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Minecraft: Story Mode – Episode 1: The Order of the Stone Test / Review

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Veröffentlicht 20. Januar 2016 | 18:41 Uhr von Marc Wunder

Minecraft-Story-Mode-Artwork

Sie haben es wieder getan! Telltale Games schnappen sich mit „Minecraft“ erneut eine populäre Marke und basteln daraus ein storylastiges Adventure im Episodenformat. Wie gut es ihnen auch diesmal gelingt, lest ihr hier.

Darum geht´s

Gleich zu Beginn lässt man dem Spieler die Wahl, ob man als weiblicher oder männlicher Jesse spielen möchte. Dieser/diese lebt zusammen mit seinen/ihren besten Freunden Axel und Olivia, sowie seinem Hausschwein Reuben in einem Baumhaus in einer nicht näher beschriebenen Welt im Minecraft-Universum. Alle drei werden als Loser charakterisiert, deren Ziel es ist, wenigstens einmal den jährlichen Bauwettbewerb zu gewinnen. Der Gewinner darf nämlich einen der größten Helden überhaupt treffen: ein Mitglied des legendären „Orden der Steine“, welcher derzeit auf der ElderCon zu Gast ist.

Kurz darauf werden jedoch Ereignisse in Gang gesetzt, die die gesamte Welt zu zerstören drohen. Es liegt nun an dem unfreiwilligen Heldenteam, die verbliebenen Mitglieder des Ordens zu suchen. Denn nur diese können die Welt noch retten.

minecraft-story-mode-episode-1-screenshot-01

 

Das gefällt:

Kenner von Minecraft werden sich sofort heimisch fühlen. Die Optik hat Telltale sehr gut hinbekommen. Die grob aufgelöste Blockgrafik und die einfach gehaltenen Objekte und Figuren werden Fans gleich ein heimeliges Gefühl bescheren. Auch die (englische) Synchronisation ist mit Namen wie Patton Oswalt (22 Jump Street , Agents of SHIELD) , Martha Plimpton (Emergency Room, Fringe), sowie Ashley Johnson (The Last of Us)  sehr hochkarätig besetzt. Die Entwickler versuchen sich sogar an neuen Elementen und implementieren ein sehr rudimentäres Kampfsystem im Spiel. In diesem kann man sich auf den Gegner zubewegen und im richtigen Moment zuschlagen oder blocken. Sehr simpel, aber unterhaltsam. Auch das Craftingsystem ist zwar sehr einfach gestaltet, macht aber im Bezug auf das Minecraft-Universum Sinn. Im Laufe des Abenteuers findet man Materialien, die man an einer Werkbank kombinieren kann, um neue Gegenstände zu erschaffen. Der Rest des Spieles verläuft dann nach Telltales Schema F. Dialoge mit Hilfe von Multiple-Choice-Antworten führen, Quicktime-Events bestreiten und ab und zu kleinere Abschnitte erkunden. Auch ein kleines Kombinatorikrätsel hat seinen Weg in diese Episode gefunden. Insgesamt erwartet routinierte Spieler allerdings nicht viel Neues.

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Daran hapert´s:

Das Augenscheinlichste ist natürlich die Grafik. Spieler, die mit Minecraft bisher nicht viel anfangen konnten, werden sich sehr stark an die simplifizierte Optik gewöhnen müssen. Man muss einfach anmerken, dass die Zielgruppes des Spiels sehr speziell ist. Optikverwöhnte Gamer machen also lieber einen Bogen darum.

Leider bringt dieses Manko uns auch gleich zum nächsten Problem. Anders als die Vorlage, ist Story Mode (wie der Name schon sagt) ein sehr Story- und Dialog-lastiges Spiel. Die ganzen guten Synchronsprecher bringen nicht viel, wenn die Mimik der Kästchencharaktere so rudimentär ist, dass Gefühle nur stark überspitzt rüber gebracht werden können. Die Sprecher machen ihre Sache sehr gut, keine Frage, aber ohne optische Gefühlsregungen nimmt man es den Spielfiguren einfach nicht ab.

Auch die Spielmechaniken fallen eher in die Kategorie „stets bemüht“. Das Kampf- und Craftingsystem sorgen zwar für kurzweilige Abwechslungen, allerdings sind es jeweils nur müde Referenzen im Vergleich zum echten Minecraft. Auch das Bauen an sich hätte man viel besser implementieren müssen. Hier erledigt man nur ein Quick-Time-Event und der Charakter baut im Zeitraffer prächtige Bauten und Maschinen. Warum nicht den Spieler im begrenzten Rahmen selber kreativ werden lassen?

Die Story startet ebenfalls sehr holprig und ist ein einziges Déjà-Vu. Ein Verlierertyp, der unverhofft in eine Katastrophe gerät und auserkoren wird, diese zu stoppen? Alles schon gesehen. Von der Vorgeschichte des Heldentrios erfahren wir ebenfalls (noch) nichts. Sie sind halt da und sind beste Freunde. Punkt. Das muss anscheinend reichen, um sich als Spieler mit ihnen zu identifizieren und die Motivation zu finden, sie unbedingt retten zu wollen. Leider weit gefehlt. Schade – die Storyschreiber haben hier eindeutig ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Auch der Humor befindet sich auf niedrigem Niveau. Die Witze zünden nicht und sind zum Teil schlecht platziert. Einzig Reuben, das Schwein, hat dank Niedlichkeitsbonus den ein oder anderen komischen Moment.

Merkwürdig ist auch die Veröffentlichungspolitik. Die im Handel erhältliche Disc-Version enthält nur Episode 1. Die restlichen vier Episoden muss man sich herunter laden. Hätte man da nicht warten können, bis alle fünf Episoden veröffentlicht sind, um sie dann auf CD zu pressen?

minecraft-story-mode-episode-1-screenshot-03

 

 

Unser Fazit

57 %

Ein seeehr holpriger Start. Und das ist höflich ausgedrückt. Episode 1 kann zu keiner Zeit wirklich überzeugen. Erfreulich ist zwar, dass sie das Game wenig mit Dialogen aufhält, die Actionsequenzen wirken aber zu uninspiriert, um das Spiel zu tragen. Sowohl Handlung als auch Charaktere sind noch sehr ausbaufähig; das Schicksal der Welt und seiner Bewohner lässt einen regelrecht kalt. Es gibt dazu einfach viel zu wenig Hintergrundinfos über diese Welt und ihre Einwohner, um sich um sie zu sorgen. Potential ist aber da - ob die Entwickler sich in den nächsten Episoden steigern, muss man abwarten.

Pro

  • + Minecraft-Optik
  • + gute (englische) Synchronisation
  • + deutsche Untertitel
  • + kurzweilige Minispiele

Kontra

  • - Minecraft-Optik
  • - Interaktivität fast nicht vorhanden
  • - generische Handlung
  • - Charaktere ohne Hintergrundgeschichte
  • - sehr rudimentäre Spielmechaniken
  • - Humor zündet nicht
  • - auf Disc nur Episode 1 – restliche Episoden nach Erscheinen downloadbar

Unsere Bewertung

Grafik
 
35 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
45 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
65 %

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Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

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