insidegames

Micro Machines World Series – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 18. Juli 2017 | 19:02 Uhr von Thomas Pfnür

Micro-Machines-World-Series

Micro Machines – da kommt bei uns Nostalgie auf. Ganze 25 Jahre ist es her, da präsentierte uns Codemasters einen Funracer, der die Rennaction mal etwas anders interpretierte – von oben, mit Miniaturautos und an Orten, wie Küche, Billardtisch oder Badewanne. Und gerade dieses andere Design war es dann auch, dass uns viele Stunden vor Mega Drive & Co. verbringen lies. Doch das war 1991. Nun steht der Nachfolger für die aktuellen Konsolen in den Verkaufsregalen und für uns bedeutet dies nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder die Möglichkeit zu haben ins Micro Machines Universum abzutauchen. Doch macht der Titel auch heute noch Spaß?

Bekanntes Spielgefühl und viel Online

Nostalgie kommt auf jeden Fall auf, wenn man die ersten Minuten mit einem seiner gewählten Boliden über die etwas anderen Strecken düst. Für ein Rennspiel eher skurrile Areale im Garten, der Küche oder der Werkstatt bieten neben dem bekannt urigen Design wieder diese witzigen Besonderheiten, wie etwa lästige Fallen, rasante Loopings oder kleine Rampen. Und auch das die grundsätzliche Steuerung zugänglicher kaum sein könnte und vor allem auf Oberflächlichkeit setzt, kommt einem aus der langen Vergangenheit der Serie mehr als bekannt vor. Trotzdem sind die Rennen nie langweilig und bieten nach wie vor die nötige Forderung, eben genau so wie wir das schon seit Jahrzehnten kennen.

micro-machines-world-series-screenshot-07

Insgesamt kann das Gameplay auch wieder dieses gewisse Suchtpotential vermitteln, zumindest ansatzweise und vor allem, wenn man sich Online bewegt. Mit 12 Fahrern, zusammengesetzt aus Mitspielern und KI, tummelt man sich dann in den klassischen, ebenfalls weitestgehend bekannten Modi auf den diversen Rennstrecken und interaktiven Kampfarenen – einmal quer durch die Wohnung, sozusagen. Neben einem gewissen fahrerischen Können, ist der Einsatz der besonderen Waffen und Fähigkeiten ganz entscheidend, um überhaupt Siege einfahren zu können. Außerdem schwingt, gerade bei Rennen gegen Freunde, eine gewisse Schadenfreude mit, wenn man es mal wieder geschafft hat, dass sich ein Fahrzeug qualmend verabschiedet hat. Bomben auf den Verfolger werfen, den Vordermann mit einem Hammer plattmachen oder einfach mal ein paar Pfeile abfeuern, um sich einen Vorteil zu verschaffen, alles ist möglich und auch nötig, denn die Konkurrenz ist, vor allem auch wenn die CPU steuert, alles andere als leicht zu besiegen. Übrigens gilt bei bestimmten Events weiterhin, wer aus dem Bildschirm verschwindet, ist aus dem Rennen raus – Micro Machine bietet also immer noch das, für das es berühmt wurde. Insgesamt geht es bei den Onlinemodi, wie nicht anders zu erwarten war, vor allem darum Punkte bei fordernden Ausscheidungsrennen, hektischen Arenakämpfen und teambasierten Modi, wie Capture the Flag oder King of the Hill, zu erkämpfen und so natürlich in den Ranglisten möglichst schnell nach oben zu wandern.

micro-machines-world-series-screenshot-06

Überschaubarer Umfang und schwache Technik

Leider gibt es keinen Karrieremodus und gerade offline kann der Titel kaum den Spaß bieten, den man von einem Micro Machines eigentlich erwartet. Natürlich machen die einzelnen Rennen immer noch Laune, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es keine wirkliche Motivation oder irgendeine tiefgängige Spielvariante gibt, gerade auch für die Solisten unter euch. Dafür kann zumindest der Mehrspielermodus mit einem Rennen mit bis zu vier Spielern vor einer Konsole für ein paar vergnügliche Stunden sorgen. Kurzweiliger Spielspaß, mehr aber auch schon nicht. Schade auch, dass es keinen Split-Screen-Modus gibt, also normale Rennen offline nicht möglich sind. Auch was die Fahrzeugauswahl angeht, hätte man sicher deutlich mehr erwartet. Gerade mal 12 Fahrzeuge wurden integriert. Darunter zwar auch Besonderheiten, wie etwa ein Feuerwehrfahrzeug mit Wasserspritze, ein Panzer mit Kanonenrohr oder ein flinkes Luftkissenboot, aber insgesamt ist die Menge viel zu überschaubar. Schön zwar, dass man die fahrbaren Untersätze tunen kann, aber leider beschränkt sich das alles nur auf die kosmetische Natur, d. h. die Leistung selbst kann man nicht verbessern.

Bleibt noch der Sound und die Optik, also die gesamte Technik von Micro Machines. Serien-typisch sind die Strecken und Fahrzeuge designt, d. h. alles sieht mehr nach Comic und weniger nach Realismus aus. Die unterschiedlichen Areale protzen geradezu vor netten Details und neben der Strecke gibt es einiges zu beobachten, vor allem aber ist vieles davon auch noch interaktiv. Effekte wohin das Auge blickt und eigentlich blitzt und donnert es während eines Rennen praktisch von Start bis Ziel. Genau so erwartet man das ja auch von einem richtigen Funracer. Tatsächlich ist die Optik von Micro Machine zwar passend, kommt aber trotzdem nie über das Prädikat Mittelmäßig hinaus. Und obwohl das so ist, müssen wir auf der PS4 mit ständigen Ruckeln leben. Das stört zwar den Spielfluss und das Spielgeschehen nur bedingt, geht dafür auf Dauer aber richtig auf die Augen. Weniger auf die Augen, dafür auf die Ohren geht der Sound. Die Musik dudelt kaum aufdringlich im Hintergrund, die Fahrzeuggeräusche sind passend und die Effekte sind nicht nur optisch, sondern auch akustisch ständig präsent. Insgesamt nichts Besonderes, aber auf jeden Fall solide. Ja solide, eine Bewertung, die fast auf das gesamte Spiel zutrifft.

micro-machines-world-series-screenshot-05

 

Getestete Version: Playstation 4

Unser Fazit

61 %

Obwohl es keinen wirklichen Online-Zwang gibt, gibt es ihn dann doch irgendwie. Wer mit Micro Machines World Series ein wenig Spaß, vor allem aber auch die nötige Forderung haben will, der muss Online unterwegs sein. Hier bietet der Funracer einen einigermaßen soliden Umfang und somit auch längeren Spielspaß, sowie die passende Motivation. Etwa durch die speziellen Online-Events, die zwar zu sporadisch angeboten werden, dafür aber für Abwechslung sorgen. Und natürlich die diversen Ranglisten, die immer wieder der Grund sind, dass man doch noch ein Rennen, doch noch einen Arenakampf absolviert. Ein ganz anderes Bild offline. Gerade die Solisten unter euch, werden mit wenig bis nichts abgespeist. Es gibt keinen Karrieremodus, keine Möglichkeit die Fahrzeuge zu entwickeln und auch kein besonders forderndes Belohnungssystem. Einzig der Mehrspielermodus mit bis zu vier Spieler kann offline für ein paar vergnügliche Spielstunden sorgen und lässt uns richtig nostalgisch werden. Aber das genügt natürlich bei weitem nicht, um sich länger mit dem Titel zu beschäftigen. Schade auch, dass die Technik kaum eines aktuellen Titels würdig ist. Zwar bietet die Grafik ein nettes Design mit bekannt urigen Strecken, passenden Fahrzeugen und ein ständig präsentes optisches Effekt-Feuerwerk, dafür müssen wir praktisch immer mit einem leichten Ruckeln leben. Das passt aber zum gesamten Titel, der eigentlich in keinem Bereich über das Prädikat solides Mittelmaß herauskommt – das mag manchen genügen, bei uns ruft es eher Enttäuschung hervor.

Pro

  • + schneller Zugang durch leichte Steuerung
  • + gute KI
  • + Mehrspielermodus mit bis 4 (offline) und 12 (online) Fahrern
  • + nettes Strecken- und Fahrzeugdesign
  • + viele Waffen, besondere Fähigkeiten und Streckeneffekte
  • + passender Sound

Kontra

  • - für manchen ein Gameplay ohne Forderung
  • - vieles ist nicht mehr Zeitgemäß
  • - sehr geringer Umfang, vor allem für Solisten
  • - kein Karrieremodus
  • - sehr überschaubare Strecken- und Fahrzeugauswahl
  • - Fahrzeuge können nur optisch, aber nicht technisch getuned werden
  • - mittelmäßige Optik mit technischen Macken (Ruckler)

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
50 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
61 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Als arbeitender Familienvater hat Thomas natürlich nur wenig Zeit, aber wenn dann halt mal doch, schreibt er mit großer Begeisterung mehr oder weniger Sinnvolles über alles was auch nur annähernd mit Sport zu tun hat.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


Es ist noch kein Keyword vorhanden

- ANZEIGE -


*