MUD FIM Motocross World Championship - Test / Review - insidegames
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MUD FIM Motocross World Championship – Test / Review

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Veröffentlicht 20. Juni 2012 | 12:29 Uhr von Fabrice

MUD Titel

An was denkt man, wenn man an Dinge die in Italien hergestellt werden, denken soll? Vielleicht an schnelle, rote Sportwagen, grosse Kunst oder beeindruckende Leistungen in der Architektur oder an Pizza sowie Nudelgerichte? Man denkt aber ziemlich sicher nicht gleich an Videospiele. Dennoch ist das in Milan ansässige Entwicklerstudio Milestone schon seit dem vorletzten Jahrzehnt im Geschäft und produziert fleissig Spiele. 

Milestone hat sich auf Rennspiele spezialisiert. Im Besitz diverser offizieller Lizenzen bringen sie jährlich mehrere Spiele rund um den Motorsport auf den Markt. Die bekanntesten Serien drehen sich um die SBK (Superbike World Championship) und die WRC (World Rally Championship). Die neuste Lizenz die sich Milestone gesichert hat, ist die der MX1 FIM Motocross World Championship. Das zu dieser Lizenz auch gleich ein Spiel veröffentlicht wird, ist eigentlich selbstverständlich. Das Spiel ist seit einigen Wochen im Handel für Xbox 360, PlayStation 3 und PC erhältlich, hört auf den zu langen Namen MUD FIM Motocross World Championship und wurde von uns in der Xbox 360 Version getestet.

Die vier MUDketiere
Im Prinzip ist MUD in drei verschiedene Spielbereiche aufgeteilt: Den offiziellen Modus, die MUD World Tour und den Online-Modus für bis zu 12 Spieler.

Im ersten Modus kann man aus drei offiziellen Rennkategorien wählen. Zur Auswahl stehen die MX1, die MX2 und der Motocross of Nations Wettbewerb. Neben schnellen, einzelnen Rennen können auch ganze Meisterschaften auf den 12 von echten Orten inspirierten Strecken absolviert werden. In den drei offiziellen Meisterschaften wählt man einen von 84 realen Fahrern aus 32 Teams. Abgesehen von unterschiedlichen Bewertungen und Klamotten, sind alle Fahrer absolut gleich. Hätte ein Topfahrer wie Antonio Cairoli nicht eine gute 5-Sterne Bewertung, könnte man ihn überhaupt nicht von schlechteren Fahrern unterscheiden. Ausserdem haben die Rennen oder Meisterschaften keinen wirklichen Sinn. Es gibt nichts das man freischalten könnte, keine Team-Wertungen oder Meisterschaften die mehrere Saisons dauern. Man wählt einen Fahrer, fährt eine beliebige Anzahl Rennen (zwischen einem und zwölf), um schlussendlich eine Punktewertung aus all den Rennen vorgesetzt zu bekommen. Die Präsentation ist dabei auch ziemlich lausig, denn Siegerehrungen oder ähnliche Sequenzen fehlen komplett. Wem es eher um das Erlebnis des Motocross-Rennzirkus geht, der wird schwer enttäuscht. Die vorhandenen Lizenzen wurde kaum genutzt und dienen keinem tieferen Zweck. Selbst echte Fans werden wohl wenig Gefallen an den vorhandenen Fahrern, Teams oder Strecken haben. Das einzige was übrig bleibt im offiziellen Modus ist das Gameplay.

Der zweite, deutlich interessantere Spielmodus, ist die MUD World Tour. In diesem Modus wählt man einen von vier Charakteren aus und spielt sich durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Rennevents. Dabei muss man sich nicht nur auf gewöhnliche Rennen beschränken, sondern bekommt ein wenig Abwechslung geboten. Im Duell fährt man gegen einen einzelnen Fahrer, im Kontrollpunkte-Rennen muss man innerhalb von drei Minuten möglichst viele Kontrollpunkte die auf der Strecke sind abfahren, im Ausscheidungs-Cup scheidet der letztplatzierte Fahrer in unregelmässigen Zeitintervallen aus und im Trick-Battle muss man, wie der Name schon vermuten lässt, Tricks präsentieren und hohe Punktzahlen abstauben. Man kommt jedoch nicht um den Eindruck herum, das alle Eventarten ziemlich gleich sind. Ob man jetzt ein normales Rennen, ein Kontrollpunkt-Event oder ein Duell fährt, die Strecken sind immer genau dieselben und lediglich die Siegparameter variieren. Auch die Trick-Battles langweilen schnell, da es nicht wirklich auf Talent ankommt und man mit wenigen Tricks ganz einfach die Höchstpunktzahl schaffen kann.

Der Clou in der MUD World Tour ist die Möglichkeit durch den Gewinn von Rennen Geld zu verdienen. Mit dem verdienten Geld kann man dann seinen Fahrer verbessern, neue Tricks kaufen oder sich neue Sponsoren zulegen, um damit noch mehr Geld zu verdienen. Dadurch hält sich der Frust in Grenzen wenn man mal ein Rennen nicht gewinnen kann, denn Geld verdient man auch auf den hinteren Plätzen. Das sorgt für etwas Langzeitmotivation, wenn man denn mit dem Gameplay leben kann.

Schau Mami, ich kann fliegen!
MUD mag vieles sein, aber auf keinen Fall eine Simulation. Das Handling ist simpel, verzeiht viele Fahrfehler und selbst ein Turbo-Boost ist vorhanden. Dieser kommt in Form von Energydrinks, welche man sich während der Fahrt reinziehen kann, um an Tempo zu gewinnen. Ein wichtiges Fahrmanöver ist der so genannte Scrub. Mit diesem Move legt man sein Bike bei einem Sprung in der Luft quer, um dadurch an Geschwindigkeit zuzulegen. Landet man dieses Manöver perfekt oder immerhin einigermassen, dann beschleunigt das Bike bei der Landung wie von der Tarantel gestochen. Das Hauptproblem des Gameplays ist aber die unausgegorene Fahrphysik. Fährt man im Schlamm, ist sie zwar noch einigermassen erträglich, fährt man jedoch auf einer sandigen Piste, kommt man sich vor als würde man ein Hovercraft steuern. Es fühlt sich überhaupt nicht an als würde man ein Motorrad lenken. Auch Zusammenstösse mit anderen Fahrern sind oft extrem merkwürdig. So kann man die anderen Fahrer dazu benutzen, schneller durch eine Kurve zu kommen; Man kann diese nämlich ohne merklichen Geschwindigkeitsverlust von der Seite rammen und so blitzschnell Kurven abkürzen. Dieses Manöver machen aber auch die KI-Fahrer sehr gerne, was schnell extrem frustrierend ist. Auch Sprünge sind oft völlig daneben. Es kann vorkommen, dass ein anderer Fahrer höher springt als man selbst, wodurch er bei der Landung auf dem eigenen Fahrer landet. Das führt zwar (logischerweise) dazu das man selbst stürzt, der andere Fahrer prallt jedoch nach vorne von einem ab und kann am ganzen Feld vorbei ziehen. Alles in allem ist das Gameplay also nicht wirklich gut – aber eben auch nicht verbrecherisch schlecht.

Ein anderes Problem des Spiels ist die eher geringe Streckenauswahl. 12 Strecken stehen zur Auswahl, werden jedoch nie irgendwie variiert. Man fährt immer bei strahlender Sonne, unterschiedliche Wetterbedingungen oder Tageszeiten werden schmerzlich vermisst. Die Strecken sind auch immer gleich, egal welche Disziplin man fährt, wodurch man sie sehr schnell in- und auswendig kennt.

Neben den Singelplayer-Modi wird auch ein Mehrspielermodus geboten. Leider ist dieser nur für Onlinespiele ausgelegt, wobei ein lokaler Mehrspielermodus dem Spiel doch deutlich mehr Reiz verliehen hätte. Der Onlinemodus bietet an und für sich gewohnte Kost. 12 Spieler können gleichzeitig um die Wette und um begehrte Erfahrungspunkte fahren. Je besser die Schlussposition, ausgeführte Scrubs und andere Dinge ausfällt, desto mehr Erfahrungspunkte erhält man. Leider verhält es sich mit den Erfahrungspunkten ähnlich wie mit dem offiziellen Modus. Abgesehen von einer Ranganzeige, die von 1 bis 50 reicht, hat sie überhaupt keinen Einfluss auf irgendetwas. Es gibt nichts das man freischalten kann, was die Hatz nach dem höchstmöglichen Rang schnell langweilig werden lässt. Immerhin läuft der Onlinemodus flüssig und Lags sind so gut wie nie ein spürbares Problem. Leider schlägt sich die Qualität des Spiels auch auf die Zahl der Onlinespieler nieder. Zum jetzigen Zeitpunkt haben alles in allem knapp 3.000 Spieler den Onlinemodus von MUD gespielt, wobei mehr als zwei Drittel nicht mehr als zwei oder maximal drei Rennen absolviert haben. Aber es gibt, zumindest im Moment, eine treue Fangemeinschaft, wodurch man zumindest an Wochenenden oder Abends schnell andere Spieler finden kann. Die Zukunft sieht jedoch nicht allzu rosig aus für das Spiel.

Schon wieder dieser Song?
Die Grafik ist nicht wirklich beeindruckend, aber immerhin zweckmässig. Die Bikes sind einigermassen detailliert gestaltet und die Strecken sind mit einigen netten Details versehen. Das Spiel läuft zu jeder Zeit flüssig ab und gerät nicht ins Stocken. Was ungewollt lustig aussieht, sind die Stürze der Fahrer, welche kaum doofer und unrealistischer hätten gestaltet werden können. Die Strecken verformen sich durch die darauf fahrenden Bikes, was jedoch spielerisch kaum auffällt. Die Sounds der Bikes hätten durchaus ein wenig mehr Power vertragen dürfen, klingen jedoch überraschend realistisch (wenn auch alle mehr oder weniger gleich). Nervig ist der Soundtrack. Die Mischung aus punkigen, rockigen und metallischen Klängen ist zwar eigentlich nicht schlecht, beschränkt sich jedoch auf mickrige 14 (bzw. 15) Songs. Da ständig Musik läuft, im Menü wie auch während den Rennen, hat man sich schnell an den Liedern satt gehört. Wieso dann eines der 15 Lieder sogar nur während den Credits läuft, welche man sich sowieso nur separat anhören kann, ist unverständlich. Viel hätte es zwar nicht geändert, aber unverständlich ist es dennoch.

Unser Fazit

59 %

Milestone hat mit MUD FIM World Motocross Championship ein durchschnittliches Motocross Spiel abgeliefert, welches wohl höchstens echte Hardcore-Fans des Rennsports schwer begeistern wird. Es gibt einfach zu viele Fehler und Ungereimtheiten die den Spielspass stören, wie z.B. die kaum genutzte Lizenz, die wenigen Strecken oder die frustrierende Physik.

Pro

  • umfangreiche MUD World Tour
  • anständiger Soundtrack
  • gute Motorensounds
  • Arcadiges, leicht zugängliches Spielprinzip
  • stabiler Online-Modus

Kontra

  • kaum genutzte Lizenz
  • guter Soundtrack mit viel zu wenigen Songs
  • kein Splitscreen-Modus
  • langweiliger Offizieller Modus
  • extrem merkwürdige Fahrphysik
  • lächerliche Sturzanimationen

Unsere Bewertung

Grafik
 
58 %
Sound
 
72 %
Steuerung
 
65 %
Gameplay
 
52 %
Multiplayer
 
64 %
Spielspaß
 
61 %

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