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Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes – Xbox 360 Test / Review

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Veröffentlicht 27. März 2014 | 18:20 Uhr von Manuel

Metal Gear Solid Ground Zeroes - Artwork

Ein Spiel um auf ein kommendes Spiel vorzubereiten, ist nach wie vor etwas Besonderes. Konami hat sich genau das für seinen kommenden Blockbuster Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain ausgedacht, quasi um uns passend auf das vorzubereiten was  kommen wird. In etwa gleichzustellen wie das Vorwort in einem guten Buch, bekommt so ein großer Titel eine kleine Einführung. Die wird übernommen von Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes. Der Prolog soll das erledigen was sonst vielen Spielen nur sehr schwer gelingt. Uns jetzt schon so heiß auf das zu machen was da kommt, so dass wir die Zeit bis Anfang 2015 eigentlich gar nicht mehr abwarten können. Und bis auf Abstriche in Umfang und der damit verbundenen kurzen Spielzeit ist das eigentlich ganz gut gelungen. 

Wie doch die Zeit vergeht

Metal Gear Solid, welch ein großer Name, der immer wieder für wohlige Gefühle und Gänsehaut sorgt. Sofort müssen wir zurück ins Jahr 1999 denken. Damals noch mit der ersten PlayStation, einem komplett neuen Spiel und der dazugehörigen Unerfahrenheit. Daraus hat sich viel entwickelt, das aber nicht immer so geblieben ist. Mal mehr und mal weniger war man selbst für die weiteren Ableger begeistert. Der letzte große Titel war  im Jahr 2008, und das exklusiv für die PS3. Es wurde also wieder Zeit für eine Fortsetzung. Jetzt soll es mit Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain endlich soweit sein. Um uns aber genau an das heranzuführen, weil es eben so lange Zeit still war und auch Xbox Jünger nicht unbedingt mit den Geschehnissen von Hauptcharakter Naked Snake vertraut sind, entschied man sich mit Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes eine kleine Vorgeschichte zu erzählen. Eigentlich soll uns der Prolog nur richtig Appetit auf das eigentliche Spiel machen, das wir Hunger bekommen und auch behalten werden. Gesättigt wird der dann erst Anfang 2015, aber bis dahin wird uns Ground Zeroes wohl die einzige Möglichkeit sein, um die Zeit passend zu überbrücken.

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Zurück in die Zukunft?!

Die Ereignisse, in die wir eigentlich direkt einsteigen, sind an sich schnell erzählt. Das übernimmt das Spiel auch immer wieder in großen Teilen selbst. So sehr sogar, dass es manchen Leuten zu viel Lesen und zu wenig Spielen ist. Wir werden so gesehen direkt in das Jahr 1975 geschmissen, und knüpfen direkt an die Geschehnisse von Peace Walker von der PSP an. Anstatt Solid Snake bekommen wir die Ehre mit Naked Snake, dem Big Boss. Wer damals Peace Walker gespielt hat, versteht sofort die Zusammenhänge und auch das was passiert. Wer nicht, der sollte im Spiel selbst nachlesen, die Möglichkeit dazu wird im großen Umfang geboten. Im Vorfeld der Ereignisse aus Ground Zeroes hat Naked Snake die beiden Kindersoldaten Paz und Chico kennengelernt. Die beiden stehen in direktem Zusammenhang mit einem ehemaligen Anführer einer Untergrundorganisation, die sich gegen die CIA aufgelehnt hat. Das ist auch das Ziel von Snake, denn er ist etwa Großem auf der Spur. Durch die CIA sollen reichlich Atomwaffen nach Costa Rica eingeführt worden sein. Das alles läuft unter dem Decknamen Peace Walker.

Die Beziehung zwischen Paz, Chico und Snake ist nicht leicht zu beschreiben. Im Kern ist der Big Boss der Ziehvater der beiden geworden, fast sogar ein Vorbild. Umso schlimmer, dass beide als Spione entlarvt und eingesperrt werden. Snake setzt also alles daran seine zwei Ziehkinder aus der Gefangenschaft zu befreien, und genau hier steigen wir ein. Hinter den ganzen Machenschaften versteckt sich dabei die Organisation Cipher, die sich immer mehr in das Geschäft auf und um Costa Rica eingemischt hat. Auf Kuba kommt es dann zum kleinen Showdown. Der Boss selbst infiltriert eine große Basis von Cipher, mit dem Ziel die beiden und auch andere Gefangene zu befreien. Bei Chico kein schweres Unterfangen, aber Paz musste vieles über sich ergehen lassen. Am Ende kommt dann leider alles so wie es kommen muss. Mit einem großen Knall und sehr vielen Emotionen endet das Spiel, und lässt uns mit vielen Gefühlen zurück. Mit dem Hinweis darauf das es in Phantom Pain erst so richtig losgehen wird. Daneben gibt es noch zahlreiche Nebenmissionen, die nach Abschluss der einzigen Hauptmission freigeschaltet werden. Aber alle spielen sich auf der kleinen Insel nahe Kuba ab. In Sachen Umfang also nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber das sollte es auch nicht werden. Schließlich handelt es sich bei Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes nicht um einen großen Vollpreistitel, sondern um ein günstiges Spiel. Also kann man sich eigentlich nicht beschweren, wenn auch etwas mehr hätte gezeigt werden können. Dafür lässt man uns mit vielen Fragezeichen und unverarbeiteten Emotionen zurück, wartend auf das Hauptspiel.

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Die Gründe für einen Prolog

Wie aber alles verpackt wurde, und das trotz dem eher geringen Umfang, zeigt wohin Kojima uns entführen will. Das wenn auch einzige, aber komplett offene Level soll uns an alles heranführen was in Phantom Pain wichtig sein wird. Nicht nur um mit der Geschichte etwas vertraut zu werden, sondern auch um die einzelnen Elemente kennenzulernen. Die offene Spielwelt wird es wieder geben, nur in etwa 200 Mal so großer Ausführung. Schleichend aber nicht linear wirkt es jetzt schon sehr offen in Sachen Entscheidungen und dem Vorgehen. Das Schleichen kommt aktuell zwar etwas zu kurz, aber man bekommt einen Eindruck davon wie es werden wird.

Auge und Ohr!

Über Funk bekommt man auf Wunsch Infos zu allen anvisierten Gegnern, Gebäuden und Besonderheiten. Aber auch der Funkverkehr von Cipher läuft über Snake‘s Ohren, wir bekommen also alles mit was passiert. Gerade wenn man ertappt worden ist oder mit der falschen Waffe auf Gegner feuert, geht das Gebrüll sofort los. Allerdings kann man sich mit seinem Fernglas alle wichtigen Punkte in der Umgebung markieren. Gegner werden z.B. auch durch Wände angezeigt wenn sie einmal markiert worden sind. Strategisch wichtige Punkte wie Geschütze und Waffenlager bekommen auch eine eigene Markierung. Danach kann man sich seinen Weg selbst planen, das Lager bietet genug Platz und Möglichkeiten dafür. Allerdings sollte man vor Suchscheinwerfern auf der Hut sein, sobald die uns einmal wahrgenommen haben, geht das Gezeter sofort los, und das immer wieder. Entweder also die Kollegen auf den Türmen ausschalten oder abwarten welche Wege die Lichter nehmen, und sich dann angepasst und vor allem vorsichtig bewegen. An alle Gegner kann man sich von hinten lautlos heranschleichen, dann entwaffnen oder nach wichtigen Hinweisen verhören. Wem das zu viel ist kann sie auch einfach nur niederschlagen, und danach aus dem Sichtfeld der anderen Soldaten verschwinden lassen. Wenn es mal nicht klappt und wir erwischt werden, erscheint für kurze Zeit ein Ausrufezeichen über dem Kopf des Gegners der uns ertappt hat. Mittels einfachen Tastendrucks wird dann genau der anvisiert, und wir können mit unseren gedämpften oder normalen aber sehr lauten Waffen auf ihn losgehen. Das passiert alles in Zeitlupe, und meist ist danach dann auch wieder Ruhe. Aber, das gibt es nur bei normaler Schwierigkeit, bei höheren Schwierigkeitsgraden entfällt diese Hilfe komplett. Weiter unterstützt werden kann man von seinem iDroid. Ob Helikopter, der  zur Abholung der befreiten Gefangenen bereit steht, oder einfach nur die komplette Übersichtskarte samt aller markierten Punkte, alles bekommt man von dem kleinen Helferlein angezeigt. Aber auch wichtige Dinge im Bezug auf die Geschichte wie Tagebücher oder Kassetten von Chico kann man so lesen und anhören. Im Kern ist es eine Art Navigationssystem für Fortgeschrittene.

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Fast schon ein Kunstwerk…

Den größten Pluspunkt bekommt das gesamte Spiel, und das vollkommen verdient, für die komplette Präsentation. Die Videos rocken so richtig, davon gibt es zwar nicht allzu viele. Aber die vorhandenen haben eine satte Länge und sind sehr mitreißend. Man fühlt eigentlich so gut wie jede Emotion der Charaktere mit, man könnte fast eine Beziehung aufbauen, wäre es eben nicht insgesamt so kurz geraten. Die Zwischensequenzen, von denen es eher wenige gibt, liegen in der Qualität aber deutlich hinter den imposanten Videos.

Der Soundtrack steht ungefähr auf gleicher Ebene, wenn man es Soundtrack nennen darf. Mehr als fünf Lieder gibt es nicht, die man aber alle auf Knopfdruck anhören kann, zu jedem Zeitpunkt im Spiel. Aber selbst durch diese wenigen, aber passenden Stücke bekommt die allgemeine Aufmachung die richtige Untermalung. Es wirkt einfach authentischer, wenn die Musik zum richtigen Zeitpunkt einsetzt und die aktuelle Situation einfach anders darstellt als sie tatsächlich zu sein scheint. Kojima weiß eben wie man Spieler wie uns fesselt und überzeugt, und das selbst mit einem Prolog.

Optisch bekommt man mit der neuen Fox Engine richtig was aufs Auge. Zwar stehen die Playstation 3 als auch Xbox 360 Version ihren großen Geschwistern Playstation 4 und Xbox One nach, was natürlich klar ist, aber selbst mit der in die Jahre gekommenen Technik der „alten“ Konsole lässt man die Muskeln spielen. Aufwendige Charakteranimationen, tolle Lichteffekte und weitestgehend knackige Details bieten dem verwöhnten Auge einen tollen Spielplatz. Gerade wenn der Wind Zeltplanen flattern lässt, Snake‘s Haar im selben Moment der Windrichtung nachgibt und man vom grellen Suchscheinwerfer geblendet wird, merkt man wie viel Potenzial in der neu entwickelten Engine steckt. Man darf also absolut auf das gespannt sein, was Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain zu bieten haben wird. Die Segel sind auf jeden Fall schon mal richtig gesetzt worden.

Unser Fazit

77 %

Fangen wir einfach mit den Schwächen an, um es kurz und schmerzlos zu machen. Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes ist einfach viel zu kurz. Wenn man es drauf anlegt schafft man die erste und einzige Hauptmission in guten 10 Minuten. Danach werden zwar neue Schwierigkeitsgrade und Nebenmissionen freigeschaltet, es reicht aber nicht um lange genug zu fesseln. Das ist im ersten Moment schon fast tragisch, denn genau wenn man sich in das Spiel einleben könnte, man ein Verständnis für all das entwickelt was da gerade passiert, bekommt man den Wind aus den Segeln genommen. Zwar bekommt man das Spiel auch zum Schnäppchenpreis, aber man würde sich einfach mehr wünschen, jetzt und hier, und nicht erst 2015. Im Umkehrschluss bringt das aber genau was Konami sicherlich mit Ground Zeroes erreichen wollte. Man ist jetzt schon ganz heiß auf The Phantom Pain, und das wird sich sicherlich nicht mehr ändern. Aber man muss den Jungs rund um Hideo Kojima auch ein Lob aussprechen. In diesen kurzen Momenten schafft man es, auch mit der tollen Fox Engine, das der Spieler sich direkt im Spiel wohlfühlt, und selbst auf den in die Jahre gekommen „alten“ Konsolen PlayStation 3 und Xbox 360 bekommt man für heutige Verhältnisse ein richtig tolles Spiel, das gut aussieht und sich absolut flüssig spielen lässt. Der Hunger ist also geweckt, bleibt nur noch das Hauptgericht abzuwarten, die Vorspeise hatten wir ja schon.

Pro

  • + Grafisch ansprechend, aber deutlich hinter Next-Gen Versionen
  • + Gelungene musikalische Untermalung
  • + Gute englische Synchro
  • + Schleichen macht Laune
  • + Absolut flüssig spielbar

Kontra

  • - Sehr kurze Spielzeit (ca. 6 Stunden)
  • - An sich unnötiges Markierungs-Feature (iDroid)
  • - Zu Ende wenn es spannend wird
  • - Wenig Abwechslung

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
81 %
Multiplayer
 
%
Spielspaß
 
80 %

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