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Lightfield – Test / Review

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Veröffentlicht 30. Oktober 2017 | 18:15 Uhr von Alexander Winkel

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Futuristisch und dennoch recht schlicht kommt das außergewöhnliche Rennspiel Lightfield daher. Aus der Hand kreativer Entwickler aus dem österreichischen Wien (Lost in the Garden) sorgt allein das Gameplay dieses Future-Racer für erstaunte Blicke. Kein anderes Spiel versucht das Genre derart zu revolutionieren, wie Lightfield. Wir haben zahlreiche Runden gedreht und liefern euch mit dem Test alle Informationen, die ihr für die Kaufentscheidung benötigt. 

Ohne Umschweifen nehmt ihr direkt hinter dem Steuer der sternförmigen Raumgleitern platz und lernt in einem kurzen Tutorial die Grundmechaniken von Lightfield kennen. Ziel ist es in Rennen den ersten Platz zu ergattern oder die besten Rundenzeiten zu erspielen, jedoch sorgt die Handhabe der skurrilen Fahrzeuge für eine kurze Eingewöhnungsphase. Diese Fortbewegungsmittel fliegen frei im Raum wie ein Flugzeug oder Raumschiff und lassen sich in alle Richtungen bewegen. Der Clou dabei ist es, dass mittels einer Taste das Gefährt die nächste Oberfläche der Strecke anpeilt und sich dort wie magnetisch anheftet. Durch das „andocken“ erhalten diese mehr Grip, dadurch einem ordentlichen Boost in Geschwindigkeit und ihr seid daher deutlich schneller unterwegs. Prinzipiell reichen die Grundmechaniken aus, um in Lightfield alles zu meistern. Dazu gesellen sich jedoch noch ein paar akrobatische Luftmanöver, die die Geschwindigkeit minimal erhöhen können. Jedoch ist recht fraglich, ob sich der relativ hohe Aufwand dieser, auch aufgrund fehlender Hinweise zur Handhabe, für den minimalen Boost wirklich lohnt.

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Die insgesamt sieben, in ihrer Form und Bauweise fast gar abstrakten Strecken gleichen futuristischen Industrieanlagen mit riesigen Röhren, mächtigen Ventilatoren, zahlreichen Plattformen und abgefahrenen Bauten. Um dem Rennen nun eine gewisse Struktur zu geben, tauchen Checkpoints auf, durch die ihr zwingend der Reihe nach hindurch müsst. Trotz völliger Freiheit in der Bewegung erzeugen diese somit einen durchdachten Kurs, der für gewiefte Spieler einem unglaublich abwechslungsreichen Parcours gleicht. Mirrors Edge lässt an dieser Stelle irgendwie Grüßen. Denn egal ob an den Wänden, der Decke, auf dem Boden oder einfach nur schwebend in der Luft, einziges Ziel ist es nun sämtliche Checkpoints auf dem effektivsten, kürzesten und schnellsten Weg zu erreichen. Da die Strecken sehr viele Möglichkeiten und mächtig Varianz bieten, entdeckt ihr selbst nach einigen Spielstunden noch die eine oder andere Abkürzung bzw. schnellere Variante, ins Ziel zu kommen.

Dazu kann euch auch das freie Spiel dienen, bei dem ihr euch völlig frei und ohne spielerischen Zwang den Kurs anschauen und entdecken könnt. Feilt hier an eurer Technik und entdeckt hier und da ein paar Sammelgegenstände, die euch Erfahrung bringen. Diese wiederum hat den einzigen Zweck, weitere Strecken freizuschalten, wobei die Sperre auch ungeniert umgangen werden kann. Eine weitere Besonderheit sind auch diverse Schalter, mittels derer die Strecken manipuliert werden können. Aktiviert ihr einen solchen, öffnen sich plötzlich Tore oder verändern sich die Wände, so dass sich neue Wege und Möglichkeiten ergeben, das Ziel zu erreichen.

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Die spielerische Konkurrenz, insgesamt wird das Feld mit KI-Fahrern auf sechs Teilnehmer aufgefüllt, ist recht gut ausbalanciert und sorgt für eine durchaus herausfordernde Challenge, um tatsächlich auf allen vier Schwierigkeitsgraden die Goldmedaille abzustauben. Jederzeit können auch vier weitere Spieler am heimischen TV ins Geschehen mit einsteigen und per Splitscreen geht es dann ans Eingemachte. Oder aber man sucht seine Freunde online, wobei leider nur private Rennen möglich sind. Insgesamt bietet uns Lightfield aber viel zu wenig Abwechslung. Die Spielmechanik ist ebenso simpel wie die optische Darstellung, die zwar futuristisch und ein wenig im Stil von REZ und Konsorten daher kommt, jedoch weitere Details missen lässt. Oftmals ist alleinig die Farbgebung und Streckenführung ausschlaggebend für ein individuelles Erlebnis. Relativ passend ist jedoch die elektronische Musik, ebenfalls aus der Feder eines Wiener Künstlers. Das was uns Zanshin um die Ohren haut, sind elektronische Beats und teils eigenwillige Melodien, die aber das Geschehen von Lightfield optimal untermauern.

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Getestete Version: Xbox One

 

Unser Fazit

67 %

Die Grundidee zu Lightfield ist grandios. Das „Andocken“ der Raumgleiter an jedweder Oberfläche eines Parcours sorgt für eine ungewohnte aber durchaus spektakuläre Spielumgebung, vor allem für ein Rennspiel. Dadurch hebt sich der Titel bereits gewaltig von sämtlichen Konkurrenzprodukten ab. Jedoch mangelt es an Abwechslung. Das optisch recht schlicht gehaltene Spiel kommt mit nur sieben Strecken (die es anschließend in einer weiteren Variante gibt) daher, die recht schnell erkundet sind. Die Karriere besteht schlicht aus sammeln von Bronze, Silber und Goldmedaillen ohne weiteren Anspruch und Spielmodi zu bieten. Zeitfahren und Multiplayer sorgen noch für zusätzliche Motivation, letztendlich kommt der Titel aber bis auf die Grundidee nicht über seinen eigenen Schatten hinaus. Schade, denn die Idee hat Potenzial!

Pro

  • + Außergewöhnliche Spielmechanik mit „andocken“ der Raumgleiter.
  • + Simple zu erlernen und dadurch auch für schnelle Runden mit Freunden geeignet.
  • + Recht passender Soundtrack, der ebenso futuristisch wie das Spiel daher kommt.

Kontra

  • - Bis auf die ungewohnte Grundmechanik wird zu wenig Raffinesse geboten.
  • - Der Spielumfang ist mit sieben Strecken recht mager ausgefallen.
  • - Es mangelt auf Dauer an Abwechslung und gelungenen Spielmodi.

Unsere Bewertung

Grafik
 
55 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
68 %
Spielspaß
 
68 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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