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Mario Party 10 – Test / Review

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Veröffentlicht 16. März 2015 | 16:00 Uhr von Alexander Winkel

Letzte Änderung 19. März 2015

Mario-Party-10-Artwork

Kunterbunt und mit fröhlichem Gelächter aus dem Wohnzimmer: Wenn Nintendo wieder zum Brettspielabend einlädt, ist Partyspaß für die ganze Familie angesagt. Seit dem guten alten Nintendo 64 versorgt uns das japanische Traditionsunternehmen mehr oder weniger regelmäßig mit einem Mario Party Ableger. Diesen Monat nun kommt der erste Teil für die Wii U auf den Markt und dies ist zugleich eine Jubiläumsausgabe.

Mario, Bowser, Peach und Co. treffen sich nun zum bereits zehnten mal zu einem gemütlichen Brettspielabend. Wie gewohnt wird der virtuelle Würfel geworfen, hüpft man über die Felder und versucht vor allen anderen Teilnehmern die Sterne zu ergattern. So auch bei Mario Party 10, der neuesten Ausgabe der Partyknallers. Eines vorweg: Wer den neuesten Streich für Soloabende kauft, wird mit Monotonie und langweiligen CPU-Kollegen eingeschläfert. Bis auf die gesonderten Achievements, welche ein paar Punkte und Guthaben für den internen Minishop liefern, macht der Titel alleine absolut keinen Spaß. Erst wenn sich bis zu drei weitere Freunde oder Familienmitglieder im Wohnzimmer einfinden, steigert sich die Motivation durch fiese Minispiele, Klau von mühsam ergatterten Sternen, reichlich Schadenfreude. Gemeinsam kommt durchaus Laune auf. Zwingend erforderlich für jeden Mitspieler ist aber leider eine Wii-Remote, die man als Wii U Besitzer nicht unbedingt vorrätig hat. Alle anderen Varianten gehen nicht bzw. sind nur bedingt einsatzfähig.

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Spielbretter von klassisch bis zu revolutionär

Hat schon jemand diese tollen kleinen Figuren von Nintendo? Die amiibos? Prima! Denn einige davon werden in Mario Party 10 unterstützt. Jeden Tag einmal auf das Gamepad gestellt, ergattert man kleine Extras, Bonusitems und Sockel, die man seinem virtuellen Ebenbild verpassen kann. Mit der amiibo-Party sorgt auch ein neuer Spielmodus für frischen Wind, würde man zumindest meinen. Jeder Teilnehmer benötigt hier zwingend eine Figur. Alteingesessene Mario Party Spieler werden sich in der Zeit zurückversetzt fühlen. Die Spielbretter sind plötzlich wieder kreisrund, man hüpft Runde um Runde über die an diverse Nintendo-Abenteuer angelehnten Spielbretter und sammelt dabei mit Münzen bezahlte Sterne ein. Der Clou, aber auch das Hindernis der amiibo Party, sind die Figuren. Diese müssen zum Würfeln und für alle anderen Aktionen auf das Tablet gestellt werden. Das Wii U Gamepad wird also von Spieler zu Spieler gereicht. Ärgerlich ist dies allerdings schon und einen wirklich unterhaltsamen Mehrwert hat diese Aktion leider nicht. Vielmehr nervt die Tatsache, dass man die Figur immer und immer wieder auf das Gamepad halten muss.

Die normale Mario Party entspricht mehr oder weniger dem Party-Abenteuer des letzten Vorgängers. Alle, bis zu vier Teilnehmer kuscheln sich gemeinsam in ein Gefährt und ackern sich gewissermaßen im Team recht linear von einem Anfang zielstrebig bis hin auf die Zielgerade. Natürlich gibt es immer wieder Abzweigungen, die zu einem Hinterhalt führen können. Auch die witzigen Boss-Kämpfe sorgen wieder für reichlich Action und erinnern uns daran, dass wir durch kunterbunte, mit Röhren, und Fleischfressende Pflanzen durchzogenen Welten der Mario Spiele wandern. Ihr mögt gemeinsam in einem Boot sitzen, doch in jeder Spielrunde gibt es nur einen Spielführer, der würfelt und entscheidet, wo es entlang geht. Nur der Spielführer bekommt auch die Sterne, die auf dem Spielbrett verteilt sind oder die Extras wie neue Spezialwürfel, welche einen Hauch von Taktik und Strategie ins Spielgeschehen bringen. Aber natürlich dürfen auch die zahlreichen Minispiele nicht fehlen, die teils per Zufall ausgewählt werden und je nach Situation euch in Teams gegeneinander antreten lassen, oder eine wilde Klopperei jeder gegen jeden anstreben. Für viel Schabernack, mögliches ärgern seiner Freunde und reichlich Unterhaltung ist also wieder gesorgt.

Ebenfalls neu ist die Abwandlung der normalen Mario Party zur Bowser Party, die einzige Variante, in der sich bis zu vier Spieler gegen einen weiteren Spiele als Bösewicht Bowser zusammentun. Während das Wii U Gamepad bis dato nur eine marginale Rolle spielte, kommt es nun voll zum Einsatz, sobald sich einer für Marios Erzfeind entscheidet. Dann dürfen immerhin auch fünf Teilnehmer an den Start gehen. Nun sitzen tatsächlich alle außer Bowser in einem Boot und würfeln gemeinsam um die Wette. Es gilt, dem Bösewicht zu entkommen, sprich möglichst höhere Zahlen zu Würfeln als Bowser, der nach einer Runde gleich mehrere Würfel fallen lässt. Holt Bowser die Spieler ein, müssen diese gemeinsam gegen ihn und seine Schergen antreten. Bowser spielt vom Tablet aus und kann in den Minispielen darauf zum Beispiel Dinge auswählen, zumeist hat er aber auch nur eine andere Sicht. Alle anderen verfolgen das Geschehen auf dem Bildschirm. Ziel ist es, das Spielbrett und somit Bowsers Attacken zu überleben. Aber auch wenn man gemeinsam einem Feind trotzt, spielt der Konkurrenzkampf durchaus eine Rolle. Kurz vor Schluss seine Mitspieler in den Tod stürzen und selber den Sieg einfahren? Nicht fair, aber möglich!

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Minispiele, Schadenfreude und Enttäuschungen

Wieder einmal serviert uns Nintendo Spielbretter angelehnt an die Mario Abenteuer. Idyllische Pilzwelten, gruselige Geisterhäuser und nasskalte Unterwasserwelten gehören dazu wie auch Bowsers Festung – schließlich will auch er in seiner Heimat dem Mario-Clan begegnen. Viele Details entzücken und erfreuen vor allem Mario-Fans. Die kunterbunte, knuddelige Optik ist typisch Nintendo und auf die ganze Familie ausgelegt. Putzig, schön anzusehen und hier und da auch mit einigen grafischen Raffinessen und Effekten verfeinert. Mario Party 10 mag nun nicht das optische Highlight einer Wii U sein, ist aber wirklich hübsch umgesetzt. Was die Spielbretter anbelangt, haben die Japaner auch durchaus witzige Momente geschaffen. Zum Beispiel muss Bowser fast gar traditionell besiegt werden. Man würfelt sich am Ende des Schlosses geradezu um Kopf und Kragen. Schafft man es nicht, in eine Lücke in der Zielgeraden des Spielbrettes zu gelangen, wird Bowser einem das Feuer um die Ohren spucken und dabei gehen die Hälfte der mühsam gesammelten Sterne verloren. Witzig gemacht, vor allem wenn man die klassischen 2D-Abenteuer von Super Mario kennt. Derlei gibt es massig Anspielungen, die freilich nur langjährige Nintendo-Fans wirklich erkennen werden.

Die Minispiele sind ebenfalls klassisch wie auch konventionell umgesetzt. Man tritt jeder gegen jeden oder aber im Team gegeneinander an und kämpft um das beste Ergebnis. Der Sieger wird reichlich belohnt, alle anderen der Platzierung entsprechend weniger gut. Arbeitet man gemeinsam, zum Beispiel in einem Bosskampf oder sorgt man mit hämischer Freude, dass ein Mitspieler wieder einmal getroffen wird. Zahlreiche der über 50 Minispiele sind durchdacht und bieten von Geschicklichkeitstest bis hin zu Gedankenübungen reichlich Variation. Aber, das ist leider die Kehrseite von Mario Party 10, sie sorgen nicht immer für wirklich viel Partylaune. Sie machen irgendwie Spaß, aber es mangelt an Schadenfreude und Schabernack. Wenn man an die glorreichen Zeiten der ersten Rabbids Spiele auf der Nintendo Wii zurück denkt, kennt man durchaus wesentlich mehr Fun und Spaß den man gemeinsam mit den Freunden vor dem heimischen TV in Minispielen haben kann. Nintendo schafft es einfach nicht, das Niveau kontinuierlich hoch zu halten.

Ebenfalls vermissen wird man nach wie vor auch einen Onlinemodus. Ihr könnt Schabernack in Miiverse treiben, keine Frage, aber nicht gemeinsam mit Freunden über die Internetleitung ein paar gemütliche Abende mit den Mario-Brettspielen verbringen. Das ist wirklich schade. Immerhin bietet Mario Party 10 wieder Turniere mit bis zu 8 Spieler. Im KO System werden Minispiele gezockt, bis der Sieger gekürt ist. Auch zusätzliche Minispiele wie Tennis oder einem Tetris-Verschnitt sorgen für zusätzliche Unterhaltung. In einem Shop werden neue Musikstücke, Fahrzeuge, aber auch einige wenige tatsächlich relevante Dinge wie neue Charaktere oder ein weiterer Schwierigkeitsgrad erworben. Das nötige Kleingeld ergattert man durch das erledigen von Spiel internen Achievements.

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Unser Fazit

70 %

Jubiläumsausgabe und erster Ableger für die Wii U: Mario Party 10 liefert gewohnte Familienunterhaltung mit Spielspaß für bis zu fünf Teilnehmer vor dem heimischen TV. Wichtig ist, dass man zwingend für jeden Spieler (außer Bowser in Bowser Party) eine Wii-Remote benötigt und leider nicht online spielen kann. Gemeinsam mit viel Schabernack und Spaß über die typisch putzigen Nintendo-Spielbretter zu hüpfen, sich um Kopf und Kragen zu würfeln und mit Glück, aber auch ein wenig Taktik und Strategie zu gewinnen, macht mit Freunden und der Familie durchaus Laune. Alleine ist der Titel – das sollte aber durchaus klar sein – nur kaum zu gebrauchen. Wer Mario Party bereits kennt und gerne auch auf der neuen Konsole wieder spielen möchte, kann auf jeden Fall bedenkenlos zugreifen. Alle anderen müssen abwägen, denn irgendwie fehlt dem Titel etwas Pfeffer, etwas mehr Power, um wirklich für jedermann partytauglich zu sein.

Pro

  • + viele interessante Spielbretter mit Eigenheiten und witzigen Anspielungen
  • + Bowser Party liefert parallel zur Mario Party nochmals frischen Wind
  • + über 50 Minispiele, die auch im Turnier spielbar sind und auf zahlreiche Steuerungsvarianten zurückgreifen
  • + viele Extras und freischaltbare Objekte

Kontra

  • - kein Spiel dass man alleine zocken sollte
  • - amiibo Party nervt recht schnell, da man ständig die Figur für alle Aktionen nutzen muss
  • - wieder mal keinen Onlinemodus vorzufinden
  • - jeder Spieler benötigt zwingend eine Wii-Remote, andere Controller werden nicht akzeptiert

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
73 %
Spielspaß
 
70 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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