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Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen (3DS) – Test / Review

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Veröffentlicht 7. Dezember 2017 | 15:56 Uhr von Andreas Keser

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Während Mario auf der Nintendo Switch ganz alleine seine Runden um die Welt dreht (oder zumindest fast alleine…), hat er auf dem 3DS momentan seinen tollpatschigen Bruder an der Backe. Doch damit nicht genug. In Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen erhalten die beiden auch noch Unterstützung von Bowsers Fußvolk. Während Gumbas und Koopas sonst eher als Schuhabtreter herhalten müssen, kämpfen diese nun für die gleiche Sache. Sie erhalten sogar eine eigene Sidestory, die das Abenteuer der beiden Brüder hier und da kreuzt. Doch reicht das bereits, um aus dem damaligen GBA-Hit eine gelungene Neuauflage zu machen?

Prinzessin Peach wieder einmal entführt?

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Peach eine sehr kidnappfreudige Prinzessin ist. Immer wieder wurde sie Opfer des grimmigen Obermotz Bowser und jedes Mal musste sie von Mario aufs Neue gerettet werden. Mit dem ersten Teil der Mario & Luigi Reihe, wurde mit dieser Tradition jedoch gebrochen. Auf dem GBA ging es seinerzeit nicht um Entführung, sondern um Diebstahl. Das wurde auch beim aktuellen Remake auf dem 3DS beibehalten. Lugmilla, eine fiese Hexe aus dem Bohnenland, hat es nämlich nicht auf Peach abgesehen, sondern auf ihre wunderschöne Stimme. Nachdem sie das Traumstimmchen der Prinzessin abgesaugt hat, kann diese nur noch rüpelhafte Laute von sich geben, die noch dazu eine explosive Wirkung haben und alles in Schutt und Asche legen. So ist Peach also zum Schweigen verdammt. Weil das kein Dauerzustand sein kann, eilen Mario und Luigi zur Hilfe und ziehen hinaus ins Bohnenland, um das liebliche Stimmchen der Prinzessin zu retten. Da selbst Bowser nichts mit Peach anzufangen weiss, wenn diese nicht sprechen kann, hilft er kurzerhand den beiden Brüdern und unterstützt sie auf ihrem Abenteuer.

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Spielprinzip alt, Steuerung neu

Obwohl das Spielprinzip aus dem Jahre 2003 stammt, hat man es kaum angetastet und größtenteils einfach so belassen wie es damals war. Die Reihe sticht seit dem ersten Teil dadurch hervor, dass sie ein gelungener Mix aus RPG und Jump’ n’ Run darstellt. In der Oberwelt erkundet man die Gegend und springt von Plattform zu Plattform. Dabei stehen den beiden Brüdern ganz verschiedene Sprungvarianten zur Verfügung. Wenn Luigi auf Marios Schultern steht, können auch höher gelegene Orte erreicht oder weite Abgründe per Wirbelsprung überwunden werden. Hier und da wurden ein paar Spielereien eingebaut, sodass man ein wenig mit den verschiedenen Sprungarten herumtüfteln muss. Per Touchscreen können die einzelnen Sprünge neuerdings auch ganz entspannt ausgewählt werden, während man diese auf dem GBA noch umständlich über die Schultertasten durchwählen musste. Im Laufe des Spiels kommen dann noch die Hämmer als weiteres Gameplay-Element hinzu, die ebenfalls über den Touchscreen ausgewählt werden können. Wenn Mario mit seinem Hammer auf Luigi kloppt, dann versinkt dieser in der Erde und kann in Bereiche vordringen, die bislang nicht passierbar waren. Auch das eröffnet eine Vielzahl an Rätselmöglichkeiten und Tüfteleien.

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Auf der Oberwelt sind Mario und Luigi nicht alleine. Sie treffen immer wieder auf die unterschiedlichsten Feinde. Entweder man umgeht diese (sofern möglich) oder läuft direkt in sie hinein bzw. springt ihnen auf die Rübe. Dann wechselt das Geschehen in den Kampfbildschirm. Hier haben wir nun ein klassisches, rundenbasiertes Kampfszenario, das allerdings mit vielen Sprungelementen angereichert wurde. Dabei ist das Timing ein entscheidender Faktor. Man muss genau im richtigen Moment die vorgegebenen Tasten drücken, damit der Schaden maximiert werden kann (beispielsweise in dem Moment, wenn Mario mit seinen Füssen auf dem Kopf des Gegners landet). Doch das sorgt nicht nur für mehr Schaden. In manchen Fällen löst es auch einen weiteren Move aus. Bei den Paar-Attacken entstehen sogar richtige Kettenreaktionen, die einzig und allein vom richtigen Timing abhängen. Wenn Luigi auf Mario springt und ihr im falschen Moment drückt, dann fällt er einfach zu Boden und der Spezialangriff ist sofort beendet und konnte nur wenig Schaden anrichten. Neben diesen besonderen Angriffen gibt es ansonsten aber eher beschränkte Möglichkeiten. Während man in „normalen“ RPGs wilde Zauber sprechen oder irgendwelche Bestien beschwören kann, halten es die beiden Brüder da eher schlicht. Ihnen werden noch zwei Hämmer zur Verfügung gestellt, damit sie neben den Sprungangriffen auch noch eine weitere Angriffsmöglichkeit haben und auch die Feuerblume darf nicht fehlen, aber das war es dann auch. Gegenstände können zur Heilung oder Verbesserung der Kampfkraft eingesetzt werden, aber auch das Item-System ist recht überschaubar und man braucht somit auch kaum Einarbeitungszeit, wodurch es sehr intuitiv und einsteigerfreundlich ist.

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3DS-Version ohne 3D?!

Die Verbesserung der Steuerung ist aber nicht die einzige Neuerung. Auch die Grafik hat man den aktuellen Titeln der Serie angepasst. Während Marios Gefolge und auch alle Bohnenlandbewohner als 3D-Modelle dargestellt werden, bietet das Spiel jedoch keinen „3D-Modus“ an. Man kann die 3D-Funktion des 3DS also ausgeschaltet lassen. Eigentlich schade, denn so hätte man das GBA-Spiel von damals nun erstmals auch in „richtigem“ 3D erleben können. Davon abgesehen kann die Grafik ansonsten aber durchweg überzeugen. Die Charaktere sind einmal mehr auf witzige und unterhaltsame Art und Weise animiert und das Charakterdesign der Bösewichte ist sehr gelungen. Endlich kämpft man auch mal (wieder) gegen andere Schurken, als immer nur Gumbas und Koopas.

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Bowsers Schergen – die Geschichte eines dümmlichen Gumbas

Diese tragen nämlich ihren ganz eigenen Kampf aus. Wie der Untertitel des Spieles schon verrät, dreht es sich dieses Mal auch um das Gefolge von Bowser. Seine Schergen bekommen einen eigenen Auftritt, den man jedoch erst freischaltet, nachdem man in der normalen Story an einen gewissen Punkt gelangt ist. Ab dann machen sich die Gumbas selbstständig und suchen nach ihrem Meister. Im Zentrum steht dabei zunächst ein etwas dümmlicher Gumba, der von den anderen zum Anführer gewählt wird, damit sonst keiner die Drecksarbeit machen muss. Da er nicht gerade der Hellste ist, merkt er nicht, dass die anderen ihn nur veräppeln und nimmt seine Rolle als Anführer ernst. Das alleine führt zu unheimlich lustigen Situationen. Es entwickelt sich zu einer Art running gag. Die Geschichte um die Gumba-Truppe hangelt sich entlang der Hauptstory von Mario und Luigi, ist jedoch noch ein wenig flacher. Das trifft auch auf das Gameplay zu. Es gibt im Grunde keine richtige Oberwelt und man kann keinen der Charaktere selbst steuern. Man bestreitet quasi einen Kampf nach dem anderen, während zwischendurch immer wieder Teile der Story erzählt werden. Die Kämpfe laufen aber anders ab, als bei Mario und Luigi. Man kann keine Angriffe auswählen und nur ab und an aktiv ins Geschehen eingreifen.

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Das Entscheidende passiert vor dem Kampf. Hier muss man seine Schergentruppe zusammenstellen, welche aus bis zu acht Mitgliedern bestehen kann. Es gibt drei Kategorien von Schergen: Die Fußtruppen, die Werfer und die Flugangreifer. Das Prinzip erinnert ein wenig an Schere-Stein-Papier. Die Bodentruppen haben einen Vorteil gegenüber den Werfern. Die Werfer haben einen Vorteil gegenüber den Flugtruppen und die Flugtruppen können den Einheiten am Boden besonders viel Schaden zufügen. Vor jedem Kampf wird einem angezeigt, welche Gegner einen erwarten. Gibt es viele Flugtruppen, dann sollte man mit Werfern antreten. Muss man selbst gegen Werfer kämpfen, dann sollte man möglichst Fußtruppen einsetzen usw. Außerdem darf man jeweils einen Kommandanten bestimmen. Dieser kann während des Kampfes noch verschiedene Spezialmanöver einsetzen und beispielsweise den Angriff der eigenen Leute stärken, diese heilen oder andere hilfreiche Effekte auslösen. Doch das ist nur sehr begrenzt möglich. Sollte der Kommandant jedoch im Kampf fallen, so ist die Schlacht sofort verloren. Mit jedem Kampf gewinnt man Erfahrungspunkte für alle Beteiligten, sodass die eingesetzten Truppen stets besser und besser werden. Außerdem schließen sich bei erfolgreichen Kämpfen auch neue Mitglieder dem eigenen Team an, sodass man mit der Zeit über ein recht vielfältiges Kader verfügen kann. Trotz allem bleibt das Gameplay recht simpel. Manchmal wird einem angezeigt, dass man einen Angriff seiner Leute beeinflussen kann, indem man im richtigen Moment eine vorgegebene Taste drückt, doch das war es dann auch schon. Im Grunde schaut man sich quasi nur den Kampf an, den man durch seine taktischen Überlegungen im Vorfeld geplant hat. Als Extra ist das Schergen-Abenteuer ganz nett, aber für ein eigenständiges Spiel wäre es auf Dauer zu eintönig.

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Unser Fazit

85 %

Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen ist eine Neuauflage des GBA-Klassikers. Am Gameplay wurde kaum etwas verändert und auch die Story ist im Grunde genommen die gleiche. Man hat allerdings an der Grafikschraube gedreht und dem ersten Teil der Reihe das Gewand der aktuellen Titel verpasst. Dabei wurde jedoch der 3D-Effekt des 3DS komplett außer Acht gelassen. An der Steuerung wurde ebenfalls etwas verändert, sodass man durch den Einsatz des („neuen“) Touchscreens nun bequemer zwischen einzelnen Sprung- und Hammeraktionen switchen kann. Das macht die Spielerfahrung noch ein wenig komfortabler. Neu ist die Sidestory zu Bowsers Schergen. Ab einem gewissen Spielfortschritt kann man der Geschichte eines Gumbas folgen, der nach Bowser sucht und dabei mit seinen Truppen einen Kampf nach dem anderen bestreitet. Das kann durchaus unterhaltsam sein, gerade weil der Humor dabei wirklich gelungen ist. Das Spielprinzip ist eher taktisch angehaucht und relativ simpel. Ob es sich allein dafür lohnt, das Spiel nochmals zu kaufen, ist eher fraglich. Insgesamt lohnt es sich aber auf jeden Fall, mit Mario und Luigi nochmals die Reise nach Bohnenland anzutreten. Der erste Teil der Reihe war noch sehr reduziert und nicht so überladen wie die letzten Spiele der Serie. Wer das mag oder gerne in Nostalgie schwelgt, der sollte auf jeden Fall nochmal ins Bohnenland reisen und sich diesen neu aufgelegten Klassiker definitiv nicht entgehen lassen.

Pro

  • + Super genialer Humor (sowohl bei Mario & Luigi, als auch bei den Schergen)
  • + Viele spannende und skurrile Gegner (nicht immer nur Gumbas und Koopas)
  • + Tolles und eingängiges Kampfsystem
  • + Gameplay nicht überladen, dadurch leichter Einstieg
  • + Intuitive Steuerung, gut durch den Touchscreen ergänzt
  • + Hübsche Grafik mit witzigen Animationen
  • + Komplett neue Sidestroy mit den Schergen von Bowser...

Kontra

  • - ...welche jedoch simpel gestrickt ist und wenig Tiefgang bietet
  • - Insgesamt relativ kurz
  • - Ziemlich niedriger Schwierigkeitsgrad (besonders am Anfang)
  • - Hält sich (mit Ausnahmen) sehr stark ans Original
  • - Kein 3D-Effekt

Unsere Bewertung

Grafik
 
83 %
Sound
 
84 %
Steuerung
 
86 %
Gameplay
 
86 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
84 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Andreas Keser eigentlich auf allen Plattformen heimisch.

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