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Mindjack – Der XBox 360 Test

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Veröffentlicht 13. Februar 2011 | 21:04 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 3. Mai 2015

mindjacktitel

Auf dem heutigen Videospielmarkt sind 3rd-Person Actionspiele so beliebt wie noch nie. XBox 360 Besitzer kommen in den Genuss der Kettensägentrilogie Gears of War, während die PS3 Spieler mit Nathan Drake in der Uncharted Reihe eine gute Zeit haben. Beide Reihen stammen aus westlichen Entwicklerstudios und es ist nur verständlich das auch japanische Entwickler einen Teil vom Umsatzkuchen abhaben wollen. Mindjack von feelplus entwickelt und unter der Schirmherrschaft von Square Enix veröffentlicht, ist so ein Fall. Leider ist die Qualität des Titels mehr als unterdurchschnittlich. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem gedankenbeeinflussenden XBox 360 Testbericht!

Mindwave? Mindhack? Mind… Ach auch egal!

Die Geschichte von Mindjack dreht sich um den Agenten Jim und seine Partnerin wider Willen Rebecca. Die Hintergrundgeschichte bleibt dem Spieler jedoch mehr oder weniger schleierhaft und nebulös. Nur so viel: es gibt eine Verschwörung bis in die tiefsten Kreise der Regierung und das Protagonistenduo steht bald einem übermächtigen Feind gegenüber. Es geht um die Frage: Wie viel Macht darf eine einzelne Person/Regierung/Konzern haben? Mit ihr kann man so viel Gutes erschaffen, aber auch so viel Böses verbreiten. Wie Oppenheimer, der Vater der Atombombe schon sagte… Nein jetzt ernsthaft, um solche Kruden Dinge geht es in den lahmen Zwischensequenzen. Doch der Kontext dazu ist nicht wirklich ersichtlich. Leider nimmt sich die Geschichte auch viel zu ernst, weswegen man das Ganze nicht einmal mit einem Augenzwinkern verstehen könnte. Die Zwischensequenzen die die Geschichte vorantreiben sollte, sind zusammenhanglos und verwirrend. Erst im letzten Viertel des Spiels werden einige Hintergründe ersichtlich, interessanter wird das Spiel aber trotzdem nicht.

Mindjack ist die typische 3rd-Person Shooter Standardkost. Wer schon einmal Gears of War oder einen ähnlichen Shooter gespielt hat, wird sich schnell mit der grundlegenden Steuerung zurecht finden. Die Spielfiguren besitzen nämlich im Grunde die genau gleichen Aktionen wie Marcus Fenix aus Epics Shooter. Mit einem einfachen Tastendruck schmiegt man sich an Deckungen oder macht Ausweichrollen. Unglücklicherweise funktioniert die Steuerung zu keinem Zeitpunkt präzise oder geht locker von der Hand. Ein grosses Problem ist der Kampf aus der Deckung heraus. Regelmässig passiert es, das man aus der Deckung heraus auf einen Feind zielt. Man hat eine freie Schussbahn und den Kopf des Gegners genau im Visier, doch jeder Schuss landet in der Deckung die vor einem liegt. Bei diesem Spiel passiert das schlichtweg zu oft, ja eigentlich schon regelmässig. Der Nahkampf kann ebenfalls komplett in die Tonne getreten werden. Im Prinzip kann man, sobald man nahe am Gegner ist, eine Nahkampfkombo auslösen können. Leider ist auch hier die Treffererkennung ganz, ganz mies. Man muss wirklich GENAU vor dem Gegner stehen um angreifen zu können. Steht man nur leicht schräg neben der Person oder dreht sich diese gerade weg, ist es unmöglich den Gegner zu treffen. Somit fällt dieser Teil komplett unter den Tisch, das die Funktion schlichtweg nutzlos ist. Immerhin funktionieren die Schusswechsel ganz ordentlich, dennoch wirken sie meist lahm und statisch. Das liegt aber auch am extrem linearen Korridorleveldesign. Nicht wirklich störend, aber unglaublich schwach ist auch der folgende Umstand: Nach jeder beendeten Szene (dauern zwischen 5 und 30 Minuten) gibt einen Ladebildschirm und die Möglichkeit das Spiel zu beenden. Wenn man, was man ja eigentlich immer tut, weiterspielt und die nächste Szene startet, hat man jedes Mal nur wieder die Standardpistole. Zwar liegen gleich zum Start eigentlich immer neue Waffen am Boden, dennoch ist es einfach ganz, ganz schwaches Gamedesign.

Essentiell aber mit viel verschenktem Potential ist das Mindhacking, eines der wichtigsten Features des Spiels. Erledigt man zum Beispiel einen Gegner nicht direkt, sondern schickt ihn zu erst zu Boden hat man einen kurzen Moment Zeit ihn zum Mind Slave zu machen. Dadurch kämpft er für euch und geht auf seine ehemaligen Kumpanen vor. Das funktioniert nicht nur bei menschlichen Gegnern, sondern auch bei den diversen Robotern. Ausserdem kann man seinen Geist von seinem Körper trennen. So schwebt man, unverwundbar und unsichtbar durch die Gegend, auf der Suche nach einem potentiellen Opfer. Entweder nimmt man sich einen Zivilisten, die verstört in der Gegend herumstehen oder einer von euren Mind Slaves. Ist man in deren Rollen geschlüpft, kann man ganz normal weiterkämpfen. Lustig wird das bei den merkwürdigen Roboterwesen die einem das Spiel entgegenwirft. So gibt es kleine Affen mit MGs auf dem Rücken oder auch riesige, halb robotische Gorillas. Zumindest hier ist ein Lacher garantiert. Merkwürdig ist die Übernahme der Zivilisten. Diese liegen meist verängstigt am Boden oder kauern in Ecken. Doch sobald man sie übernimmt, packen sie einfach irgendeine Waffe aus. So wird aus der vormals in der Ecke liegenden Geschäftsfrau plötzlich eine Schrotflinten schwingende Killerin. Das Mind Hacking wirkt aber viel zu aufgesetzt und ist im Prinzip gar nicht nötig für den Spielverlauf. Man muss nicht die Rolle wechseln um ein Rätsel zu lösen oder etwas in der Art. Sobald man eine Figur übernimmt kann man nur mit ihr in den Kampf ziehen. Jede Figur spielt sich übrigens gleich wie der Agent Jim, jeder kann gleich gut sprinten und springen, zielen und schiessen.

Ich hack dich!

Eigentlich ganz innovativ ist der Mehrspielermodus. Es gibt keine klassischen Modi in denen man in einer Arena gegeneinander kämpft. Bei Mindjack gibt es nur die normale Kampagne. Wenn man die Funktion aktiviert, können sich zu jedem Zeitpunkt andere Spieler in eure Kampagne „hacken“. Entweder schliessen sie sich euch an und man zieht gemeinsam in den Kampf. Lustiger ist es aber, auf die Gegnerseite zu wechseln. Dort kann man die Kontrolle über alle normalen Soldaten übernehmen, um so dem anderen Spieler einzuheizen. Pro Seite können 3 Spieler zusammenarbeiten, was zu doch ganz lustigen Schiesserein ausarten kann. Will man aber die Story durchspielen, deaktiviert man die Funktion besser da es sonst schnell zäh und langwierig werden kann. Die Idee an sich ist dennoch interessant, weshalb zu hoffen ist das ein gutes Spiel einmal einen ähnlichen Weg einschlägt.

Das Gamedesign von Mindjack ist einfach nur richtig schlecht. Einige Punkte habe ich schon erwähnt, wie das plötzliche wegfallen der Waffen oder das nicht über die Deckung schiessen können. Die Liste geht jedoch noch weiter. Die Bosskämpfe sind zum Teil unglaublich bescheuert. Früh im Spiel muss man in ein Gebäude, vor dem ein dicker Mech steht. Dieser ist jedoch durch normalen Beschuss nicht zerstörbar. Das Spiel weist einen aber nicht darauf hin wie man weiter kommt. Es heisst nur „Wir müssen durch den Hintereingang“, was aber völlig falsch ist. Um weiter zu kommen, muss man nämlich alle normalen Gegner erledigen. Die Soldaten spawnen aber ziemlich lange, weshalb man viele erledigen muss. Hat man dann alle Welle erledigt, explodiert der Mech einfach so aus heiterem Himmel. Ich denke der Mech nahm sich das Leben weil das ganze so sinnfrei und dämlich gestaltet ist. Ein weiteres Problem liegt in der Möglichkeit Gegner als menschliche Schutzschilde zu nehmen. Hat man diese gepackt, kann man sie nicht wieder loslassen oder exekutieren. Man muss warten bis sie von Gegnern erledigt werden oder man muss seinen Körper verlassen und dann wieder in ihn hinein fahren. Was aber locker 10 Sekunden dauern kann. Checkpoints gibt es keinen, stirbt man, startet man am Anfang der Szene nochmal neu. Je nach dem sind 30 Minuten Spielzeit, ein paar Zwischensequenzen und ein Bossgegner. Ah und noch was… Pausieren kann man das Spiel auch nicht, selbst wenn man alleine spielt und niemand beitreten kann. Wie doof.

Die Technik ist ziemlich langweilig und durchschnittlich. Die Charakteranimationen sind steif und ungelenk, ausserdem scheint es als ob jede Figur sich genau gleich bewegt. Die Levelstrukturen wiederholen sich viel zu oft, sind detailarm und nicht wirklich hübsch. Die Mechs sehen auch absolut standartisiert aus, es fehlt an jeglicher Kreativität. Richtig mies sind auch die englischen Synchronsprecher. Ohne jegliche Begeisterung oder Talent leiern sie ihren Text herunter. Noch schlimmer  ist die Tatsache, dass die Dialoge einfach nur hirnrissig und sinnlos sind.

Unser Fazit

30 %

Wieso? Manchmal frage ich mich, wie ein Entwickler Zeit und Geld aufwendet um ein Spiel zu produzieren. Mindjack ist so ein Fall. Ausser dem innovativen Mehrspielermodus bietet das Spiel überhaupt nichts, ausser ganz vielen Fehlern und Ungereimtheiten. Das Spieldesign strotz nur so von Fehlern, sinnlosen Features und viel verschenktem Potential. Mindjack ist leider in fast allen Belangen schlecht oder knapp durchschnittlich.

Pro

  • Innovativer Mehrspielermodus
  • Schimpansen mit Geschützen auf den Schultern
  • Robogorillas mit Metallarmen

Kontra

  • Unzählige Designschwäche
  • Dämliche Story, noch dämlichere Dialoge
  • Schlecht genutztes Mindhack Feature
  • Eigentlich so ziemlich alles

Unsere Bewertung

Grafik
 
50 %
Sound
 
20 %
Steuerung
 
30 %
Gameplay
 
30 %
Multiplayer
 
70 %
Spielspaß
 
30 %

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