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Marooners – Test / Review

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Veröffentlicht 26. Februar 2018 | 17:01 Uhr von Alexander Winkel

Marooners-Artwork

Die putzigen Kerlchen und Herrscherinnen in Marooners schicken sich an, in die Fußstapfen von Nintendos Hausmaskottchen zu schlüpfen. Mit kurzweiliger Action und spaßigen Minispielen treiben es die Helden des Spiels auf die Spitze und dank chaotischer, schneller und witziger Keilereien kommt auch bei diesem Titel richtig Partylaune auf. Vieles ist wirklich stimmig geworden, doch ein entscheidender Schritt fehlt, um wirklich überzeugen zu können. 

Wildes rufen, hektisches Treiben und fauchende Gegner – Marooners kommt mit einer grandiosen Mischung aus Geschicklichkeit, Sprungpassagen und Bomberman-Feeling daher und liefert ein aberwitziges Treiben. Bereits in der Menüauswahl wuseln die putzigen Figuren umher und geben ihre eigenwillige Laute von sich. Ist der nächste Tempel geladen oder alle finden sich auf dem Teich mit zahlreichen Seerosenblätter ein, geht der Punk dann mal so richtig ab. Hier wird mit Knüppeln auf die Kontrahenten eingedroschen und dabei möglichst viele Goldmünzen wie auch Klunker gesammelt. Hauptsache man steht nach einem halben Dutzend Keilereien auf dem höchsten Podest, wenn die finale Auswertung stattfindet, und wirft alsdann voller Schadenfreude ein hämisches Lachen in den Raum.

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Das Spiel ist rasant, die Steuerung aber immer sehr präzise und damit machen die Minispielen allesamt sogar richtig viel Laune. Wie Indiana Jones flüchtet ihr vor einer, ach was, gleich mehrere riesiger Kugeln in einer antiken Stadt, dürft euch mit Hacke wie in Bolder Dash durch den Boden Buddeln oder auch Bomben in einem Labyrinth verteilen. Powerups sorgen für noch mehr Spielspaß, doch sollte man diese nicht voreilig einsetzen. Nicht selten geht der Schuss gerne mal nach hinten los und das Eigentor ist unvermeidbar geschossen. Witzig wird der ganze Spaß spätestens dann, wenn sich mehrere Mitspieler einfinden. Bis zu sechs Kontrahenten wuseln dann durch die nur einen Bildschirm füllende Arenen und versuchen dabei, möglichst viele Punkte zu kassieren. Es kommt tatsächlich eine unglaubliche Gaudi dabei auf, bei der nicht selten Freundschaften bedroht sind und so manche innige Beziehung in die Brüche gegen kann.

Die Präsentation ist freundlich und kunterbunt, jedoch sehr schick anzusehen und die vielen kleinen Ausrufe der Charaktere sorgen für Hochstimmung. Die Arenen können dabei auf zwei Arten beackert werden. Entweder geht es ums nackte überleben. Knüppelt die Feinde nieder, während man selber jedoch möglichst heil aus den Prügeleien kommt. Oftmals dank der wuseligen Hektik ein geradezu wahnwitziges Unterfangen, vor allem wenn die Arenen mit zusätzlichen Fallen und Abgründen aufwarten, welche schnell und meist unverhofft das Leben gefährden. In der anderen Variante gilt es so viele Klunker wie nur möglich zu sammeln und sobald alle Spieler dahingeschieden sind, ist auch hier das Spiel vorbei. Gewinnen tut jedoch derjenige, der mehr Geld in der Börse hatte. Ein Bonus für denjenigen, der den Kampf gegen die Elemente der Arena überlebt hat, sorgt jedoch für einen gewissen Schub.

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Eine weitere Option erlaubt es dem Titel, noch innerhalb des Kampfgeschehens die Arena zu wechseln. Ihr habt grad Kurs auf die Diamanten genommen und müsst dabei einen Kontrahenten ausschalten, in dem Moment wechselt das Areal und ihr steht ganz plötzlich in einem völlig anderem Szenario, einem ganz anderen Minispiel. Irgendwann kehrt ihr in die ursprüngliche Keilerei zurück und könnt dort weiter machen, wo der Schabernack vorher geendet hat – sofern man nicht völlig die Orientierung nun verloren hat. Gefühlt im 10-Sekunden-Takt wechselt Marooners die Spiele durch und sorgt damit für noch viel mehr Chaos. Das ganze kann zusätzlich mit beiden anderen Modi auch noch kombiniert werden. Der fliegende Wechsel ist ein Alleinstellungsmerkmal und sorgt für mehr Chaos, jedoch auch mehr Spielspaß. Schön auch, dass alles online gespielt werden kann und wenn sich dort keine Mitspieler finden lassen, so tritt auch die KI gerne mit an, um das Feld zu füllen. Diese stellt sich gar nicht mal so dämlich an – in den meisten Fällen – und sorgt sogar bei Solisten für etwas Unterhaltung.

Marooners hat prinzipiell alles, was ein gutes Partyspiel ausmacht und bietet sogar den einen oder anderen netten Twist, so dass die Keilereien immer spannend bleiben. Einen entscheiden Fehler haben die Entwickler letztendlich dennoch gemacht: Es gibt nur etwa knapp zwei Duzend Arenen, gleichmäßig aufgeteilt in Minispiele und Kampfarenen. Das ist viel zu wenig, um einen Abend lang wirklich alle Spieler bei Laune zu halten. Schon nach einer halben Stunde wiederholen sich die ersten Minispiele und wenn die Truppe vor dem Fernseher sogar noch Einschränkungen im Bezug auf die Spielart macht, ist noch schneller die Luft raus. Ähnlich Mario Party hätte mindesten fünf Duzend Minispiele ihren Weg in das wahnwitzige Spektakel finden müssen, um wirklich überzeugen zu können. Es gibt zwar zusätzliche Charaktere und Waffen, die man freischalten kann, diese haben jedoch keinerlei Einfluss auf das Spielgeschehen und können schon gar nicht über den geringen Spielumfang hinweg trösten.

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Getestete Version: Xbox One

 

Unser Fazit

66 %

Marooners ist ein wirklich gelungenes Partyspiel mit tollen Minispielen, einer guten Handhabe und viel, viel Action auf dem Bildschirm. Wenn sich hier ein paar Freunde daheim oder online einfinden, wird wildes Geschrei und Gefluche durch die Gassen hallen. Witzig auch der chaotische Modus, bei dem die Minispiele nach wenigen Augenblicken unterbrochen werden, nur um mit dem nächsten weiter zu machen und irgendwann an derselben Stelle wieder einzusteigen. Da kann die Planung schnell mal in die Hose gehen und wieder wird es für viel Schabernack und Schadenfreude sorgen. Die vorhandenen Minispiele sind zudem gut ausgearbeitet und machen Laune. Ein entscheidender Makel findet sich leider dennoch. Mit etwa zwei Duzend Arenen aufgeteilt in Kampfarenen und Minispiele wird viel zu wenig Abwechslung geboten. Viel zu schnell wiederholen sich die Orte und man hat schon nach einer Spielstunde mehrere Arenen mehrfach hinter sich gebracht. Mit einem fünffachen Umfang von dem, was bei Marooners geboten wird, wäre der Titel eine richtige Partygranate geworden.

Pro

  • + Tolle Minispiele und Kampfarenen.
  • + Witziger Chaosmodus mit Blitzwechsel der Arenen.
  • + Schneller und unkomplizierter Spielspaß.
  • + Vor allem mit weiteren Spielern eine Gaudi (6 Teilnehmer möglich).
  • + Sehr gute Handhabe.

Kontra

  • - Viel zu wenig Minispiele und Kampfarenen.
  • - Bereits nach einer halben Stunde stellen sich Wiederholungen ein.
  • - Neue Charaktere und Waffen haben keine Auswirkung auf das Spielgeschehen.

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
70 %
Spielspaß
 
65 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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