Lollipop Chainsaw – Review/Test - insidegames
- ANZEIGE -

insidegames

Lollipop Chainsaw – Review/Test

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 13. Juni 2012 | 20:03 Uhr von Goreminister

Lollipop_Chainsaw_Cover_Art

Wenn sich kreative Köpfe wie Ikeda Tomo (Regie), Suda 51 (Produzent) und James Gunn (Autor) mit musikalischen Rebellen wie Johnny Urine und Akira Yamaoka zusammen tun, kann man sich sicher sein etwas durch und durch Anarchistisches geboten zu bekommen. Besonders Suda 51 überzeugte in der Vergangenheit mit einer Menge abstruser Ideen (z.B. Killer 7, GC), und legt nun zusammen mit seinen Kollegen eine neue, wahrhaft abgefahrene Wundertüte vor. Lollipop Chainsaw lautet der Name des neuesten Machwerks aus dem Hause Grasshopper Manufacture und wir können euch bereits im Vorwort verraten, dass Fans von kranken Ideen durchaus auf ihre Kosten kommen werden …

Cheerleader vs. Zombieunholde
ps3_lollipopchainsawi Irgendwie erinnert die Geschichte von Lollipop Chainsaw ein wenig an die der Kult-TV Serie Buffy. Unsere Heldin ist gerade einmal süße 18 Jahre alt und wird bereits in diesem zarten Alter Zeugin einer astronomischen Zombiekatastrophe. Natürlich ist das alles gar kein Problem für die Neuzeitamazone, da Juliet Starling einer Familie von Zombiekillern entspringt und noch zwei Schwestern hat, die ebenfalls diesem bluttriefenden Hobby frönen. Für die Apokalypse scheint die beliebte Cheerleaderin somit bestens gerüstet zu sein. Nur zu dumm, dass ihr Freund diesem Desaster zum Opfer fällt und sie fortan als Kopf ohne Körper begleitet. Doch das tut ihrer Liebe zu ihm keinen Abbruch, denn gemeinsam kämpfen sie mit Pom Poms und Kettensäge bewaffnet gegen die untote Höllenbrut. Ihr ahnt schon, dass sich Lollipop Chainsaw nicht wirklich ernst nimmt und das merkt man dem Spiel auch in jeder Faser an. Völlig überzogene Hauptcharaktere treffen hier auf sprechende Zombies, die einem Teil der Return of the living Dead-Reihe entsprungen sein könnten und auch ansonsten besticht das Hau-Drauf-Gemetzel durch seinen überzeichneten Comiccharme. Verantwortlich für die Dialoge ist Autor James Gunn, der durch seine Regiekunst schon einem B-Movie Schinken wie Slither einiges an Storywitz entlocken konnte und sich nun für die Geschichte verantwortlich zeichnet. Definitiv ein Glücksgriff.

Immer feste druff
ps3_lollipopchainsawe Im Grunde genommen handelt es sich bei Lollipop Chainsaw um ein simples Beat’em Up, in dem man natürlich versuchen muss mit möglichst ausgefeilten Kombos ordentlich viele Punkte abzugrasen. Das 3rd Person Spektakel erinnert an vielen Stellen an die frühen Spielhallenhits wie zum Beispiel Streets of Rage, nur dass man die neuen technischen Möglichkeiten nutzt und jede Menge Zombies in die Unterwelt zurück befördern muss. Wer hierbei also spielerischen Tiefgang sucht, der ist definitiv an der falschen Adresse. Doch ähnlich wie im Kultgemetzel Onechanbara macht es einfach viel zu viel Spaß die heran rauschenden Zombiewellen aus dem Weg zu schnetzeln.

Hierzu stehen Juliet ihre Pom Poms und natürlich die überdimensionale Kettensäge zur Verfügung. Während man mit den klassischen Cheerleader Pom Poms nur geringen Schaden verursacht, sorgt die Kettensäge natürlich für ein wahres Massaker. Es bietet sich jedoch an, diese beiden Vernichtungsmethoden strategisch zu kombinieren. Mit Hilfe der bunten Puschel kann Juliet ihre Widersacher kurzzeitig in einen Dämmerzustand versetzen, um dann im Nachgang mit der Säge durch den Zombiewald zu holzen. Das ist nicht nur effektiv, sondern erhöht auch die Punktzahl und den damit verbundenen Eintrag in den Leaderboards. Außerdem lassen die Zombies nach ihrem Ableben Gold- oder Platinmünzen fallen, mit denen man das Kombo-Repertoire der Schülerin erweitern kann. Im späteren Spielverlauf werden diese Kombos immer spektakulärer und selbstredend mit den Skills einer echten Cheerleaderin vermengt. Doch keine Bange, denn sonderlich schwer zu erlernen sind diese Angriffsvarianten nicht. Überhaupt ist Lollipop Chainsaw eines der spielerisch zugänglichsten Titel aus dem Hause Grasshopper Manufacture, so dass auch Anfänger angesprochen werden.

Durchzogen wird die ganze Choose immer wieder mit diversen Minispielchen, die zur Auflockerung dienen. Im Grunde genommen geht es im gesamten Spiel nur darum die Schüler der San Romero Highschool zu retten und Dutzendweise totes Fleisch zu zersäbeln. Am Ende eines jeden Levels wartet ein standesgemäßer Endboss auf euch, der euren Fähigkeiten mitunter einiges abverlangt. Zudem wurden diese Endkämpfe sehr spaßig und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Während ein Zombiepunker seine Worte in physische Waffen umwandeln kann, sorgt eine andere Abscheulichkeit dafür, dass die Umgebung in ein Arcade-Spiel umgewandelt wird, in dem man sich gegen Pixelbomben zur Wehr setzen muss. Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch das Abwehrverhalten der sexy Schönheit: Zwar gibt es genügend Lollipops die eure Energie immer wieder aufladen, doch kann man sich manchmal nur schwer gegen die Angriffe der verwesenden Spaßbremsen wehren. Da hilft nur eine altbekannte Medizin: Button-Mashing. Wer jedoch auf die Jagd nach Highscores gehen möchte, der wird durch solch unliebsame Manöver der Gegner immer wieder ausgebremst, da die Kombo-Kette unterbrochen wird.

Weiterhin ist die Zombieorgie auch nach rund 5 bis 6 Stunden wieder vorüber, was im ersten Augenblick etwas unschön erscheinen mag. Lollipop Chainsaw ist jedoch darauf ausgelegt, dass man die verschiedenen Level immer und immer wieder spielt, um seinen jeweiligen Highscore zu verbessern und in den Leaderboards nach oben zu klettern. Wer dies tun möchte, der kann sich auf eine ganze Reihe vergnüglicher Spielstunden freuen, in denen man sich immer besser und besser durch die Zombieapokalypse metzelt. Außerdem gibt es jede Menge neuer Kostüme, Musik und Upgrades, die man nach und nach frei schalten kann. Wer wirklich alles sein eigen nennen möchte, der ist auch eine ganze Weile mit Lollipop Chainsaw beschäftigt. Wer sich dem ganzen Vergnügen aber nur einmal widmen möchte, der wird aufgrund des geringen Umfangs eher dumm aus der Wäsche gucken.

Regenbögen statt Blutfontänen
ps3_lollipopchainsawm Der ein oder andere wird sich sicherlich gefragt haben, wie es Warner Bros. gelungen ist, diese Zombieschlachtplatte in Deutschland ab 16 Jahren auf den Markt zu bringen. Die Antwort ist simpel, denn obwohl Lollipop Chainsaw im Grunde genommen recht brutal ist, setzt man eher auf Witz und Charme als auf Blutfontänen. Da spritzen Regenbögen und Herzen anstelle von Gedärm und Gekröse aus den offenen Wunden, so dass es eine wahre Freude ist die Untoten auszumerzen. Das macht die Angelegenheit nicht minder brutal, doch wird die ganze Brutalität hierbei in ein schrill buntes Comic-Tuch gehüllt. Dazu kommen die wirklich sehr gut ausgearbeiteten Charaktere, die zu keinem Zeitpunkt blas oder farblos wirken. Okay, Juliet wirkt komplett überzeichnet, aber hey: Genau DAS erwartet man doch von einem solchen Over-the-Top Spektakel, oder? Ein technisches Manko stellt jedoch die Kamera dar. Zwar wird die jeweilige Perspektive in den meisten Fällen gut eingefangen, doch bei zu vielen Untoten auf dem Schirm geht hier und da auch schon einmal die Übersicht verloren.

Die Musik von Akira Yamaoka ist nach wie vor ein Traum. Seit Silent Hill hat es der Mann keineswegs verlernt einen wirklich treffenden Videospiel-Soundtrack zu schreiben. Man kann sogar soweit gehen und sagen, dass dieser Soundtrack zu einem der besten in diesem Jahr gehört. Auch lizenzierte Titel wie Cherry Bomb von The Runaways wurden hervorragend implementiert und helfen dabei, das Feeling und die Atmosphäre des Spiels noch zu verstärken. So will man das sehen, ähm … hören! Auch die englischen Synchronsprecher Tara Strong in der Rolle von Juliet und Steve Blum als geköpfter Freund machen ihren Job hervorragend und verleihen den beiden Charakteren einiges an Authentizität. Und das ist nicht leicht, denn wie verleiht man einem bloßen Kopf der lose am Gürtel von Juliet bömmelt, schon so etwas wie Charakter?

Unser Fazit

90 %

Ein wirklich zutreffendes Review oder gar Fazit zu Lollipop Chainsaw zu verfassen ist denkbar schwer, da man den Irrwitz und die kruden Einfälle nur sehr schlecht in passende Worte kleiden kann. Die Zombieschlachtplatte von Suda 51 gehört aber definitiv zu einem der ungewöhnlichsten Spiele der letzten Jahre, auch wenn man spielerisch nicht gerade zu Höhenflügen ansetzt. Ganz ehrlich? Drauf gesch***, denn auch seichte Kost mit leichten Mängeln kann einen Heidenspaß machen. Wenn man Lollipop Chainsaw auf Gedeih und Verderb beschreiben müsste, dann könnte man durchaus sagen, dass der Spieler eine Art Highgloss-Version des Kult-B-Titels Onechanbara kredenzt bekommt. So viele abgedrehte Momente, witzige Ideen und spaßige Sequenzen hat man in Verbindung mit einem Beat 'em Up wohl noch nicht zu Gesicht bekommen. Fans der Spiele aus dem Hause Grasshopper Manufacture kommen somit nicht an diesem grell bunten Massaker vorbei und sollten schon einmal ihre Kettensägen auftanken und das Bier kalt stellen.

Pro

  • Absolutes Over-the-Top Erlebnis
  • Genial überzeichnete Charaktere
  • Witzige Spieleinfälle- und Minigames
  • Superber Soundtrack
  • Erfrischendes Beat ´em Up Gameplay
  • Leicht zugänglich
  • Hoher Wiederspielwert

Kontra

  • Teils unübersichtliche Kameraführung
  • Recht kurze Spielzeit

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
%
Spielspaß
 
90 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • <>lollipop chainsaw review
  • lollipop chainsaw verkaufszahlen
  • julet lollypop ketten sege
  • chainsaw lollipop review
  • lollipop chainsaw
  • lollipop chainsaw test
  • review lollipop chainsaw
  • lollipop chainsaw energie aufladen

- ANZEIGE -


*