ausfällt.

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Spaziergang und Tiefgang

Das Problem an Lifeless Planet liegt aber vor allem daran, dass alles viel zu einfach ist und man die zahlreichen, leider insgesamt auch ziemlich kargen und daher eher langweiligen Abschnitte relativ schnell und mehr oder weniger problemlos durchwandern kann. Feinde im eigentlichen Sinne kennt der mysteriöse Planet nicht, doch sorgen immer wieder unbekannte Gefahren für einen plötzlichen Tod. Zum Beispiel geheimnisvolle Pflanzen, die wie abgestorbene Bäume und Äste aussehen, machen euch immer wieder das Leben schwer. Auch Lava kreuzt euren Weg und natürlich die zahlreichen Abgründe vor allen in den Bergen. Dank gut verteilter Checkpoints muss man sich aber nicht wirklich Gedanke machen, es sei denn alle Erfolge wollen erspielt werden. Dann muss man Lifeless Planet mit Vorsicht genießen, denn man darf für einen speziellen Erfolg nicht ein einziges Mal das Zeitliche segnen.

Der Exkurs auf diesen Planeten bietet letztendlich aber durchaus kurzweilige, wenn auch nicht wirklich anspruchsvolle Unterhaltung, die zum Teil atmosphärisch gelungen ist. Die wenigen Soundeffekte und der selten aber passend einsetzende Soundtrack schaffen auf jeden Fall ein gelungenes Ambiente für ein solches Spiel. Das Spielende hätte aber durchaus etwas einfallsreicher sein können, wie auch die ganze Hintergrundgeschichte. Immerhin hält uns der Entwickler mal wieder den Spiegel vor das Gesicht. Was auf diesem Planeten geschehen ist, droht der Menschheit auch auf der Erde. Die Absichten der Wissenschaftler mögen ehrenhaft und edel sein, doch die Menschheit lernt nicht aus den Fehler und kann sich auch nicht anpassen. Die Arroganz, allem überlegen zu sein, führt zur Zerstörung des eigenen Lebensraum. Gepaart mit ein wenig Sci-Fi und außerirdischem Leben wird der Inhalt mit dem üblichen Konsens abgerundet.

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Unser Fazit

65 %

Nicht nur dem amerikanischen Astronauten kommt der Planet ein wenig karg und trist vor, auch der Spieler wird nur mäßig unterhalten. Das eigentliche Spielprinzip beschränkt sich auf langatmige Erkundungstouren sowie einigen Geschicklichkeitseinlagen. Die wenigen Denkaufgaben stellen nur kaum eine harte Nuss dar. Die solide, wenn auch von Klischees durchzogene Geschichte wird eher unspektakulär mit ausführlichen Dokumenten und Notizen präsentiert. Für faule Naturen, die nicht gerne die etwas winzige Schrift lesen möchten, verliert der Gesellschaftsspiegel seinen Reiz, es sei denn man versteht Russisch. Denn einige Berichte, vor allem des Direktors der Kolonie, werden tatsächlich vertont wieder gegeben - für die meisten aber unverständlich in russischer Sprache. Das finale Urteil ist schwer, denn einerseits macht Lifeless Planet durchaus Spaß und ist kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, doch all die beschriebenen Kritikpunkte wiegen derartige Vorteile fast wieder auf.

Pro

  • + Die karge Landschaft und die stilvoll eingesetzte Musik erzeigen eine recht gelungene, beklemmende Atmosphäre
  • + Das Spiel ist recht umfangreich, wenn man vor allem die Sammlerobjekte sucht. Aber auch nicht zu sehr in die Länge gezogen
  • + Die Hintergrundgeschichte dient nicht allein der Unterhaltung, sondern zeigt auch Kritik an der Menschheit auf

Kontra

  • - Die Spielmechanik ist äußerst simpel und daher nicht sonderlich spannend. Laufen, nochmals laufen und ab und an kleine Sprungpassagen meistern
  • - Die wenigen Denkaufgaben stellen keine allzu große Herausforderung dar
  • - Die eigentliche Handlung wird nur mittels Dokumenten und Notizen in Schriftform präsentiert. Wer nicht lesen mag, vor allem weil die Schrift auf kleineren TVs eher mickrig ist, bekommt nichts von den Ereignissen der Kolonisten mit

Unsere Bewertung

Grafik
 
50 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
60 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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