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Metro: Last Light – Test / Review

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Veröffentlicht 17. Mai 2013 | 18:53 Uhr von Ricky

Metro Last Light - Screenshot

Seit im März 2010 Metro 2033 von 4A Games veröffentlicht wurde, mussten sich viele Spiele an diesem Titel messen lassen, ob sinnvoll oder nicht, sei einmal dahingestellt. Auch im Bereich Benchmark-Tests für PC-Hardware gilt bis heute Metro 2033 als Referenztitel, vor allem um PC-Komponenten ins Schwitzen zu bringen. Diesen Thron muss Metro 2033 wohl oder übel nun abgeben, den auch Metro: Last Light benötigt sehr potente PC-Hardware, um sein grafisches Potential vollends ausspielen zu können. Doch eine Entwarnung an alle PC-Spieler mit einem etwas kleineren Rechner, bei Metro: Last Light haben die Entwickler die Kritiken von Metro 2033 ernst genommen, und so kann das neue Metro auch auf schwächeren Rechnern, zwar mit grafischen Einbußen, aber immerhin gespielt werden. Aber Grafik alleine ist bekanntlich nicht immer alles! Was sich hinter dem „optischen Anzug“ noch alles verbirgt, haben wir für euch erkundet.

Wie sicherlich bei vielen Spielern schon bekannt, nicht zuletzt, da es auch oft Erwähnung fand, orientiert sich die Hintergrundgeschichte von Metro 2033 am gleichnamigen Roman des russischen Autors Dmitri Alexejewitsch Gluchowski, wobei Metro 2033 Abweichungen zum Roman aufzeigt. So konnte am Ende des Spiels die Vernichtung der „Schwarzen“, wie sie im Deutschen heißen (Englisch: The Dark Ones) abgewendet werden; Je nachdem wie man Metro 2033 durchgespielt hat.

In Metro: Last Light läuft das ein wenig anders, da es hierzu keine verwertbare Romanvorlage gab, und die Handlung rein der Fantasie der 4A Games Entwickler entsprungen ist. Ihr übernehmt zwar abermals die Rolle von Artjom, dem Helden im vorherigen Teil als auch im Roman, aber setzt spielerisch genau dort an, wo Metro 2033 seinerzeit aufhörte. Unabhängig welches Ende ihr in Metro 2033 erlebt habt, spielen die „Schwarzen“ in Metro: Last Light eine entscheidende Rolle. Augenscheinlich wurden so oder so nicht vernichtet. Zu Beginn von Metro: Last Light werdet ihr hinaus gesandt, um der Meldung, wonach ein telepathisch begabten „Schwarzen“ gesehen worden ist, nachzugehen. Was sich hinter dieser angeblichen Sichtung verbirgt, und welche geschichtlichen Wendungen die Story von Metro: Last Light nimmt, werdet ihr immer wieder durch sehr schöne, aber auch sehr dramatische als auch drastische Zwischensequenzen erfahren.

Metro Last Light

 

Eine Welt mit Aussagekraft

Auf den ersten Blick wirkt Metro: Last Light wie sein Vorgänger. Spieler des ersten Teils werden sich sofort zurechtfinden und sich an aus Teil 1 gewohnte Dinge erinnern. Doch auch der Kenner wird überall kleine aber feine Änderungen vorfinden. So wurde z.B. das Balancing der Waffen geändert. Zwar wirken diese nach wie vor, als wären sie provisorisch zusammengebaut, doch wurde deren Handhabung deutlich verbessert. Trotz allen Ähnlichkeiten hat sich auch spielerisch etwas getan: Wurde man im Vorgänger noch ständig in Feuergefechte verwickelt, ist es dieses Mal leichter Gegner, ohne sie zu töten, zu umgehen. Hier wird die Dunkelheit und eine kleine Armbanduhr am Handgelenk euer bester Freund werden. Anhand vor allem dieser kleinen Uhr könnt ihr sofort sehen, ob ihr für den Feind sichtbar seid oder nicht. Aber auch eine fast nicht vorhanden KI eurer Gegner, sowie deren Gehörlosigkeit, helfen euch zumindest auf leichtem bis mittlerem Schwierigkeitsgrad fast unbemerkt die verschiedenen Abschnitte zu durchqueren. Klar, dass es auch hier Ausreißer gibt, Stellen, da ihr euch wundert, warum ihr ausgerechnet jetzt entdeckt wurdet. Eine Antwort darauf finden zu wollen, dürfte wohl in einer philosophischen Debattierrunde enden, getreu dem Motto „was war zuerst da: Huhn oder Ei; Es kommt eben vor, und man kann sehr gut damit leben. Viel ärgerlicher ist es hingegen, wurdet ihr entdeckt,  dass ihr – läuft es ganz blöd – von ganzen Heerschaaren an Gegnern überrannt werdet, welche euch zudem, schneller als gedacht, das Lebenslicht auspusten. Solltet ihr auf eine der zahlreichen Monstergattungen treffen, habt ihr keine Wahl, hier müsst ihr aus allen Rohren feuern, um ansatzweise zu überleben. Zumindest habt ihr auf leichtem und mittlerem Schwierigkeitsgrad keinerlei Probleme Munition zu finden. Diese ist reichlich vorhanden, so dass ihr nicht allzu groß damit haushalten müsst.

Wieder mit im Spiel ist die Gasmaske, bei der es zwingend notwendig ist rechtzeitig die Filter zu wechseln, um nicht vorzeitig ins Gras zu beißen. Aber auch diese Filter sind in ausreichender Zahl im Spiel vorhanden, vorausgesetzt ihr füllt euren Vorrat immer wieder auf. Sehr schön anzusehen sind die Verschmutzungen, welche sich am Visier eurer Gasmaske sammeln, und damit der Atmosphäre sehr zuträglich sind. In diesem Bereich kann Metro: Last Light ohnehin punkten, da die gesamte Atmosphäre des Spiels sehr bedrückend ist und einen von der ersten Minute an gefangen nimmt. Vor allem da die Angst vor einem Atomkrieg sicherlich in so gut wie in jedem Menschen vorhanden sein dürfte. Aber genau diese Angst und deren Auswirkungen auf die Menschheit, die Welt, in der wir leben, wurden sehr glaubwürdig dargestellt. Auch wenn für manche, besonders für diejenigen, welche die Geschichte Deutschlands gut vor Augen haben, diverse enthaltenen Begebenheiten im Spiel sehr an das dritte Reich erinnern, sind selbige trotzdem sehr gut in Szene gesetzt. Allein Sequenzen, in denen der Kopf eines Gefangenen vermessen, und danach mittels einer Tabelle festgelegt wird, dass es nur ein Mutant sein kann, können und dürfen auf jeden Fall zwiespältig betrachtet werden. Vor allem auch dann, wenn dieser Kandidat daraufhin erschossen wird. Ebenfalls sehr starke Parallelen zu Geschehnissen aus der Vergangenheit weißt wohl eine der Fraktion von Metro: Last Light auf, welche den Namen „Reich“ trägt (sowohl im Englischen als auch im Deutschen). Aber nichts desto trotz, es handelt sich hierbei immer noch um ein Videospiel, dessen Zielgruppe ausschließlich Erwachsene sind, und diese sollten mit solchen Gegebenheiten durchaus differenziert und auch souverän umgehen können.

Metro: Last Light

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Bei so viel Lob auf die Atmosphäre von Metro: Last Light könnte man schon fast meinen, unser Blick wäre verklärt. Aber mitnichten, den wo viel Licht ist, gibt es auch reichlich Schatten, denn das eine kann ohne das andere nicht existieren. Metro: Last Light serviert auch einige Dinge, die man hätte doch etwas besser lösen können. So wirken viele Gesichter der NPCs (=Non Playable Character / nicht spielbare Charaktere) teils sehr grob, vor allem deren Haare. Viel schlimmer als die Helmfrisuren sind die absolut extrem ausdruckslosen Gesichter, die mit ihrer völlig Starre und Reglosigkeit sogar ein Strichmännchen lebendig drein schauen lassen. Auch die Animationen sind hier und da sehr hölzern, und wirken eher wie bei einem altertümlichen Marionettenspiel. Auch in den grundlegend sehr atmosphärisch gestalteten Umgebungen gibt es den einen oder andren Makel zu tadeln. Partiell wurden die begehbaren Bereiche sehr eng gesteckt, schon fast schlauchartig, was der Stimmung nicht wirklich zuträglich ist, vor allem wenn man dem gegenüberstellt, dass das gemeinhin gebotene Bild eine große Weite suggeriert, die sich am Ende dann doch nicht nutzen lässt. Auch das viele Objekte bombenfest in der Umgebung verankert sind, wie z.B. ein Stuhl, der sich nicht verschieben lässt, dürfte inzwischen eigentlich nicht mehr passieren, nichts lässt sich doch inzwischen so leicht integrieren wie simple physikalische Gegebenheiten. Wenn man schon Level-Grenzen implementiert, dann bitte etwas geschickter kaschieren und nicht mit der altertümlichen Holzhammer-Methode á la „hier ist jetzt Schluss“.

Auch der Sound und die Umgebungsgeräusche sind ein zweischneidiges Schwert. Während die englische Synchronisation glaubhaft durch die Lautsprecher schallt, muss man bei der deutschen Sprachausgabe Abstriche hinnehmen. Sie ist zwar generell einmal gut gelungen, im Gesamten kann diese mit den englischen Sprechern nicht mithalten. Vor allem wegen oder gerade des starken russischen Akzents, der einem mit der Zeit schlichtweg auf den Zeiger gehen wird. Weniger ist in dem Fall wieder einmal mehr! Wer es allerdings richtig realistisch „russisch mag“, kann auch auf komplett russische Sprachausgabe umschalten. Das hört sich dann auch irgendwie wieder gut an, also zumindest einmal für die wenigen Minuten, die wir das ausprobiert haben. Da unsere russischen Sprachkenntnisse über die letzten Jahre arg eingerostet, bzw. eigentlich gar nicht vorhanden sind, gestatten wir uns kein Urteil darüber. Sprachausgabe ist sehr viel in Metro: Last Light vorhanden, wodurch ihr sehr viel über die Menschen, welche in dieser Welt leben, erfahren werdet. Wem das noch nicht reichen sollte, kann sich gerne auf die Suche nach den Tagebuchseiten von Artjom machen, welche nicht nur weitere kleine Details freigeben, sondern auch noch Bestandteil der Erfolge/Trophäen im Spiels sind.

Metro: Last Light

 

Über jeden Zweifel erhaben ist dagegen die Steuerung (Gamepad-Steuerung) von Metro: Last Light. Die Entwickler haben sich auf den Hosenboden gesetzt und die komplette Steuerung im Vergleich zum ersten Metro Spiel stark überarbeitet. Hat man sich erst mal mit den vorhandenen Optionen vertraut gemacht, funktioniert das Ganze absolut reibungslos. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ihr am PC mit Maus und Tastatur unterwegs seid oder euch lieber mit einem Joypad bewaffnet in die Spielwelt begebt. Am PC ist beides möglich.

Eine Frage, die sicherlich viele beschäftigen wird, werden wir natürlich auch beantworten, da oftmals nach einer Angabe zur Spielzeit verlangt wird. Wir sagen: Es kommt darauf an wie ihr spielt. Auf normalem Schwierigkeitsgrad werdet ihr schätzungsweise gut 8 bis 12 Stunden unterwegs sein. Wer sich hingegen um die Erfolge/Trophäen des Spiels kümmern möchte, welche sowohl in der PC als auch den Konsolen-Fassungen vorhanden sind, wird um mehrmaliges durchspielen sowieso nicht umhin kommen. Und ein Tipp für Metro-Einsteiger/Anfänger: Lasst den Ranger-Mode (zusätzlicher Schwierigkeitsgrad der First-Edition oder als DLC zu bekommen) erst einmal links liegen, denn dieser hat es nicht nur in einigen Abschnitten wirklich in sich.

 

Unser Test basiert auf der Metro: Last Light PC-Version (Steam Reviwebuild) – vielen Dank an Koch Media/Deep Silver für die Überlassung eines Musterexemplars!

 

Unser Fazit

84 %

Wer ein atmosphärisch dichten Shooter sucht, ist bei Metro: Last Light definitiv goldrichtig. Wer hingegen Dauer-Geballere möchte, sollte lieber erst einmal Probe spielen. Metro: Last Light spielt viel und gern mit der vorhandenen Atmosphäre und den Geschichten, welche auch NPCs zu erzählen wissen, wenn man ihnen eine Patrone schenkt. Aber trotzdem kommt auch die Action nicht zu kurz, denn ihr werdet auch in mehr als genug Feuergefechte verwickelt werden. Im Vergleich mit dem hoch umjubelten, aber lange noch nicht ausgereiften Vorgänger haben die Entwickler von 4A Games einige sehr gute Verbesserungen ins neue Metro-Spiel integriert. Alleine das Gefühl, welches die Waffen jetzt vermitteln, ist deutlich besser gelungen als im Vorgänger. Dort hatte man beim Schießen immer das Gefühl, dass die Waffe gleich auseinander fällt. Auch dass man im Spiel selbst jetzt bessere Möglichkeiten hat, sich unbemerkt an Gegnern vorbei zu schleichen wird garantiert einigen Spielern sehr gut gefallen. Metro: Last Light ist einmal mehr ein Stealth-Shooter, der es schafft Action und Geschick mit interessantem Story-Background als auch weitestgehend gelungener Atmosphäre zu verbinden. Wer Teil 1 schon mochte, wird Teil 2 garantiert lieben!

Pro

  • + sehr gute und stimmige Atmosphäre
  • + verbessertes Waffenverhalten
  • + sehr schöne Licht- & Schattenspiele
  • + atmosphärische Soundkulisse
  • + Waffen lassen sich aufbauen
  • + alternatives Ende
  • + so weit gut gemachte deutsche Synchronisation

Kontra

  • - starre Mimik, absolut reglose Gesichter
  • - unnötige Boss-Kämpfe
  • - russischer Akzent (nervt mit der Zeit)
  • - abgehakte, hölzerne Animationen
  • - je nach Spielweise relativ kurze Spielzeit
  • - partiell viel zu enge Schlauchlevels

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
88 %
Steuerung
 
83 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
83 %

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