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Masters of Anima – Test / Review

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Veröffentlicht 1. Mai 2018 | 17:46 Uhr von Ewelyn

Masters-of-Anima-Artwork

Masters of Anima ist ein Fantasy-Abenteuer aus dem Hause Passtech Games, dass durch Focus Home Interactive vertrieben wird. Am 10. April 2018 feiert das Echtzeit-Strategiespiel mit Rollenspiel-Elementen die Veröffentlichung für Nintendo Switch, PC, PlayStation 4 und Xbox One. Wir haben uns die PC-Variante zur Brust genommen und wollten herausfinden, ob Masters of Anima mit den großen Vorbildern wie Pikmin oder Overlord mithalten kann!

Ihr schlüpft in Masters of Anima in die Rolle des Lehrlings Otto, der gerade seine Prüfung zu einem Former absolvieren möchte. Former sind Menschen, die das sogenannte Anima kontrollieren können – eine Kraft, die in der gesamten Welt von Spark vorkommt. Des Weiteren nennt man sie auch Former, weil sie mit der Kraft Wächter formen können, die einem treu zur Seite stehen und an unser eigenes Anima gebunden sind. Eigentlich eine ehrenvolle Aufgabe. Otto hingegen nimmt das alles nicht so ernst, denn sein einziger Grund ein Meister zu werden ist Ana, seine Verlobte. Sie ist die oberste und mächtigste Formerin in Spark und dadurch an die Regeln gebunden, die es ihr untersagen, einen einfachen Schüler zum Mann zu nehmen. Daher ist Otto erpicht darauf die Prüfung zu bestehen und mit seiner Herzdame ein glückliches und beruhigtes Leben zu führen. Nach Bestehen der Prüfung, die auch als eine Art Tutorial dient, wird die Welt von Spark durch Golems überrannt und steht kurz vor dem Zerfall. Ihr kehrt mit Otto über Umwege zurück nach Hause und müsst mit ansehen, wie eure Verlobte Ana vom bösen Zauberer Zahr in drei Teile gespalten wird – Herz, Körper und Verstand – und mit seinen Golems in die Ferne verschwindet. Verzweifelt und voller Sorgen und Kummer macht ihr euch auf den Weg, eure Verlobte und vielleicht sogar die ganze Welt zu retten. Die Tatsache gefällt Otto so gar nicht und er ist um keine schnippische Antwort verlegen. Seine oberste Priorität ist Ana, die Welt um ihn herum interessiert ihn herzlich wenig und das kommentiert er auch gerne, in einer spaßigen Art und Weise.

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Der Anfang einer beschwerlichen Reise

Ihr macht euch dann auf den Weg Ana wiederzufinden und in ihre ursprüngliche Form zu verwandeln. Anfangs stehen euch Nahkämpfer als Begleiter zur Verfügung, die eine hohe Verteidigung aufweisen können. Im weiteren Verlauf wird sich eure Auswahl auf bis zu fünf verschiedene Begleiter erhöhen, wie beispielsweise Bogenschützen oder Magier, und die Anzahl, wie viele Begleiter gerufen werden können, steigt auch an, wodurch ihr zum Ende hin mit bis zu 100 Begleitern in den Kampf ziehen könnt. Durch die einzigartigen Fähigkeiten der Wächter müsst ihr in den Gefechten immer taktisch klug vorgehen und vor allem blitzschnelle Reaktionen vorweisen können, da ihr im Verlauf immer mehr Golems auf einmal bekämpfen müsst. Hier könnte das Frustpotential massiv ansteigen, denn die Kämpfe können für unerfahrene Spieler des Genre sehr knifflig ausfallen. Zwar sind die Golems sehr langsam, doch wenn sie euch treffen, dezimieren sie eure Wächter immens! Ein Beispiel, bei dem sich bei uns Schweißperlen gebildet haben: ihr kämpft gegen einen riesigen Skorpion-artigen Golem, der so schon hart genug zuschlägt, jedoch wieder verschwindet, nachdem die Lebenspunkte unter eine gewisse Grenze fallen. Danach erscheinen drei kleinere Skorpion-Golems, mit denen ihr euch nun rumschlagen müsst. Diese sind äußerst schnell und aggressiv zugleich, sodass ihr euch sehr genau überlegen müsst, wie ihr eure Wächter positioniert, denn alle drei auf einmal zu bekämpfen ist sichtlich schwierig, da eure Anima-Ressourcen mit der Zeit auch zuneige gehen. Erst werden eure Nahkämpfer von einem der Gegner unter Beschlag genommen, der nächste zündet eine Fernattacke auf eure Bogenschützen und der Letzte im Bunde löst einen Drehangriff aus, der alle eure Wächter ins Visier nimmt. So stressig, wie es sich anhört, ist es auch!  In den Kämpfen ist ein Überblick nur dann möglich, wenn man die Wächter strikt voneinander trennt und jeweils in komplett verschiedenen Richtungen positioniert, sonst ist das Chaos perfekt. Die Kämpfe werden zwar immer schwerer, doch die Gier den nächsten Boss in die Knie zu zwingen und Ottos Geschichte weiter zu verfolgen, hält einen doch am Ball.

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Eine kleine Auszeit vom Chaos

Neben den Kämpfen könnt ihr auch die schöne Welt von Spark bestaunen, die mit einem zeitlosen Comic-Look daher kommt. Neue Pfade in den Levels führen euch zu Sammelobjekten, die eure Lebenspunkte oder Anima-Kapazität erhöhen. Meist müsst ihr erst ein Rätsel lösen, um an die Objekte zu kommen. Und da kommen die Wächter wieder in Spiel, denn die Rätsel können nur mit deren Hilfe gelöst werden. So müssen die Bogenschützen beispielsweise auf Schalter in der Ferne schießen, wodurch sich eine Passage öffnet, durch die eure Nahkämpfer eine Statue schieben müssen. Mit Voranschreiten des Spiels werden die Rätsel auch immer kniffliger, aber nie unlösbar. Darüber hinaus beinhaltet jedes Kapitel optionale Bonusmissionen, die euch, neben erfolgreich bekämpften Golems, zusätzliche Erfahrungspunkte bescheren. Abhängig davon, wie gut ihr euch in den Kämpfen geschlagen habt, fällt die Beute großzügig oder eher mager aus. Am Ende eines Kapitels wird eure Leistung beurteilt; hierbei wird bewertet, ob ihr alle Sammelobjekte gefunden habt, die im Level versteckt waren, die optionale Mission bestanden habt oder wie lange ihr gebraucht habt das Kapitel zu beenden. Darüber hinaus bekommt ihr auch noch einzelne Wertungen nach den Bosskämpfen, die auch in die Endbewertung mit hineinfließen. Bei den Kämpfen ist es wichtig schnell die Golems auseinander zu nehmen, so wenig Wächter wie möglich zu verlieren und Otto aus dem Kampfgeschehen heraus zu halten. Habt ihr alles erfolgreich gemeistert, steht einer S-Bewertung nichts im Weg! Aber das hört sich leichter an, als es eigentlich ist, denn zu oft hat man den Eindruck einem unbezwingbarem Boss gegenüberzustehen. Am Ende könnt ihr mit den gewonnen Erfahrungspunkten neue Fähigkeiten für Otto und eure Wächter freischalten und euch seelisch und moralisch für das nächste Kapitel wappnen. Die Spieldauer ist relativ kurz gehalten, aber durch die intensiven Kämpfe und das Erkunden der Umgebung spürt man das kaum.

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Getestete Version: PC/Steam

Unser Fazit

71 %

Masters of Anima steht technisch gesehen den Vorbildern in nichts nach, haut aber auch nicht vom Hocker. Das Spiel läuft dennoch sehr flüssig und wir hatten keine Frame-Einbrüche während der gesamten Spielzeit. Die Geschichte ist recht schwach und einfach gehalten und rückt immer wieder in den Hintergrund, da die schweren Kämpfe, die gelegentlich aus dem Ruder laufen, meistens im Vordergrund stehen. Dafür ist der Soundtrack sehr gelungen und idyllisch, genauso wie die englische Sprachausgabe. Die Optik ist zwar zeitlos, aber trotzdem sehr simpel gehalten, dabei haben die Entwickler auch versucht den Überblick in dem ganzen Getümmel zu wahren. Leider mussten wir beim Testen der PC-Variante feststellen, dass die Entwickler den Fokus mehr auf Konsolen gelegt hatten, da die Steuerung mit Maus und Tastatur schwerer und behäbiger ausfällt als mit der intuitiven Controller-Steuerung. Der sachte Einstieg in das Spiel vermittelt ein nicht gegebenes Bild von dem Spiel, das spätestens nach dem zweiten oder dritten Boss schmerzlich bewusst wird, denn sobald mehrere Gegner dazukommen, die unterschiedliche Schwachpunkte aufweisen, kann es schnell überfordernd wirken. Genre-Liebhaber werden sicherlich ihre Freude an Masters of Anima haben, vor allem diejenigen, die ihre Koordinationsfähigkeit in chaotischen Situationen bewahren können. Für Neueinsteiger bleibt es eine schwere Kost, da gehört der nötige Wille, sich da durchzubeißen und wirklich der Masters of Anima zu werden, dazu. Spieler, die eine packende Geschichte und spielerische Freiheiten wünschen, sind hier leider an der falschen Adresse.

Pro

  • + Angenehmer Soundtrack mit guter Synchronisation
  • + Nette Umgebungsrätsel
  • + Charmante und zeitlose Optik
  • + Lustige Dialoge durch den Protagonisten Otto
  • + Fünf ausgewogene Truppentypen, die sich gegenseitig ergänzen

Kontra

  • - Schwache Story, die gerne in den Hintergrund gedrängt wird
  • - Steuerung mit Maus und Tastatur schwer und behäbig
  • - Bosskämpfe schwer und chaotisch, gepaart mit dem "Trial & Error"-Prinzip
  • - Brutale Schwierigkeit, für Neulinge des Genres eher ungeeignet

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
69 %
Gameplay
 
72 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
73 %

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