NHL 13 - Umfangreiches Review / Test zum Eishockey-Highlight - insidegames
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NHL 13 – Umfangreiches Review / Test zum Eishockey-Highlight

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Veröffentlicht 29. Oktober 2012 | 13:39 Uhr von Philipp Fanchini

NHL-13-Cover-Claude-Giroux

Der Schrecken vieler Eishockey-Fans ist eingetroffen: Der Lockout in der NHL ist Tatsache und eine Lösung scheint in weiter Ferne. Dass deshalb einige NHL-Spieler den Weg in die Schweiz gefunden haben, dürfte da wohl eher ein schwacher Trost sein. Ob das vor kurzem erschienene NHL 13 eine annehmbare Alternative ist, werden wir im anschliessenden Review feststellen. Also: Snus unter die Oberlippe geklemmt, Trikot angezogen, Helm auf und Konsole angeschmissen (die Handschuhe lassen wir aus praktischen Gründen mal weg): Die Stars des Eises warten – zumindest virtuell – auf uns.

NHL 13 Nach einem actiongeladenen Intro landet man in einem auf den ersten Blick zwar übersichtlichen, aber überladenen Menu. Die Auswahl an unterschiedlichen Spiel-Modi ist überwältigend und verspricht langanhaltende Abwechslung. Wie gewohnt, kann eine ganze Saison mit einem Team absolviert werden und diejenigen, die sich nicht nur auf die Action auf dem Eis konzentrieren wollen, finden die Möglichkeit, sich im GM-Mode als Manager zu betätigen. Alle Modi an dieser Stelle aufzuzählen würde den sinnvollen Rahmen eines Reviews übrigens sprengen – so zahlreich sind die Möglichkeiten. Nur zwei Beispiele noch: Ihr habt unter anderem die Möglichkeit, Spielsituationen, die in die NHL-Geschichte eingegangen sind, nachzuspielen (Diese beispielsweise aus der letzten Saison stammenden Sequenzen sollten eigentlich durch die besten Spiel-Situationen der laufenden Saison erweitert werden, was aufgrund des Lockouts natürlich nicht möglich ist). Und bei GM Connected könnt ihr eine Online-Saison in Angriff nehmen – zusammen mit bis zu 750 anderen Spielern (in jedem der 30 Teams finden 25 Spieler einen Platz).

Wir entscheiden uns aber für ein „Schnelles Spiel“, wählen die Detroit Red Wings und treten gegen die Chicago Blackhawks an – man will ja so schnell wie möglich aufs Eis. Die Präsentation und die Einführung in das anstehende Spiel sind beeindruckend und auf TV-Niveau. Da werden statistische Werte eingeblendet, die Spieler marschieren auf das Eis und scheinen sich in kurzen Gesprächen letzte Tipps zu geben. Die Atmosphäre ist aufgeheizt und ein Knistern aus Anspannung und Vorfreude liegt in der Luft. Und das, obwohl wir noch nicht einen Puck gespielt haben. NHL 13 vermittelt dem Gamer von Beginn an, Teil von etwas Grossem zu sein.

Die alte Frage: Stick oder Button?

NHL 13 Richten wir den Fokus zuerst auf die Action auf dem Eis: Wichtigste und grundlegendste Änderung gegenüber den älteren Vorgängern bleibt das Stickhandling per rechtem Analogstick. Nicht wenige hatten mit dieser Umstellung des Schiessens auf den rechten Analogstick einige Mühe bekundet. Die Fan-Community der NHL-Reihe wurde beinahe in zwei Lager gespalten. Vor allem NHL-Veteranen, die sich schon durch so manchen Titel der Reihe gekämpft hatten, konnten sich nicht alle mit dieser Joypad-Belegung anfreunden. Bei NHL 13 kann man aber sagen: Das Handling ist per Stick schon sehr realistisch. Es braucht zwar einige Einarbeitung, bis man einen gewaltigen Slapshot, oder einen raffinierten Shorthander in der Hektik des Spielgeschehens gezielt einzusetzen weiss. Tore sind dafür umso befriedigender und man fühlt sich einfach „näher“ am Puck. Im echten Leben ist eine Puck-Führung eben schwierig und das wird mit dieser Steuerung gut eingefangen. Alle, die sich aber partout nicht damit abfinden wollen, bekommen in NHL 13 die Möglichkeit geboten, die „klassische“ Steuerung à la NHL 94 zu aktivieren. Sprich: Pässe und Schüsse werden je mit einem Button ausgelöst. Gerade altgediente Eishockey-Cracks, denen schon ein paar Zähne fehlen, dürften sich über diese Möglichkeit freuen.

Eislaufen wird zum Balance-Akt

NHL 13 In Sachen Handling hat sich aber auch das Verhalten der Spieler auf dem Eis geändert und dies auch gegenüber dem direkten Vorgänger NHL 12. EA nennt das „True Performance Skating“. Verschmolz man früher als Puck-Führender richtiggehend mit der schwarzen Scheibe, wird das Steuern der Spieler in NHL 13 im wahrsten Sinn des Wortes zum Balance-Akt: Auch einem zwei Meter grossen Hünen merkt man jetzt an, dass er auf schmalen Kufen steht. Steuert man in hohem Tempo auf einen gegnerischen Spieler zu, ist der Puck-Verlust fast vorprogrammiert. Dieses neue Element liefert eine sehr reale Umsetzung der Bedingungen, wie sie auf dem Eis herrschen. Die Konsequenzen dieses Grades an Realismus sind deutlich spürbar und viele Moves, auf die man sich bisher in den NHL-Games verlassen konnte, klappen so nicht mehr. Als Grundprinzip kann man festhalten: Je schneller ihr übers Eis gleitet, desto geringer ist die Kontrolle, die ihr über Spieler und Puck habt. Seid ihr dagegen eher langsam unterwegs, ist eure Agilität höher (schnelle Drehungen und Richtungswechsel) und ihr führt die schwarze Scheibe kontrollierter. Da man also nicht einfach permanent „Vollgas“ geben kann, ist es nun umso wichtiger, sich gut zu positionieren. Eishockey ist ein Stellungsspiel und verlangt eine vorausschauende Spielweise. Stürmt beispielsweise ein einzelner gegnerischer Spieler auf euer Tor zu und eure beiden Verteidiger sind in Position, dann ist es weniger sinnvoll, auch noch mit dem Center zur Unterstützung zurückzueilen – denn dann fehlt der Stürmer vorne, um einen erfolgreichen Gegenstoss zu lancieren. Eine weitere positive Folge des realistischen Skatings ist, dass man über die Fähigkeiten seiner Spieler besser Bescheid wissen muss, als in den Vorgängern: Hat man es mit einem versierten Starstürmer zu tun, muss man sich darauf gefasst machen, dass dieser mittelmässige Verteidiger leicht im Leeren stehen lässt. Die Werte der Spieler haben also einen noch deutlicheren Einfluss auf das Spiel als früher. Es dürfte aber wohl auch Gamer geben, denen das zu viel des Guten ist. Wer auf Casual-Gaming aus ist, wird mit NHL 13 sicher nicht glücklich. Eine Einarbeitung ist unumgänglich, lohnt sich aber definitiv. Denn im Grossen und Ganzen ist das „True Performance Skating“ ein deutlicher Gewinn für das Gameplay. In dieser Hinsicht gehört NHL 13 zu den besten Sportspielen überhaupt und ist in Sachen Eishockey derzeit das Non plus ultra.

Amerikaner im Hallenstadion

NHL 13 Die Inszenierung des Eishockey-Zirkus ist wie gesagt ausgezeichnet und Fans der Serie dürfen sich über den von den Vorgängern gewohnt hohen technischen Standard freuen. Dies gilt auch für die akustische Untermalung: Während eines Spiels tobt das Stadion: Die Fans veranstalten einigen Radau und die Kommentatoren sind mit ihren Aussagen und Schlussfolgerungen nahe am Geschehen auf dem Eis. Vorbildlich. Nach einer knappen 3:2 Niederlage unserer Red Wings, wagen wir uns in heimische Gefilde und treten mit den ZSC Lions gegen den EV Zug an. Sämtliche Schweizer Eishockeymannschaften sind im Spiel zu finden, die Schweizer National League auch. (genau so wie etliche andere Ligen und Nationalmannschaften). Auch wenn die Fähigkeiten der Schweizer Spieler auf dem sinnvollen Bewertungssystem von EA basieren, wirken die Spieler auf dem Eis eher schwächlich. Wer zuerst eine Partie mit NHL-Teams absolviert hat (so wie wir), wird vom Spielniveau der Schweizer Mannschaften einigermassen enttäuscht sein. Beim Spiel im Hallenstadion gibt es in Sachen Inszenierung und Atmosphäre zudem einen ganz konkreten Killer: Die  Kommentatoren. Diese machen zwar ihren Job – wie bereits erwähnt – richtig gut. Wenn aber ein breites, amerikanisches Englisch aus den Lautsprechern schallt, passt das so gar nicht ins Hallenstadion – da vermisst man auch als Nicht-Zürcher die Kommentatoren-Legende Walter Scheibli mit seinem lispelnden „ZettEssCee!“

Unser Fazit

90 %

NHL 13 ist in Sachen Eishockey der unumgängliche Klassen-Primus – und das nicht nur wegen des Lockouts in der NHL. Die technischen Aspekte des Spiels sind auf sehr hohem Niveau. Das neue „True Performance Skating“ ist eine spielerische Bereicherung und bringt den Joypad-Athleten noch näher an das reale Spiel auf dem Eis. Die Steuerung ist zwar nicht mehr für das vielzitierte Spiel zwischendurch geeignet – eine Auseinandersetzung mit der Steuerung ist nötig. Hat man diese Phase aber hinter sich gebracht, wird man die Steuerung schätzen und die neue Skating-Mechanik nicht mehr missen wollen. Zudem versprechen die unzähligen Spielmodi langanhaltenden Spielspass. Die Schweizer Teams sind allerdings etwas schwachbrüstig und die Kommentatoren passen mit ihrem amerikanischen Englisch einfach nicht ins Gesamtbild, wenn man sich mit dem HC Ambri Piotta oder den Kölner Haien durch die Saison kämpft.

Pro

  • +Hervorragende Steuerung...
  • +Audio-visuelle Inszenierung
  • +Zahlreiche Spielmodi, Mannschaften und Ligen
  • +Ausgezeichneter „Lückenfüller“ während des Lockouts

Kontra

  • -... die einige Einarbeitung erfordert
  • - Amerikanische Kommentatoren nicht immer passend
  • - Schwache Schweizer „Eishockeyaner“

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
88 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
85 %
Spielspaß
 
90 %

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