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Mystery Castle – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 25. Juli 2016 | 14:45 Uhr von Alexander Winkel

Mystery-Castle-Artwork

Klassische, gar als retro-inspirierte Rätselkost ist selten geworden. Knackige Aufgaben und gewiefte Rätsel gehen mittlerweile fließend ins Gameplay über wie bei Limbo oder Inside. Ganz typische Geschicklichkeits- und Schiebe-Aufgaben sind eher selten noch gefragt. In dieser Zeit wagt es Runestone Games, das klassische Gameplay wieder aufleben zu lassen und tatsächlich, ihr Mystery Castle macht trotz der einfachen Aufmachung richtig viel Spaß.

Ganz ernst nimmt sich Mystery Castle, das Rätselschloss, aber nicht. In der Rolle des Zauberers Monty stellt man sich den Gefahren von fünf Schlössern, Burgen oder ähnlichen Katakomben, um das Böse daraus zu vertreiben. Immer wieder dieselbe Masche: Die Gemäuer sind von Dämonen und anderen Geistern befallen und die Bewohner mussten flüchten. Sei es Stumpi, wie der kleine Zwerg sich liebenswürdigerweise vorstellt, oder gar Mr. Chow aus der geheimnisvollen Pagode – das Schicksal ist immer dasselbe. Als “fetter” und mächtiger Zauberer sollen wir die Bösen vertreiben und für Recht und Ordnung sorgen. Mit Humor wird man in die eher stupide Hintergrundgeschichte eingeführt. Doch wenn der zynische Zwerg uns unablässig wegen der Körperfülle hänselt oder andere bitter böse Kommentare kommen, bleibt auch bei uns selten ein Augen trocken.

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Die fünf Areale sind zusammengerechnet in 180 verschiedene Levels aufgeteilt, wobei jedes Mal auch ein dicker Boss sich dem Zauberer in den Weg stellt. Ein riesiger Schneemann prüft unser Hirnschmalz, an anderer Stelle treffen wir tatsächlich auf einen beknackten Oger, der gar brüllenderweise dem Zauberer entgegen tritt. Dazwischen müssen wir aber zahlreiche Prüfungen bestehen. Ziel ist es immer, den Ausgang zu erreichen. Dabei dürfen die Dämonen und Geister uns nicht erwischen, aber auch Abgründe, Lava und ähnliche Dinge sorgen für unheimliche Gefahren. Den Ausgang erreicht man anfänglich recht schnell, indem man das simple Labyrinth aus der Vogelperspektive abschreitet, vielleicht den einen oder anderen Schlüssel für eine Türe findet und damit seinen Weg bereitet.

Mit jedem neuen Rätselschloss serviert uns Runestone Games aber auch neue Spielelemente. Anfänglich schiebt man zum Beispiel wie im klassischen Sokoban Kisten durch die Gegend, um Brücken zu errichten und Abgründe zu überqueren. Alsbald sorgt aber auch rutschiges Eis für Probleme und manche Felsen und Gesteinsbrocken können auch nur mit Bomben aus dem Weg gesprengt werden. Mit jedem neuen Element sinkt meist zunächst auch der Schwierigkeitsgrad ein wenig. Man möchte den Spieler nicht gleich überfordern. Man experimentiert mit den Möglichkeiten und liefert mit leichten Aufgaben einen gekonnten Einstieg. Schnell merkt man aber, dass Mystery Castle eine harte Nuss darstellt und man ziemlich viel Zeit mitbringen muss, um die späteren Abschnitte auch meistern zu können.

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Mehr Abwechslung Versprechen zusätzliche Zauber, die Monty mit der Zeit noch erlernen kann. Dadurch verwandelt er sich zum Beispiel in eine Fledermaus, die ungeniert auch Gefahren überwinden oder ein Frosch, welcher sich durch enge Löcher quetschen kann. Stets glaubt man, alle Spielelemente endlich kennengelernt zu haben und doch überrascht uns Runestone Games immer wieder aufs Neue.

Spielerisch lässt sich der Kerl nur eingeschränkt in vier Richtungen bewegen. Auch schreitet dieser immer nur ein Kästchen voran. Das Repertoire ist also recht eingeschränkt, gleicht aber klassischen Labyrinth-Spielen und lässt das Retro-Feeling aufleben. Meist hat man dadurch auch alles fest im Griff. Nur selten, wenn auch Timing gefragt ist und durch irgend ein Ereignis ggf. Schnelligkeit eine Rolle spielt, verspielt man einen Lauf aufgrund der manchmal trägen Art des Zauberers gerne mal und muss neu starten.

Auch optisch orientiert sich Mystery Castle eher an klassischen Spielen und versprüht eine Retro-Atmosphäre. Dies passt aber zum Gameplay, auch wenn die einzelnen Labyrinthe eher schlicht daher kommen und auch die Animationen eher durchwachsen sind. Darüber kann man aber getrost hinweg schauen, denn der Kern des Spiels liegt in den gewieft ausgedachten Rätseln und Labyrinthen, die es zu meistern gilt.

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Unser Fazit

79 %

Mystery Castle mag optisch schlicht und altmodisch aussehen, dem Spielspaß tut dies aber keinen Abbruch. Die insgesamt 180 Level strotzen vor durchdachten Rätsel, die unsere Köpfe rauchen lassen und vor allem gegen Ende wahrlich Zeitfresser darstellen. Nicht selten muss man sich das Gebiet erst anschauen und überlegen, wie man die Aufgabe meistert. Welche Kiste muss ich zuerst wohin schieben, um mich nicht selber ins Aus zu bringen? Kein leichtes Unterfangen aber für jeden Rätselfan äußerst unterhaltsam. Wer nur ein wenig was für Abenteuer, Schatzsuche und Rätselkost übrig hat, sollte sich Mystery Castle auf jeden Fall mal anschauen.

Pro

  • + Klassische, aber äußerst durchdachte Rätselkost
  • + Gelungener Slapstik-Humor der Charaktere
  • + Immer wieder sorgen neue Spielelemente für frischen Wind
  • + Immenser Spielumfang mit 180 Level

Kontra

  • - Retro-Ratespaß mag nicht jedermanns Sache sein
  • - Optik ist ziemlich schlicht gehalten
  • - Handhabe in zeitkritischen Situationen nicht präzise genug

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
80 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
75 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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