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NBA 2K18 – Test / Review

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Veröffentlicht 14. November 2017 | 16:28 Uhr von Thomas Pfnür

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Wo ist die Vorfreude? Wo ist diese Spannung, wenn man erstmals einen neuen Titel in die Konsole legt und auf den Start-Button drückt? Beides nicht vorhanden. Ob es daran liegt, dass die Ankündigungen von 2K Sports bezüglich ihres neuen Basketballablegers eher dürftig sind? Oder daran, dass man einfach kein wirklich verbessertes Spiel erwartet? Wie auch immer, aber irgendwie sind die Zweifel berechtigt, denn NBA 2K18 kann bei weitem nicht die Begeisterung auslösen, wie es noch der Vorgänger konnte.

Neues Gameplay?

Spielerisch ist NBA 2K18 nach wie vor für alle Fans der Sportart Basketball eine Offenbarung. Dieses geniale Spielgefühl, welches man nun schon seit Jahren von der Franchise gewohnt ist, gibt es ohne Abstriche auch im aktuellen Ableger. Allerdings auch ohne große Änderungen. Zwar wird von den Entwicklern eine neue Engine für das Animations-System angepriesen, wirklich merken tut man selbige aber eigentlich kaum. Realistischer soll alles wirken, die Dribblings und Bewegungen ohne Ball nun komplett dynamisch generiert werden – vorgegebene Animationen, die den Bewegungsablauf direkt beeinflussen, soll es nicht mehr geben. Wir sagen: Wenn es wirklich vorher anders war, dann haben wir das nicht gemerkt und einen besonders störenden Einfluss auf das Spielgeschehen hatte es somit auch nicht.

Da stört es im aktuellen Ableger schon mehr, dass man einfach kaum Neues innerhalb des Gameplays finden kann. Ein paar Kleinigkeiten, in Fachkreisen auch gerne Margenalien genannt, wie etwa die Anpassungen beim Wurf- / Shoot-Meter, mehr „Weiterentwicklung“ wird einem das neue NBA 2K18 auch schon nicht bieten. Und damit ist auch klar, dass man es besonders als Besitzer des Vorgängers schwer hat, einen wirklichen Grund zu finden, sich den aktuellen Titel aufgrund der spielerischen Unterschiede zuzulegen.

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Der Boss der Nachbarschaft

Noch schwieriger wird es, wenn man sich die integrierten Spielmodi näher betrachtet. Sicher, die Karrieren als Manager oder Spieler machen nach wie vor Spaß und sind richtige Zeitfresser, aber, und das ist schon wieder eines der ganz großen „Abers“, sind die grundsätzlichen Unterschiede im Vergleich zum Vorgänger praktisch nicht vorhanden. Gerade bei MyGM bekommt man mal wieder den absolut identischen Aufbau, vor allem aber auch die absolut identischen Inhalte geboten. Das ist schade, denn ein paar Punkten im virtuell nachgestellten Managerleben hätte eine Überarbeitung bzw. Erweiterung sicher nicht schlecht getan. Schade ist auch, dass die an sich fordernde Spielerkarriere zwar wie gehabt in eine Geschichte, samt unzähliger Zwischensequenzen, eingebettet ist, allerdings die schwache Story kaum klischeehafter und schwächer erzählt hätte werden können. Da geht mal wieder enorm viel Potential verloren – zumindest ist das unser Eindruck. Weniger unser Eindruck, sondern absoluter Fakt ist hingegen, dass auch der Rest der On- und Offline-Modi, wie etwa der weiterhin spaßige Kartenmodus Mein Team, nahezu komplett unverändert in den aktuellen Ableger eingebaut wurden – Inhaltlich bekommt man somit weitestgehend die bekannte Kost ohne die großen Überraschungen geboten.

Einzige wirkliche Neuerung innerhalb des Umfangs ist der Modus Boss der Nachbarschaft. Hinter diesen „mächtigen“ Namen steckt nichts anderes als eine weitere Sportlerkarriere, allerdings spielt sich selbige nicht in vorgegebenen Bahnen ab, sondern setzt auf eine mehr oder weniger offene Welt. Logisch also, dass ihr eine gewisse Freiheit suggeriert bekommt: Ob nun professionelles Training in einem NBA-Team, lockeres Körbewerfen auf dem Freiplatz oder doch lieber spaßige Matches in der Pro-AM-Tour, natürlich auch mit Gegnern aus der Community, ihr habt die freie Wahl. Je nachdem wie ihr es angeht, gestaltet sich dann auch eure Laufbahn als Basketballspieler. Und falls es mal langweilig wird, dann besucht einfach einen der unzähligen Läden in der „Nachbarschaft“. Leider kommt man hier dann aber auch mit einem ganz leidigen Thema in Berührung: Den Mikrotransaktionen. Oder anders, hier soll nochmals für den Publisher Geld verdient und euch ganz subtil aus der Tasche gezogen werden. Ein Besuch beim Friseur, im Tattoo-Studio oder beim Schuhhändler und schon könnte manch einer dazu verleitet werden, echte Euros einzusetzen. Sicher, alles eine Option, man wird nicht gezwungen, aber durch die penetrante Art dieses ständigen „Kauf mich“, ist es enorm lästig und zieht den Freie-Welt-Modus mit seinen vielen guten Ansätzen deutlich ins Negative. Ach ja und bevor wir es vergessen: Xbox Live ist Pflicht, ohne den kostenpflichtigen Online-Service gibt’s auch keinen „Boss in der Nachbarschaft“.

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Gast-Kommentar und mehr

NBA 2K18 zeigt mal wieder, wie ein Sportspiel optisch auszusehen hat. Und zwar deutlich. Diese realistisch designten Spielermodelle, diese fein gezeichneten Spielergesichter – samt hohem Wiedererkennungswert –, diese absolut stimmige Spielermimik und diese butterweichen Spieleranimationen werden gerade bei Nichtkennern der Serie für offene Münder sorgen. Und wenn gerade die Rede von offenen Mündern ist, selbige werden sich bei einigen gar nicht mehr schließen wollen, soviel an grafischer Detailverliebtheit gibt es in NBA 2K18 zu bestaunen. Die Integration der absolut autark wirkenden Fans bzw. Zuschauer ist einfach zum Niederknien, die Auswechselspieler könnten sich kaum lebensechter verhalten und was an Action rund ums Spiel, mit Cheerleader, Maskottchen und „Aufwischer“ so geboten wird, braucht sich hinter dem „realen Leben“ nicht zu verstecken. Einziges Problem: Das Alles hatten wir schon beim Vorgänger – in absolut identischer Form und leider auch mit den bekannten Problemen. Die Ladezeiten sind immer noch viel zu lang und auch die Anzahl der Clipping-Fehler ist nicht wirklich geringer geworden. Ist aber zum Glück alles zu verschmerzen, weil einem die optische Präsentation einfach immer und immer wieder fast vom Sofa reißt. Unterstützt wird das Ganze noch vom genialen Sound. Ob dass jetzt das Reporterteam, samt neuen Gast-Kommentar von Kobe Bryant und Kevin Garnett und tollen Berichten von der Sideline, oder die akustische Fanunterstützung ist, man kann einfach von dem, was da so aus den Boxen dröhnt, nur begeistert sein.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

80 %

NBA 2K18 ist eine tolle Basketballsimulation mit stimmigen Spielgefühl, fordernden Spielmodi und mitreißender Spielpräsentation. Nur das war der Vorgänger auch, in den meisten Punkten sogar in absolut identischer Form. Ok, es gibt nun den neuen Modus „Boss in der Nachbarschaft“ mit seiner freien Welt und vielen guten spielerischen Ansätzen, doch leider haben auch hier die Entwickler viel Potential verschenkt, in dem sie uns mit Online-Zwang und Mikrotransaktionen nerven. Notgedrungen stellt man sich also schnell die Frage, weshalb man sich diesen Titel nun unbedingt zulegen muss. Auch wir stellten sie uns und fanden eigentlich nur eine Antwort: Man muss es nicht. Einzig für Einsteiger in die Serie kann man NBA 2K18 empfehlen, Besitzer des Vorgängers können unser Meinung nach aufgrund des Gebotenen locker auch mal aussetzen und auf Besserung im neuen Jahr hoffen.

Pro

  • + spielerisch immer noch der Genre-König
  • + nach wie vor sehr großer Umfang
  • + fordernde Karrieren als GM oder Spieler
  • + neuer Modus Boss der Nachbarschaft
  • + stimmige Präsentation
  • + realistische Animationen
  • + mitreißender Sound (Kommentar, Fanakustik)

Kontra

  • - Gameplay hat das Problem der fehlenden Weiterentwicklung
  • - neues Animationssystem merkt man kaum
  • - auch Inhaltlich kaum Neues
  • - schwache Geschichte im Story-Modus
  • - „Boss“-Modus mit Online-Zwang…
  • - …und dem leidigen Thema Mikrotransaktionen
  • - technische Kopie des Vorjahres
  • - lange Ladezeiten und Clipping-Fehler weiterhin vorhanden

Unsere Bewertung

Grafik
 
88 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
86 %
Multiplayer
 
91 %
Spielspaß
 
80 %

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Als arbeitender Familienvater hat Thomas natürlich nur wenig Zeit, aber wenn dann halt mal doch, schreibt er mit großer Begeisterung mehr oder weniger Sinnvolles über alles was auch nur annähernd mit Sport zu tun hat.

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