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Murasaki Baby – Test / Review

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Veröffentlicht 16. September 2014 | 15:00 Uhr von T_Knightingale

Murasaki-Baby-Screenshot

Ein kleines Mädchen auf der Suche nach seiner Mama verloren in einer Albtraumwelt. Nur begleitet von einem violetten Ballon und dem Spieler als helfende Hand. Wohin mag diese Reise führen?

An die Hand genommen

Murasaki Baby, das PS Vita-exklusive Erstlingswerk des Studios Ovosonico, sieht auf den ersten Blick wie ein typischer Puzzle-Plattformer aus, doch wie so oft trügt dieser Eindruck deutlich. Bei der Aufgabe, “Baby” zurück zu seiner Mutter zu führen, kann man nur indirekt Kontrolle über die Spielfigur übernehmen, wobei man den Begriff “helfende Hand” kaum wörtlicher nehmen könnte. “Baby” ist in dieser bizarren, oft düsteren Welt, in der sie erwacht, oftmals verängstigt und ist darauf angewiesen, vom Spieler den richtigen Weg gezeigt zu bekommen und vor Gefahren gewarnt und beschützt zu werden. Durch die Interaktion mit dem Touchscreen kann man “Baby” an die Hand nehmen und durch diese Welten voller Gefahren führen. Ein zögerlicher Griff führt dazu, dass “Baby” sich mit kleinen Trippelschritten voran bewegt, während ein beherztes Ziehen dazu führt, dass das kleine Mädchen anfängt loszurennen. Die richtige Dosierung ist hierbei oftmals der Schlüssel, um Gefahren zu umgehen, denn ein zu heftiges Zerren an “Babys” Arm führt nur dazu, dass die Kleine hinfällt.

Ein Ballon fürs Leben

Eine wichtige Schlüsselrolle bei der gemeinsamen Unternehmung spielt Babys violetter, herzförmiger Ballon, von dem sie sich auf keinen Fall trennen möchte. Diese Bindung an den Ballon stellt in gewisser Weise sowohl eine Nabelschur als auch einen Schlüssel dar. Wird die Bindung zum Ballon getrennt, bleibt nur eine kurze Zeit, um den Ballon wieder einzufangen und zu “Baby” zurückzubringen, ansonsten bleibt sie in der Albtraumwelt gefangen und das Spiel setzt am letzten der großzügig verteilten Speicherpunkte fort. Gleiches gilt, wenn der Ballon durch äußere Einflüsse komplett zerstört wird. Zudem passt der Ballon in ganz spezielle Öffnungen, die Türen öffnen oder Gefahrenquellen ausschalten können. Es gilt also, auf diesen Ballon ganz besonders gut aufzupassen. Glücklicherweise kann der Spieler nicht nur mit “Baby” interagieren, sondern auch mit dem Ballon und ihn so vorsichtig durch besonders gefährliche Umgebungen führen.

murasaki-baby-screenshot-1

 

Gemeinsam lernen

Auf der gemeinsamen Reise stoßen Baby und der Spieler bereits nach kurzer Zeit auf andere Kinder, die ebenfalls mit ihren ganz eigenen Problemen in dieser Albtraumwelt gefangen sind und sich schnell als Störenfriede und Hindernisse entpuppen. Diese Kinder können aber am Ende einer Spielwelt auch aus ihrem Albtraum befreit werden und erweisen sich dann als gute Freunde, die “Baby” auf ihrer Reise helfen. Jedes der Kinder ist aber auch im Besitz mehrerer andersfarbiger Ballons, die für sie ähnlich wichtig sind wie für Baby. Das Zerstören eines dieser Ballons vertreibt die Störenfriede nicht nur kurzfristig, sondern schaltet auch einzigartige Stimmungen frei, die das Umgebungsverhalten der jeweiligen Szenerie grundlegend verändern. Ein Wischen auf dem Backtouchpad der Vita schaltet zwischen den einzelnen Stimmungen, die sich durch kräftige Farben und unterschiedliche Hintergründe unterscheiden, durch, während ein Tippen auf dem Backtouchpad die jeweilige Spezialfähigkeit der Umgebung aktiviert wird. So können z.B. ein Sturm oder ein Gewitter ausgelöst werden, um “Baby” kurzzeitig fliegen zu lassen oder durch den Regen einen Teich zu erschaffen, der mit einem Boot überquert werden kann. Ebenso wie “Baby” nach und nach lernt, welche kleinen Abgründe durch einen kleinen Hopser sicher überquert werden können oder vor welchen Abgründen sie besser wartet, lernt also auch der Spieler nach und nach, wie man am besten mit den Umgebungen interagiert, um für “Baby” einen sicheren Weg durch die unterschiedlichen Gefahren zu schaffen.

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Ein Überfluss an Ideen

Hierbei schafft es das Team von Ovosonico, den Spieler in den insgesamt 4 Welten immer wieder mit neuen Ideen zu überraschen und sich vor allem nicht zu lange auf den vorherigen Ideen auszuruhen. Bereits kurz nach dem Entdecken der ersten Stimmung und deren Umgebungsfähigkeiten folgt eine zweite, dritte oder auch vierte, so dass man im Laufe einer Welt Stück für Stück mit mehreren, und am Ende einer Welt sogar mit mehreren Stimmungen und ihren individuellen Fähigkeiten interagieren muss, damit “Baby” und ihr Ballon unbeschadet voran kommen. Zudem wartet jede der vier Welten mit ihren ganz eigenen Stimmungen auf. So kommt nie Langeweile auf und der Spieler muss sich permanent neuen und verändernden Rätseln stellen. Das hohe Tempo, in dem der Spieler vor immer neue Herausforderungen gestellt wird und der geringe Wiederholungsfaktor führen zwar dazu, dass das Spiel nur rund 5-7 Stunden lang ist, aber es stellt sich auch nie das Problem, dass man durch das ewige Wiederkäuen der immer gleichen Ideen ermüdet wird. Stattdessen entwickelt sich eher eine besondere Dynamik der Neugier auf die spannende Spielmechanik.

Sprachlose Kommunikation

Hierbei gelingt den Entwicklern die Kunst, das Spiel fast vollkommen ohne Sprache auskommen zu lassen. Bis auf den Titelbildschirm und den von “Baby” immer wieder geäußerten Begriff “Mami” findet man im Spiel weder Text noch gesprochenes Wort. Einzelne Spielmechaniken werden zwar mit Symbolen erklärt, aber ansonsten verlässt sich das Spiel bei der Kommunikation mit dem Spieler einzig und allein auf atmosphärische Musik, sympathische oder verstörende Laute und ausdrucksstarke Bilder, weshalb man tief in die Spielwelt versinken und “Babys” beängstigende Situation sehr gut nachvollziehen kann. Insbesondere der intensive Grafikstil, der wie eine animierte Bleistiftzeichnung wirkt, sticht hierbei besonders heraus. Einzig das Design der Charaktere – inklusive “Baby” – wirkt ein wenig verstörend. Und akustisch warten wunderschöne, stimmungsvolle Musikstücke auf den Spieler, die immer wieder von harmonischen oder bizarr-verstörenden Soundeffekten begleitet werden.

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An die Vita angepasst

Was das Gameplay betrifft, holt das Spiel fast das Maximum aus der Vita heraus. Die wesentliche Interaktion erfolgt über den Touchscreen und das Backtouchpad, aber in einzelnen Passagen kommen auch die Sticks oder das Gyroskop zum Einsatz. Die Steuerung funktioniert hierbei nahezu einwandfrei. Einzig in kurzen Passagen, in den man mit mehreren Fingern auf dem Touchscreen interagieren muss, um z.B. “Babys” Hand zu nehmen und gleichzeitig den Ballon zu führen, fällt sie etwas arg fummelig aus, da die Touch-Punkte zu nahe beieinander liegen und man sich zudem mit den Fingern ein wenig die Sicht nimmt.

Unser Fazit

90 %

Murasaki Baby ist eine weiter Perle in der Vita-Bibliothek. Für 10 Euro bekommt der Spieler zwar kein besonders langes, aber dafür umso fokussierteres Spiel vollgepackt mit Rätseln und frischen Ideen, die nie breit getreten, sondern genau in der richtigen Dosierung eingesetzt werden. Somit warten an jeder Ecke neue Herausforderungen, die sowohl das Geschick als auch das Köpfchen fordern und von starken Bilder und stimmungsvollen Klangkulissen begleitet werden. Wer sich gerne dem einen oder anderen Rätsel stellt, ist hier auf jeden Fall absolut richtig.

Pro

  • + Stimmungsvolle Grafik und Soundtrack
  • + Sehr abwechslungsreiches Gameplay
  • + Nutzt viele Funktionen der Vita
  • + Interessante Rätsel
  • + Hohes Tempo und wenig Repetition

Kontra

  • - Steuerung gelegentlich etwas fummelig

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
95 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
95 %

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Thommysoft ist auf Xbox-Senioren.com sowie im Schwestern-Forum PSN-Senioren.com ein Moderator und hilft mit viel Engagement den Usern bei PlayStation-Problemen weiter. Ab und an verfasst er für insidegames einen Test.

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