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The Little Acre – Test / Review

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Veröffentlicht 5. Juli 2017 | 18:50 Uhr von Alexander Winkel

Letzte Änderung 6. Juli 2017

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Bei den zahlreichen Veröffentlichungen, vor allem im Indie-Bereich, kann man kaum den Überblick wahren, geschweige denn die wahren Perlen heraus fischen. Mit The Little Acre von Pewter Games findet sich jedoch ein solcher Kleinod aus dem ganz klassischem Point ’n’ Click Adventure Genre. Warum dieser unscheinbare Titel für alle Fans klassischer Lucas Arts Adventures zu empfehlen ist, klären wir im Test.

Wer klassische Adventures wie auch Zeichentrick mag, wird um The Little Acre wohl nicht herum kommen. Der Entwickler tobt sich mit dem Titel im Adventure-Bereich aus und im Gegensatz zum aktuellen Trend interaktiver Geschichten bzw. Filme wird bei diesem Titel endlich mal wieder eine neugierige Nase belohnt. Vieles kann angefasst werden und die Protagonisten erzählen uns dabei von Gott und der Welt. Viel Nutzloses, keine Frage, doch die Hintergründe machen Lily und ihren Vater Aiden sympathisch. Letzteres jedoch auch, da beide herzallerliebst durch das Abenteuer ziehen und den Spieler mit netten Sprüchen und reichlich Humor unterhalten.

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Der Stil des Spiels trifft den Humor wie kaum eine andere Optik. Spätestens beim treuen Hund Dougal kommen die Mimik und das putzige Verhalten zahlreicher Comichelden zum Tragen. Wann immer Lily etwas falsch macht, ist der Vierbeiner zur Stelle, jedoch ist auch der Hund nicht immer auf Zack und muss durchaus beim Einfallsreichtum der kleinen Göre mal ganz doof aus der Wäsche glotzen. Einfach herrlich, wie die Entwickler all diese Szenen in handgezeichneten Bildern gefasst haben. Die ganze Welt strotzt vor liebevollen Details. Da lohnt sich auch der Blick in den nahen Vordergrund oder entfernten Hintergrund, wenn kleine Ratten durch das Bild huschen oder andere Tierchen die Welt beleben. Spätestens bei der Reise in ein gar fremdartiges Land, in dem wildes Gewächs, Partikeleffekte und fiese wie auch putzige Bewohner die Idylle eines abseits gelegenen Bauernhofes verdrehen, lernt man auch den Einfallsreichtum der kreativen Köpfe hinter dem Titel kennen.

Die Geschichte ist eine kleine Familientragödie. Der Großvater ist urplötzlich verschwunden und keiner weiß so recht, ob er noch am Leben ist oder etwas Schlimmeres passiert ist. Vater mit Tochter leben seither eher bescheiden am Rande des Existenzminimums und ackern sich durch den Tag. Jedoch verdirbt dieses Schicksal so gar die nicht die gute Laune der Protagonisten. Wie der Großvater, so der Vater als auch die Tochter – in allen steckt ein wenig der Entdeckerdrang und ein wenig das Erfindergen. Aiden findet alsbald heraus, was die mächtige Maschine im Haus wirklich bewirkt und die kleine Lilly darf stolz darauf sein, ihr erstes Frühstück (fast) ohne Hilfe auf die Beine gestellt zu haben. Dass dabei das halbe Haus fast auf den Kopf gestellt wird, sorgt einstweilen für gute Unterhaltung.

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Wir steuern abwechselnd Aiden und Lily und erkunden dabei die nähere Umgebung. Nerviges suchen nach interaktiven Objekten bleibt jedoch aus, da The Little Acre Hinweise gibt und sobald sich die Spielfigur in der Nähe befindet, entsprechende Symbole einblendet. Dies erleichtert die Suche nach wichtigen Objekten ungemein. Jedoch müsst ihr ein wenig erfinderisch sein und durchaus einiges ausprobieren, um die kleineren Rätsel zu lösen. Sprich passende Items wollen gesammelt, als auch die richtigen Kombinationen eingegeben werden. Es ist halt doch ein klassisches Adventure und lässt sich vom heutigen Trend einfacher Story-Sequenzen und interaktiver Filme nicht abschrecken. Hier wird der Entdeckergeist und die neugierige Nase belohnt. Wem es dennoch Zuviel wird, oder wer einfach mal nicht weiter weiß, bekommt auf Wunsch auch Hinweise beziehungsweise sogar die Lösung offeriert – ein Mittel, welches möglichst nur als letzter Ausweg angenommen werden sollte.

Belohnt werdet ihr auch dahingehend, da alles und jede Aktion meist auch geistreich kommentiert wird. Die Gespräche und Dialoge sind ebenso putzig und mit Schalk und Humor durchzogen, wie die Comicgrafik. Leider wird uns The Little Acre jedoch nur mit englischer, dafür aber perfekter Sprachausgabe präsentiert. Deutsche Untertitel sind vorhanden, jedoch nicht immer ganz sauber übersetzt worden. Englischkenntnisse werden empfohlen, um den gelungen Humor in vollen Zügen genießen zu können. Laut eines Erfolges kann dieser Titel zudem unter 60 Minuten erledigt werden. Jedoch wird das Abenteuer durch eigene Erkundung etwas in die Länge gezogen. Leider fällt der Titel dennoch arg kurz aus – sicherlich einer der größten Mankos, die man den Entwicklern hier vorwerfen kann.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

79 %

Bei The Little Acre stimmt fast alles: Liebenswürdige Charaktere werden in bester Comic-Manier präsentiert und sorgen mit ihren Sprüchen und Ideen für viel Unterhaltung. Dabei führt uns das Abenteuer in gar fremde, aber äußerst schön anzusehende Welten, die mit liebevollen Details vollgestopft sind. Wer seine Augen offen hält, bekommt auch abseits der Haupthandlung eines zu sehen. Leider ist die Rätselkost eher seicht und die Spieldauer viel zu kurz, um wirklich tief in das Leben der beiden Protagonisten einzutauchen. Da wünscht man sich sogleich einen weiteren Ableger, um Lily, Aiden und den treuen Hund Doughal nochmals begleiten zu dürfen.

Pro

  • + Stimmungsvolle und liebevolle Comic-Welt
  • + Liebenswürdige Charaktere, vor allem der Sidekick des Schoßhundes sei hier mal erwähnt.
  • + Sehr gute, wenn auch leider nur englische Sprachausgabe

Kontra

  • - Relativ seichte Rätselkost, ohne wirklich harte Nüsse
  • - Sehr kurzes Abenteuer
  • - Steuerung ist manchmal etwas fummelig

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
75 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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