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Metro: Redux – So muss ein gutes Remake sein!

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Veröffentlicht 20. Oktober 2014 | 15:05 Uhr von Sandra

Metro-Redux-Cover

Remakes, Remakes, Remakes … ja, man könnte auf den Gedanken kommen, dass den Entwicklern und Publishern nichts (mehr) Kreatives, Neues, Gutes einfällt. Wirklich? Na ja, so schlimm ist es dann auch nicht und es gibt freilich die nennenswerten Ausnahmen, die nicht einfach nur nochmals ein Spiel veröffentlichen, sondern vorher geflissentlich Hand anlegen. So geschehen bei den beiden Metro Ego-Shootern, die frisch aufpoliert als auch hier und da technisch angepasst und verbessert für die beiden Next-Gen-Konsolen Playstation 4 und Xbox One in den Handel gekommen sind. Und wir liefern an dieser Stelle den Beweis, dass sich die Anschaffung zweifelsfrei lohnt.

Strahlende Zukunft – Rückblick

2010 erschien mit Metro 2033 für PC und Xbox 360 das erste Metro-Spiel. Die Geschichte basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Dmitry Glukhovsky. Die Welt wird in Folge globaler Atomschläge zu Kleinholz verarbeitet. Wer überlebt, flüchtet in die Moskauer Metro, die im Übrigen tatsächlich als Atombunker fungiert.

In der virtuellen Haut von Artjom erlebt ihr, wie in den Jahren nach der atomaren Katastrophe der Kampf um knapp gewordene Ressourcen entbrennt, erwehrt euch gegen einfallende mutierte Wesen von der Erdoberfläche und auf einmal seid ihr nicht nur länger einer der wenigen Überlebenden, sondern beginnt eure Karriere als Bote, die jedoch schnell ein paar Stufen überspringt und euch zum gestandenen Untergrundkrieger werden lässt. Während der Roman all diese und weitere Dinge detailliert aufschlüsselt, muss es im Spiel – na klar – nen bisschen zügiger zur Sache gehen. Davon ab, seid ihr nicht – wie beim Lesen – zum passiven Erleben dabei, sondern zum aktiven Eingreifen.

2013 folgte Metro: Last Light (PC, PS3, Xbox 360) und führte die Geschichte, wenn auch weniger an den Roman angelehnt, fort. Als inzwischen gereifter, erfahrener Soldat gilt es einmal mehr jede Menge Widersacher an den Kragen zu gehen. Viel wichtiger ist allerdings das übel schwingende Damoklesschwert in Gestalt der Reich-Anhänger am Herabsausen zu hindern. Diese miese Gruppierung sinnt darauf den zweiten Weltkrieg nochmals passieren zu lassen. Ganz klar, dass ihr das verhindern müsst.

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Und, was gibt’s jetzt wirklich Neues?

Vor allem technisch betrachtet hat sich das eine oder andere getan. Sei es der Sound oder auch die Optik, 4A Games haben eine durchaus ordentliche Schippe drauf gelegt. Die höhere Auflösung als auch die hohe, stabile Bildrate sorgen für flüssigen Spielspaß und für Fans der Feinheiten wurde an der Partikel- und Textur-Schraube gedreht. Selten sah Rauch nach einer Explosion so echt und überzeugend aus und es gibt mehr Objekte sowie Details in den Levels zu entdecken. Nicht zu verachten ist auch die verbesserte Beleuchtung, die sich vor allem der gesamt nach wie vor sehr guten Atmosphäre des Ego-Shooters als dienlich erweist. Dass die Animationen nach wie vor etwas hakelig wirken, vor allem auch die menschlichen Zeitgenossen immer noch aus toten Augen in die Landschaft schauen, verzeihen wir an dieser Stelle einmal großzügig. Auch wenn wir trotzdem konstatieren müssen, dass es angesichts der sonstigen optischen Verbesserungen sicher toll gewesen wäre, den Protagonisten mehr Geschmeidigkeit, mehr Ausdruck, mehr Lebendigkeit zu verpassen. Führen wir uns jedoch vor Augen, dass die beiden Spiele ein Produkt für und von der letzten Generation sind, haben A4 Games schon verdammt viel aus beiden Metro-Spielen für PS4 und Xbox One heraus geholt. Sicherlich spannend für Kenner beider Spiele: In einigen Bereichen wurden neue Ereignisse integriert und es kann hier und da festgestellt werden, dass die Areale vergrößert und/oder verändert sind. Meistens zwar nur marginal, aber immerhin eine nette Kleinigkeit, die zeigt, dass nicht nur Elemente angepasst, sondern auch sonst der eine oder andere Handgriff zur Verbesserung/Erweiterung vorgenommen wurden.

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Metro 2033 Last Light modifiziert

Vor allem Metro 2033 profitiert deutlich von seinem Nachfolger Last Light, denn vorgenommene Verbesserungen wurden aus dem zweiten Metro-Shooter in den ersten übernommen. Bildschirmanzeigen als auch das erweiterte Waffenrepertoire aus Last Light fügen sich vorteilhaft in den älteren der beiden Ableger ein. Folglich könnt ihr nun auch in Metro 2033 Waffen mit nützlichen als auch hilfreichen Modifikationen versehen. Nichts mehr mit Ware von der Stange, sondern auf Wunsch Marke Eigenbau – na ja, wenigstens fast. Aber das ist in jedem Fall ein Gewinn für Metro 2033, da ihr als Spieler entscheidet, wie ihr eine Aufgabe meistern wollt. Ist „ab durch die Mitte ohne Rücksicht auf Verluste“ das eure – prima. Ebenso werden auch die Damen und Herren, die lieber unentdeckt aus dem Hinterhalt zuschlagen wollen, zufrieden gestellt. Wobei das generell nicht die schlechteste Vorgehensweise ist, könnt ihr damit Munition sparen oder ihr vermeidet Alarm auszulösen. Das ist insofern eine gute Sache, als das Gegner, meistens Mutanten, scheinbar blindlings in natürlich angreiferischer Absicht auf euch zugestürmt kommen. Das ist zwar nicht das, was wir als besonders intelligente KI beschreiben würden, aber dank der Überarbeitung sieht es wenigstens besser aus.

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Ranger oder Überlebender?

Eine Frage, die ihr beantworten müsst, bevor ihr in den russischen Metro-Untergrund abtaucht. Gehört ihr der Gattung der Erfolge/Trophäen-Jäger an, können wir an dieser Stelle mit auf den Weg geben, dass ihr beide Modi absolvieren müsst. In welcher Reihenfolge ist natürlich euch überlassen, wisst einfach nur, dass der Ranger-Modus die – soweit man das sagen kann – entspannte Variante ist, da ihr meistens mit ausreichend Munition und Ausrüstung vorsorgt werdet und darüber hinaus auch mehr einstecken könnt. Überleben wiederum verlangt den einen oder anderen Profi-Skill von euch, da ihr mit deutlich reduzierten Items auskommen müsst. Mehr noch: Ein einziger gezielter Schuss des Gegners kann euer vorzeitiges Ende bedeuten. Hinzu kommt, dass eher Schleichen, aus dem Vorborgenen agieren den Weg zum Erfolg beschreibt und weniger die Feuerwaffen gute Freunde sind, sondern Fäuste und Klingen.

Unabhängig des gewählten Modus solltet ihr per se die Augen und Ohren aufsperren. Dank des verbesserten Sounds kündigen sich beispielsweise bevorstehende Ereignisse in den Levels durchaus schon mal akustisch im Vorfeld an. Röchelt Artjom? Ja, dann ist das Wechseln des Filters in der Gasmaske angesagt.

Wollt ihr in Sachen Schwierigkeit, vor allem im Überlebensmodus – noch einen drauf setzen, spielt nicht auf Normal, sondern stellt Hardcore ein – die ultimative Herausforderung für echte Tunnelkrieger.

So oder so habt ihr dann und wann einen Begleiter an eurer Seite. Das ist eine gute Sache, wenngleich die Kollisionsabfrage gelegentlich darunter leiden kann. Steht ihr eben noch neben eurem Kompagnon, seid ihr zwei kleine Schritte weiter nach rechts schon in ihn hinein geschlüpft. Manches Mal fällt es eurem Anhang auch ein sich direkt vor euch zu stellen und damit den gezielten Schuss auf den Feind zu verhindern – mehr noch, auch mal zu verschusseln. Es passiert glücklicherweise selten, aber trotzdem wünschen wir uns, dass solche Geschichten künftig nicht mehr passieren. Sehen wir von unseren begleitenden Zeitgenossen, die nicht immer wissen, wo sie sich befinden, ab, funktioniert anvisieren, zielen und treffen einwandfrei, selbst wenn der Gegner durch Gitterstäbe oder ähnliches hindurch getroffen werden muss.

Weniger glücklich sind wir dagegen mit dem Speichersystem, dem wir attestieren müssen in keiner Weise zeitgemäß zu sein. Es stellt ich die Frage, wieso wir jede Menge Kapazität auf den jeweiligen Festplatten zur Verfügung haben, aber Metro: Redux uns mit einem einzigen – ja, ihr lest richtig – Speicherstand abspeist. Das geht, gelinde gesagt, gar nicht. Wer z.B. Metro: 2033 Redux beginnt zu spielen, sollte dies – auch und gerade wenn es um Erfolge / Trophäen geht – tunlichst erst zu 100% zu Ende spielen. Kurzes Spiel-Hopping, um vielleicht einfach mal vorab in Metro: Last Light reinzuschnuppern, überschreibt bestehende Daten und damit ist jeglicher erzielter Fortschritt futsch. Und das gilt für alle Änderungen, die ihr ggf. gedenkt vornehmen zu wollen, inklusive das Ändern des Spielmodus oder der Schwierigkeit, usw.

Unser Fazit

88 %

Metro: Redux ist ein durchaus positives Beispiel für ein gelungenes Remake. Technisch hat vor allem Metro: 2033 einen satten Sprung nach vorne gemacht und die Ergänzungen wie beispielsweise die beiden Spielmodi, der einstellbarere Schwierigkeitsgrad und natürlich die verbesserte Waffenoption stehen dem Shooter gut zu Gesicht. Dass hier und da die KI-Figuren weiterhin eher nichtssagend aus der Wäsche gucken oder die Gegner gern mal nicht mehr drauf haben als planlos auf einen zuzustürmen, merken wir zwar tendenziell eher negativ an, es trübt jedoch den Spielspaß – wenn denn – eher nur gering. Es sind die vielen kleinen und großen Elemten und Details, die auch Kenner der Spieler, entdecken können und die motivieren Metro erneut zu spielen. Gepaart mit der dichten Atmosphäre, dem guten Handling und der bedrückende Geschichte, bietet Metro: Redux, trotz seiner kleinen Schwächen, alles, was einen guten Ego-Shooter ausmacht. Von uns gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung!

Pro

  • + auffällig verbesserte Grafik, vor allem bei Metro: 2033
  • + bessere Licht- und Partikeleffekte
  • + Detail- und Texturstufen verbessert
  • + Metro: 2033 mit verbesserten Waffenoptionen
  • + 2 Spielmodi und 2 Schwierigkeitsstufen
  • + Hauptspiel + alle DLCs
  • + flüssige und stabile Bildrate
  • + nach wir vor überzeugend dichte Atmosphäre
  • + Deutsche Tonspur verfügbar

Kontra

  • - nur ein Speicherplatz für beide Spiele vorhanden
  • - KI nach wie vor partiell eher dümmlich
  • - russischer Akzent nervt (Deutsch, Englisch)
  • - Ausdruckslose Gesichter in Metro: 2033

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
89 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
88 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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