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LittleBigPlanet 3 – Test / Review

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Veröffentlicht 18. November 2014 | 15:01 Uhr von T_Knightingale

Letzte Änderung 24. November 2014

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Mit LittleBigPlanet 3 legt Sony die Reihe auf einer Heimkonsole erstmals in die Hände eines anderen Entwicklerteams als die der Serienerfinder Media Molecule. Kann Sumo Digital dieses Erbe erfolgreich weiterführen?

Wie bereits mit den Vorgängern wurde auch mit LittleBigPlanet 3 ein immens großes Paket an Möglichkeiten und Optionen geschnürt, das vom Einzelspieler-Vergnügen über Koop-Spaß bis hin zu mächtigen Kreativ-Werkzeugen reicht, mit den die User eigene Levels, Herausforderungen oder Mini-Spiele erstellen können.

Der beste Einstieg in die Welt von LittleBigPlanet 3, und für viele Spieler das Kernstück des Spiels, ist der Abenteuer-Modus. Dieser führt den Helden Sackboy durch 20 knallbunte und abwechslungsreiche Levels voller Herausforderungen und Gefahren, in denen es gilt, den bösen Gegenspieler Newton davon abzuhalten, die Spielwelt Bunkum komplett zu ruinieren. Denn dieser hat mit seinen Ambitionen die alten Titanen erweckt, die Bunkum jetzt bedrohen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, muss Sackboy die legendären Helden Oddsock, Toggle und Swoop aufspüren, die die Titanen vor Urzeiten bereits einmal besiegt haben.

Seine Reise führt Sackboy nach dem Prolog durch 3 Themenwelten, in denen jeweils einer der drei legendären Helden erweckt werden muss. Nur gestaltet sich dies natürlich nicht so einfach, da hierfür jeweils 2-3 Murmeln gefunden werden müssen, um den Schrein des entsprechenden Helden zu aktivieren und ihn in Erscheinung treten zu lassen. Und natürlich sind diese Murmeln quer die Spielwelt verstreut.

Hier fallen  auch sofort die ersten Neuerungen von LittleBigPlanet 3 auf. Anstatt wie in den Vorgängern linear aneinander gereihten Levels zu folgen, erwartet den Spieler in jeder der 3 Welten, die man nach dem Prolog besucht, ein großer Level-Hub. Dieser ist ähnlich wie ein normaler LittleBigPlanet-Level gestaltet, bietet aber anstatt eines klassischen Endpunkts Verbindungen zu Haupt- und Neben-Levels. Dabei sind diese Hubs nicht nur kleine Räume mit ein paar Türen, sondern vollwertige Levels mit vielen versteckten Geheimnissen, Aufgaben und Herausforderungen. Wer bereits das “DC Comics Level Pack” für LittleBigPlanet 2 gespielt hat, wird sich schnell zurecht finden, da dessen Hub-Welt ähnlich funktioniert.

Damit in den Level-Hubs die Übersicht nicht verloren geht, haben die Entwickler Sackboy mit einem neuen Werkzeug, dem Organisertron, ausgestattet. Dieses Questlog listet alle Haupt- und Nebenaufgaben auf, die Sackboy in den Hub-Welten finden kann. Aktiviert man eine der Aufgaben, führt ein kleines Symbol Sackboy in richtige Richtung, in der er dann ein Portal findet, über das er die für seine Aufgaben wichtigen Spielorte erreicht. Hat der Held seine Aufgabe in einem der Haupt- oder Nebenlevels erfüllt, landet er automatisch wieder im Hub-Level, die Aufgabe wird als erfüllt abgehakt und er kann sich seiner nächsten Aufgabe widmen oder, so er denn die Voraussetzungen dafür erfüllt, in die nächste Themenwelt mit ihrem eigenen Hub-Level wechseln.

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Da jeder Level jedoch eine Vielzahl an Geheimnissen in sich birgt, die man nicht alle im ersten Durchgang entdecken kann, gibt es für das Erreichen der Haupt- und Nebenlevels auch noch eine etwas bequemere Art, die bereits besuchten Orte noch einmal aufzusuchen. Sobald man einen Level besucht hat, wird dieser freigeschaltet und man kann ihn bequem über die Abenteuerkarte, die der Level-Auswahl aus den Vorgängern ähnelt, erreichen.

Doch auch eine Rückkehr in die Hubs ist immer wieder empfehlenswert, da Sackboy viele der Geheimnisse anfangs gar nicht erkunden kann, weil einige Bereiche nur für einen der anderen Helden oder nur mit Power-Ups, die zu Beginn noch nicht zur Verfügung stehen, erreichbar sind. Power-Ups in der Mehrzahl? Ja, denn im Gegensatz zu den Vorgängern, in denen Sackboy immer nur ein Power-Up (wie z.B. das Jetpack oder der Enterhaken) gleichzeitig zur Verfügung stand, hat der Held dieses Mal ein Inventar, in dem er mehrere Power-Ups verstauen kann, die – sobald sie im Laufe der Story einmal eingesammelt wurden – im gesamten Abenteuer zur Verfügung stehen. Erst ausgestattet mit diesen Power-Ups können sämtliche Geheimnisse in den Haupt-, Neben- und Hub-Levels aufgedeckt werden.

Serientypisch stecken hinter diesen Geheimnissen vor allem jede Menge Sticker, Dekos, Materialien, Audio-Objekte, die in Levels, der Zentrale und vor allem dem Kreativ-Modus verwendet werden können. Doch in den Hub-Welten findet sich auch ein neuer Typ Sammelitem: die sogenannten Sammelschellen. Diese goldenen Glöckchen, von denen es insgesamt 300 gibt, dienen als eine Art Währung, die in den Hubs beim Charakter Zom Zom in dessen Laden eingelöst werden können. Je nach gewählter Welt stehen dort verschiedene Kostüme für Sackboy/Sackgirl und jeweils einen der anderen Helden zur Auswahl. Aber auch in den Levels selber finden sich immer wieder Kostüme als Belohnungen.

All diese Änderungen an der grundsätzlichen Struktur tun dem Spiel wirklich gut. LittleBigPlanet 3 fühlt sich wesentlich offener an als seine Vorgänger. Anstatt nur einem linearen Story-Pfad zu folgen, bekommt man ein wenig das Gefühl, dass man den Fortschritt und das Tempo des Spiels mitbestimmen kann. Das Quest-Log, die Hub-Welten, die zusätzliche Währung und die noch lohnenswerten Rückkehr-Möglichkeiten in bereits besuchte Gegenden lassen LittleBigPlanet 3 noch mehr wie ein Abenteuer wirken als die Vorgänger.

Doch nicht nur die Struktur des Spiels, sondern auch die Levels selbst wurden mit vielen neuen Ideen gefüllt. Auffälligstes Merkmal ist die gestiegene Komplexität der Levels. Durch eine veränderte Technik, die es dem Spiel ermöglicht, Levels nicht komplett auf einmal laden zu müssen, sondern die Teile des Levels erst dann zu laden, wenn sie benötigt werden, ermöglich deutlich umfangreichere und ausgefallenere Levels. Dadurch tummeln sich diesmal auf dem Bildschirm wesentlich detailliertere Szenarien, was sich besonders durch die gestiegene Tiefe der Levels bemerkbar macht. Anstatt wie bisher auf 3 Ebenen können sich Levels diesmal auf bis zu 16 Ebenen ausbreiten, was wiederum Konstruktionen wie von hinten nach vorne  über mehrere Ebenen verlaufende Rutschen oder Schienensysteme, die sich weiter im dreidimensionalen Raum ausbreiten können, ermöglicht, wovon das Spiel im Abenteuer-Modus ausführlich Gebrauch macht. Diese neue Technik präsentiert sich im Story-Verlauf nahezu durchgehend als einwandfrei funktionierend und für das Auge kaum zu entdecken. Einzig in einer Hub-Welt fielen bei schneller Bewegung durch den Level einige kleinere Pop-Ins auf.

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Doch auch wenn die grundsätzliche Struktur des Abenteuers deutlich offener ist, so folgt der rote Story-Pfaden doch einem etwas starren und ein wenig überraschungsfreien Schema. Auf 2-3 Levels, die man mit Sackboy bestreitet, erfolgt die Erweckung eines der neuen Helden, mit dem man dann wiederum einen auf diesen Charakter zugeschnittenen Level und einen Bosskampf beschreitet, um danach in einer neuen Hub-Welt nach dem gleichen Schema fortzufahren. Natürlich kann man sich zwischendurch noch mit einigen Nebenaufgaben beschäftigen, aber insgesamt wirkt der Ablauf ein bisschen zu formelhaft. Leider kommen durch diesen Ablauf die drei neuen Figuren viel zu selten ins Rampenlicht, da man einen Großteil der Levels ganz klassisch mit Sackboy bestreitet und man erst ganz am Ende der Story für einen viel zu kurzen Zeitraum alle Charaktere abwechselnd in Levels übernimmt. Dieses Finale ist mit furiosem Abwechslungsreichtum gestaltet, weckt aber dennoch den Wunsch, dass das Abenteuer einen weiteres viertes Kapitel mit sich bringen würde, in dem man in 4-5 Levels die Kontrolle über die komplette Bande an Figuren hat. Es ist zwar verständlich, dass es in den Levels keine freie Charakterwahl gibt, da es wahrscheinlich eines immensen Aufwands bedarf, einen Level so zu gestalten, dass er mit allen 4 Figuren gleichsam gut spielbar ist, aber dass die so stark beworbenen Charaktere so unterrepräsentiert sind, ist ein absolutes Manko, das die Community hoffentlich behebt.

Dabei bringen die neuen Charaktere wirklich frischen Wind in Serie und ermöglichen komplett neue Ideen für Levels. Oddsock kann besonders weit springen, Wände teilweise erklimmen und Sprünge von Wand zu Wand vollführen. Swoop hingegen kann frei im Raum fliegen, Objekte mit den Füßen greifen bzw. transportieren sowie einen besonders rasanten Sturzflug vollziehen. Toggle wiederum ist der vielseitigste Charakter, da er zwei Formen annehmen kann. Eine große, schwere Form, mit der z.B. als Gewicht für Mechanismen dienen oder Hindernisse durch Aufprall zerstören kann, und eine kleine leichte Form, in der besonders flink ist, durch kleine Durchgänge passt oder auf Wasser laufen kann. Wer einige der DLCs für LittleBigPlanet 2 wie z.B. das “Muppet-Pack” oder das “DC Comics Pack” gespielt hat, dem kommen zumindest einige der Fähigkeiten bereits bekannt vor, da sie Mechanismen oder Power-Ups wie z.B. dem Heldencape entlehnt sind, aber diesmal auf einer Charakterebene implementiert sind und somit eine freiere Nutzung ermöglichen, die nicht auf spezielle Gegenstände beschränkt sind.

Aber auch Sackboy hat einige Veränderungen durchgemacht. Dank eines leicht veränderten Physiksystems steuert er sich sowohl beim Absprung als auch in der Luft und bei der Landung etwas präziser, was insbesondere Sprungsequenzen deutlich angenehmer gestaltet. Außerdem hat er die Fähigkeit spendiert bekommen, an speziellen Wänden hochkraxeln zu können. Dazu kommen noch die bereits erwähnten neuen Power-Ups wie z.B. der Pumpinator, der entweder als Sauger oder als Fön genutzt werden kann, oder der Binzelball, der als mobiler Teleporter mit speziellen Teleportflächen genutzt werden kann. Mit dem Hakenhelm wiederum kann er an das bereits erwähnte Schienensystem entlang gleiten, während die Schubstiefel als ein äußerst flexibler Doppelsprung dienen.

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In den Levels werden all die neuen Fähigkeiten und Werkzeuge clever und kreativ genutzt. Fast jeder Level wartet mit einer neuen Idee oder Mechanik auf, so dass nie Langeweile aufkommt. Mal stehen die neuen Power-Ups im Vordergrund, mal die Fähigkeiten der neuen Charaktere und mal neue Spielelemente wie die Schnelleporter (Teleporter, die ähnliche wie die Portale in “Portal” funktionieren).
Dabei steigt der Schwierigkeit sanft aber stetig an. Auf den noch recht einfachen Prolog folgen ständig neue Herausforderungen, die dann im Finale darin gipfeln, dass man sein gesamtes Arsenal an erlerntem nutzen muss.

Doch nicht nur in Sachen Spielmechaniken präsentiert sich das Spiel extrem frisch und abwechslungsreich, sondern auch in Sachen Optik und Ton wird einiges geboten. Die Auswahl an lizensierten Musikstücken ist stimmungsvoll und passt sich den Themen der Levels wunderbar an. Erstmals in der Seriengeschichte sind sämtliche Nichtspielercharaktere, egal ob sie für Haupt- oder Nebenaufgaben genutzt werden, vollständig von sehr guten deutschen Sprechern vertont. Und wer das Spiel mit englischem Ton spielt, wird von bekannten Namen wie Stephen Fry oder Hugh Laurie begrüßt. Optisch warten auf der PS4 eine Auflösung von 1080p , deutlich schärfere Texturen als noch in LittleBigPlanet 2, sowie wunderschön gestaltete und atmosphärische Weltenauf den Spieler. Die von vielen gewünschte Framerate von 60 fps kann das Spiel zwar aufgrund der vollständigen Kompatibilität zu Levels aus Teil 1 und 2 und der PS3-Version von Teil 3, deren Physik und Logik an die 30 fps gebunden sind, nicht aufweisen, aber wenn dies der Preis für eine noch größere Auswahl an Community-Levels ist, dann erscheint er zumindest nicht allzu hoch. Zumal die 30 fps stabil eingehalten werden und das künstlerische Design sehr opulent und harmonisch ist.

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Insgesamt fällt der Abenteuer-Modus mit seinen alles in allem 32 Levels (Hubs, Haupt- und Nebenlevel) ähnlich umfangreich aus wie LittleBigPlanet 2 mit seinen 40 Levels, da die Levels insgesamt etwas größer und die Minispiele zugunsten vollwertigerer Levels weggefallen sind. Was den spielerischen Teil von LittleBigPlanet 3 jedoch insgesamt etwas größer macht als seine Vorgänger, ist die geschlagene Brücke dem reinen Spielen und dem Erschaffen von Levels.

Der Kreativmodus, auf den im zweiten Teil des Tests noch etwas mehr eingegangen wird, war in den LittleBigPlanet-Spielen schon immer mächtig und umfangreich. Er war aber trotz vieler Tutorial-Videos auch nicht grade sehr zugänglich. Hier haben sich die Entwickler eine wirklich brillante Kombination aus Spielen und Erschaffen einfallen lassen. Einen Eindruck davon kann man bereits im Abenteuermodus bekommen, in dem es zwei Aufgaben gibt, in denen man für ein Rennen bzw. eine Sprungschanze Fahrzeuge zusammenschrauben muss. Mit den nach und nach gefundenen bzw. gewonnenen Teilen kann man seine Fahrzeuge Stück für Stück verbessern, was den Spielern bereits ein wenig an die Nutzung der Kreativwerkzeuge heranführt.

In voller Funktionalität kann man die Mischung jedoch in der neuen Popit-Rätsel-Akademie erleben. Die Popit-Rätsel sind vollwertige Levels inkl. Geheimnissen und Tonnen an Sammelgegenständen, die den Spieler mit Hilfe des neuen Popit-Power-Ups spielerisch mit dem Kreativmodus vertraut machen. In diesen Levels führen altbekannte Charaktere aus Teil 2 den Spieler anfangs mit ein paar Erklärungen an die unterschiedlichen Werkzeuge und Mechaniken (wie das Platzieren von Materialien) heran, woraufhin diese Erklärungen in die Praxis umgesetzt werden müssen. Am Ende jedes Popit-Rätsels wartet dann eine Sequenz, in der der Spieler das Erlernte komplett ohne Hilfestellung umsetzen muss, um an das Level-Ende zu gelangen. Doch auf dem Weg dorthin warten auch abseits der klar gesetzten Ziele in einigen Ecken ein paar Bonus-Geheimnisse für aufmerksame Entdecker.

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Die Popit-Akademie ist wahrscheinlich die wichtigste Neuerung in LittleBigPlanet 3. Nicht nur machen die Rätsel sehr viel Spaß, sie bergen auch das Potenzial eine komplett neue Gruppe an Spielern für den Kreativmodus zu begeistern. Sie decken zwar bei weitem nicht das gesamte Spektrum an Möglichkeiten ab, die der Kreativmodus bietet, jedoch werden in den späteren Lektionen auch einige komplexere Themen leicht verständlich präsentiert. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Entwickler diesen Teil des Spiels noch weiter ausbauen und zusätzliche Lektionen zum Download anbieten würden.

Die Popit-Rätsel sind übrigens wie auch der gesamte Abenteuermodus (nachdem man den Prolog absolviert hat) im Koop-Modus spielbar. Einige Nebenaufgaben im Abenteuermodus sowie diverse Geheimnisse in den Levels erfordern sogar 2 oder 4 Spieler, damit sie absolviert bzw. gefunden werden können. Gespielt werden kann dabei sowohl im lokalen als auch im Online-Koop. Der Online-Koop hat sich dabei in unserer Test-Sitzung als weitgehend problemlos erwiesen. Während des Spielens selber konnten wir keinerlei Lags oder andere Unstimmigkeiten verzeichnen. Jedoch führten Spielbeitritte oder das (Wieder-)Erscheinen aus Checkpoints heraus immer wieder mal zu kleineren Verzögerungen. Ob dies ein generelles Problem ist oder an anderen Internet-Faktoren, denen wir zum Testzeitpunkt unterlagen, lag, konnten wir mangels alternativer Spielpartner jedoch nicht feststellen. Der lokale Koop ist jedoch – zumindest auf der PS4 – eine Enttäuschung. Schließt man einen zweiten Controller an und meldet sich Spieler 2 dann entweder mit einem lokalen Benutzerkonto oder als Gast an, kappt das Spiel seine Verbindung zu den PSN-Diensten komplett. Will man Online-Funktionen wie z.B. Community-Levels nutzen oder eine Mischung aus lokalem und Online-Koop spielen, fordert die PS4 dazu auf, für den zweiten Spieler ein PSN-Konto zu erstellen. Für ein familienorientiertes Spiel wie LittleBigPlanet ist dies ein absoluter Schwachpunkt. Denn ohne die Erstellung eines eigenen oder zumindest eines Unterkontos für die Kinder bleibt so für Familien z.B. die gesamte Welt der Community unzugänglich. Dies ist insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Vorgänger auf der PS3 dies wesentlich unkomplizierter gestalten haben, wirklich unverständlich.

Und wenn wir schon bei Schattenseiten sind, können auch einige weitere Störfaktoren nicht unerwähnt bleiben. LittleBigPlanet 3 hat sich im Testzeitraum als weitgehend fehlerfrei erwiesen. Mit der Ausnahme von einem Level, in dem zwei Checkpoints (alle anderen haben keine Probleme bereitet) nicht korrekt funktioniert haben, was uns wiederum zu einem Neustart des Level gezwungen hat, wenn man an dieser Stelle gestorben ist. Das Abenteuer und die Popit-Rätsel waren durchgängig ohne weitere Probleme oder Bugs spielbar. Ein Problem jedoch machen die Anzeigeeinstellungen, die je nachdem, wie man seine Safe Zone in den PS4-Einstellungen gewählt, die in vielen Bereich zu unschönen schwarzen Balken führen können. Außerdem ist das Spiel in einem Zeitraum von rund 30 Stunden insgesamt 6-Mal komplett abgestürzt. Angesichts dieser Tatsachen können wir leider nicht von einem vollständig einwandfreien Spielerlebnis sprechen. Es bleibt zu hoffen, dass Sumo Digital diese Probleme erkennt und zeitnah beheben kann.

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Wie auch der direkte Vorgänger ist LittleBigPlanet 3 vollständig abwärtskompatibel, was dem Spiel einen enormen Schub in Sachen nutzergenerierte Inhalte beschert. Insbesondere für Serien-Neueinsteiger ist dies eine feine Sache, denn bereits zum Start stehen somit Millionen von Community-Levels in der etwas überarbeiteten und übersichtlicheren Community-Sektion zum Spielen zur Verfügung. Natürlich ist es noch immer nicht ganz einfach, in dieser Masse an Community-Levels die Spreu vom Weizen zu trennen, aber jede Menge Filter und Sortierkriterien erleichtern diese Aufgabe. Zumal dies in der Zukunft wahrscheinlich noch einfacher werden kann, da jedem Spieler jetzt die Option zur Verfügung steht, als Kurator eine Level-Liste aus seinen persönlichen Favoriten zusammenzustellen. Während Levels aus älteren Teilen auch problemlos spielbar waren, machten nagelneue Community-Levels, die auf LittleBigPlanet 3 basierten, immer mal wieder Probleme. Es ist jedoch unklar, ob dies ein generelles Problem ist, ob es daran lag, dass die Levels kurzfristig wieder entfernt wurden und der Level-Browser noch nicht synchron mit dieser Änderung war oder ob es vielleicht an einer Versionsinkompatibilität lag (Spieler aus den USA berichten bereits von einem Patch 1.02, während in Europa nur Version 1.01 zu Verfügung stand).

Wer bereits einen oder beide Vorgänger-Titel auf der PS3 gespielt hat, kann zudem in den Einstellungen sein Profil nach Errungenschaften in diesen Spielen durchsuchen und bekommt dementsprechend jede Menge Kostüme, Sticker, Dekorationen und andere Geschenke aus den Vorgängertiteln in seinem Popit-Menü gutgeschrieben. Dieser Prozess ist sehr einfach gestaltet und geht sehr flott vonstatten.

Egal, ob Daten aus den Vorgängerteilen importiert wurden oder nicht, sollte man jedoch drauf achten, dass die Speicherdaten von LittleBigPlanet 3 riesig werden können. Bei der uns vorliegenden PS4-Testversion überschritten die Profildatei und die Fortschrittsspeicherungen locker die 600 MB-Grenze. Wer also seine Speicherdaten häufig mit der Cloud synchronisiert, sollte sich überlegen, den Auto-Upload für LittleBigPlanet 3 zu deaktivieren und stattdessen auf einen USB-Stick als Backup-Medium auszuweichen, da die LittleBigPlanet 3-Speicherungen sonst ein Großteil des Online-Speichers belegen können.

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Doch nicht nur in Bezug auf Community-Levels und Profile ist LittleBigPlanet 3 abwärtskompatibel, sondern auch sämtliche DLC-Inhalte wie Kostüme und Level-Packs für LBP1 und 2 sollen mit dem neuen Titel kompatibel sein. Überprüfbar war dies leider nicht, da der Store zum Testzeitpunkt immer noch leer war. Von daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob wirklich alle zusätzlichen Inhalte in LittleBigPlanet 3 zur Verfügung stehen und die Cross-Buy-Funktion problemlos funktioniert, sollte man bereits Inhalte für Teil 1 und 2 erworben haben.

Aus diesem Grund war es auch nicht möglich, zu überprüfen, ob das Cross-Controller-Pack und mit diesem Pack erstellte Levels in LittleBigPlanet 3 funktionieren. Denn im Gegensatz zu allen anderen Level-Packs nutzt dieses in LittleBigPlanet 2 ein eigenes Menü und einen eigenen Level-Browser, der ohne das installierte Addon nicht zur Verfügung steht, was wiederum auch in LittleBigPlanet 3 der Fall zu sein scheint. Wiederum problemlos, auch ohne installiertes Move-Pack, funktionierte der Anschluss und die Erkennung eines Move- und zusätzlichen Navigations-Controllers auf der PS4. Die Navigation durch Menüs und die grundsätzliche Steuerung des Spiels via Move bereiteten keine Probleme. Ob das Move-Pack jedoch vollständig funktioniert, war durch das Fehlen des Packs im Store jedoch nicht überprüfbar. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle noch, dass der einstmals Move-Pack-exklusive Malkasten zum Erstellen eigener Bilder diesmal von Haus aus dabei ist und auch uneingeschränkt mit dem Controller genutzt werden kann.

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Das Erstellen von Inhalten war schon immer ein Kernelement der Serie und auch LittleBigPlanet 3 macht hier keine Ausnahme. Wer sich zum ersten Mal mit den Schöpfer-Werkzeugen beschäftigt, bekommt diesmal mit den bereits erwähnten Popit-Puzzles einen etwas praxisorientierteren Crash-Kurs, wer aber tiefer in die Materie eintauchen möchte, kommt nicht drum herum, sich ausgiebig mit den aus den Vorgängern bekannten Video-Tutorials zu beschäftigen. Bis auf einige wenige Basis-Tutorials (inkl. der Popit-Puzzles) steht einer Großteil dieser Tutorials jedoch nur bei vorhandener Online-Anbindung zur Verfügung. Dies ist Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits kann dadurch die Tutorial-Sektion jederzeit aktuell gehalten werden (während des Testzeitraums sprang die Anzahl der verfügbaren Videos sprunghaft von knapp unter 50 auf 154 an), andererseits aber bleiben Offline-Spieler so ausgeschlossen und auch Online-Spieler sind auf die gute Erreichbarkeit der Server angewiesen. Während des Testzeitraums bufferten so z.B. noch einige Tutorials fröhlich vor sich hin anstatt zu starten. Ein weiter Knackpunkt ist, dass die erweiterten Tutorials im Gegensatz zu den Basis-Tutorials, welche sowohl deutsche Vertonung als auch deutsche Untertitel aufweisen, zum aktuellen Zeitpunkt nur in englischer Sprache und zudem ohne Untertitel zur Verfügung stehen. Es bleibt zu hoffen, dass dies pünktlich zum EU-Launch noch behoben wird, da sonst Schöpfer, die der englischen Sprache weniger mächtig sind, vor einer enormen Hürde stehen dürften, da einige Themen durchaus komplex sind und sich viele Werkzeuge in ihren deutschen und englischen Namen deutlich voneinander unterscheiden.

Der Kreativmodus selber ist ein absolut riesiges Paket, das seine Vorgänger deutlich in den Schatten stellt. Kreative Schöpfer haben Zugriff auf eine enorm große Menge an neuen und verbesserten Werkzeugen und Optionen inkl. diverser neuer Features, die im Story-Modus Verwendung finden. So können Schöpfer eigene Abenteuerkarten erstellen, ihre Abenteuer mit Quests versehen und Sammelschellen als Währung für Verkaufsstände mit selbst erstellten Gegenständen verwenden, was deutlich komplexere Abenteuer als bisher ermöglicht. Auch das dynamische Thermometer, das größere Levels ermöglicht, steht Schöpfern in LittleBigPlanet 3 inklusive diverser Anpassungsmöglichkeiten für das Ladeverhalten zur Verfügung. Gleiches gilt für die neuen Charaktere und die zugehörigen Charakterwechsel-Portale.

Die in den Levels verwendeten Biegschienen für den Hakenhelm, die Rutschen und Schnelleporter stehen ebenso zur Auswahl wie das Popit-Powerup für eigene Popit-Rätsel, ein Charakteranimationswerkzeug oder ein Hilfsmittel zur Erstellung eigener Power-Ups. Und auch wenn die neuen Möglichkeiten die alten Werkzeuge fast vergessen machen, sind natürlich auch diese weiterhin vorhanden. Auf der PS4 stehen zudem zwei exklusive Features zur Verfügung. So können Schöpfer mit Hilfe der Share-Funktion und der Share Factory eigene Trailer von bis zu 30 Sekunden Länge erstellen und zusammen mit ihrem Level hochladen. Außerdem gibt es den Interaktiven-Livestream-Sensor, der in eigenen Level angebracht werden kann und es ermöglicht, dass Stream-Zuschauer über einfache Kommandos Einfluss auf das Geschehen auf dem Bildschirm nehmen können.

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Eine vollständige Liste aller Neuerungen und Verbesserungen im Kreativmodus aufzuführen, ist nicht nur fast unmöglich, sondern würde auch den Umfang dieses Artikels deutlich sprengen. Aber anhand der bereits aufgeführten Neuerungen dürfte bereits deutlich werden, dass den LittleBigPlanet-Schöpfern viele neue Spielzeuge an die Hand gegeben werden, mit den experimentiert werden kann. Und auch wer sich weniger für Erschaffen eigener Levels interessiert, kann sicher gespannt darauf blicken, was die Community in den nächsten Monaten und Jahren mit diesen neuen Möglichkeiten alles erschafft. Insbesondere durch das Popit-Power-Up könnten auch einige sehr interessante durch Spieler erstellte Tutorials entstehen, die den Umweg über Youtube überflüssig machen.

Doch auch wie der erste Teil muss auch der zweite Teil des Tests mit einer kleinen negativen Note enden. Denn während des weiteren Testzeitraums haben sich noch einige weitere kleinere Probleme und Bugs gezeigt. So zeigten z.B. die Etiketten der Levels auf der Abenteuerkarte nicht immer den korrekten Fortschritt an, manchmal wurden Hintergründe in der Zentrale oder auf den Abenteuerkarten nur verzögert oder nicht korrekt angezeigt und in ganz seltenen Fällen wurden Levels nicht korrekt geladen. Außerdem haben sich zu den bereits vorher erwähnten Abstürzen noch drei weitere (zwei davon während der Bearbeitung einer Level-Liste, was auf ein Synchronisationsproblem mit dem Server hinweisen könnte) hinzu gesellt. Bis auf die Abstürze sind dies alles keine Probleme, die die Spielbarkeit enorm beeinträchtigen, aber auf den Spielspaß drücken sie trotzdem. Es bleibt zu hoffen, dass ein Großteil dieser Probleme zum EU-Launch oder zumindest kurz danach mit einem weiteren Patch (unsere aktuellste Version war 1.01) gelöst werden können.

Unser Fazit

82 %

Mit LittleBigPlanet 3 liefern Sony und Sumo Digital erneut eine riesige Wundertüte vollgestopft mit Ideen und Features, die das Spiel eigentlich in einen Wertungsbereich über 90% katapultieren müssten. Ein abwechslungsreicher und künstlerisch wunderschön gestalteter Story-Modus, die neuen und cleveren Popit-Rätsel, die Abwärtskompatibilität, die vielen neuen Möglichkeiten im Kreativmodus und diverse andere kleinere Erweiterungen zeichnen das Spiel aus und führen dazu, dass sich LittleBigPlanet auch im Jahre 2014 frisch, relevant und modern anfühlt. Leider jedoch wird das Spielvergnügen derzeit immer wieder durch kleinere Unstimmigkeiten, Fehler, Glitches und Abstürze sowie einen nicht so unkompliziert wie in der Vorgängern nutzbaren lokalen Koop-Modus getrübt, was dazu führt, dass LittleBigPlanet 3 diese höchsten Weihen leider in seinem Gesamteindruck nicht erreicht. Und dass ein entscheidendes Kernelement wie der Story-Modus so vergleichsweise kurz ausfällt, können auch die neuen Popit-Rätsel nicht ausgleichen. So bleibt leider "nur" ein gutes bis sehr gutes Spiel, das sein gesamtes Potenzial erst nach weiteren Patches, die die kleineren bis größeren Probleme aus dem Weg räumen, entfalten kann.

Pro

  • + Abwechslungsreiche und wunderschön gestaltete Welten
  • + Stimmungsvoller Soundtrack
  • + 3 neue Helden mit eigenen Fähigkeiten und Kostümen
  • + Jeder Held spielt sich unterschiedlich
  • + Tonnenweise neue freischaltbare Objekte
  • + Levels haben hohen Wiederspielwert
  • + Auf der PS4 sehr scharfe Grafik
  • + Abwärtskompatibilität für Levels und DLCs
  • + Viele neue Werkzeuge und Power-Ups für Spieler und Schöpfer
  • + Mächtige Editor-Funktionen inkl. vieler Tutorials
  • + Sehr gute Synchronisation
  • + Popit-Rätsel bringen Einsteigern den Kreativmodus näher

Kontra

  • - Kurzer Storymodus
  • - Die neuen Charaktere werden viel zu selten genutzt
  • - Lange Ladezeiten
  • - Gelegentlich auftretende Bugs, Glitches und Abstürze
  • - Sehr große Speicherdateien
  • - Lags im Online-Multiplayer
  • - Online-Einschränkungen im lokalen Koop-Modus
  • - Viele Tutorials derzeit nur in englischer Sprache verfügbar
  • - Sind wirklich alle Download-Inhalte kompatibel?

Unsere Bewertung

Grafik
 
91 %
Sound
 
93 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
92 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
90 %

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Thommysoft ist auf Xbox-Senioren.com sowie im Schwestern-Forum PSN-Senioren.com ein Moderator und hilft mit viel Engagement den Usern bei PlayStation-Problemen weiter. Ab und an verfasst er für insidegames einen Test.

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