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Lightning Returns: Final Fantasy 13 – Test / Review

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Veröffentlicht 13. März 2014 | 20:13 Uhr von Sandra

Lightning-Returns-Final-Fantasy-13-Screenshot

Final Fantasy 13 und Final Fantasy 13-2 waren und sind Titel, welche die Gemüter spalten. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt – dazwischen gibt es eigentlich nichts. Umso schwieriger wird es, da die Heldin der 13. Sage nun zum dritten, wohl aber auch letzten Mal antritt zu beweisen, dass sie es drauf hat. Außerdem hat sie gleich noch ein paar Veränderungen im Rollenspiel-Gepäck dabei, mit denen die Trilogie durchaus würdig ihren Abschluss finden kann. Vorausgesetzt man ist bereit von „das war aber immer so und nicht anders“-Statuten abzulassen.

Wach auf, die Apokalypse naht!

Lightning ist zurück, und auch ihre getreuen Weggefährten Snow, Noel oder auch Vanille sind mit von der Partie und leisten ihren Beitrag. Allerdings hat sich Lightning als sozusagen Leader of the Pack heraus kristallisiert, ist sie auch die einzige Figur, die ihr spielt. Nichts desto weniger bekommt ihr jede Menge Hilfe und Unterstützung, denn die Aufgabe, die euch gestellt wird, ist nicht einfach. Seelen müssen gerettet werden, denn Nova Chrysalia bleiben sage und schreibe noch 13 Tage, dann ist alles aus und vorbei. Die berühmt-berüchtigte Apokalypse, wenn man so will, macht auch vor der Fantasiewelt nicht halt. Daran kann auch die Schöpferin Bhunivelze nichts ändern … wobei, ist nicht immer ein Ende auch ein Anfang? Aber klar doch und natürlich hat die Gottheit einen Plan. Warum nicht einfach eine neue Welt schaffen? Gesagt – getan. Dafür muss allerdings Lightning aus ihrem 500-jährigen Kristallschlaf geweckt werden und so ganz nebenbei muss die toughe Lady mit den rosa Haaren auf Seelenfangzug gehen. Oder als Kurzfassung: Seelen für eine neue Welt – klar wie Kloßbrühe. Lighning muss das im Übrigen nicht umsonst machen, denn im Gegenzug verspricht ihr Bhunivelze, dass sie als Belohnung jemanden wiedersehen werde, denn sie schon lange vermisst. Der Plan ist gefasst und Helfershelfer stehen selbstverständlich auch zur Verfügung. Hope Estheim zum Beispiel, die aus der sogenannten Arche, in der im Übrigen die Zeit still steht, heraus agiert. Ebenfalls wird sich herausstellen, dass die junge Lumina, die anfänglich nicht ganz durchschaubar wirkt, eine wichtige Rolle spielt. Nicht zu vergessen Sazh, der Junge mit den Chocoboküken.

Lightning Returns: Final Fantasy XIII

 

… und erlöse uns von dem Bösen

Ja, in der Tat, das ist des Pudels Kern. Und wie für Final Fantasy-Spiele typisch steckt mehr Drama drin, als auf den ersten Blick erkennbar ist. So einfach sich das Vorhaben Seelenrettung für neue Welterschaffung präsentiert, ist es nämlich nicht. Nicht nur dass der drohende Untergang wie ein Damoklesschwert über allem schwebt, auch die Zeit erweist sich als unbestechlicher Feind. Ein Stück weit steht die tickende Uhr im krassen Widerspruch zu den augenscheinlichen Möglichkeiten. Die Spiele-Welt Nova Chrysalia ist groß, unterteilt in vier Kontinente, auf denen es reichlich zu tun gibt. Im Übrigen braucht es recht wenig Zeit, ca. 1-1,5 Spielstunden, dann steht Nova Chrysalia komplett zur Verfügung – einfach zu erreichen per Schwebebahn.

Wie gerne möchte man in die Weitläufigkeit, die sich vor einem auftut, ausschwärmen und selbige erforschen, erkunden und untersuchen? Am Ende bleibt dann aber doch nur das Konzentrieren auf das Wesentliche. Leichter gesagt als getan, denn erst die Mischung aus Haupt- und Nebenquests macht es aus. Während die eher linear gehaltenen zentralen Aufgaben die Geschichte voran treiben, sind es die Nebenaufgaben, die Ausrüstungsgegenstände bringen und helfen Lightning aufzubauen.

Generell gilt, dass bestimmte Orte nur zu gewissen Zeiten aufgesucht werden können. Hinzu kommt, abgesehen von der omnipräsenten Weltuntergangsaussicht, dass für Quests nicht immer hinreichend Zeit vorhanden ist. Aber wer clever vorgeht kann das Limit strecken und sich auf diese Weise Druck nehmen. Prioritäten setzen ist das Stichwort. Am besten immer im Hinterkopf behalten, dass nicht mehr erledigte Gegner Punkte für Charakteraufbau und Kampffähigkeiten ausspucken, nein, es sind die Quests, die natürlich erfolgreich erledigt und abgeschlossen werden müssen. Das Gute ist, es gibt keine Begrenzungen bei der Quest-Annahme und so steht es euch frei so viele Aufträge wie ihr mögt entgegen zu nehmen. Grundlegend entfaltet sich die jeweils Kontinent bezogene Hauptquest durch ihren Verlauf und gipfelt am Ende mit einem Boss-Kampf. Nebenaufgaben werden Rollenspiel typisch von NPCs vergeben oder lassen sich auf sogenannten Wunschtafeln finden. Sterne, ein bis drei Stück sind möglich, kennzeichnen den Schwierigkeitsgrad des Sidequests. Hinzu kommt, dass erfolgreich erfüllte Quests auch die benötigten Seelen ausspucken, die es für den Neuanfang braucht.

Lightning Returns: Final Fantasy XIII

Weiterhin liefern Seelen, sofern ausreichend gesammelt wurden, wertvolle Zusatzzeit für Nova Chrysalia. Wenn ihr mit Lightning morgens um sechs zum Yggdrasil Blumen-Rapport antretet und die Seelenanzahl ein gewisses Kontingent erreicht, gibt es einen extra Tag. Wie, extra Tag? Ja, das ist der kleine aber feine Kniff, den das Spiel bietet und der euch darüber hinaus motivieren soll jede Menge Quests zu erledigen. Ihr beginnt das Spiel nämlich nicht mit dem Wissen, dass ihr noch 13 Tage Zeit habt die Dinge gerade zu biegen. Oh nein, es sind lediglich sechs Tage, mit denen ihr aufbrecht. Nur wer fleißig Aufgaben erfüllt, Seelen sammelt und dazu auch pünktlich abliefert, bekommt etwas Zeit geschenkt – maximal jedoch besagte 13 Tage.

An der Stelle sei angemerkt: Gebt euch keinen Illusionen hin – alles in einem Spieldurchlauf zu erledigen ist so gut wie nicht zu schaffen. Aber das ist okay, denn weitere nicht erledigte Aufgaben können auch super im zweiten Durchgang mitgemacht werden. Und dass Square Enix ein Stück weit darauf setzt, dass ihr wenigstens ein zweites oder drittes Mal Nova Chrysalia bereist, belegen auch die alternativen Schwierigkeitsgrade sowie der New Game Plus-Modus. Dieser erlaubt euch gesammeltes Geld, Fertigkeiten und Ausrüstungen in einen neuen Spieldurchlauf mitzunehmen.

Lightning Returns: Final Fantasy XIII

 

Was zieh ich bloß an?

Wer die Vorgänger gespielt hat, dem wird vor allem auffallen, dass das Kampfsystem ein anderes geworden und sich – ohne Zweifel –zu seinem Vorteil verändert hat. Sogenannte Kampfgarnituren müssen von euch zusammen gestellt werden, die aus einer Waffe, einem Schild sowie Defensiv- und Offensiv-Fertigkeiten bestehen. Getreu dem Motto „was zieh ich nur an“ gibt es im Ganzen über 80 verschiedene Outfits mit den unterschiedlichsten Merkmalen. Die Garnituren lassen sich ganz nach persönlichem Gusto gestalten und darüber hinaus können bis zu drei Stück in einen Fight mitgenommen werden. Neue Outfits für Garnituren aber auch Waffen sowie Heiltränke und dergleichen mehr können in Shops gekauft werden. Ist eine Garnitur nicht mehr stark genug, da die dafür benötigten ATB-Punkte verbraucht sind, wechselt ihr auf Knopfdruck auf die Zweite oder Dritte. In der Zwischenzeit lädt sich die angeschlagene Garnitur, wenn auch langsam, wieder auf. Ein durchaus hilfreicher Ratgeber für die Zusammenstellung der Garnituren ist natürlich das Gegner-Aufkommen per se. Nicht jeder Widersacher kann mit der ewig gleichen Aktion zur Strecke gebracht werden.

Bezüglich der Steuerung macht euch damit vertraut, dass jede der vier Tasten eine Funktion erhalten hat. Diese richtet sich u.a. auch danach, welche Kampfgarnitur ihr tragt. Hinzu kommt, dass es im Kampf kein klassisches Menü mehr gibt. Dieses erscheint nur noch, wenn es darum geht einen Gegenstand zu verwenden.

Fasst man das Kampfsystem zusammen, ist es eine Art One-Man-Party-Show. Denn all das was vorher noch Gruppendynamisch ausgeführt wurde, sprich verschiedene Figuren verfügen über unterschiedliche Möglichkeiten und erst kombiniert taugen sie dazu den Feind zu erledigen, spielt keine Rolle mehr. Ihr macht das alles allein mit Lightning, und trotzdem fühlt es sich meistens gut an, denn das Kampfspiel mit Strategien austüfteln und Taktiken anwenden sind trotzdem gegeben.

Abgesehen von den Optionen, die vor einem Kampf festgelegt und in selbigem angewendet werden können, gibt es noch das eine oder andere Extra, dass das Vorankommen, auch in einer solchen Situation, erleichtert. Besondere Fähigkeiten, die ihr von Bhunivelze erhaltet, können, richtig eingesetzt, Vorteile verschaffen. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit das Geschehen im Kampf für einen Moment einzufrieren, so dass eure Gegner total schutzlos sind. Ebenfalls könnt ihr mit Lightning die Teleporter-Funktion nutzen. Einzige Voraussetzung, damit das funktioniert: Ihr müsst den Ort schon einmal besucht haben. Aber auch für die zusätzlichen Funktionen gilt: Ohne Energiepunkte geht nichts. Energiepunkte können u.a. während des täglichen Arche-Besuchs aufgeladen werden oder beispielsweise auch in Restaurants. Um gewisse Fertigkeiten zu verbessern solltet ihr hin und wieder dem Alchemie-Labor einen Besuch abstatten.

Lightning Returns: Final Fantasy XIII

 

Dunkle Wolken am Horizont

Als Feingeist und Grafik-Fan werdet ihr mit Lightning Returns: Final Fantasy 13 nicht ganz glücklich werden. Obwohl Nova Chrysalia an sich hübsch geraten ist, abwechslungsreich obendrein, es sind die nicht geglückten Kleinigkeiten, die zwischendrin immer wieder auftauchen und das eigentlich recht ordentliche Bild trüben. Dazu gehören matschige Texturen, Kantenflimmern und hin und wieder leider auch Ruckler. Nicht logisch nachvollziehbar ist auch, dass die meisten NPCs sehr lieblos gestaltet wurden. Anders dagegen wieder Lightning, die nicht nur recht detailliert, sondern auch sehr flüssig animiert durch die Lande zieht. Und natürlich sind auch wieder zahlreiche, opulente Zwischensequenzen vertreten, die – keine Frage – richtig gut aussehen.

Nichts zu meckern gibt es bei der Sound- und Sprachausgabe. Orchestrale Klänge wechseln sich mit Songs aus der Elektronikecke ab; Ein Mix, den wir definitiv als gelungen beschreiben. Gleichfalls stimmig sind die vielen FX-Sounds, Effekte und sonstigen Geräusche. Sie  klingen stimmig und liefern keinen Grund zum Meckern. Stört euch nicht daran, dass Lightning und Co. nur Englisch sprechen. Zum einen machen sie das richtig gut und zum anderen, solltet ihr nicht so fest im Fremdsprachensattel sitzen, sind deutsche Untertitel verfügbar. Also volle Punktzahl in der Kategorie einwandfreie Verständigung.

Bleiben zum Schluss kurz die Social Media-Funktionen zu erwähnen, interessant für diejenigen unter euch, die Spaß dran haben ihre Fortschritte auf Facebook und/oder Twitter zu posten – wahlweise auch mit Foto. Alternativ könnt ihr auch Passanten mit Informationen über euren erlangten Spiel-Status versehen und diese dann in der Welt von anderen Spielern aussetzen und rumlaufen lassen. Erkennbar sind diese Gesellen durch die Markierung mit einem blauen Ausrufezeichen.

Unser Fazit

83 %

Lässt man einmal außer Acht, dass die Einflüsse eines anderen, durchaus sehr erfolgreichen Rollenspiels erkennbar sind - Valkyrie Profil lässt nämlich grüßen, ist Lightning Returns: Final Fantasy 13 ein durchaus solider Abschluss der Trilogie geworden. Dass der dritte Teil der 13-ner Saga nicht ganz mit seinen beiden Vorgängern mithalten kann – sei es drum. Inhaltlich wird ordentliche Kost geboten, die vor allem mit Abwechslung und Ideen während des Spielverlaufs punktet. Dazu das modifizierte Kampfsystem, dass ein ganzes Stück intuitiver und in jedem Fall auch Einsteiger freundlicher ausgefallen ist. Vielleicht etwas nervig ist das ständige Gefühl unter Druck zu stehen, da die Uhr unerbittlich gegen einen arbeitet. Zusammen genommen jedoch ist Lightning Returns: Final Fantasy 13 ein gutes Rollenspiel geworden, dem sich etwas länger zu widmen durchaus lohnen kann.

Pro

  • + große Welt, schnell komplett begehbar
  • + Lightning sehr gut animiert
  • + Kampfsystem taktisch/strategisch und gleichzeitig einfach zu handhaben
  • + tolle englische Synchronisation
  • + gut gemachte Kampfeffekte
  • + hoher Wiederspielwert
  • + viele Haupt- und noch mehr Nebenquests
  • + Kampfgarnituren bieten viele Möglichkeiten
  • + Wiedersehen mit bekannten Figuren
  • + Gegner sind dauerhaft sichbar
  • + New Game Plus Modus

Kontra

  • - keine deutsche Sprachausgabe
  • - Zeitdruck oft vorhanden
  • - Kämpfe arten manches Mal in Button-Mashing-Aktionen aus
  • - Geschichte gelegentlich etwas verworren und zu kryptisch
  • - matschige Texturen, Kantenflimmern und Ruckler

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
83 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
82 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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