insidegames

Lords of the Fallen – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 16. Dezember 2014 | 17:23 Uhr von Fabrice

Lords-of-the-Fallen

Demon Souls und die beiden Dark Souls Spiele sind eine Erfolgsgeschichte für sich. In einer Zeit in der Mainstream Spiele an Komplexizität verlieren, kommen From Softwares Werke daher und verpassen dem unvorbereiteten Zocker einen Tritt zwischen die Beine. Besonders die ersten beiden Teile verlangen einem einiges ab. Wer sich die Zeit nimmt, wird dafür mit richtig befriedigendem Gameplay belohnt.

Eben wegen dieses überraschenden Erfolges, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis andere Entwickler diese Erfolgsformel für sich beanspruchten. Zu diesen Nachahmern, was in diesem Zusammenhang durchaus positiv gemeint ist, gehören das deutsche Studio Deck 13 Interactive und das polnische CI Games Entwicklerteam, mit ihrem Spiel Lords of the Fallen. Ob es sich dabei nur um eine billige Kopie handelt oder ob sich etwas ganz Spezielles dahinter verbirgt, haben wir in der Xbox One Version heraus gefunden.

lords-of-the-fallen-launch-screenshot-04

 

Der nicht ganz so strahlende Held

Es scheint fast als wolle Harky gar nicht die Quest erledigen, die ihm aufgetragen wurde. Er gibt sich völlig gleichgültig und in Gesprächen grunzt er mindestens so oft wie er spricht. Es ist die selbe Gleichgültigkeit die man selbst an den Tag legen könnte, wenn es um die altbekannte Geschichte rund um das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse geht.

Es ist aber weder der Protagonist Harkyn, noch die Geschichte selbst die einen wirklich in den Bann ziehen kann. Es ist die Spielwelt und deren Aufbau die eine viel bessere Geschichte erzählen. Die alten, modernden Wände von verfallenen Türmen und die düsteren, blutgetränkten Katakomben scheinen oft ihre ganz eigene Persönlichkeit zu haben. Die nordisch angehauchten Waffen und Rüstungen haben mehr Charakter als Harkyn es mit allen Dialogen oder Audiologs je schaffen würde. Die Welt wirkt einfach als hätte sie schon ganz schlimme Zeiten miterlebt, doch die dicksten Mauern der Festungen und die alten Plattenrüstungen haben all diesen höllischen Anstürmen Stand gehalten. Als hätte jemand hier in ihr gelebt und es noch immer tut. Nicht einfach nur als Kulisse für ein bisschen Gemetzel, sondern als echte Spielwelt.

lords-of-the-fallen-launch-screenshot-03

 

Dark Souls mal anders

Das From Softwares Reihe als Inspiration gedient hat, wird eigentlich klar sobald man zum ersten Mal die Kontrolle über den Protagonisten übernimmt. Das Gameplay wirkt sehr methodisch. Man kann mit seiner Waffe nicht einfach auf einen Gegner einprügeln. Statt dessen wird strategisches Können gefragt. Neben der obligatorischen Gesundheitsanzeige, verfügt man über einen Balken für die Ausdauer. Jede Aktion, vom Sprint, über Ausweichrollen bis zu Angriffen, verbrauchen Ausdauer. Ist sie leer, dann können Aktionen nur noch sehr langsam und mit verringerter Effizienz ausgeführt werden.

Lords of the Fallen hat das ähnlich wuchtige Spielverhalten, das viele bei der Dark Souls Reihe zu Lieben gelernt haben. Es nimmt dieses zwar als Vorbild, wirkt aber doch flüssiger, direkter und auch nicht ganz so schwierig. Das liegt einerseits daran, das man schon von Anfang an über mehr defensive Möglichkeiten und schon sehr früh im Spiel auch über eine gute Anzahl an Heiltränken verfügt. Ein sicherlich wichtiger Faktor sind aber auch die Gegner auf die man im Spielverlauf trifft. Normale Gegner, stellen eigentlich selten eine wirklich Bedrohung dar. Ihre Angriffsmuster sind einfach zu durchschauen, sie zu erledigen stellt kaum eine Herausforderung dar. Bosse sind da schon etwas knackiger. Sie erfordern ein wenig mehr Taktik. Es werden unterschiedliche Angriffe benötigt und teilweise kann die Umgebung genutzt werden, damit die Kämpfe einfacher ausfallen.

Es ist generell also etwas einfacher und besonders auch einsteiger-freundlicher als das bekannte Vorbild. Das heißt aber nicht, dass es zu einfach ist und keine Herausforderung darstellt. Es vergibt einfach mal einen oder zwei Fehler mehr, das ist aber eigentlich schon alles.

Ähnlich verhält es sich mit dem Aufbau des Charakters. Zu Spielbeginn kann zwischen drei Klassen und drei Ausrüstungssets gewählt werden. Die Wahl ist aber unabhängig voneinander. Der Krieger der hauptsächlich auf rohe Kraft im Nahkampf setzt, kann durchaus die leichte Rüstung und die etwas schwächere Waffe benutzen. Gleichzeitig kann der eher Zauberorientierte Charakter ohne große Mali die schwere Rüstung benutzen. Hier gilt jedoch auch, je schwerer die ausgerüstete Rüstung und Waffe, desto langsamer bewegt sich die Spielfigur. Das hat zwar einen spürbaren Einfluss auf das Gameplay, kommt jedoch nicht so arg ins Spiel wie man es vielleicht erwartet. Selbst ein schwer gepanzerter Harkyn, kann sich noch vergleichsweise flott und geschmeidig bewegen. Es ist also nicht immer wirklich nötig für den nächsten Kampf eine passende Rüstung anzulegen oder die Waffe zu wechseln.

lords-of-the-fallen-launch-screenshot-02

 

Mehr Spielraum für Fehler

Erfahrungspunkte werden großzügiger verteilt. Je mehr Feinde erledigt werden, bevor man die Punkte an einem der regelmäßigen Checkpoints verteilt, desto mehr springt dabei auch heraus. Pro erledigtem Feind, gibt es nämlich einen kleinen Multiplikator für das Total an Erfahrungspunkten. Das bietet ein schönes Risk & Reward Prinzip. Wer lieber auf Nummer sicher geht, kann seine EP direkt abkassieren. Wer jedoch mehr auf Risiko setzt, kann auch mehr abstauben. Doch auch hier gilt, wenn man ins Gras beißt, verliert man alle gesammelten Erfahrungspunkte, die bereits erledigten Gegner erscheinen wieder und man muss es bis zu seiner Leiche schaffen, damit man die Punkte wieder einstreichen kann. Dank diesem System kann man aber relativ gut ein wenig Talentpunkte farmen. Ob das eher positiv oder negativ ist, bleibt jedem selbst überlassen.

lords-of-the-fallen-launch-screenshot-01

 

Nur für Solo-Kämpfer

Wer Dark Souls für seine Onlinefunktionalität mag, der wird von Lords of the Fallen wohl leider eher enttäuscht. Diese ist hier nämlich gar nicht vorhanden. Das ist aber keineswegs ein Vorwurf an das Spiel oder die Entwickler. Es kann weder miteinander noch gegeneinander gekämpft werden, was ein wenig Schade ist.

Technisch kann sich das gebotene durchaus sehen lassen. Wie eingangs schon erwähnt, ist besonders die Atmosphäre richtig gut gelungen. Was die Spielwelt angeht, verdienen die Entwickler ein ganz großes Lob. Die Grafik selbst ist auch gelungen. Was teilweise ein wenig komisch ist, sind die Hitboxen des eigenen Charakters. Manchmal hat man das Gefühl das man von einem gegnerischen Angriff nicht getroffen werden kann. So sieht es dann auch aus, das Schwert (oder was auch immer) segelt an einem vorbei. Aber trotzdem wird man getroffen, verliert wertvolle Gesundheit und fragt sich was eigentlich gerade passiert ist. Das ist ziemlich nervig, besonders im Kampf gegen Bossgegner die immer mal wieder neue Angriffe auspacken. Durch so einen Fehler drauf zu gehen, nervt einfach nur. Glücklicherweise passiert das nicht allzu oft. Dennoch ist es bei einem Spiel wie Lords of the Fallen besonders ärgerlich wenn es passiert.

Unser Fazit

82 %

Die deutschen und polnischen Entwickler haben ein erfolgreiches Konzept übernommen und daraus ihr ganz eigenes Spiel gemacht. Die Wurzeln sind von Anfang an klar erkennbar. Es wurden aber genug Änderungen und Modifizierungen vorgenommen, damit es sich frisch und anders anfühlt. Die Welt und deren Bewohner sind toll gemacht, das Kampfsystem ist flott und es ist auf jeden Fall einsteiger-freundlicher als Dark Souls. Für einige mag das ein zu großer Abstrich sein, für andere aber genau die Einladung auf die sie schon immer gewartet haben. Wer sich schon immer Mal an dieser Art von Spiel versuchen wollte, sich von dem was kommen könnte aber zu eingeschüchtert fühlte, für den ist Lords of the Fallen bestimmt einen Blick wert!

Pro

  • + Herrlich gestaltete Welt
  • + Saubere Steuerung
  • + Einsteigerfreundlich
  • + Vernünftige Lernkurve

Kontra

  • - Hitboxen manchmal sehr fragwürdig
  • - Für Kenner wohl zu einfach
  • - Sprachausgabe eher mau
  • - Harkyn untypisch langweiliger Charakter

Unsere Bewertung

Grafik
 
81 %
Sound
 
78 %
Steuerung
 
86 %
Gameplay
 
82 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Im Forum als MrNice oder auf Google+ unterwegs.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • content

  • lords of the fallen test


- ANZEIGE -


*