insidegames

Minit – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 18. April 2018 | 22:10 Uhr von Luca

Minit-Key-Art

Am 3. April erschien mit „Minit“ das neueste Spiel des amerikanischen Publishers Devolver Digital in Zusammenarbeit mit Kitty Calis, Jan Willem Nijman, Jukio Kallio und Dominik Johann. Es handelt sich dabei um ein kleines, packendes Adventure im Stil der achtziger Jahre, in welchem wir eine niedliche, pixelige Spielwelt erkunden dürfen. Der Haken an der Sache: Uns stehen dafür jeweils nur sechzig Sekunden zur Verfügung, bevor wir sterben.

Wir schlüpfen in die Rolle einer winzigen, namenlosen Spielfigur, welche zusammen mit ihrem Hund in einem Haus in der schwarz-weißen Pixelwelt wohnt. Eine Einleitung gibt es ebenso wenig wie eine Anleitung, wir gehen also vor das Haus und vertreten uns ein wenig die Beine. Bald finden wir ein Schwert, welches wir natürlich aufheben. Das hätten wir besser gelassen – von nun an ist durch einen Fluch, der auf diesem Schwert lastet, unsere Lebenszeit auf jeweils sechzig Sekunden begrenzt. Während der Fortschritt nach unserem Tod bestehen bleibt, müssen wir unsere Reise wieder von unserem Haus aus fortsetzen.

minit-screenshot-02

Zunächst fühlen wir uns noch etwas verloren, doch dann finden wir, nachdem wir uns mit dem Schwert durch das Gebüsch gekämpft haben, das erste Item (eine Gießkanne) und treffen sogar auf einen NPC. Von diesem erfahren wir, dass der Fluch in der nahe gelegenen Schwertfabrik gebrochen werden kann. So durchqueren wir, einen sogenannten „Run“ nach dem anderen, die aus verschiedenen Frames bestehende Spielwelt, helfen den lebhaften NPCs, kämpfen gegen Monster, lösen Rätsel und finden Items, mit dem Ziel, uns den Weg in einen neuen Bereich zu eröffnen. Damit wir etwa einen von Bäumen versperrten Durchgang passieren können, müssen wir zuerst einen Gartenhandschuh finden, für das Durchqueren eines dunklen Tempels brauchen wir eine Taschenlampe. Innerhalb dieser Grenzen steht uns die Reihenfolge unserer Aktionen zu einem großen Teil offen. Finden wir in der Welt ein neues Zuhause, etwa ein Hotel oder einen Camping-Anhänger, wird dieses jeweils zum neuen Ausgangspunkt. Mit einer Art Teleportationssystem, dessen zentraler Punkt der Keller unseres Hauses ist (dort können wir übrigens unseren Fortschritt und Statistiken einsehen), verkürzen wir, nachdem wir es mit dem Lösen von Rätseln eingerichtet haben, die Wege in der Spielwelt erheblich.

minit-screenshot-03

Das zentrale Gameplayelement, nämlich die auf sechzig Sekunden begrenzte Lebenszeit, funktioniert sehr gut. Die vielen Tode sind keinesfalls frustrierend, sondern treiben uns vielmehr an, weiterzusuchen. Lediglich wenn wir gerade nicht weiterkommen (es ist ziemlich einfach, in der Welt etwas zu übersehen), lassen wir uns durch den Timer unter Druck setzen. Sonst durchschreiten wir entspannt endlos scheinende Wüsten, begeben uns mit einem NPC auf eine Bootsreise in die Ferien oder stellen uns in eine lange Warteschlange. Machen wir einen Fehler, können wir uns per Knopfdruck wieder zum Ausgangspunkt versetzen lassen, was uns allerdings einen Run kostet. Dies ist aber nur für Achievement-Jäger hinderlich.

Für unseren ersten Durchlauf benötigen wir zwischen zwei und drei Stunden, jedoch lässt sich das Spiel auch in unter einer halben Stunde oder noch weniger durchspielen. Nachdem wir den Bossgegner besiegt und den Fluch gebrochen haben, schalten das „Neue Spiel +“ frei. Im freigeschalteten höheren Schwierigkeitsgrad stehen uns nur noch vierzig Sekunden zur Verfügung, außerdem haben wir weniger Leben.

minit-screenshot-04

Die Steuerung besteht aus Pfeiltasten und Angriffs- sowie Resetknopf, ist relativ genau und funktioniert mit Tastatur genauso gut, wie mit Controller. Nur beim Angreifen haben wir manchmal Probleme. Das Zielen funktioniert nämlich wie das Gehen auch mit den Pfeiltasten, das Positionieren vor den sich bewegenden Gegnern und das richtige Zielen sind also ein wenig hakelig.

Die Pixelgrafik stellt eine unglaublich stimmige Atmosphäre her, viele liebevoll platzierte und animierte Details lassen sich in der Spielwelt finden. Die ausdrucksvollen Gesichter der NPCs gehören genauso dazu, wie die lustigen Items oder der in unserem Ferienhaus herumschwirrende Pixel (eine Mücke) und unser niedliches Hündchen. Die Effekte, wie etwa das Werfen unseres Schwertes oder die Angriffe des Bossgegners sehen gut aus, den Schein unserer Taschenlampe in der Dunkelheit haben die Entwickler wunderbar hinbekommen.

Wie die Grafik ist auch der Sound stark auf Retro getrimmt, jedenfalls die Effektgeräusche, welche zusammen mit den aus der echten Welt stammenden Atmosphärengeräuschen einen guten Mix erreichen. Die NPCs geben zwar Laute von sich, eine richtige Vertonung gibt es jedoch nicht. Die zu Stimmung und Atmosphäre passenden 8-Bit-Klänge tragen positiv zum Gesamtbild bei.

minit-screenshot-06

Getestete Version: PC/Steam

Unser Fazit

82 %

Minit ist ein gelungenes, packendes, kurzweiliges und spaßiges Adventure. Abgesehen von unserem Ziel gibt es keine wirkliche Story, die lebendige, liebevoll gestaltete Spielwelt erzählt aber ihre eigene Geschichte. Minit nimmt sich selber nicht allzu ernst und gibt uns viele Anlässe zu schmunzeln. Es ist sehr einfach, Items oder Durchgänge zu übersehen, es gibt also durchaus Situationen, in denen wir uns verloren fühlen. Des Rätsels Lösung ist aber stets naheliegend. Die begrenzte Lebenszeit, quasi unser Handicap, erfüllt ihren Zweck, funktioniert gut und trübt unser Spielerlebnis keinesfalls. Selbst wenn der Tod nie weiter als sechzig Sekunden entfernt ist, lassen wir uns nicht unter Druck setzen und freuen uns stets auf unseren nächsten Run, weil immer schon die nächste Aufgabe wartet. In Bezug auf Spieldauer und Umfang mag der Preis zwar etwas hoch erscheinen – Minit kann für 9,99 Euro bzw. SFR. 10.00 auf Steam gekauft werden - dennoch ist es erstaunlich, was alles in 124 MB hineinpasst.

Pro

  • + Spielmechanik mit der begrenzten Lebenszeit erfüllt ihren Zweck und funktioniert
  • + Lebendige Spielwelt
  • + Liebevoll gestaltet
  • + Sauber umgesetzt
  • + Angemessener Schwierigkeitsgrad (Gegner als auch Timer)
  • + Einstellung „Vegan“ zur „Auswahl der Essenswünsche“ möglich
  • + Hübsche, detaillierte Pixelgrafik mit schönen Effekten
  • + NPCs mit witzigen Sprüchen

Kontra

  • - Etwas kurz geraten
  • - Einfach, Dinge zu übersehen
  • - Steuerung im Kampf etwas hakelig
  • - Einige Steam-User beschweren sich über verbuggte Achievements und Softlocks (bei uns sind keine Probleme aufgetreten)

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
78 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
82 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Member of IG-Staff - PC-Spieler / Tester von vor allem Rennspielen, Action- und Adventure-Games, und Meister des geschriebenen Wortes.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


Es ist noch kein Keyword vorhanden

- ANZEIGE -


*