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Monster Energy Supercross: The Official Videogame – Test / Review

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Veröffentlicht 15. Februar 2018 | 22:30 Uhr von Luca

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Wie der Name bereits offensichtlich sagt, ist Monster Energy Supercross vom Entwickler Milestone das offizielle Videospiel zur Monster Energy AMA Supercross. Supercross-Fans können hier in die Haut ihrer Lieblingsfahrer schlüpfen und sowohl im Einzel- als auch im Mehrspielermodus auf echten Strecken in Arenen der USA antreten. Gerade für diese Fans interessant ist die hohe Anzahl an offiziellen Lizenzen. So kann sich jeder seine eigene Ausrüstung und sein Bike aus offiziellen Teilen und Gegenständen zusammenstellen. Ob Monster Energy Supercross – The Official Videogame auch aus spielerischer Sicht überzeugen kann, erfahrt ihr in diesem Test.

Zu Beginn wirft uns das Spiel erst einmal ins kalte Wasser. Im Angel Stadium in Anaheim, Kalifornien, bestreiten wir unser erstes Rennen und merken schnell: Monster Energy Supercross – The Official Videogame ist anspruchsvoll, vor allem für jene, die nicht viel Ahnung von Motorrädern haben. Wir müssen nicht nur das Motorrad lenken, sondern uns auch um die Gewichtsverlagerung des Fahrers kümmern, damit wir Kurven richtig nehmen und nach Sprüngen richtig landen können. Und bei einem 22-Mann-Rennen in einer Arena kann es auf der Strecke doch schon ziemlich voll und chaotisch werden. Kein Wunder, das dieses erste Rennen nicht gut gelaufen ist. Zum Glück bietet das Spiel Tutorials, welche zwar nur aus wenigen Sätzen bestehen, aber dennoch aufschlussreich sind. Während wir am Anfang noch krampfhaft versucht haben Bruchlandungen zu verhindern, dosieren wir später Gas und Verlagerung des Körpergewichts, verhindern zu weite Sprünge mit dem sogenannten «Querlegen» und nehmen Haarnadelkurven mit der Hinterradbremse.

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Das Spiel bietet Einzel- und Mehrspielermodi. Zum Singleplayer gehören Einzelevents, Zeitrennen, die Karriere und Meisterschaften. Weil wir uns noch nicht für eine Meisterschaft bereit fühlen, wählen wir, nachdem wir uns für ein Motorrad entschieden und unseren eigenen Fahrer erstellt haben – das Spiel lässt uns dabei aus sage und schreibe zehn Gesichtern auswählen -, ein Einzelevent aus. Dafür stehen uns 17 Locations in den USA aus zwei Kategorien zur Auswahl, nämlich 450 und 250, während letztere in «250 East» und «250 West» aufgeteilt ist. Es gibt zahlreiche Renneinstellungen, etwa das Wetter, die Art und Länge, welche bestimmen, ob wir vor dem Main Event an einer Qualifikation und anderen „Sessions“ teilnehmen und wie lange diese dauern, oder die Schwierigkeit der Gegner in fünf Stufen von «Sehr leicht» bis «Realistisch».

Haben wir das Event gestartet, werden wir von Ralph Sheheen, der offiziellen Stimme des Monster Energy AMA Supercross begrüßt. Bevor wir das Rennen in Angriff nehmen, können wir unser Bike tunen, nämlich die Vorspannung, welche die Höhe des Motorrads beeinflusst, die Federhärte, die Druck- und Zugstufendämpfung, sowie die Getriebeübersetzung. Diese Einstellungen haben durchaus einen Einfluss auf das Fahrverhalten, wobei stets ein Kompromiss zwischen Präzision und Stabilität herrscht. Es gibt offenbar keine allgemeingültige und richtige Einstellung. Jeder sollte also nach ein wenig Herumprobieren ein Setting finden, welches zum eigenen Fahrstil passt.

Für jene, die sich mit diesem Sport nicht auskennen, mag es zu Beginn verwirrend sein, wie lange ein Rennen überhaupt dauert. Nach dem Start beginnt ein Timer, sobald dieser abgelaufen ist, dauert das Rennen noch so lange, bis der erste nach einer vollen Runde die Ziellinie passiert hat.

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Während dem Rennen ernten wir Prestige, indem wir Überholmanöver absolvieren, richtig springen und landen, driften oder Querlegen einsetzen. Haben wir genug davon gesammelt, steigen wir ein Level auf. Diese werden benötigt, um Inhalte freizuschalten, wie den Streckeneditor oder die Möglichkeit, eine angepasste Meisterschaft zu erstellen.

Abhängig von diesen Levels sind die Sponsoren in der Karriere, je höher das benötigte Level, umso höher die Sponsorengelder. In der Karriere beginnen wir zuerst in einer der 250er-Kategorien. Die Karriere beinhaltet grundsätzlich eine Meisterschaft, dazu haben wir Ziele, müssen die Erwartungen unserer Sponsoren erfüllen, wenn wir auch Geld erhalten wollen. Unter anderem dürfen wir noch lesen, was die virtuellen Teams und Fans uns über Social Media mitteilen. Außerdem können wir bis zu fünf weitere Motorräder freischalten.

Neben dem Prestige verdienen wir beim Spielen auch Credits. Damit können dann sämtliche Ausrüstungsgegenstände des Outfits und Einzelteile des Bikes individualisiert und geupgradet werden. Dabei können wir Gegenstände von vielen echten Marken in dutzenden farblichen Ausführungen kaufen. Teile für das Bike führen so zu besseren Stats. Von diesen Stats gibt es vier, nämlich Geschwindigkeit, Beschleunigung, Fahrverhalten und Bremskraft. Es gibt dabei keine großen Kompromisse, die wir eingehen müssen. Kaufen wir uns also neue Bremsscheiben, erhöht sich unsere Bremskraft, je nach Scheibe etwas mehr oder weniger.

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Während die Schwierigkeitsgrade zuerst allgemein etwas zu schwer scheinen, entpuppen sie sich nach einer kurzen Einarbeitungszeit als gut ausbalanciert. Doch Monster Energy Supercross – The Official Videogame bleibt für Anfänger weiterhin ein anspruchsvolles Spiel. Dies liegt nicht nur daran, dass die Kurse voller Haarnadelkurven sind, sondern vor allem an den vielen Sprüngen. Auch wenn wir selbst in der Luft mit Gewichtsverlagerung erstaunlich viel Kontrolle über unser Bike haben, passiert es unglaublich schnell, dass wir zu viel Gas geben, untersteuern oder auch einfach so in die falsche Richtung fliegen. Kommen wir zu weit von der Strecke ab, werden wir resettet. Als tückisch erweisen sich auch die Absperrungen am Streckenrand. Es ist kein schönes Gefühl, in der Luft zu realisieren, dass man eine Kollision nicht mehr verhindern kann.

Aber auch die Steuerung trägt zur Schwierigkeit des Spiels bei. Sie fühlt sich an, wie ein guter Kompromiss zwischen Arcade und Simulation und bietet sehr viele Möglichkeiten mit Gewichtsverlagerung (WASD, Lenken mit Pfeiltasten, bzw. rechter Analog-Stick), Hinterradbremse und Kupplung, ist relativ empfindlich aber keinesfalls unfair. Die Fähigkeiten des Spielers sind hier unheimlich wichtig, eben weil es so viele Faktoren gibt, die beachtet werden müssen. Obwohl es für Neulinge die besagte Einarbeitungszeit braucht, ist die Steuerung relativ zugänglich. Das Spiel lässt sich selbst mit der Tastatur sehr gut spielen, auch in der Egoperspektive ist die Steuerung sehr responsiv.

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Es gibt viele Assist-Einstellungen, etwa können wir die Gewichtsverlagerung dem Spiel überlassen. Schalten wir «Gelenkbremsen» ein, müssen wir uns nicht selber um die Hinterradbremse kümmern. So kann man sich langsam an die Steuerung herantasten, jedoch scheint es, als würden die Assists, obwohl sie zwar Stürze wegen falscher Gewichtsverlagerung verhindern, das Bike sehr reaktionsarm machen. Wollen wir also schnell sein, schalten wir die Assists aus, riskieren dafür aber zu Beginn mehr Stürze. Doch bald beherrschen wir auch die Gewichtsverlagerung und insbesondere das Querlegen und sehen aus wie ein Profi.

Apropos Aussehen: das Spiel basiert auf der Unreal Engine 4 und sieht im Gesamtbild ziemlich gut aus, wenn auch etwas flimmerig. Die Stadionatmosphäre kommt mit den Lichteffekten gut zur Geltung, Staubeffekte und Strecke sehen schön aus, letztere vor allem bei Regen. Fahrer und Bikes wurden sehr detailliert gestaltet, jedoch etwas steif animiert, dies fällt aber nur im TV-Replay wirklich auf. Äußerst gut gelungen sind die beiden Varianten der Ego-Perspektive.

Leider scheint das Spiel nicht allzu performancefreundlich zu sein, die Ladevorgänge dauern ewig, selbst in den Menüs ruckelt es.

Soundtechnisch bietet das Spiel vor allem Motorengeräusche, ein wenig Stadionatmosphäre, einen Kommentator mit ein paar Dutzend Sätzen und einen Soundtrack mit harten Gitarrenriffs. Abgesehen von den Motorengeräuschen gibt es beim Fahren nur wenig auditives Feedback. Der Sound ist also nichts Besonderes, aber in Ordnung.

Im Multiplayermodus treten wir in Einzelrennen gegen bis zu zwölf andere Spieler an. Das Beitreten über «Schnelles Spiel» funktioniert sehr schnell, sollte zu diesem Zeitpunkt gerade ein Rennen laufen, können wir uns dieses in der TV-Ansicht anschauen. Die Rennen selbst laufen flüssig und ohne jegliche Lags, nur passiert es offenbar etwas häufig, dass die Verbindung abgebrochen wird. Rennen sind per Abstimmungen konfigurierbar. Auch wenn der Multiplayer eher zweckmäßig ist, wird er es sein, der für Langzeitmotivation sorgt.

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Getestete Version: PC/Steam

 

Unser Fazit

73 %

Gameplaytechnisch bietet Monster Energy Supercross – The Official Videogame, abgesehen von einer hohen Konfigurierbarkeit von Rennen als auch Fahrer und Bike, nicht allzu viel. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn das Spiel bietet der Zielgruppe, den Hardcore-Supercross-Fans ein realistisches Erlebnis mit offiziellen Lizenzen, einer ausgereiften Steuerung, die es den Spielern erlaubt, immer weiter an ihren Fähigkeiten zu feilen, sowie einen Multiplayer, in dem Spieler ihre Kräfte in den nachgebildeten Arenen messen können. Zwar gibt es „nur“ siebzehn Strecken, die alle ungefähr gleich aussehen, der Streckeneditor liefert dafür aber die Möglichkeit für immer neue Herausforderungen. Die Grafik kann sich durchaus blicken lassen. Monster Energy Supercross – The Official Videogame ist ein anspruchsvolles Spiel, die vielen Konfigurationsmöglichkeiten erleichtern aber den Einstieg. Für Fans des Sports ist das Spiel also sicherlich lohnenswert, das Preis-Leistungs-Verhältnis hält sich jedoch in Grenzen.

Pro

  • + offizielle Lizenzen
  • + Schöne Grafik und Atmosphäre
  • + Viele Konfigurationsmöglichkeiten in sämtlichen Bereichen
  • + Tuning
  • + Streckeneditor
  • + echte Locations
  • + relativ komplexe, aber zugängliche Steuerung
  • + Viele Einstellungsmöglichkeiten, (nicht nur Assists) die Anfängern den Einstieg erleichtern
  • + kurze, verständliche Tutorials
  • + relativ spaßig
  • + Replayfunktion (während Rennen, um Fehler zurückzusetzen)

Kontra

  • - Ewig lange Ladezeiten
  • - Performanceprobleme
  • - Bugs (z.B. reagiert Menü nicht mehr)
  • - Gameplaytechnisch wenig innovativ
  • - Sound
  • - Verbindungsprobleme bei Multiplayer
  • - Kampagne uninteressant
  • - Wenig Langzeitmotivation
  • - Rennregeln für Neulinge nicht ausreichend erklärt
  • - Speicherprobleme

Unsere Bewertung

Grafik
 
82 %
Sound
 
61 %
Steuerung
 
84 %
Gameplay
 
63 %
Multiplayer
 
73 %
Spielspaß
 
75 %

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